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Wie viel Reiten muss sein?

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Faboula
*

Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #15 am: 17. Februar 2010, 17:32:47 »
und das führt laut meiner Reitlehrerin dazu dass er sich auseinander latscht.
Wer sich diese Sprüche ausgedacht hat möchte ich mal wissen...die habe ich auch Jahre lang zu hören bekommen.... habe gerade wegen Dir meine Signatur verändert - mir war so danach  ;D
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EscyKane
*

Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #16 am: 17. Februar 2010, 20:27:35 »
Danke nochmal für die Antworten. Wundert mich überhaupt dass ihr die Lust dazu hattet diesen eeeellenlangen Beitrag zu lesen  :nick:  :keks:

Zitat
Deine Beiträge hören sich schon so an, als ob du dich innerlich schon gegen die RL entschieden hast. Liege ich da richtig? Dann würde ich auch auf meinen Bauch hören.
Ja, habe ich eigentlich schon lange, aber ich brauche die Korrekturen in Sachen Vorwärts-Abwärts und anderem Zeug.

Zitat
Dazu tut es dem Pferd sicher keinen Abbruch erstmal ins Gelände zu gehen, dort nach und nach mal eine Übung mit einzubauen und dann ganz langsam und mit viel positiver Bestärkung in die Halle oder auf den Platz zurück zu kehren.
Das wäre mein Plan für nach dem Sehnenschaden.

Mir geht es auch nicht darum, das Dressurreiten ganz an den Nagel zu hängen. Früher hat es uns beiden auch Spaß gemacht, und da will ich wieder hin. Nur in den letzten Monaten hat sich da so viel negative Energie angestaut, dass ich sicher nicht auf dem alten Weg dahin komme. Lieber von Null anfangen. Mit Zeit und Geduld.

Zitat
Allerdings wäre ich bei einem Pferd mit Sehenschaden vorsichtig, was das Longieren und generell die Arbeit auf vielen gebogenen Linien angeht. Nur lockere Arbeit in der Bahn kombiniert mit ruhigen langen Geländeritten und klickern für den Geist hört sich für mich eher wie der Königsweg an, um ein Pferd (und ganz besonders eines mit Schäden an den Sehnen) lange gesund zu erhalten.
Ja, das denke ich auch. Longieren an sich sehe ich allerdings auch nicht so problematisch, sofern es richtiges Longieren, in ruhigem Tempo ist, und kein Zentrifugieren.

Wie gesagt, meine Frage war: Braucht ein pferd tägliches dressurmäßiges Reiten um gesund und glücklich zu sein?
Und: Kann es richtig sein, dass ich täglich dressurmäßig reiten muss, weil das Pferd nach einem Gelände/Clickertag angeblich wieder so fest und unbeweglich ist? Ist dann das Reiten richtig? Wie gesagt, erstens finde ich mein Pferd mitnichten so schrecklich, wenn es einen Tag nicht gymnastiziert wurde. Zweitens würde ich überdenken, warum das Pferd so steif ist, dass ich es jeden Tag kneten muss, und eher an Krankheiten oder reiterliche Ursachen denken.

Ich werd meiner RL und Freundin jetzt erklären, dass ich das auf meine Tour anfange, und dass sie mich gern unterstützen darf, wenn ich Hilfe anfrage, aber wenn sie ihre Finger nicht aus der Sache lassen kann, wenn sie eben nicht gefragt ist, dann lass ich es lieber ganz und mache von da an mein eigenes Ding. Ich sage ihr ja auch nicht ständig was sie mit ihrem Pferd zu tun und zu lassen hat, auch wenn mir da viel einfiele  :roll:

Und meinen Plan mit dem Antrainieren werde ich dann so durchziehen - langsam im Gelände anfangen, dann irgendwann Dehnungshaltung auf dem Platz und zwar alles nur so viel und so lange wie Freixe keinen Stress hat. Auch wenn er dann vielleicht die ersten Wochen durch die Gegend latscht oder schlurft.

