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Wie viel Reiten muss sein?

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EscyKane
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Wie viel Reiten muss sein?
« am: 17. Februar 2010, 15:07:27 »
Ich hoffe, ihr haltet mich nicht bekloppt, wenn ihr den Titel lest. Meine "Freunde" aus dem Stall tun es.

Ich frage, weil ich mich gerade wieder mit einer Freundin in den Haaren hatte, sie ist Tierärztin, Chiropraktikerin und Osteopathin für Pferde und hat auch immer ein Auge auf mich gehabt beim Reiten, ich habe viele Reitstunden bei ihr genommen, da sie sehr auf eine aktive Hinterhand und einen aufgewölbten Rücken achtet. Eigentlich müsste man sagen, sie hat da schon so ne Art Zwang, denn alles andere blendet sie dafür aus.

Jedenfalls hält sie auch viel von Tierkommunikation, also erzählte ich ihr, dass ich das nun auch versuchen wollte. Direkt kam von ihr der Wink mit dem Zaunpfahl "Oh, dann kann die Frau den Freixe ja auch mal fragen, ob er so zufrieden damit ist, wie viel er geritten wird!" ich hab die Anspielung erkannt und fragte "Wieso, hoffst du dass er das antworten wird, was du gerne hättest?" Denn schon seit Monaten nervt sie mich damit, dass ich mehr reiten soll.
Es endete wieder einmal in einer sehr müßigen Diskussion übers Reiten, und ich war nachher so aufgebracht dass ich am liebsten sofort meine Box gekündigt und Freixe in einen Offenstall gestopft hätte.

Es stimmt schon, auch bevor Freixe sich den Sehnenschaden zugezogen hat, bin ich sehr wenig geritten. Warum? Weil es mir keinen Spaß gemacht hat. Nicht, weil es so furchtbar gewesen ist, sondern vielmehr weil es sehr wechselhaft war. An manchen Tagen lief er super, und es war toll und hat Spaß gemacht, aber das ist bei uns leider sehr wechselhaft und schon am nächsten Tag konnte er knallefest und widerlich zu reiten sein, und vor solchen Tagen hatte ich schlichtweg Angst. Ich hatte keine Lust mehr, "das auszukämpfen", wie meine Reitlehrerin dazu sagt. Nicht schon wieder 30min durch die Halle heizen, über Tempo und mit ziemlich unschönem Schenkeldonnern und vielen Gertenticks, sodass das Pferd am Ende zwar gut über den Rücken und mit aktiver Hinterhand läuft, dafür aber am Hals nass geschwitzt ist und die 30min lang permanent mit dem Schweif geschlagen hat.
Was soll ich mich aufs Pferd setzen und reiten, wenn das Pferd keinen Spaß daran hat? Ich habe ihn dann jedenfalls auch nicht.

So kam es dass ich schon seit Wochen viel longiert und Bodenarbeit gemacht habe, die Reittage meiner RB überließ oder mit meiner Reitlehrerin Pferdetausch machte, ich ritt ihren kranken Wallach Schritt und sie arbeitete dafür mit Freixe.

Schon da musste ich mir ständig Kommentare anhören, die einen Vorwurf zwischen den Zeilen mit sich trugen, zB wenn sie in den Stall kam "Bist du schon geritten oder willst du noch?", damit ich gezwungen war, ihr zu beichten, dass ich heute nur longieren wollte.
Genauso sieht sie Ausreiten nicht als Reiten an. Sie meint, mein Pferd sei danach immer fester als nach der Hallenarbeit. Auch nach Stehtagen (= Bodenarbeit, Longieren) sei er wieder bombenfest. Natürlich ist er nicht so geschmeidig wie nach einem Tag intensiver Dressurarbeit! Aber bombenfest ist was anderes! Es dauert halt etwas länger, bis ich ihn so am Außenzügel und Innenbein habe, dass er ohne Innenzügel in Innenstellung bleibt, aber dann läuft er so wie immer.
Ich muss dazu sagen, sie ist echt neurotisch was Blockaden und dergleichen angeht, wenn Freixe (oder auch ihr Pferd) einen Tag lang etwas Probleme hat, sich im Hals nach links zu stellen, dann renkt sie sofort dran herum. Ihren Wallach behandelt sie etwa einmal in der Woche osteopathisch oder chiropraktisch, holt noch dazu mindestens zweimal jährlich jemanden von außerhalb. Letztens hat sie die Halswirbel spritzen lassen, da sie der Meinung ist, dass da eine Arthrose in den Halswirbeln steckt, die die Biegung erschweren.
Ich sehe das anders, lange Zeit habe ich den Mist mitgemacht und mich bei Osteopathie-Terminen angeschlossen oder sie mein Pferd einrenken lassen. Jetzt versuche ich die Steifheiten erst einmal durch Reiten zu lösen, und meistens klappt das auch. Für meine Reitlehrerin ist es aber völlig abnormal, dass ein Pferd am nächsten Tag nicht so locker und durchlässig aus der Box kommt, wie sie es einen Tag zuvor nach dem Reiten in die Box gestellt hat. Ihr Maß ist immer der beste Zustand, den sie je erreichen konnte, und wenn das Pferd dann mal nicht dieses Maß erreicht oder darüber hinaus kommt, muss das für sie sofort eine Blockade oder ähnliches als Ursache haben.

