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Stärkeres Abstellen im WWYLM

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Re:Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #15 am: 25. Oktober 2010, 15:38:57 »
Ich möchte noch mal drauf hinweisen, dass diese Haltung meines Erachtens nichts mit dem "Durchstellen" usw am Zügel zu tun hat. Das Pferd wird frei in die Haltung geformt und trägt sich darin. Und ja, es ist tatsächlich Absicht, dass die Haltung über längere Zeit eingehalten wird.
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Re:Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #16 am: 25. Oktober 2010, 15:46:35 »
@ Steffi; wie ist denn der Branderupsche Ansatz beim longieren?
(der interessiert mich sehr.. leider kann ich mir momentan kein Ritter leisten...  :grmpf:)
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Re:Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #17 am: 25. Oktober 2010, 20:26:07 »
Hallo Steffi,

oh, den Branderup jetzt in Kürze hier wieder zu geben, scheint mir kaum machbar. Ich kann bei Interesse einen Branderup thread aufmachen.
Heute abend aber eher nicht mehr.  Vielleicht habe ich morgen etwas mehr Zeit und Muße.

Grüße
Steffi
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strizi
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Re:Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #18 am: 25. Oktober 2010, 20:39:55 »
Ich möchte noch mal drauf hinweisen, dass diese Haltung meines Erachtens nichts mit dem "Durchstellen" usw am Zügel zu tun hat. Das Pferd wird frei in die Haltung geformt und trägt sich darin. Und ja, es ist tatsächlich Absicht, dass die Haltung über längere Zeit eingehalten wird.

nur, heike, was macht das biomechanisch für einen unterschied? ich red jetzt nicht von hin und her gezerre beim durchstellen, sondern von einem pferd, das gelernt hat, willig und weich den hilfen zu folgen. nichtmal bei soeinem pferd würd ich das machen. um die schultern zu lösen gibts bei weitem sinnvollere übungen (ohja - gerade am we wieder ins schwitzen gekommen)

ich bin hier sicher kein maßstab, weil ich mich mit der ak-reitweise überhaupt nicht auseinander gesetzt habe........... nur das ist nichtmal logisch (also, für mich jedenfalls nicht)

wollte hier auch keine grundsatzdiskussion vom zaun brechen. ich finds nur wirklich interessant, weil sich bei kurland anscheinend soviel aus anderen reitweisen (w-reiten und auch nh) wieder findet - in abgewandelter form - aber dennoch "geklaut"  :cheese: immer wenn ich was von ak-reiten oder anderen techniken lese und überdenke, dann kann ich das immer irgendwo zuordnen. ist auch irgendwie klar - das pferd und die reiterei braucht man ja nu wirklich nicht neu erfinden........

freu mich aber auf jeden fall über weiter beiträge und ne konstruktive diskussion - vielleicht steh ja bloß ich irgendwie am schlauch................
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Re:Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #19 am: 25. Oktober 2010, 20:44:38 »
nein, sie sagt ja selbst auch woher sie ihre Übungen hat (viel aus dem Westernbereich und aus der Baucher-bzw Oliveira-Richtung). Neu erfunden ist da die Reiterei sicher nicht.
dennoch ist es (für mich zumindest) eine andere Herangehensweise.

Ich gehe da derzeit vorurteilsfrei heran und beobachte, was es bewirkt. Und das Ergebnis gefällt mir in großen Teilen bisjetzt.

« Letzte Änderung: 03. November 2010, 08:15:17 von Muriel »
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Re: Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #20 am: 06. November 2019, 16:09:47 »
So, ich hoffe ich darf diesen alten Thread mal wieder hervor kramen.

Ich habe letzte Woche die WWYLM DVD angeschaut und viele Dinge daraus mitnehmen können. Super interessant auch wie sich die Optik des Pferdes allein schon im PreWWYLM ändert.

Allerdings ist mir auch nicht ganz klar wieso beim WWYLM sooo starke Abstellung drin ist? Es sieht schön balanciert aus, ja, aber ganz blöd gefragt: wieso / wie funktioniert das?

Mich hat schon beim Longenkurs dieses überbeweglich machen im Hals etwas gestört und hier schreibt ihr ja, dass das beides durchaus sehr ähnlich ist.

Ich verstehe aber auch nach Lesen dieses Threads nicht ganz wieso man nicht etwas weniger Abstellung clickt? Ich kann es mir ja quasi aussuchen welche Haltung ich clicke, wieso dann diese "übertriebene"? Wie hilft mir das die innere Schulter zu heben ohne dass das Pferd dann auf die äußere Schulter kippt?  ??? ??? Es scheint ja zu funktionieren, sonst sähe es ja im Video anders aus, aber WIESO tut es das?  :watch:




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Re: Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #21 am: 06. November 2019, 16:59:11 »
Wenn das Pferd beim Longenkurs überbeweglich im Hals wird, ist es verkehrt gemacht.  :nick: Auch da sollte die Stellung nur im Bereich vom Genick passieren. Wenn die Pferde das aber nicht (noch nicht) können, neigen sie dazu, vor der Schulter mit dem gesamten Hals abzuknicken und dann denkt man anfangs, das sei Stellung, was es nicht ist.