Warum meine RL als TIERÄRZTIN mir rät Seitengänge zu reiten, wo alle anderen Tierärzte Boxenruhe oder vorsichtig Schritt führen schreien, weiß ich auch nicht. Wohl wieder ihre Muskelabbau-Blockaden-Neurose. Sie ist da echt speziell. Die Hufe ihres Pferdes waren ihr schon immer völlig egal und im schlimmen Zustand, Hauptsache der hat genug Rücken- und Halsmuskeln. Bis die schlechten Hufe sich gerächt haben, denn ohne Huf kein Pferd.

Faboula, die Signatur ist süß :D

Ich hab echt schon an meiner Einstellung gezweifelt, weil ich von der Stall-Seite aus schon ziemlichen Druck gemacht kriege ich würde zu wenig reiten (na ja, eigentlich nur von meiner Reitlehrerin, aber das lang für den ganzen Stall  :P ) und ich dachte echt langsam dass ich auf dem Holzweg bin. Aber da ihr mich ja in meiner Entscheidung unterstützt, zieh ich mein Ding jetzt auch durch. Egal was die sagen.

« Letzte Änderung: 17. Februar 2010, 20:29:31 von EscyKane »
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kleinpony
*

Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #17 am: 17. Februar 2010, 20:49:55 »
Also weißte, ich latsche auch manchmal so daher und piaffiere nicht den ganzen Tag, und?
Wildpferde latschen doch auch oft, nicht?

Gut, wenn ich mich auf den Rücken des Pferdes setzen will, ist
es natürlich toll und sicherlich gut für das Pferd, wenn es nicht latscht.
Aber das willst Du ja eben nicht, oder eher selten, also: was solls?
Außerdem meine ich dieses tolle Körpergefühl des Nicht-Latschens kann
man nicht dauerhaft erzwingen und nur bedingt trainieren. Das muss über einen
kommen. Manche (sowohl Menschen, wie auch Pferde) bieten das
mehr an, manche weniger.

Unsere Stute ist ihr ganzes Leben noch nie gelatscht. Sie tanzt von
Geburt an. Buddy ist auch so einer. Bei ihm ist sogar Schritt gehen
schön. Mattis dagegen latscht zeitlebens und hatte bezgl. Körper-
gefühl nie ein Aha Erlebnis. Kannst trainieren was Du willst, im
Alltag wird der immer Latschen.

Und ich glaube kaum, dass ein Pferd schreit: Reite mich, reite mich,
nur so kann ich glücklich sein. Blödsinn!

Aber Offenstall ist natürlich prickelnd gut, wenn Du nicht so viel
reiten magst. So kann sich Dein Pferd nach Lust und Laune selbst
bewegen.  Das kannst Du Dir ja wirklich überlegen.

LG, Inge
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Carmen
*

Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #18 am: 17. Februar 2010, 20:55:40 »
Nenn mir mal einen Grund, warum ein Pferd geritten werden MUSS. Mir zumindest fällt keiner ein. In Sachen Blockaden, Rückenprobleme etc. bin ich der Meinung, dass die durch's Reiten eher entstehen können als durch Nicht-Reiten. Gymnastizieren kann man auch anders.

Wenn mir nicht nach Reiten ist, reite ich nicht. Punktum. Sollen alle schwätzen wie sie wollen. Was interessiert es mich? Ich habe kein Reittier, ich habe ein Pferd.  ;) Wenn das Pferd keine Spaß am Reiten hat und ich mich gerade nicht im Stande fühle, es ihm zu vermitteln, lassen wir's halt. Na und? Ich bin letztes Jahr mehrere Wochen (oder waren es Monate?) nicht geritten, weil ich keine Lust dazu hatte und es viel lustiger fand, am Boden zu arbeiten, zu spielen und Tricks einzuüben. Es hat der Muskulatur der Schnuffis kein Bisschen geschaden. Höchstens meiner, ich hatte nach dem ersten Reiten danach ziemlichen Muskelkater.

