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Optimale Trainingsbedingungen schaffen (Problemfall)

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Re: Optimale Trainingsbedingungen schaffen (Problemfall)
« Antwort #30 am: 19. Dezember 2016, 00:03:13 »
:hug:

So ganz kurz vor der Pause (die ihr hoffentlich auch mit vielen schönen Dingen verbringt!) mag ich dich noch mal ganz fest virtuell drücken, so von "Problem"pferd-Besi zu "Problempferd"-Besi. Ich glaube, was gemeint war, ist, dass man, je mehr Aufgaben das Pferd halt mitbringt - ich übe seit nun fast 7 Jahren am Führen ohne Ausbrüche und wir sind, mal wieder, bei wenigen Metern - umso leichter lässt man sich davon abhalten coole Dinge zu machen, die Spaß machen.

Es gab Zeiten da habe ich auf dem Weg zum Stall nur daran gedacht, was ich alles dringend üben muss, damit die Krümeline gefahrlos im Stall gehändelt werden kann, damit der TA sie untersuchen kann etc. Und dann habe ich irgendwann die Notbremse gezogen, sie in einen Stall gestellt in dem sie eben nicht von jemandem geführt oder angefasst werden muss, wir haben nur eine Hufbearbeiterin des Vertrauens und ich versuche so viel zu lernen wie ich kann, für den ZA haben wir eben einen mit Blasrohr gefunden etc.

Dafür hatte sie riesigen Spaß am Anreiten (und ich auch) und ich musste mich regelrecht dazu zwingen uns das zu erlauben und eben nicht die 1000 wichtigen Dinge zu üben... Gut, das fällt gesundheitlich auch schon lange flach, aber mit dem Clickertraining kann man extrem viel erreichen! Sogar eine Hufrehe haben wir gemeinsam geschafft! Und ich war drei Monate im Krankenhaus und musste alles ohne Vorbereitung anderen überlassen.

Also, auch wenn es komisch klingt - versuch in den kleinen Einheiten das "Problempferd" zu vergessen, und deinen Clickersuperstar zu genießen!
LG Tine
Krümeline, Winzi & Mucki

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pepper_mill
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Re: Optimale Trainingsbedingungen schaffen (Problemfall)
« Antwort #31 am: 01. Januar 2017, 19:13:50 »
Huhu,

jetzt habe ich den Thread auch wieder gefunden. :)
Vorweg: Ich bedanke mich ganz arg für eure Tipps und Ratschläge.

Da die Situation mit dem Platz nicht zu ändern ist, habe ich das Training nur noch auf die Box und den Hof (vor der Miste, um die Miste und in Richtung Siedlung) verlagert. Da wir sowieso sehr viel Basisübungen machen müssen bzw. bei -10 angefangen haben, war der Platz nun auch nicht zwingend nötig. Ich habe mich da wohl etwas zu sehr reingesteigert *zugeb*. Ruhiges Stehen + Putzen, Deckeanziehen, Körpertargets, Matte, Medical Training etc. kann man ja prinzipiell überall üben. Daher mache ich einfach das Beste daraus und gucke, was geht und was nicht. So sind wir in letzter Zeit sehr gut gefahren und haben uns wieder gefangen. Ich glaube, wir sind jetzt auf einem ganz guten Weg.

Heute haben wir uns spontan an die Plane getraut. Dazu muss ich sagen, dass das Pferd sehr bodenscheu ist und ihr solche Dinge normalerweise schwer fallen, deshalb bin ich wirklich ganz besonders stolz auf sie! Ich glaube aber auch, dass sie durch das Mattentraining die letzten Wochen etwas generalisiert hat - sprich, sie sah die Plane wohl eher als Bodentarget/"Matte" und stiefelte direkt darauf, weil sie wusste, es gibt einen dicken Jackpot dafür. War jetzt scheinbar gar nicht mehr so als "Gruseldingens" in ihrem Kopf verankert (obwohl sie dann doch mal kurz reinbeißen und schnorcheln musste ;) ). Runtergehen ist dann natürlich fast immer schwieriger als rauf (wird daher auch immer kräftig belohnt).
 :cheese:

