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Eindecken

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Melle
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Re: Eindecken
« Antwort #15 am: 20. Januar 2010, 15:18:24 »
also falls wer ne 135cm regendecke braucht, bitte melden. wir brauchen sie nicht. es kann -20 grad sein, er kann eiszapfen überall hängen haben und er friert nicht *frohbin*

hab die decke mal ne woche benutzt wegen ner rückengeschichte, im nachhinein, aber dennoch nicht gebraucht, da fehldiagnose des TA  >:(
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Mannimen
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Re: Eindecken
« Antwort #16 am: 21. Januar 2010, 08:37:07 »
Guten Morgen Leute

Da ich ja eher ein "Naturbursche" bin, hat mich die Frage um das Eindecken gerade mal nicht mehr losgelassen. Ich wollte einfach mehr wissen über die Zusammenhänge mit dem Fellwechsel usw. Dabei bin ich unter anderem auf einen für mich ganz interessanten Artikel gestoßen, den ich euch nicht vorenthalten möchte:
http://www.tierarzt-owschlag.de/pdf/Pferd%204-2007.pdf

Wie so oft braucht man doch einfach mehr Weitblick, um die Zusammenhänge der Natur besser verstehen zu können. ;)

Wünsche allen einen angenehmen Tag
Manfred
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Re: Eindecken
« Antwort #17 am: 21. Januar 2010, 09:36:40 »
Der Artikel ist interessant, aber was hat er mit de Frage des Witterungsschutzes und der Wärmeerhaltung zu tun? Da wo es um Eindecken geht, wird nur von geschorenen Pferden, die mit dicker Decke in dunklen Ställen stehen, geredet. Da sind wir uns ja alle einig, was das angeht. :cheese: ;)
Und ansonsten geht es ja hauptsächlich um die Fütterung.

Wo es hier gerade aber nicht drum geht, ist, andere davon zu überzeugen, dass sie ihr bisher immer ohne Decke laufendes Pferd eindecken müssen.  ;)

lg Heike
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wessipferd
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Re: Eindecken
« Antwort #18 am: 21. Januar 2010, 10:03:25 »
Manfred - solche Artikel habe ich zu hunderten gelesen und ich habe ihnen im warsten Sinne des Wortes gehuldigt.

Ich kann mir aber von diesen Erkenntnissen nichts kaufen, wenn ich gleichzeitig ein Pferd auf der Wiese stehen habe, dass trotz umsichtigster Fütterung aus jedem Winter wie ein Kleiderrechen mit Fell drüber raus kommt.

Das ist alles gut und schön, wenn das Pferd jung ist und top fit und für diese Regionen hier auch das entsprechende Fell hat.
Die Herren Doktoren neigen dazu z.B. zu vergessen, das der Grundstock der meisten Blüter (und auch die meisten Warmblutrassen tragen heuer viel Vollblut) aus Regionen kommt, die zusätzlich zur Kälte keine Nässe kennt. Das Fell wird also durchaus kälteabweisend ausgebildet, hat aber Nässe oft wenig entgegen zu setzen. Und das hat sich in den Jahren der Zucht in Mitteleuropa auch nicht geändert, denn die Fellqualtät war nicht Selektionskriterium.

Und nicht jedes Pferd nutz einen auf der Weide angebotenen Witterungsschutz. Pferde sind bekanntlich keine Höhlentiere.

Wohl dem, dessen Pferd mit den Witterungsumständen in Deutschland gut zurande kommt. Ich bin die letzte die hingeht und den Leuten einredet, sie müssten unbedingt eindecken.
Aber wenn man sieht, dass ein Pferd ohne Unterstützung (Stimmigkeit aller nötigen Faktoren vorausgesetzt) nicht mehr durch die kalte Jahreszeit kommt, dann ist es unverantwortlich, sie dem Pferd aufgrund dieser tollen Expertentraktate zu verweigern.
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Re: Eindecken
« Antwort #19 am: 21. Januar 2010, 10:24:21 »
der Artikel bezieht sich ja auch nur auf trockene Kälte. Ich habe gedacht da kommt noch was, aber ausser der Feststellung dass das Pferd die Heizung anschmeisst durch Muskelzittern war es das dann.
Das Pferd  (Vollblüter) meiner Freundin stand auch schlotternd auf der Weide (wir waren in Österreich, da wurde es nachts doch noch empfindlich kalt), wurde mit zwei Decken eingedeckt und hat trotzdem über Nacht gut 50 Kilo abgenommen vor lauter Versuch, die Heizung zu benutzen.
Das funktioniert eben nicht immer.
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Mannimen
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Re: Eindecken
« Antwort #20 am: 21. Januar 2010, 14:12:13 »
Ach ja, das ist doch schön!