Lass dir kein Kind in den Bauch reden. Vom Nicht-Reiten (natürlich ungleich 24h Boxenhaft) ist noch kein Pferd umgekommen. Ob man das umgekehrt so sagen kann, lass ich mal dahingestellt. Ich bin jedenfalls sehr pinzig, was den Rücken, die Muskulatur, die Gelenke etc. meiner Pferde angeht und finde Reitpausen eher positiv.
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strizi
*

Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #19 am: 17. Februar 2010, 20:58:33 »
viel gibts nicht mehr zu sagen.......... meine vorrednerinnen haben eigentlich eh schon alles erwähnt.

aber 2 dinge noch, damit du siehst, das es nicht nur dir so geht.

1) wir haben voriges jahr im späten frühling eine neue trainerin (und sehr alte freundin) von mir engagiert. anfangs machte es uns irre viel spaß. sie ist ehem. grand prix reiterin, die sich ganz auf heuschmann und sein anatomisch-richtiges reiten verlagert hat.
soweit so gut. aber als wir dann im hochsommer mit unseren tinkern wie die doofen und nicht endenwollend traben mussten, da verging mir der spaß - und meinem pferd auch. tinker sind in den seltensten fällen marathonläufer.................. sie meinte dann - naja, also 20 min. lockeres vorwärtsreiten bräuchtens schon um sich zu lösen (normalerweise hör ich nach 30 min. schon wieder auf, weil lösen tu ich vorher per handarbeit und mit gezielter schrittarbeit). nach 20 min. lockerem vorwärtsreiten ist meine gnädige kraftmäßig schon über ihren höhepunkt.......... bitte - und dann kommt erst die arbeitsphase! nö, hab ich dann beendet. da ist mir unsere andere trainerin viel lieber.

2) was glaubst, welche blicke ich immer von den vorbesitzern von der elfe ernte, wenn sie mich fragen, was ich denn schon alles mach mit ihr - und ich sag dann - naja, jetzt können wir schon handarbeit und gelassen an der aufstiegshilfe parken  :o
mei - wie könne ich nur so wertvolle zeit vergeude - rauf aufs pferd und los! ist doch wurscht, wenn sie unter adrenalin steht - sie wär eh so auch handelbar  :confused:

zum glück hab ich gelernt, weder pampig noch verunsichert zu werden. ich lächle freundlich und sage: danke, aber ich mach das anders! und beende damit JEGLICHE diskussion!  :rotw:
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EscyKane
*

Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #20 am: 17. Februar 2010, 21:12:58 »
Ach ihr seid so schön selbstbewusst und überzeugt von dem was ihr tut! Könnt ihr mir da nich etwas abgeben?

Was ich mir auch überlegt habe: Der Heuschmann propagiert sicher nicht zu unrecht, dass ein loser Rücken in der Regel nicht schade, ein verspannter, krampfhaft festgehaltener Rücken kann dem Pferd hingegen sehr schaden. Im Moment fühlt sich unser Reitern eher nach Version 2 an, da ist immer Spannung drin, die ich manchmal in positive Spannung wandeln kann, aber oft geht es auch Runde um Runde in Ver-Spannung im Kreis, und das auch noch über Tempo.
Dann mach ich lieber einen Neustart und zäume das Pferd von hinten auf:
Nicht entspanntes Pferd durch losgelassenen Rücken durch aktive Hinterhand (wobei für die aktive Hinterhand erstmal ein ziemlich verspanntes Pferd produziert wird), sondern
aktive Hinterhand durch losgelassenen Rücken durch seelisch entspanntes Pferd.

Ich lad die Tage mal das FiS-Video hoch, das ist nur Handarbeit und dabei wirkt Freixe wie ich finde schon sehr angespannt und gestresst. Beim Reiten ist das ganze noch potenziert. Auf der Basis kann es irgendwie nicht gut werden.

