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Hufe geben

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Re: Hufe geben
« Antwort #45 am: 07. Juni 2019, 10:51:11 »

nein, der Hufkratzer wird zum Marker, der das Start-Signal markiert.

Also Start Signal = Dich anschauen, Hufkratzer -> Futter ohne Click, der Hufkratzer ist der Marker.

Dann = Dich anschauen, Hufkratzer, Gewichtsverlagerung (ggfs. separat üben, dann einbauen) -> Click

Du kannst später anstelle des Hufkratzers auch clicken oder einen weiteren Marker einführen. Wichtig ist, dass das Start Signal und was darauf folgt, gleich bleibt.

Oh, da hatte ich wohl einen Knoten im Kopf. Und das, obwohl wir Handtartet ja auch ohne Click konditioniert haben :tuete:

Aber ab der Gewichtsverlagerung clicke ich, damit das gewünschte Verhalten genauer markieren kann, oder? Und der Hufkratzer gilt als Versprechen, dass ich bald belohnen werde?
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Re: Hufe geben
« Antwort #46 am: 07. Juni 2019, 10:53:58 »
Zitat
wie krieg ich sinnvoll und ohne gezappel die Leckerli nach dem Click zum Maul, wenn ich an den Hinterbeinen bin?
Huf absetzen, nach vorne gehen, füttern, wieder zum Hinterhuf. So hat das Pferd auch immer eine Pause zum erholen und neu sortieren.
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Re: Hufe geben
« Antwort #47 am: 07. Juni 2019, 10:59:06 »
Pferd frisst Heu - Start Button für Huf hoch. Solange es frisst, kann Huf oben bleiben. Zum Huf absetzen berührt es ein Target, das ein Helfer in Kopfhöhe bereit hält.

Etwas ähnliches verwenden wir beim Putzen:

Wir putzen derzeit mit einem Kooperationssignal, dem Heusack - sobald das Pferdekind den Kopf hebt und nicht mehr frisst, halten wir inne, sobald sie einen Schritt weggeht gehen wir auch einen Schritt weg und warten, bis sie wieder zum Heusack kommt. So gesehen ist das Weggehen unser Stopsignal.

Nur an dem Menschen, der daneben ein Target hochhält, müssen wir noch arbeiten...
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Re: Hufe geben
« Antwort #48 am: 07. Juni 2019, 12:13:34 »

Aber ab der Gewichtsverlagerung clicke ich, damit das gewünschte Verhalten genauer markieren kann, oder? Und der Hufkratzer gilt als Versprechen, dass ich bald belohnen werde?

jaein. Du kannst später auch einen anderen Marker einführen oder alles mit Click machen.

Dieses "zeigen, was kommt" nach dem Start Button hat den Vorteil, dass sich das Tier drauf einstellen kann, zu was es "ja" sagt. Das anfängliche paaren hat auch noch den Zweck der Desensibilisierung, wenn man z.B. mit neuen Objekten arbeitet - das wäre dann z.B. ein Sattel oder Fliegenmaske, etc.

Ich hänge hier mal was von Peggy Hogan an, zwecks Ideen.

https://www.youtube.com/watch?v=6iCM2JSeChM

Ich habe bei Laudine vor ein paar Tagen einen Start Button für Augentropfen angefangen - ist wieder diese Jahreszeit.

Habe zuerst Hand am Halfter am Backenriemen mit Futter gepaart. Kopf zur Hand bringen wurde der Start Button - das ist ein simples Target gewesen.

Dann ging die andere Hand in Richtung Auge, da wollte ich bitte still halten. Ihr Stop Button wurde "Auge in Richtung Hand drehen". Wenn sie das machte, habe ich inne gehalten und erst weiter gemacht, wenn sie wieder ruhig geradeaus geschaut hat.

Der Hufkratzer wäre also im späteren Kontext von Hufpflege die Ankündigung von Hufe auskratzen. Die Hufraspel z.B. dann für arbeiten am Huf, eine Handbewegung oder ein Zeigen, welches Bein dran kommt, der Hufbock, usw.