Als Freixe vor Weihnachten das dicke Bein hatte und ich schon einen Fesselträger- oder Sehnenschaden befürchtete, führte ich ihn bis zum Kliniktermin nur noch Schritt. Sie redete ständig auf mich ein "Du kannst doch auch reiten! Du weißt doch noch garnicht ob es ein Fesselträgerschaden ist!" Na toll, ich halte mir die Augen zu und sage "Problems? I don't see any problems!", ich antwortete ihr, nur weil ich noch nicht die eindeutige Diagnose habe, kann ich die Sehne aber trotzdem durch Weiterreiten schädigen! Sie erwiderte "Dann reit halt nur Schritt, und arbeite ein wenig Travers und Schulterherein." Na toll. Was soll man denn gaaaaaanz lange nach einem Sehnenschaden nicht reiten? Genau, Seitengänge. Der Tierarzt hat dann übrigens den Sehnenschaden bestätigt und mir geraten, MAXIMAL 10min Schritt zu führen. Ich habe schon eigenmächtig auf 30min gesteigert, und sie will mir nach wie vor einreden dass ich auch Schritt reiten kann.
Ich muss vielleicht dazu sagen, ihren Wallach hat sie mit Sehnenschaden am Vorderbein und auch mit Hufbeinbruch im Vorderbein noch Anpiaffiert, mit der Begründung, in der Piaffe ginge das Pferd vorne ja nur Schritt.  :roll:

Tja und gestern bei der Auseinandersetzung hielt sie mir mal wieder vor, ich würde zu wenig reiten. Ich erwiderte, dass ich nicht das Gefühl habe, dass mein Pferd Spaß daran hat, und ich daher überlege das Reiten nochmal komplett neu aufzubauen, evtl gebisslos und ohne Druck. Sie erwiderte, sie hätte durchaus den Eindruck dass er Spaß daran hätte, er würde ja so oft das Travers anbieten. Ich hab ihr dann erklärt dass permanentes Schweifschlagen, Lippen lecken und Schweiß am Hals nicht gerade Zeichen von Wohlbefinden sind und dass ich gerade bei den mehr versammelten Übungen keineswegs das Gefühl habe, dass er Spaß daran hat, vielmehr ist das Travers ein Ausweichmanöver um keine Last mit der Hinterhand aufnehmen zu müssen. Sie sagte, der Stress den Freixe hätte wäre ja immer nur am Anfang, und das müsste man halt mal auskämpfen, und danach würde er doch schön laufen (ich würde sagen: sich seinem Schicksal ergeben und einfach keinen Widerstand mehr leisten). Das Schweifschlagen sei ihrer Meinung nur ein Zeichen für Verspannungen im Rücken und die würde ich nur durch regelmäßiges dressurmäßiges Reiten lösen können. Auf mein Argument, dass demnach ihr Pferd dauerverspannt sein müsste, da es immer und ewig mit dem Schweif schlägt, konterte sie damit, dass ihr Pferd eine Rückenmarksverletzung (Ataxie) habe und man daher nicht danach gehen könnte.