Jeder zieht aus dem was er liest immer auch nur das raus, worauf sein Fokus gerichtet ist und das bestimmt letztlich seine Wahrnehmung. *köstlich*

Habe ich nicht gesagt, dass die Zucht mehr sportliche Aspekte und weniger witterungsbedingte zu Grunde legt?

Und habe ich nicht auch vom Normalfall, also gesunden Tieren gesprochen, was natürlich die kranken oder schwächelnden ausschließt?

Grundsätzlich bezog sich der erwähnte Weitblick ja nicht nur auf die Nässe sondern auch auf alle weiteren Rahmenbedingungen, die eben dazu führen, dass mein Tier artgerecht und gesund gehalten wird. Dazu gehören dann Fütterung und Unterkunft neben sozialen Gefüge wohl auch dazu. Mir war zum Beispiel nicht bewusst, dass ausgerechnet die länge der Sonneneinstrahlung ganz entscheidende Auswirkungen auf das Fellwachstum haben und auch nicht dass gesättigte Fettsäuren maßgeblich die Energie zur Eigenwärmeerzeugung über die Stoffwechselfunktion bewirken.

Stalle ich also mein Pferd auf, entziehe ich ihm die notwendige Sonneneinstrahlung, gebe ich ihm zuviel Kraftfutter erhöhe ich den Eiweisanteil der verbrannt und in Bewegung umgesetzt werden will, erhöhe ich dann die Athem- und Pulzfrequenz, treibe ich den Schweiß in das wärmeisolierende Fell und stelle ich das Tier dann in die nasskalte Winterluft, habe ich alles dafür getan, dass es krank wird. In dem Fall muss dann auch eine Decke her. Diese soll aber auch gewährleisten, dass die kalte Luft an den ganzen Körper gelangt und eben nicht nur Teilbereiche auskühlt, weil die natürlichen Körperfunktionen des Pferdes darauf nicht ausgerichtet sind. :-\

Aber mir geht es aber auch nicht darum, das Eindecken wieder weg zu diskutieren, zumal es ja durchaus Linderung verschafft. Mir geht es vielmehr darum es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, also mein Pferd gesund zu erhalten. Wenn ich jedoch eine Decke für mein Pferd benötige, dann stimmt da etwas nicht für meine Begriffe und ich muss in seine Natur eingreifen, sie unterstützen und regulieren etc.
Hier vielleicht noch ein Link zur artgerechten Pferdehaltung: http://www.menschpferd.de/artgerechte_Haltung.htm

Liebe Grüße
Mafred
der durch diese Diskussion hier wieder einmal einiges dazu gelernt hat.

« Letzte Änderung: 21. Januar 2010, 14:23:48 von Mannimen »
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Re: Eindecken
« Antwort #21 am: 21. Januar 2010, 14:22:01 »
Super Artikel!
Den kann ich voll bestätigen. Meine Stute lebt schon immer in Offenstallhaltung (früher kleiner befestigerter Bereich, große Matschkoppel, immer Schlägerreien, weil zu wenig Platz = Matschkoppel wurde nicht benutzt), jetzt in nem großen Bewegungsstall mit drainagierten Böden und fressen aus Heunetzen. Trotz der Integration von 11 Pferden innerhalb von 3 Monaten gab es keine Verletzung.

Ich hab aus dem Artikel auch rausgelesen, das ich mit Decken die natürliche Termoregulation und die Temperaturreize teilweise ausschalte und das ich eben durch Futter noch einiges steuern kann. Wenn natürlich ein altes Pferd zeitlebens diese Reize gefehlt haben, wird man es in den letzten paar Jahren nicht wieder "normalisieren" können. Bei uns am Hof leben etwa 40 Pferde, keins hat ne Decke, frieren tut auch keins. Vom alten Stall kenn ich das eindecken auch überhaupt nicht, da hat auch keins gefroren.

Ich würd die Gefahr darin sehen, dass wenn ich mal angefangen hab, das System gestört ist und ich dann nicht ohne weiteres wieder aufhören kann??
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cännsi
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Re: Eindecken
« Antwort #22 am: 21. Januar 2010, 14:27:05 »
Mir war zum Beispiel nicht bewusst, dass ausgerechnet die länge der Sonneneinstrahlung ganz entscheidende Auswirkungen auf das Fellwachstum haben und auch nicht dass gesättigte Fettsäuren maßgeblich die Energie zur Eigenwärmeerzeugung über die Stoffwechselfunktion bewirken.

Interessant, das ist mir auch neu.