Wir denken bei Start Buttons oft in dem Rahmen, dass es sich um EIN Verhalten handelt und dann läuft der Rest ohne Feedback. Schlussendlich kann man aber den gesamten Prozess mit zweiten, dritten, vierten Start und Stop Buttons "spicken", was dann die Hufpflege zur Konversation macht, bei der das Pferd kontinuierlich "ja" oder eben auch "nein" zum nächsten Schritt sagen kann.

Das Fressen und aufhören zu fressen könntest Du doch gut auch in die Hufpflege mit übernehmen, das kennt sie ja schon.
Sabine
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4 Highlandponies, 5 Zughunde und 10 Packziegen auf Tour

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Re: Hufe geben
« Antwort #49 am: 09. Juni 2019, 12:12:12 »
Hast du mal ein Bild von der Seite?

Heike, ich habe mich bemüht  :foto: Hier einmal ganz frische Fotos von heute:

Das Pferdekind von rechts und natürlich auch von links.





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Re: Hufe geben
« Antwort #50 am: 09. Juni 2019, 13:10:27 »
Danke für die Bilder  :D :keks:  Besonders auf dem, wo sie nach links schaut, sieht man deutlich, wie vorhandlastig und auch rückständig sie da steht. Dh. sie hat in der Vorhand ihre Hauptstütze, und tut sich deshalb mit dem Bein heben sehr schwer.
Erschwert wird das noch durch den hängenden Rücken.

Bist du auch beim Seminar dabei? Sonst kann ich Magdalena auf jeden Fall schon einiges zeigen, was helfen dürfte.
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Re: Hufe geben
« Antwort #51 am: 09. Juni 2019, 13:31:22 »
Ich bin auch beim Seminar Anfang Juli dabei  :nick:  Sollen wir noch bis dahin warten oder gibt es etwas, was wir jetzt schon tun können? Rücken hochkratzen machen wir täglich, sonst bisher nichts besonders "gymnastizierendes".
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Re: Hufe geben
« Antwort #52 am: 09. Juni 2019, 20:04:35 »
Sabine, ich habe mich heute mit Magdalena darüber unterhalten und manches war uns nicht ganz klar. Kann ein mögliches Endverhalten mit Start und Stop dann zum Beispiel so aussehen:


Ich komme

Pferd sagt "start" (z.B. über Targetberührung)

Ich zeige den Hufkratzer (= was wir tun)

Pferd verlagert Gewicht, hebt den Huf, lässt sich auskratzen

Pferd sagt "stop"

Ich setze das Bein ab

Ich belohne?


Ist es für das Pferd nicht komisch, zu etwas start zu sagen, obwohl es nicht weiß, wozu? Oder ist es durch die Umgebung (dort, beim Putzen, heißt start immer Hufe geben) und das jederzeit mögliche Stop für das Pferd kein Problem?

Ich fürchte, ich mache mir zu viele Gedanken  :confused:  Aber ich möchte das Pferdekind nicht durch konfuses Training mit unklaren Kriterien verwirren  :shy:
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Re: Hufe geben
« Antwort #53 am: 09. Juni 2019, 20:49:47 »
Man fängt ja nicht gleich mit dem Ziel an :cheer:

Wenn man z.B. mal eine kleine Einheit nimmt wie "Hufkratzer berühren führt zu Runterbeugen" dann lernt das Pferd über die Wiederholung, dass auf jedes Hufkratzer zeigen das Herunterbeugen folgt. Genau so wie es lernt, dass auf den Click Futter folgt. Berührt das Pferd den Hufkratzer nicht = kein Runterbeugen. Das ist schon ein sehr simples Start/Stop-System.

Im nächsten Schritt könnte man zb immer so lange runtergebeugt bleiben, bis das Pferd ein - von Person 2 - präsentiertes Target berührt. Pferd lernt "ich kann machen dass der Mensch runter geht und dass er wieder hoch kommt".

Dazu gäbe es im Schritt 1) Hufkratzertarget, Runterbeugen, Click, Aufrichten, Füttern

Und im Schritt 2) Hufkratzertarget, Runterbeugen, Stop-Target, Click, Aufrichten, Füttern

Schritt 3) Hufkratzertarget, Runterbeugen, Stop-Target, Aufrichten, Click, Füttern

Und dann kann man das Runterbeugen um Anfassen, Huf nehmen, Auskratzen..... erweitern nach und nach.