Es ging noch ein wenig so weiter, ping-pong warfen wir uns die Argumente zu, aber sie ist davon überzeugt immer Recht zu haben also brach ich irgendwann ab.

Das Problem ist, dass sie Freixe so lange kennt, wie ich und auf immer sehr in seine Ausbildung involviert war. Sie ist ihn sehr oft geritten und kennt ihn gut, und daher mischt sie sich auch gern mal ungefragt in Dinge ein, die sie eigentlich nichts angehen.
Ihr einziger Maßstab, ob ein Pferd gut läuft, ist die Hinterhandaktivität, alles andere blendet sie aus. Drum findet sie auch Moorlands Totilas' stressiges Gestrampel toll, weil die Hinterröhren sind ja parallel zum Unterarm... dafür findet sie wenigstens die ganzen Vorhand-Piaffen und Vornehui-Hintenpfui-Trabverstärkungen so furchtbar wie ich.
Mein Maßstab ist in erster Linie: Reiter und Pferd haben Spaß an der Arbeit. Natürlich möchte ich auch eine aktive Hinterhand haben, aber nicht um jeden Preis.

Wenn das Pferd auf einmal auf der Koppel nicht mehr zu einem kommt und beim Reiten Richtung Hallentür strebt, sind das für mich Zeichen, dass es keinen Spaß am Reiten hat.

Das heißt nicht, dass ich nicht mehr reiten will. Ich will einfach neu anfangen, ohne Stress. Ich würde gerne wanderreiten und dergleichen. Wenn Freixe irgendwann wieder Spaß dran hat, dann auch gerne Dressur.


Oookay, das hätte auch durchaus einfach ein Tagebucheintrag werden können, und ich weiß auch nicht was ich jetzt von euch hören will. Wahrscheinlich wollte ich mir nur mal den Frust von der Seele schreiben. Sorry.  :sad:
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #1 am: 17. Februar 2010, 15:17:12 »
ganz im Ernst würde ich mir eine andere Reitlehrerin suchen. Eine die auf dich und das Pferd eingeht. Ich finde eine aktive HH sehr sehr wichtig, aber ganz im Ernst die HH wirklich so aktiv, wenn man das Pferd so unter Stress setzt. Das schwitzen am Hals deutet auch nicht so arg drauf hin. eine aktive HH erkenn ich nach dem reiten ganz gut, wenn die HH geschwitzt hat, nicht der Hals  :)

Reiten sollte Spaß machen, auch dem Pferd. tut es das nicht mehr, würd ich neu ansetzen.

Wenn du wanderreiten willst, musst du deutlich mehr reiten - m. M. nach - weil Freixe dann ja viel Kondition braucht.

Wie oft in der Woche wird er denn geritten?
"Du musst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst" Mahatma Gandi
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Faboula
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #2 am: 17. Februar 2010, 15:37:56 »
Fühlst ihr - Du und dein Pferd- euch denn generell in dem Stall wohl? Oder wäre auch so der Wechsel in einen Offenstall für Dich ein Thema? Steht ihr denn in einem "Turnierstall"?
Es wird immer Leute geben für die man zu viel oder zu wenig reitet, zu viel longiert und und und das solltest Du dir nicht so zu Herzen nehmen  :keks:
Ich bin meine frühere Stute sehr viel geritten - einfach weil ich die Zeit hatte und es Spaß gemacht hat.. Und ich finde reiten sollte auf jedenfall Spaß machen. Wenn dein Pferd und du zu Zeit die Halle doof findet - warum nicht einfach mal eine Weile nur ins Gelände gehen?
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Anke
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #3 am: 17. Februar 2010, 15:46:41 »
Hi,

ob mehr oder weniger Reiten nun besser oder schlechter wäre bzw. welche Folgen es haben könnte, überblicke ich mangels Wissen nicht wirklich im vollen Umfang. Was ich aber sicher weiss: Wenn Du so wie es derzeit läuft keinen Spass dran hast und Freixe Deiner Meinung nach auch nicht, dann ist das vermutlich nix und wird auch nix, weder für Dich noch für ihn. Und irgendwas auskämpfen vor jeder Trainingseinheit würde ich auch nicht wollen.