Was mich darin bestätigt, ist dass das Pferd meiner RL auch nicht entspannt läuft und die Stute, die sie bis vor einem halben Jahr betreut hatte, lief auch nie entspannt, weswegen die Besitzer auch gewechselt sind. Vor allem bei ihrem eigenen Pferd sollte man doch wenigstens sehen können, dass ihre Theorie funktioniert, denn sie arbeitet ja schon lange genug mit ihm. Ist aber nicht so. Wieso sollte ich ihr dann vertrauen, dass mein Pferd sich entspannt und Spaß an der Arbeit bekommt, wenn ich es nur täglich in der Halle schrubbe und den Rücken locker halte?
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #21 am: 17. Februar 2010, 22:01:15 »
Ach ihr seid so schön selbstbewusst und überzeugt von dem was ihr tut! Könnt ihr mir da nich etwas abgeben?

 :lol: Das hab ich mir beim Lesen auch gedacht!  :cheese: Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein könnte ich auch manchmal brauchen, lasse mich auch gerne mal "lenken"  :-\

Man muss sich eigentlich nur ständig daran erinnern, was man sich vorgenommen hat  :nick: Heißt ja nicht, dass man gute Ratschläge nicht annehmen kann/will, aber so ein permanentes Schlechtmachen würde ich auch mit Ignoranz begegnen (wenn es nach einem klärenden Gespräch nicht besser wird). Hör's dir an, wenn sie es sich von der Seele redet und wenn sie sonst keine Ruhe gibt, denk dir deinen Teil  :omm:  und dreh dich um und geh! :happy:

Ich weiß auch nicht, wenn ich die Tage nehme, an denen ich beim Pferd war, saß ich von den Tagen bestimmt keine 50% auf dem Pferd  :juck:
Den Pferden hat's nicht geschadet, wir hatten bei der Bodenarbeit viel Spaß  :cheer: Für mich ist das mittlerweile ein gleichwertiger Teil neben vielen anderen Dingen wie Zirkuslektionen, Longieren, Quatsch machen (Fußball spielen z.B.) usw. und eben Reiten. Da hat das Reiten auch nicht mehr Priorität  :neinfroh:
Liebe Grüße
Isabell mit Malika & Mira
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Faboula
*

Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #22 am: 17. Februar 2010, 22:34:22 »
 ;) Du schaffst das!!! Unsicher waren wir alle mal und sind es auch immer wieder...wenn man sich und sein tun nicht mehr in Frage stellt ist das ja auch der Sinn der Sache...
Aber wie Du schon richtig bemwerkt hats - woher nehmen Leute die Erlaubnis ungefragt einem sagen zu wollen was man wie mit seinem Pferd zu machen hat - umgekehrt findet die meisten das nämlich nicht gerade witzig...
Ich denke der Tipp mit dem "lächeln und sagen: ich mache es eben anders" kann man 1:1 übernehmen - alles ist gesagt und man mußte nicht mal pampig werden...
Verlaß Dich auf dein Bauchgefühl - frag 10 Leute und du hast 12 Meinungen  :lol:
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Celina
*

Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #23 am: 18. Februar 2010, 07:32:00 »
Genau das ist es, was mir unglaublich geholfen hat! Heuschmanns Aussage über den losen Rücken! So ist bei uns einfach der Schwerpunkt: Ausgeglichenheit, Zufriedenheit, Spaß an der Sache. Eben genau wie Du schreibst: Aktive Hinterhand durch losgelassenen Rücken durch seelisch entspanntes Pferd.