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Fazit: Wir hangeln uns irgendwie durch. Irgendwas kann man immer üben und der Spaß steht momentan im Vordergrund (bringt ja nichts sich dauernd zu verkopfen, weil man eine laaaange Liste mit Problemen hat, die man alle - am liebsten auf einmal - "lösen" möchte...). Schritt für Schritt.
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Re: Optimale Trainingsbedingungen schaffen (Problemfall)
« Antwort #32 am: 01. Januar 2017, 19:18:41 »
Ja genau :five: Und manche "Probleme" lösen sich dann von ganz alleine  :cheer:
LG Tine
Krümeline, Winzi & Mucki

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Re: Optimale Trainingsbedingungen schaffen (Problemfall)
« Antwort #33 am: 01. Januar 2017, 20:57:39 »
Dem kann ich mich nur anschließen.
Durch diese Grundlagen-Übungen stärkt sich die Bindung so sehr, dass sich vieles von selbst erledigt.
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pepper_mill
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Re: Optimale Trainingsbedingungen schaffen (Problemfall)
« Antwort #34 am: 01. Januar 2017, 23:21:53 »
 :hug:
Genau so ist es. Wir haben jetzt schon sooooo viele Fortschritte gemacht, die zwar nicht unbedingt messbar sind im Sinne von "hat Lektion/Übung XY "gelernt"", die aber für mich trotzdem sehr viel bedeuten. Am deutlichsten zeigt sich der positive Effekt unserer Trainingsumstellung in unserer Beziehung. Das Fuchserl war immer schon ein personenbezogenes Pferd, allerdings mit einer gewissen...Distanz....dabei. Ich hatte ständig den Eindruck im Umgang mit ihr, dass da zwei Herzen in ihrer Brust schlugen....einerseits "Neugier, Offenheit, Abenteuerlust (zeig mir was von der Welt)", andererseits "Misstrauen, Skepsis...die Sorge, der Mensch am anderen Seilende könnte ihr im letzten Moment doch noch an die Kehle wollen". Damit stand sie sich immer schon selbst im Weg (unterstellt wurde ihr schon viel: "Will nicht", "ist prinzipiell dagegen", "ist halt ne Diva", "Leistungsverweigerer"). Diese "Skepsis" zeigte sich darin, dass sie Berührungen nicht akzeptieren wollte (Meideverhalten), sie bei zu geringer Distanz zum Menschen unruhig/hibbelig wurde und bei gewissen Bewegungen sofort zurück schreckte (als wäre sie regelmäßig von mir verprügelt worden...was definitiv nie der Fall war!). Und trotz aller Bemühungen war diese "Grundskepsis" nie völlig aus ihr herauszubekommen (es besserte sich stückweise über die Jahre (im Fohlenalter deutlich schlimmer als dreijährig), verflog aber nie vollkommen), was letztlich sehr oft darin endete, dass sie an irgendeinem Punkt "Nein" sagte und blockte (weil Mensch = Feind/Angreifer).

Diese "Mauer" bröckelt jetzt allmählich immer mehr und wir rücken dichter zusammen. Ich glaube, es liegt vor allem daran, dass wir a) endlich eine Form der Kommunikation gefunden haben, die für sie absolut verständlich ist und b) dass ich insgesamt berechenbarer für sie geworden bin. Auch die Komponente Stress spielt im Training keine Rolle mehr...zumindest, wenn es optimal verläuft (sowohl bei der Arbeit nach Parelli als auch beim Reiten/im Beritt zeigte sie deutliche Stresszeichen (Kopfschütteln, mit dem Hinterbein aufstampfen, Schweifpinseln, Schwitzen etc....das ist jetzt alles wie weg geblasen). Früher waren wir bestenfalls bei "oookay, ich ertrage es/schlucke es" angelangt und heute macht sie Dinge absolut freiwillig und ist mit sehr viel "Spaß" und Motivation dabei. Ich wusste immer schon, dass sie prinzipiell "mitarbeiten will", aber ihr diese Angst/Sorge/Skepsis im Weg stand. Mir ist klar, dass es noch ein weiter Weg sein wird bis das Vertrauensgerüst so stabil ist, dass es uns auch bei Wind und Sturm zuverlässig "trägt", aber die Umstellung aufs Clickern hat mir die Erkenntnis gebracht, dass dies definitiv mit diesem Pferd möglich sein wird. Und schon allein diese Gewissheit, dass es tatsächlich funktionieren kann (auch mit diesem "Problemfall"), beruhigt mich.