Und ich halte es auch nicht für normal, wenn ein Lebewesen, wie das Pferd dieser Frau, nach sportlicher Betätigung regelmässig in Behandlung muss. Dann scheint diese Form der Bewegung für dieses Individuum nicht passend. Meine Meinung.

ciao
Anke
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EscyKane
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #4 am: 17. Februar 2010, 16:03:52 »
Danke euch dreien! Es tut echt gut mal ein wenig Rückhalt zu bekommen und nicht immer nur die täglichen Anspielungen zu kassieren  :-\

Zitat
Wenn du wanderreiten willst, musst du deutlich mehr reiten - m. M. nach - weil Freixe dann ja viel Kondition braucht.
Das ist wahr! Allerdings muss es dann nicht Travers und Schulterherein in der Halle sein!

Momentan reite ich ja gar nicht wegen des Sehnenschadens und da das Bein jetzt 2 Wochen vorm Kontrolltermin wieder warm und dick ist, bezweifle ich das ok fürs Antrainieren zu bekommen. Wenn wir wieder dürfen, hatte ich geplant die Belastung erstmal durch laaaaange Schrittausritte zu steigern und dann gemächlich Trab und Galopp hinzu zu nehmen.
In der Halle wollte ich erstmal nur entspannte Dehnungs- und Arbeitshaltung abfragen, nicht mehr.

Vor der Verletzung ist er zweimal die Woche von der RB geritten worden und dann noch 1-2 Mal von mir, an den restlichen Tagen Laufband oder Longieren, plus Clickern. Das lag vor allem daran, dass ich nicht ins Gelände konnte wegen Barhufumstellung, und in der Halle war ja gerade dieser GAU und ich hatte keine Lust auf den Stress. Im Sommer entspannt sich das immer deutlich, letzten Sommer wäre er fit für einen Wanderritt gewesen dank lockerer Arbeit auf dem großen Dressurplatz und langen Ausritten.

Zitat
ganz im Ernst würde ich mir eine andere Reitlehrerin suchen. Eine die auf dich und das Pferd eingeht. Ich finde eine aktive HH sehr sehr wichtig, aber ganz im Ernst die HH wirklich so aktiv, wenn man das Pferd so unter Stress setzt. Das schwitzen am Hals deutet auch nicht so arg drauf hin. eine aktive HH erkenn ich nach dem reiten ganz gut, wenn die HH geschwitzt hat, nicht der Hals  Smiley
Die HH schwitzt auch, aber erst viel später und deutlich weniger als der Hals.
Reitlehrerwechsel ist problematisch, da sie ja eine Freundin von mir ist und so etwas sehr persönlich nimmt. Das hatten wir schonmal, in der "Clique", die hat dann ein halbes Jahr kaum mit der Reiterin gesprochen, als die gewechselt ist. Außerdem fehlt mir hier ne Reitlehrerin, wenn ich eine gute hätte, wäre alles einfacher  :-\ Alle anderen Reitlehrer bei uns sind halt Turnierfreaks, schnallen Kandaren ein wenns mit Trense nicht mehr geht, interessieren sich nicht für die Hinterhand solange es vorne strampelt und haben ihre Schüler noch keine 2min in Dehnungshaltung reiten lassen.

Zitat
Fühlst ihr - Du und dein Pferd- euch denn generell in dem Stall wohl? Oder wäre auch so der Wechsel in einen Offenstall für Dich ein Thema? Steht ihr denn in einem "Turnierstall"?
Im großen und Ganzen fühle ich mich wohl. Da sind halt auch meine drei Stallfreundinnen, die ich schon seit x Jahren kenne und wir sind immer zusammen umgezogen. Die restlichen Einsteller sind teilw. Turnierreiter, aber großteils Freizeitreiter mit mehr oder weniger Dressurambitionen.
Trotzdem überlege ich das Pferd in einen LAG-Aktivstall umzustellen, da es für ihn sicher besser wäre. Vorausgesetzt, er eignet sich für die Haltung und ich komme über den Sommer irgendwie an einen Platz (Warteliste  :P )

Zitat
Und ich halte es auch nicht für normal, wenn ein Lebewesen, wie das Pferd dieser Frau, nach sportlicher Betätigung regelmässig in Behandlung muss. Dann scheint diese Form der Bewegung für dieses Individuum nicht passend. Meine Meinung.
Sie sieht das anders - sie findet bei JEDEM Pferd irgendwo Blockaden, wenn Pferde in der Halle geritten werden bemerkt sie ständig "Oh, der hat auch die Hüfte schief..." oder sowas. Ich würde nicht einmal sagen dass ihr Pferd immer blockiert ist, wenn sie es renkt, sie ist einfach total neurotisch was das angeht. Allerdings ist ihr Wallach ständig anderweitig krank, was möglicherweise auch nicht gerade für ihren Reitstil spricht.