Was nicht heißt, dass ich keinen Wert auf Gymnatizierung lege! Aber in UNSEREM Rahmen. Denn das Schlimmste ist ja der verspannte Rücken. Und auch meine Tinkerdamen sind zwar rel. bewegungsfreudig, aber 20 Minuten Runden drehen im Trab liegt absolut nicht drin. Finden sie auch viiieeeel zu langweilig! :cheese:

Ich habe das zwar schon an verschiedenen Stellen geschrieben. Aber hier noch einmal, weil mir das sooo viel Bestärkung in unserer Arbeit gegeben hat:
Ich lasse unsere Pferde ja regelmäßig osteopathisch durchchecken. Und die Osteopathin findet die Muskulatur unserer Pferde optimal. Bei Cimbria war sie sehr erstaunt, als ich mal sagte, dass sie GAR NICHT mehr geritten wird. Cimbria macht nur noch Clicker-Spielkram (sie liebt dabei besonders das Seitwärts in diversen Variationen). Und die Osteopathin hielt sie für ein ordentlich gerittenes Pony.

Wenn ich mir nun Fotos aus der Zeit anschaue, in der wir Cimbria noch "ordentlich" gearbeitet haben und schaue sie mir jetzt an - so sieht sie heute viel besser aus! Der Senkrücken ist fast weg (und was habe ich da früher alles veranstaltet...), sie bewegt sich locker und frei.

Nun ist es so, dass unser Auslauf recht groß ist und es gibt dort kleine Steigungen. Das bringt schon auch einiges.

Ich habe für mich gemerkt: Alles, was micht stresst, hilft meinen Pferden gar nicht. Vernünftig gymnastizieren bring uns nur etwas, wenn meine Pferde dabei entspannt mitmachen können.

LG Almut

« Letzte Änderung: 18. Februar 2010, 07:37:46 von Celina »
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Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #24 am: 18. Februar 2010, 07:50:26 »
Ich habe auch zu lange auf Leute gehört die mir und meinem Pferd nicht gut getan haben. Die typischen Sprüche wie "die verarscht dich", "da musst dich nur mal gescheit durchsetzen" blabla. Gesträubt hab ich mich innerlich immer dagegen, aber die anderen hatten ja Ahnung  :P Rückblickend gesehen hat uns das richtig heftig zurückgeworfen und viel kaputt gemacht.

Jetzt hör ich auf niemanden mehr, außer ich mir sicher er tut meinem Pferd und mir gut. Ausreiten geht bei uns nur bedingt, weil Skessa draussen hysterisch werden kann. Also machen wir viel Bahn, clickern, Longenkurs etc. Die dummen Sprüche von nebenan " hat nen Isi und geht nie raus " " einfach mal ein Pessoa einschnallen dann geht das schon", prallen mittlerweile an mir ab. Ich merke wie sehr sich das verhältnis zu meinem Pony bessert, wie weit wir kommen und vor allem das wir BEIDE Spaß haben.

Jetzt kann ich das so sehen und bestimmen. Vor vier Jahren war ich da noch nicht so weit und bereu das ich nicht früher auf meinen Bauch gehört hab. (soviel zum Selbstbewusstsein  :happy:)
"Du musst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst" Mahatma Gandi
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Melle
*

Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #25 am: 18. Februar 2010, 09:16:21 »
Ich habe auch zu lange auf Leute gehört die mir und meinem Pferd nicht gut getan haben. Die typischen Sprüche wie "die verarscht dich", "da musst dich nur mal gescheit durchsetzen" blabla. Gesträubt hab ich mich innerlich immer dagegen, aber die anderen hatten ja Ahnung  :P Rückblickend gesehen hat uns das richtig heftig zurückgeworfen und viel kaputt gemacht.

kann mch hier komplett anschliesen  :nick:

daraus enstand auchmein selbstgestalteter satz "wenn du nicht merh weiter weißt, frag dien pferd!"

seitdem läuft es bei uns um meilen besser.

ich bin auch schon aus ner reistunde aus der halle raus, weil mir was nicht passte. der RL war empört und ich ritt weg und rief nur zurück "Lucky mag heute nicht"  :happy:
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prigal
*

Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #26 am: 18. Februar 2010, 20:02:36 »
Gebt mir bitte auch eine gscheite Portion Selbstbewußtsein ab - die könnte ich auch öfters brauchen :vielmotz1:

Nicht reinreden lassen ist halt leider teilweise schwierig wenn man mit Leuten zu tun hat die meinen die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben...
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lindalotze
*

Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #27 am: 19. Februar 2010, 09:25:29 »
Zitat
Nicht reinreden lassen ist halt leider teilweise schwierig wenn man mit Leuten zu tun hat die meinen die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben...

Ja, das Problem kennt glaub jeder. Schwierig wirds, wenn die Leute einem täglich auf den Nerven rumtrampeln können und vielleicht, wie bei Escy, auch noch großen Einfluss im Umfeld haben. Und wenn man weiß, dass sie Widerspruch sanktionieren werden.

Was mir bei altbekannten Pferdebesitzern hilft, jemandes Dreinreden einzuordnen: dessen Pferd ansehen. Ist es gesund und zufrieden und entwickelt sich in die richtige Richtung? Wie war das Pferd vor ein paar Jahren, und wie ist es heute? Kränklich? Gibt es viele mit Strafe unterdrückte Verhalten, muss es immer härter angefasst werden? Macht es seinen Job gut, oder sind permanent die selben Probleme mit im Boot? Kann man heute mehr mit ihm anfangen als vor Jahren, oder werden Aktivitäten wegen Verhaltensproblemen eingestellt?
Wurden vielleicht sogar schon öfter Pferde ausgetauscht? Und bei der wievielten Reit- oder Erziehungsmethode sind wir denn mittlerweile angekommen? (Ein Wechsel muss kein Fehler sein, aber jemand mit jeweils einem halben Jahr Methoden-Erfahrung kann eigentlich nur aus der Theorie sprechen.)

Escy, zur Frage selbst:
- von der Muskulatur her macht es Sinn, nur alle zwei Tage gezielt zu trainieren und dazwischen was anderes zu tun. Also 3-4 Mal die Woche reicht gut.
- es ist völlig normal, dass ein Pferd lockerer in den Stall/ Auslauf zurück geht, als es am nächsten Tag rauskommt. Die Lösungsphase wurde nicht zum Spaß erfunden.
- ich selbst kann meine nicht im Gelände lösen und auch nicht an der Longe. Im Gelände fehlen mir die gebogenen Linien. Und beim Longieren hab ich zu wenig Einfluss aufs spurige Laufen, Pferd entzieht sich da gern durch Reinnehmen der Hinterhand. (Longieren ist aber stark ausbaufähig bei uns, das könnte man vermutlich schon in den Griff kriegen.) Ob Du es kannst, musst Du selbst wissen.
- falls Du dich doch fürs Reiten entscheidest: Losgelassenheit kommt vor Schwung! *mantraausgeb* Ich versuch meine (= Hirschhalsdrürck-Davonwuselpferd) über ruhigen Takt und korrekte Biegungen zu lösen, später Übergänge und Tempiwechsel einzubauen für den Rücken. Keine Dauerbeschleunigung! (Wenn da nach zwei langen Seiten Zulegen kein Rücken kommt, dann kommt auch auf der 3. langen Seite nichts.) Pferd soll fast schon faul und triebig sein. Und kein Stress, gern auch clickern ;D

Aber das alles ohne Garantie und Gewähr, auch ich kämpfe permanent um Losgelassenheit, Anlehnung und Rückentätigkeit und rede eher aus der Graswurzelperspektive.

Für den dauerhaften Erfolg wäre eine neue Reitlehrerin sicher wichtig. Gibts GAR NIEMANDEN? Manchmal findet man doch so Perlen im Schweinestall...?

lg und gute Nerven
Linda
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penelope
*

Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #28 am: 19. Februar 2010, 09:35:47 »
Ich würde mir auch noch mal die anderen Reitlehrer anschauen.