Beim WWYLM ist es etwas anders. Das ist ja kein definierter Seitengang. Weil das Pferd Stück für Stück lernt, sich mit dem Kopf vor der Mitte des Menschen zu organisieren, während der Rest "nebendran" auf der Kreislinie läuft, muss es quasi lernen, ohne die seitlichen Halsheber auszukommen und sich im Rumpf zu stabilisieren.
Würde der Mensch etwas weiter hinten gehen und an "treiben" denken, könnte das leicht passieren, wie Du schreibst, dass es nach außen kippt. Weil es aber mit dem Kopf zur Mitte orientiert bleibt und sich selbst organisiert in dem Gehen auf der Kreislinie, passiert im Idealfall genau das: Der Rumpf richtet sich auf und die innere Schulter ebenfalls.
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Re: Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #22 am: 07. November 2019, 08:57:55 »
Wenn das Pferd beim Longenkurs überbeweglich im Hals wird, ist es verkehrt gemacht.  :nick: Auch da sollte die Stellung nur im Bereich vom Genick passieren. Wenn die Pferde das aber nicht (noch nicht) können, neigen sie dazu, vor der Schulter mit dem gesamten Hals abzuknicken und dann denkt man anfangs, das sei Stellung, was es nicht ist.

Beim WWYLM ist es etwas anders. Das ist ja kein definierter Seitengang. Weil das Pferd Stück für Stück lernt, sich mit dem Kopf vor der Mitte des Menschen zu organisieren, während der Rest "nebendran" auf der Kreislinie läuft, muss es quasi lernen, ohne die seitlichen Halsheber auszukommen und sich im Rumpf zu stabilisieren.
Würde der Mensch etwas weiter hinten gehen und an "treiben" denken, könnte das leicht passieren, wie Du schreibst, dass es nach außen kippt. Weil es aber mit dem Kopf zur Mitte orientiert bleibt und sich selbst organisiert in dem Gehen auf der Kreislinie, passiert im Idealfall genau das: Der Rumpf richtet sich auf und die innere Schulter ebenfalls.

Vielen Dank für die Erklärung!  :cookiesbig:
Da muss ich jetzt aber erstmal drüber nachdenken, so ganz klar ist mir das nämlich noch nicht  :leitung:
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Re: Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #23 am: 07. November 2019, 10:23:24 »
Heike, vielen Dank für die Erklärung, finde ich sehr spannend!

Ich muss aber nochmal genauer nachfragen. Welche Muskeln meinst Du mit den seitlichen Halshebern? Den Splenius, Semispinalis, Longissimus? Oder irgendwelche anderen? Mit den Muskeln am Hals / Kopf tue ich mich noch megaschwer...  :roll:
Viele Grüße,
Esther
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Re: Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #24 am: 08. November 2019, 08:59:39 »
Heike, vielen Dank für die Erklärung, finde ich sehr spannend!

Ich muss aber nochmal genauer nachfragen. Welche Muskeln meinst Du mit den seitlichen Halshebern? Den Splenius, Semispinalis, Longissimus? Oder irgendwelche anderen? Mit den Muskeln am Hals / Kopf tue ich mich noch megaschwer...  :roll:

Mh, ich hätte jetzt ganz stumpf an den Kopf-Arm-Muskel gedacht, allerdings ist ne gute Frage, was genau gemeint ist  ???
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Re: Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #25 am: 08. November 2019, 09:14:15 »
Der Kopf-Arm-Muskel ist weniger ein Halsheber als vielmehr ein Vorführer der Gliedmaße und ein Seitwärtszieher des Halses.
Viele Grüße,
Esther
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Re: Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #26 am: 08. November 2019, 09:34:13 »
Der Kopf-Arm-Muskel ist weniger ein Halsheber als vielmehr ein Vorführer der Gliedmaße und ein Seitwärtszieher des Halses.

Mh, aber wenn mein Pferd gerade vor dem Körper den Kopf hebt, weil in der Ferne irgendwas ist, dann spannt der doch auch an. Oder spannt der dann nur an, weil quasi alle Muskeln auf Alarmbereitschaft gehen? (oder weil der bei meinem Pferdchen eh ausgeprägter ist, als er sein sollte  :ecke: )

Und wenn ich es "um mich rum biege", dann möchte ich ja, dass der los lässt und sich mit dehnt, wenn er den Hals seitwärts zieht, dann müsste er dann doch anspannen, oder?