Zitat
Wenn dein Pferd und du zu Zeit die Halle doof findet - warum nicht einfach mal eine Weile nur ins Gelände gehen?
Weil das meiner Reitlehrerin nach dazu führt dass das Pferd fest wird, oder möglicherweise oh Graus Muskeln abbaut. Sie selbst geht eigentlich nicht ins Gelände, reitet täglich Dressur in der Halle und stopft Muskelaufbaupräparate ins Pferd und piaffiert es, wenn es krank ist, damit es keine Muskeln abbaut. Ich habe den Quatsch auch lange mitgemacht, und hatte immer die Sorge, mein Pferd könnte Muskeln abbauen. Jetzt seh ich das entspannter - dann trainieren wir die halt nach der Stehpause wieder auf.
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #5 am: 17. Februar 2010, 16:09:04 »
mit nem kranken Pferd zu piaffieren grenzt für mich an Tierquälerrei, also Freundin hin oder her, sowas käm mir nicht ans Pferd! Er zeigt ja auch deutlich was er davon hält.

also viermal die Woche reiten find ich schon viel, zu mehr komm ich nicht. Möchte ja auch mal raus, bodenarbeit machen und clickern. Ich gucke eher auf Qualität statt Quantität!
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EscyKane
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #6 am: 17. Februar 2010, 16:16:06 »
Mit MEINEM Pferd darf sie natürlich nich piaffieren!  :o
Ich find es auch unmöglich und die anderen 2 aus unserer Gemeinschaft auch, und wir haben es schon oft versucht ihr zu erklären, aber sie is Tierärztin sie weiß es besser.  :P Na ja gehört nicht hier her, ist ihr Pferd . Was mich so massiv nervt ist dass sie mir ständig reinreden muss. Und zwar ungefragt.
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verena
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #7 am: 17. Februar 2010, 16:19:07 »
och, ich sehe das ganz einfach. Du siehst daß Deinem Pferd das Gerittenwerden keinen Spaß macht. Also mach das, was ihm Spaß macht. Was andere dazu sagen kann dir schnurzegal sein.  :grmpf: ! Ich bin der Meinung daß man ein Pferd wunderschön auch durch Bodenarbeit über den Rücken gehen lassen kann mit Aktivierung der HH und es dabei schön biegsam machen kann.
Ich hatte ja mit Bessi das Gleiche. Ich wusste, ihm macht Gerittenwerden keinen Spaß. Trotz gebisslos etc etc. Ich mache viel Bodenarbeit, Kurlandübungen, Spielen, gehe viel mit ihm Spazieren etc. Hin und wieder reite ich aus und ganz ganz selten versuchen wir es wieder mal in der Bahn (oder Alex versucht es  ;) . Er blühte auf, ist extrem motiviert, ist biegsam und geht mit aktiver HH. Nur weil andere Personen keine Vorstellung davon haben, was man außer Reiten und Zentrifugieren (der Ausdruck, den Heike in ihrem TG geschrieben hat, gefällt mir extrem gut!  :happy: ) noch sinnvolles, beziehungsstärkendes mit seinem Pferd machen kann, haben sie nicht das Recht oder ich möchte fast sagen das Wissen,  zu sagen, daß alleine das Reiten das allein Seeligmachende ist  :grmpf: !
Liebe Grüße!
verena
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #8 am: 17. Februar 2010, 16:22:16 »
ich hatte das schon so verstanden, dass sie es nicht mit deinem Pferd macht. Trotzdem würd ich mir von so jemand keine guten Ratschläge geben lassen, mir sagt das viel über die Person. Weißt wie ich meine?