Sind es wirklich die RLs, die nur turnier- und erfolgsorientiert sind, oder sind das vielleicht eher die Reiter? Vielleicht freut sich sogar einer der Lehrer, wenn er einen Schüler bekommt, der ernsthaftes Interesse hat, an soliden und guten Grundlagen zu arbeiten.

Ich bin selbst nach einigen Jahren bei den "Barock-Leuten" wieder bei einer "Normalo-RL" gelandet und da nun sehr zufrieden. Gutes Reiten ist eben auch bei denen nicht "Hang und Bang".
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EscyKane
*

Re:Wie viel Reiten muss sein?
« Antwort #29 am: 19. Februar 2010, 14:25:43 »
Oiii so viele Antworten! Ich finde es klasse dass ihr mir so helft!   :nick: :danke:

kleinpony, auf Dauer will ich das Pferd nicht latschen lassen weil ich auch auf Wanderritte gehen will und ab und zu in der Halle arbeiten. Aber zwischen intensiver Dressurarbeit täglich und nur latschen lassen ist ja ein weites Feld. Jedenfalls kann ich ein vorübergehendes Latschen durchaus tolerieren, wenn das Pferd dafür weniger Stress hat.

Zitat
Nenn mir mal einen Grund, warum ein Pferd geritten werden MUSS. Mir zumindest fällt keiner ein. In Sachen Blockaden, Rückenprobleme etc. bin ich der Meinung, dass die durch's Reiten eher entstehen können als durch Nicht-Reiten. Gymnastizieren kann man auch anders.
Wohl wahr  :P
Gerade das mit dem Reittier verstehen bei uns nur wenige. Viele machen mit ihrem Pferd gar nichts außer Reiten, meine RL eingeschlossen, ich denke denen fehlt das Verständnis für Spaß an der Bodenarbeit.

Zitat
Ich habe für mich gemerkt: Alles, was micht stresst, hilft meinen Pferden gar nicht. Vernünftig gymnastizieren bring uns nur etwas, wenn meine Pferde dabei entspannt mitmachen können.
Seh ich auch so aber meine RL leider nicht  :P

Zitat
Ja, das Problem kennt glaub jeder. Schwierig wirds, wenn die Leute einem täglich auf den Nerven rumtrampeln können und vielleicht, wie bei Escy, auch noch großen Einfluss im Umfeld haben. Und wenn man weiß, dass sie Widerspruch sanktionieren werden.
Ich habs mitbekommen, wie es mit der anderen Freundin aus unserer Einstellergemeinschaft gelaufen ist. Meine RL hat ihr Pferd von Anfang an mit betreut und Reitstunden gegeben und geritten und reiterlich sind sie dadurch auch weiter gekommen. Dadurch war überhaupt so etwas wie eine Dehnungshaltung möglich. Doch dann entwickelten sie sich eher rückwärts, die Stute hatte viel Stress und fing an sich zu verweigern und die RL sah auch ein dass sie zurzeit nicht weiterkommt. Die Besitzerin hat die Stute daraufhin zum Schöneich gegeben, doch meine RL hat das sehr persönlich genommen. Für sie war das wie eine Kritik "Du hast es ja nicht hinbekommen" und fühlte sich verraten. Daraufhin hat sie ALLES schlecht gemacht was so mit der Stute passiert ist. Das Schöneich Zeug fand sie grauenhaft, die Reitstunden, die die Besitzerin danach bei einer Schöneich-Trainerin hatte ebenfalls. Anfangs hielt sie sich halbwegs zurück, und gab nur ab und zu ungefragt einen Kommentar ab, wenn wir uns mit der Besitzerin unterhalten haben, zB wenn ich sagte "Oh, die Fussel hat aber echt super zugelegt und Muskeln aufgebaut!" dann sagte sie, halblaut zu sich selbst "Na ja, ich seh das anders..." aber natürlich so dass die Besi es hören konnte.
Irgendwann ist es dann eskaliert und sie hat die Besi vor dem halben Stall runtergeputzt, dass ihre Stute, wenn sie so weitermachen würde, in spätestens einem halben Jahr platt wäre, und sie heulen könnte wenn sie das Pferd laufen sieht.