Schade, dass ich den Artikel vom Eindecken nicht öffnen kann - mein Adobe Reader spinnt.
Werd mich mal an den Mann daheim wenden...

lg
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Mannimen
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Re: Eindecken
« Antwort #23 am: 21. Januar 2010, 14:28:34 »
Genau Stefanie,

so habe ich es auch verstanden! :-*

LG
Manfred

« Letzte Änderung: 21. Januar 2010, 14:35:11 von Mannimen »
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Re: Eindecken
« Antwort #24 am: 21. Januar 2010, 14:35:09 »
ich gebe zu Steffi und Stefanie ist verwirrend  :lol:
Aber auch auf Skessa - mein Stütchen - trifft ausgeglichen -mittlerweile - zu.  :cheese:
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Mannimen
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Re: Eindecken
« Antwort #25 am: 21. Januar 2010, 14:36:22 »
Danke, habe es schon gemerkt. :cheese:
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wessipferd
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Re: Eindecken
« Antwort #26 am: 21. Januar 2010, 14:44:55 »
Nun ja - die Aussagen des Artikels waren mir in dem Sinne nicht wirklich neu. Die Erkenntnisse hatte ich nämlich in den Jahren in denen mein PFerd in der Robusthaltung gestanden hat, durchaus schon gewonnen.  :cheese:

Wenn ich dann aber irgendwann alles weitestgehend optimiert habe - Haltung, Fütterung ... und der Erfolg bleibt aus.
Wieviele Jahre muss ich das Pferd wieder und wieder abmagern lassen um sagen zu dürfen, es braucht Unterstützung?

Den ersten schlechten Winter schiebe ich ja vielleicht noch auf Umstellungprobleme, den zweiten - ok ich tüfftel noch an der optimalen Fütterung, den dritten - hier ist irgendwas nicht normal. Aber hab ich da meinem Pferd nicht vielleicht schon ireparabel geschadet? Wärs nicht besser gewesen, ich  hät es von Anfang an unterstütz?

Ich frag mich das heute manchmal, wie mein Wallach wohl dastünde, wen ich nicht soviele Jahre auf das doktrinäre "Ein Pferd braucht keine Decke!" gehört hätte und nicht erst hundert Fütterungsvarianten ausprobiert und ...
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Re: Eindecken
« Antwort #27 am: 21. Januar 2010, 14:49:07 »
So wie ich es bei dir rausgelesen hab ist Wessi nicht mehr der jüngste und du hast ihn ja nicht seit dem Fohlenalter, oder?
D.h. die Fehler sind ja quasi vor deiner Zeit gemacht worden. Also ist das System schon gestört quasi.

Ich mein wir brauchen nicht drüber reden - wenn mein Pferd abmagern würde und mit Decke nicht mehr - das es dann ne Decke tragen würde. Gott sei Dank braucht sie das aber nicht.
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wessipferd
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Re: Eindecken
« Antwort #28 am: 21. Januar 2010, 14:56:59 »
Wessi war - als ich ihn gekauft hab zwischen 10 und 13 - das ist kein Alter und schon damals hat er die Winter nicht wirklich gut überstanden.
Ja, ich weiß nicht, was in seiner Jugend passiert ist, aber er hat definitiv schon vorher einige Winter draußen verbracht.

Ich glaube auch nicht, dass man von ein paar behüteten Wintern, alles durcheinander bringt. Ein fitter Organismus nimmt sicher das an, was er gerade vorfindet.

Ich halte nur eben nichts mehr davon, es auf Gedeih und Verderb erzwingen zu wollen, wie es heuer teilweise gern mal propagiert wird.
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Mannimen
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Re: Eindecken
« Antwort #29 am: 21. Januar 2010, 15:32:20 »
Ich halte nur eben nichts mehr davon, es auf Gedeih und Verderb erzwingen zu wollen, wie es heuer teilweise gern mal propagiert wird.
Davon möchte ich auch dringend abraten. Weniger ist oftmals mehr. Mit Erzwingen geht es oft nach hinten los.

Wie viele Sportpferde werden jedes Jahr "ausgemustert" weil sie nicht mehr den gestellten Anforderungen der sportlich ambitionierten Menschen gerecht werden, um nur ein Beispiel für unseelige Vorgeschichten zu nennen. Sie werden dann meist von Menschen mit viel Liebe und Herz aufgenommen. Und nicht selten werden diese Tiere dann erst so richtig krank. Das liegt meiner Meinung nach nicht an den Menschen, die es so gut mit ihnen gemeint haben sondern einfach da dran, dass sie plötzlich das Gefühl haben: Hier hat einer Verständnis für mich und umsorgt mich, hier bin ich gut aufgehoben! Und dann lassen sie sich fallen, die aufgestauten Dinge kommen endlich zum Ausbruch. :sad:

Meist dauert es Jahre, bis sie sich dann wieder gefangen haben und zu einem neuen Leben erblühen. Wer will denn diesen Menschen in so einer Situation sagen, sie müssten etwas erzwingen? Wunden heilen auch nicht von heute auf morgen!

Alles braucht seine Zeit
Manfred

« Letzte Änderung: 21. Januar 2010, 15:35:23 von Mannimen »
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