Hör auf dein Bauchgefühl!! und auf das von deinem Pferd.
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Faboula
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #9 am: 17. Februar 2010, 16:22:23 »
Weil das meiner Reitlehrerin nach dazu führt dass das Pferd fest wird, oder möglicherweise oh Graus Muskeln abbaut. Sie selbst geht eigentlich nicht ins Gelände, reitet täglich Dressur in der Halle und stopft Muskelaufbaupräparate ins Pferd und piaffiert es, wenn es krank ist, damit es keine Muskeln abbaut. Ich habe den Quatsch auch lange mitgemacht, und hatte immer die Sorge, mein Pferd könnte Muskeln abbauen. Jetzt seh ich das entspannter - dann trainieren wir die halt nach der Stehpause wieder auf.

Wenn dein Pferd einen Sehenschaden hat (das hatte meine verstorben Süße auch bevor wir sie endlich kaufen konnten) solltest du eh erst mal nicht in die Halle gehen wegen dem tiefen Boden.... Wir sind damals ewig auf hartem Boden gerade aus geritten oder haben sie geführt. Wegen der Barhufumstellung - da könnte man ja zur Not Hufschuhe nehmen...
Es ist Unsinn, dass ein Pferd im Gelände Muskel abbaut! Wir sind sehr viel Gelände geritten (wie viele andere auch die ich kenne) und die Muskeln waren gut. Man kann bergrauf und bergrunter reiten, man kann auch mal im Schritt Schulterherein reiten oder wenn es sich anbietet das Pferd in Volten um Bäume reiten - macht auch Spaß!
Das sind alles so (sorry wenn ich das sage) typische Turnierreiter Sprüche (jetzt fehlt doch der Kotz-Smilie). Und leider muß man, wenn man seinen Weg geht, auch mal mit Leuten anecken - wenn es eine wirkliche freundin ist sollte sie es akzeptieren, dass Du andere Ansichten hast als sie *find*
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #10 am: 17. Februar 2010, 16:34:54 »
Hi,

klingt mehr nach einem Abgrenzungs- als nach einem Trainingsproblem. Das in den Griff zu kriegen, nimmt dir wohl niemand ab. Wieviel reiten, hängt u. a. auch von den Zielen ab. Muskelaufbau/Gymnastizierung im Gelände hängt einerseits vom Gelände ab, andererseits davon, was man dort macht. Hier bei uns ist es z. B. hügelig, also absolut fordernd. Seitengänge kann Frau auch im Gelände einbauen, fallweise gibt es auch gesdhlängelte, kurvenreiche Wege oder Bäume, die man umreiten darf, ohne Ärger zu kriegen (das haben wir hier weniger).

Ist halt die Frage, was dich mehr stört: du machst auf Wunsch deiner RL-Freundin mehr. Sie ist glücklich (und macht dich damit glücklich???) oder du tust, was du für richtig hältst bzw. das, von dem du ausgehst/merkst, daß es dein Pferd (und hoffentlich dich) glücklich macht. (Ich bin egoistisch, mir geht mein Glück vor!!!)

Viele Grüße

Carola
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EscyKane
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #11 am: 17. Februar 2010, 16:47:49 »
Danke euch! Zurzeit habe ich wirklich das Gefühl, dass nur ihr Clickerer mich versteht (oder überhaupt verstehen wollt  :confused:)

verena, danke das habe ich gebraucht! Ich finde sogar, mangels reiterlichem Können, dass ich mein Pferd fast besser vom Boden aus gymnastizieren kann. Klar will ich mich reiterlich verbessern, aber zurzeit bringt gutes Longieren und Arbeit an der Hand einfach mehr.