Sie nimmt so etwas halt sehr persönlich und fühlt sich gekränkt, wenn man jemand anderen zu rate zieht als sie. Ich wollte beispielsweise einen Sitzkurs machen, bei einer Bekannten die sich auf Sitzschulungen spezialisiert hat, und erzählte ihr davon, ihm Glauben sie würde das gutheißen. Sie selbst sitzt nämlich alles andere als perfekt auf ihrem Pferd und sie weiß das auch, und daher wäre ich nie auf die Idee gekommen eine Sitzschulung bei ihr zu machen. Aber sie erwiderte sofort, sie könne mir doch auch Longenstunden geben. Als ich versuchte ihr zu erklären, dass ich gerne eine Sitzschulugn hätte, die nicht nur die sichtbaren Probleme löst, sondern die Ursachen erkennt und daran arbeitet, behauptete sie sie könne das auch und war beleidigt, dass ich lieber bei einer Sitz-Spezialistin Unterricht nehmen wollte.

N bisschen Angst habe ich schon dafür, was passiert wenn ich mein eigenes Ding mache, denn ich weiß dass sie das wohl kaum akzeptieren wird und mir bei jeder Gelegenheit sagen wird was ich alles falsch mache.

Zitat
Escy, zur Frage selbst:
- von der Muskulatur her macht es Sinn, nur alle zwei Tage gezielt zu trainieren und dazwischen was anderes zu tun. Also 3-4 Mal die Woche reicht gut.
Das hatte ich auch gehört, dass das aus Sportmedizinischer Sicht sogar sinnvoller ist als tägliche Belastung.
Zitat
- es ist völlig normal, dass ein Pferd lockerer in den Stall/ Auslauf zurück geht, als es am nächsten Tag rauskommt. Die Lösungsphase wurde nicht zum Spaß erfunden.
Und es ist doch auch normal, dass Pferde nicht jeden Tag gleich gut drauf sind und sich mit jedem Tag verbessern oder zumindest an der bisherigen Bestleistung sind, oder?

Zitat
Sind es wirklich die RLs, die nur turnier- und erfolgsorientiert sind, oder sind das vielleicht eher die Reiter? Vielleicht freut sich sogar einer der Lehrer, wenn er einen Schüler bekommt, der ernsthaftes Interesse hat, an soliden und guten Grundlagen zu arbeiten.
Also ich habe hier drei Reitlehrer zur Auswahl:
Der eine betreibt Rollkur und Druckreiterei vom feinsten - fällt also weg
Die zweite lässt meines Erachtens zu viele Lektionen reiten, lässt die Pferde nicht lösen oder zwischendrin entspannen und wenn die nicht mehr laufen wird eine Kandare eingeschnallt.
Der dritte ist ehemaliger Reitlehrer bei der Polizeireiterstaffel, von den Ergebnissen die er bringt noch mit Abstand am besten, aber er hat einen militärischen Ton drauf und seine Pädagogik ist unter aller Sau (wenn ein Pferd keinen fliegenden Wechsel springen will, dann lassen wir es so oft in die Ecke gegen die Bande traversieren und zwingen es somit in die andere Richtung weiter zu galoppieren, bis es klappt. Und es klappte eine gesamte Reitstunde nicht, ohne dass das Konzept überdacht worden wäre).
Sollte ich einen Reitlehrer außerhalb finden, dann würde ich ihn gern an den Stall holen. Allerdings könnte ich mir dann vermutlich nur noch selten Stunden leisten  :P
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