Dies ist nur meine Überlegungen und Beobachten dazu, ich hab keinerlei tieferen Background dazu wie man merkt  :cheese:
Freue mich aber sehr mehr darüber zu lernen, also schon mal danke für diese nähere Erklärung  :keks:
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Re: Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #27 am: 08. November 2019, 10:01:22 »
Wie ich geschrieben habe, habe ich bei der Halsmuskulatur noch einen ziemlichen Knoten im Kopf :tuete:. Ich schaue aber mal, was ich mithilfe meiner schlauen Bücher hinkriege...

Der Kopf-Arm-Muskel zieht vom Hinterhauptbein zum seitlichen Oberarm. Damit liegt er komplett unterhalb der Halswirbelsäule (HWS) und ist allein dadurch nicht in der Lage, den Kopf nach oben zu ziehen (dafür bräuchte es einen Ansatz weiter oben, nicht so weit unten am Oberarm). Im Gegenteil, wenn das Pferd steht und der Muskel auf beiden Seiten kontrahiert, werden Kopf und Hals nach unten gezogen.
Was er aber eventuell kann, ist, die Nase anzuheben, wenn die HWS durch andere Muskeln in einer hohen Haltung fixiert ist. Er ist ja am Hinterhauptbein befestigt, wenn er dieses nach unten, in Richtung Oberarm, zieht, müsste die Nase angehoben werden. Ganz sicher bin ich mir da aber nicht.

Wenn der Pferdehals sich um Dich rum biegt, müsste u.a. dieser Muskel arbeiten, da gebe ich Dir recht. Auch da gibt es aber andere, die auch für eine Seitwärtsbiegung zuständig sind. Hier wird dann der Muskel auf der einen Seite entspannt und gedehnt und der auf der anderen Seite spannt sich an.

Soweit zu dem, wie ich es verstehe. Ich hoffe schwer, dass Heike hier noch einspringt und das alles richtig stellt.... :cheese:
Viele Grüße,
Esther
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Re: Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #28 am: 08. November 2019, 10:12:50 »
Tatsächlich kann man da nicht einen einzelnen Muskel benennen. Sie haben durch die unterschiedlichen Ansätze durchaus unterschiedliche Funktionen, aber arbeiten auch übergeordnet als Muskelgruppen gemeinsam.

Insbesondere der M. Splenius, M. Semispinalis Capitis,  M. Omotransversarius und der M. Brachiocephalicus spannen sich gerne gemeinsam an (und dann beidseitig!)  und fixieren und bewegen damit die Halssäule im Gesamten in der Parallen zur HWS. Dann ist keine Biegung möglich, aber der Hals ist dadurch so stabil wie es nur geht. Das braucht das Pferd, um z.B. einen Puma zu töten, der gerne auch 150 kg Gewicht hat oder mehr.

M. Splenius und M. Semispinalis Capitis sieht man bei gut gearbeiteten Dressurpferden . Sie treten dann als harmonische Wölbung in der Mitte des Halses vom Halsansatz bis zum Genick hervor. Dies sind die eigentlichen Halsheber.

Die Halsmuskeln sind total interessant, vor allem ihre vielen verschiedenen Ansätze. z.b die Scalenimuskeln sind sehr wichtig in der "echten" Aufrichtung, weil sie das Brustbein mit dem Hals zusammen anheben und in die "gute" Halsbeugung führen.

Der Omotransversarius z.b geht vom Schulterbuggelenk zum Genick. Er ist also bei einem gekippten Rumpf ständig überlastet/überdehnt einseitig. Beidseitig ausbalanciert kann er den Rumpf stabilisieren, aber da er nicht so arg groß ist, kann er ihn nicht halten.
Ist der Rumpf zwischen den Schultern nicht gerade (wie meistens), werden immer einseitig die Halsmuskeln überlastet.

Wird das Pferd also in diese übermäßige Halsabstellung gebracht - nicht durch "Ich biege dich dorthin", sondern durch "Schau mal, kannst du mit dem Kopf ein wenig hereindenken und trotzdem auf der Kreislinie weiter laufen" fängt das Pferd an, genau in dieser Richtung zu arbeiten. Es biegt den Hals seitlich, zunehmend, und lernt dadurch, sich auf der Kreislinie zu stabilisieren - und damit auch den Rumpf aufrecht zu halten zwischen den Schultern, weil es sich eben über die einseitig loslassenden seitlichen Halsmuskeln nicht mehr festhalten kann.
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Re: Stärkeres Abstellen im WWYLM
« Antwort #29 am: 08. November 2019, 10:14:20 »
Ah, das hat sich überschnitten :)

Eine ganz gute Übersicht über die Muskeln, ohne Buch, gibts hier:

http://tierphysiotherapie-bergheim.de/topo/index.htm
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