Zitat
ich hatte das schon so verstanden, dass sie es nicht mit deinem Pferd macht. Trotzdem würd ich mir von so jemand keine guten Ratschläge geben lassen, mir sagt das viel über die Person. Weißt wie ich meine?
Das ist wohl war. Sie hat in manchen Beziehungen wirklich nen Schuss, allein wenn man mal in ihr Futterfach guckt und die ganzen Futtermittel und Medikamente sieht... dennoch hat sie in einigen Bereichen eine bessere Einstellung als alle anderen RLs die mir bisher über den Weg gelaufen sind - zum Beispiel dass eben die Hinterhand aktiv sein sollte, der Rücken aufgewölbt und sie lässt auch viel in Dehnungshaltung arbeiten, was hier sonst niemand macht. In den Bereichen hat sie und schon viel helfen können, und ich war eigentlich gewillt, die positiven Dinge aus ihrem Unterricht zu ziehen (wie bekomme ich die Hinterhand aktiviert, wie reitet man gutes Vorwärtsabwärts) und solche Sachen wo wir uns nicht verstehen (Faktor Stress, oder zu früh versammelnde Übungen, oder die Einstellung zum Ausreiten zum Beispiel) einfach außen vor zu lassen, aber leider klappt das von ihrer Seite aus nicht, da sie sich dann immer einmischt, sie ist einfach zu sehr in Freixenets Ausbildung integriert (gewesen) um mich da mein Ding machen zu lassen.

Faboula, unser Hallenboden ist glücklicherweise überhaupt nicht tief und angesichts des Glatteises und des aufgedrehten Pferdes zurzeit die bessere Alternative zu den Asphaltwegen. Auf den Reitplatz könnte ich jedoch nicht gehen, da ist der Boden wirklich zu tief.
Hufschuhe habe ich, aber ich hatte doch die fehlerhafte Charge und dann ne längere Zeit eben doch keine  :roll: aber fürs Antrainieren geht's auf jeden Fall wieder viel raus!
Zitat
Es ist Unsinn, dass ein Pferd im Gelände Muskel abbaut! Wir sind sehr viel Gelände geritten (wie viele andere auch die ich kenne) und die Muskeln waren gut. Man kann bergrauf und bergrunter reiten, man kann auch mal im Schritt Schulterherein reiten oder wenn es sich anbietet das Pferd in Volten um Bäume reiten - macht auch Spaß!
Sehe ich genauso. Ich mache auch ein wenig Dressurarbeit im Gelände, reite aber nicht so konzentriert wie in der Halle und lass ihm auch mal die Zügel ganz lang, und das führt laut meiner Reitlehrerin dazu dass er sich auseinander latscht. Als ob der die 23h des restlichen Tages nicht latschen würde  :roll:

SCvet, danke. Ich finde auch dass ich das machen sollte was mich und mein Pferd glücklich macht, und brauchte von euch jetzt einfach mal die Unterstützung, das durchzuziehen.
Was ich mich allerdings doch frage, ob sie nicht doch Recht hat und ich mehr reiten sollte. Ich finde nicht, dass ein Pferd zum glücklichsein mehr als 4 Tage die Woche geritten werden muss, so wie sie es behauptet. Vorausgesetzt, es bekommt ausreichend andere körperliche und geistige Beschäftigung (zurzeit natürlich keine körperliche Beschäftigung wegen des Sehnenschadens).
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penelope
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #12 am: 17. Februar 2010, 16:52:54 »
Eine RL und Ostheopthin, die empfiehlt, ein Pferd mit Sehnenschaden möglicht intensiv dressurmäßig in der Bahn zu trainieren .. ???  Das kommt mir auch komisch vor.

Nach meiner Ansicht braucht kein Pferd der Welt Arbeit auf dem Reitplatz um gesund zu bleiben. Wie viele Distanz- und Wanderreitpferde bleiben bis in Hohe Alter gesund!?! Wesentlich mehr als bei den Dressurpferden auf jeden Fall.
Dass eine aktive Hinterhand sehr wichtig ist, steht wohl kaum außer Frage. Nur: zig Wege führen nach Rom. Natürlich kann man eine aktive HH auch im Gelände oder an der Longe erreichen.

Allerdings wäre ich bei einem Pferd mit Sehenschaden vorsichtig, was das Longieren und generell die Arbeit auf vielen gebogenen Linien angeht. Nur lockere Arbeit in der Bahn kombiniert mit ruhigen langen Geländeritten und klickern für den Geist hört sich für mich eher wie der Königsweg an, um ein Pferd (und ganz besonders eines mit Schäden an den Sehnen) lange gesund zu erhalten.