Sehr geholfen hat der Stute wohl auch allein das Bewusstsein, dass sie theoretisch jeder Zeit gehen kann, wenn es ihr zu "heiß" wird (das meiste mache ich mit ihr frei in der Box ohne Strick und ohne Halfter). Wir sind deutlich enger zusammengerückt, seit dies so zwanglos abläuft und für mich auch der "Dominanz-Gedanke" weg fällt. Sprich, ich nehme vermeintliches Fehlverhalten jetzt nicht mehr "persönlich" im Sinne von "das Tier will mir gerade meinen Rang streitig machen/es respektiert mich nicht". Dies erzeugte bei mir wiederum Stress und endete in noch mehr "Druck", mit dem ich die Distanz zwischen ihr und mir (ungewollt) letztlich noch weiter wachsen ließ. Dies wird mir erst jetzt immer bewusster.

Es ist interessant zu spüren, dass ich quasi erst mal "loslassen" musste (Freiraum geben), um diese Stute näher an mich "binden zu können". Egal, wie weit wir am Ende kommen werden bzw. wie viele "messbare Erfolge" wir im Verlauf erzielen können - mir hat die Zeit mit ihr und dem Clicker ;) jetzt schon extrem viel gebracht. Ich habe sehr viel gelernt und erfahren (auch über mich selbst) und so kann ich jetzt schon sagen: Die Entscheidung für diesen Weg (Clickertraining) hat sich für mich bereits jetzt schon absolut gelohnt.
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Re: Optimale Trainingsbedingungen schaffen (Problemfall)
« Antwort #35 am: 01. Januar 2017, 23:28:28 »
Das hast du super schön zusammengefasst :herzbrille: Ihr braucht unbedingt ein Tagebuch, ich mag noch viel mehr von ihr lesen. Wie heißt deine Stute (oder wie nennst du sie?) - ich finde die Pferde werden hier mit ihren Namen erst so richtige greifbare Persönlichkeiten  :) Auch wenn einige tatsächlich Alias-Namen haben, was auch vollkommen ok und dennoch total passend ist.
LG Tine
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Re: Optimale Trainingsbedingungen schaffen (Problemfall)
« Antwort #36 am: 02. Januar 2017, 22:24:31 »
Ja, ich will Euer Tagebuch auch lesen!!!
Der Himmel wird erst schön durch ein paar Wolken.
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Re: Optimale Trainingsbedingungen schaffen (Problemfall)
« Antwort #37 am: 04. Januar 2017, 12:14:27 »
Ach das freut mich richtig, das zu lesen  :dops:

Und das Stütchen ist ja auch noch ein richtig hübsches  :cheese: in ein Tagebuch von euch würde ich als stiller Mitleser auch gerne reingucken  :)
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Re: Optimale Trainingsbedingungen schaffen (Problemfall)
« Antwort #38 am: 10. Februar 2017, 23:50:25 »
Sehr, sehr schön wie ihr euch zusammengerauft habt  :keks: Ich glaub, ihr werdet noch sehr viel erreichen und ich freue mich auch sehr für deine Stute, dass sie jetzt offensichtlich einen Menschen gefunden hat, der endlich auf eine auf eine Art und Weise mit ihr kommuniziert, die ihr zusagt. Über weitere Berichte würde ich mich auch freuen!
"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst." - Mahatma Ghandi
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