Das ist nur einer von vielen möglichen Wegen, ich hoffe das ergibt einigermaßen Sinn.
LG Tine
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Re: Hufe geben
« Antwort #54 am: 09. Juni 2019, 20:54:23 »
Hier im Thread habe ich Videobeispiele für beides, Training hauptsächlich mit Startsignal (Einsprühen) und welches, wo es zuerst das Stop gibt (Schermaschine).

https://www.clickerforum.info/index.php?topic=2430.msg367088#msg367088
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Re: Hufe geben
« Antwort #55 am: 09. Juni 2019, 21:05:18 »
Danke für deinen Input, Tine  :keks:

Man fängt ja nicht gleich mit dem Ziel an :cheer:

Das ist mir klar. Aber wenn ich nicht weiß, worauf ich hinaus möchte, fällt es mir schwer, einen (ersten) Trainingsplan zu entwickeln.  :tuete:

Dass dieser Plan im Laufe des Trainings noch oft angepasst werden muss, das bringt Training meist so mit sich. Aber ein erstes "das wäre ein tolles Ergebnis" hilft mir, herauszufinden, in welche Teile ich den Lernprozess zerlegen kann.


Danke für die Zwischenschritte, die du erläuterst. Die Videos zu Start und Stop mit der Krümeline habe ich schon gesehen. Sehr :cool: , wie ihr das macht
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Re: Hufe geben
« Antwort #56 am: 09. Juni 2019, 21:30:00 »
Ja klar, ohne Ziel vor Augen ist es wenig hilfreich :nick:

Ich denke, wenn das Tier bisher noch nie mit Start-Stop gearbeitet hat, dann sollte man sich den kleinstmöglichen funktionierenden Loop überlegen und dann kann man Schritt für Schritt an allen Seiten das Verhalten ausformen.

Um bei deiner Liste zu bleiben:

1) im Teil mit Pferd verlagert Gewicht, hebt Huf etc. ist noch Platz für einige Kommunikation, den würde ich noch deutlicher ausformulieren

2) muss das Pferd immer Stop sagen? Wie kann es das Kriterium noch erreichen um Click und Keks zu bekommen?
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Re: Hufe geben
« Antwort #57 am: 09. Juni 2019, 21:49:09 »
Das heißt, ganz grob ist meine Ziel-Verhaltenskette logisch aufgebaut und Start/Stop richtig verwendet? Das hilft mir schon sehr weiter.  :dops:

Danke für deine Anregungen, das ist wirklich super. Natürlich muss das Pferd nicht immer stop sagen. Mein Zeil wäre ja, dass das Pferd das kann, es aber selten verwenden muss, weil ich schon vorher clicke.

Mal sehen, was das Pferdekind dazu sagt. Normalerweise hat sie zu den Dingen ihre eigene Meinung  :watch:  :kicher:
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Re: Hufe geben
« Antwort #58 am: 09. Juni 2019, 21:55:29 »
Genau. Also ein doppeltes Start würde ich mir wohl sparen, oder erst später an den Anfang setzen, wenn der Rest der Prozedur bekannt ist. Und das Stop darf gerne optional sein (und dann natürlich auch verstärkt), theoretisch braucht man das meistens bei kleinschrittigem Aufbau und langsam gesteigerter Dauer eher selten. Bzw kann man da dann auch variieren später zwischen nur kurz mit angehobenem Bein pausieren vs Absetzen vs komplett mit Start-Signal wieder von vorne beginnen...
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Re: Hufe geben
« Antwort #59 am: 10. Juni 2019, 15:23:50 »
Ich bin auch beim Seminar Anfang Juli dabei  :nick:  Sollen wir noch bis dahin warten oder gibt es etwas, was wir jetzt schon tun können? Rücken hochkratzen machen wir täglich, sonst bisher nichts besonders "gymnastizierendes".

Dann würde ich sagen, wir warten bis zum Seminar, dann können wir das gründlich besprechen und auch mit Jack üben.
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