Bei meinen Pferden bin ich glücklicherweise mit solchen Verletzungen unerfahren. Die Empfehlungen die Tierärzte hier im Stall zu solchen Pferden abgegeben haben lauteten jedoch stets, die Pferde nach dem Ausheilen der Verletzung möglicht viel ruhig und auf geraden Linien zu arbeiten. Wieso deine RL zu so einer komplett anderen Ansicht kommt, versteh ich nicht.  :confused:

Deine Beiträge hören sich schon so an, als ob du dich innerlich schon gegen die RL entschieden hast. Liege ich da richtig? Dann würde ich auch auf meinen Bauch hören.

Nachtrag: Ich komm aus beruflichen Gründen auch nur jeden zweiten Tag auf's Pferd, bin so oft es geht im Gelände und meine alte Stute ist mit jetzt 19 Jahren topfit, gut bemuskelt und lief seit ich die hab (elf Jahre) noch nicht einmal lahm. Lass dich nicht verrückt machen!

« Letzte Änderung: 17. Februar 2010, 16:59:10 von penelope »
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wessipferd
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #13 am: 17. Februar 2010, 17:15:43 »
Hmmmm – nicht immer die Distanzszene ranziehen, wenns darum geht Platzarbeit oder Ausreiten. Soweit ich mich diesbezüglich durchgelesen hab bisher, trainieren die wirklich erfolgreichen, langjährigen, langstreckigen Distanzreiter neben dem reinen Konditions- und Streckentraining auch sehr intensiv gymnastizierend auf dem Platz.
Wanderreiter ebenso – die wenigsten Pferde können dauerhaft ohne wenigstens ansatzweise Gymnastik zu bekommen.

Dennoch solltest du dich / euch zu nichts zwingen lassen, Escy.

Soweit das aus deinen Zeilen zu beurteilen ist, hat dein Pferd in der Tat keinesfalls Spaß an der Reiterei die deine Reitlehrerin propagiert.
Und ich kann mir gut vorstellen, dass es euch hilft, wenn du die erzwungene Pause nutzt um danach völlig von vorn zu starten und alles mit viel mehr Spaß, Freude und Lockerheit und weniger Muss anzugehen.

Dazu tut es dem Pferd sicher keinen Abbruch erstmal ins Gelände zu gehen, dort nach und nach mal eine Übung mit einzubauen und dann ganz langsam und mit viel positiver Bestärkung in die Halle oder auf den Platz zurück zu kehren.

Wenn deine Reitlehrerin das so nicht mittragen kann, dann stehst du dann leider ohne da. Aber das ist unterm Strich tausendmal besser, als dauerhaft ein knatschiges Pferd zu haben.

Und die Lockerheit im Körper kommt fast von allein, wenn der Geist locker bleibt.

Ich habe mit meinem Pferd mangels Möglichkeiten jahrelang nur im Gelände geübt. Jetzt sind die Möglichkeiten da und auch mit denen gehen wir locker um. Und ich habe ein lockeres Pferd, das nicht alle Tage den Osteopathen braucht, wenngleich es hier und da eine kleine Massage auch geniest.

Ich reite derzeit auch maximal 3 Mal die Woche, 2 Tage hat er gänzlich frei, die restlichen beiden füllen sich in der Regel mit Longieren und anderem Quatsch vom Boden aus.
Er baut mittlerweile auf. Dass er es lange nicht tat, hing mit einem Stoffwechselproblem zusammen, dass wir gerade in den Griff kriegen. Aber ein fittes Pferd baut definitiv auch vom Longieren und, und, und gut Muskulatur auf und behält sie.

Also auch von mir – lass dich von der guten Frau nicht kirre machen. Tue das, was du für dein Pferd und dich als richtig fühlst.
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #14 am: 17. Februar 2010, 17:21:48 »
Hallo Alena,

was die Frage angeht, wie oft ein Pferd geritten werden sollte, kann ich Dir leider nichts sagen, da ich davon überhaupt keine Ahnung habe. Ich möchte Dich aber dennoch auch darin unterstützen, auf Deinen Bauch und auf Freixe zu hören! Ihr Zwei wisst schon am besten, was gut für Euch ist!

Und eventuell musst Du Deiner RL einfach mal klipp und klar sagen, dass Du ihr dankbar bist für ihre Hilfe und ihre Ratschläge, aber im Moment keine brauchst und Dich dann schon wieder an sie wenden wirst, wenn Du Fragen hast, bzw. Hilfe brauchst.
Viele Grüße,
Esther
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