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Longieren neu erarbeiten - Traumaarbeit?

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Re:Longieren neu erarbeiten - Traumaarbeit?
« Antwort #15 am: 27. November 2011, 16:13:42 »
Hallo Verena,

das hört sich gut an! Dann hat Gloa schon sehr von Deiner Herangehensweise profitiert. Ich glaube, dass es auch immer darauf ankommt, wie alt ein Pferd/lebewesen ist, wenn das schwierige Erlebnis passiert. Mána war damals halt erst 4 Jahre alt. Wäre sie älter gewesen, wäre es vielleicht lange nicht so dramatisch für sie gewesen. Und jedes Tier verarbeitet auch die Erfahrungen anders. Schön, wenn es bei Gloa schon so viel besser geworden ist.

Vielleicht würde jemand anderes als ich Mánas Unwillen am Kopf manipuliert zu werden gar nicht als solchen erkennen. Aber ich weiß halt, wie Mána sonst ist und das ist dann schon ein Unterschied. Das Risiko mit dem Transport geht man nun mal ein, wenn man es nicht selber macht und dann noch durch ganz Deutschland. Dazu kommt die Trennung von der Herde und der Mutter. Ich denke schon, dass das zu Spätfolgen führen kann. Glück dabei ist, dass Mána ja trotzallem ein putzmunteres und gut gelauntes Pferd ist. Halt nur extrem empfindlich. Aber damit kann ich dank CT gut leben.

Grüße
Steffi
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Re:Longieren neu erarbeiten - Traumaarbeit?
« Antwort #16 am: 27. November 2011, 18:50:11 »
im TB kann man nachlesen, dass es heute sehr viel besser war. Konnte Jack heute erstmals mit gutem Gesicht im Trab nach außen schicken durch Schulter touchieren. Grantelt er, findet er sehr schnell wieder zum "gut"-Zustand zurück. Vor einigen Monaten war das noch genau andersherum, das gute Gesicht war nur ganz kurz da, und granteln überwog deutlich.
 :cheer: :cheer:
Es fühlt sich für mich auch recht stimmig an, dass ich ihm immer mehr erklären kann das die Peitsche nichts Böses ist oder macht. Er will ja laufen, er will sich so arg bemühen und ist ja selbst frustiert wenn da dieser Störfaktor ist.
Alles kommt zu dem, der warten kann.
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verena
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Re:Longieren neu erarbeiten - Traumaarbeit?
« Antwort #17 am: 27. November 2011, 20:19:32 »
Das klingt schön, Heike, super! :)
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Smiri
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Re:Longieren neu erarbeiten - Traumaarbeit?
« Antwort #18 am: 28. November 2011, 14:26:08 »
Irgendwie müssen fjordis speziell sein beim longieren....
Unsere Lotti hat auch total panisch reagiert beim longieren und sie wirft sich mit ihren 430 kg in die longe, so dass man sie kaum halten kann, allerdings nur dann wenn sie stress hat.
wir haben die longierphasen ausgeweitet und immer wenn sie stress zeigt und manchmal auch schon davor machen wir andere übungen wie pylonen umschubsen, spanischen schritt ...also ähnlich wie ihr mit der matte.(ich war nur bisher zu faul um die matte zu konditionieren...)
auch bei lotti gelingt es mittlerweile sehr schnell sie wieder aus ihrer panik und abschottung zu holen und nach kurzer pause wieder entspannt weiter zu longieren.  :click:
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Re:Longieren neu erarbeiten - Traumaarbeit?
« Antwort #19 am: 30. November 2011, 09:04:55 »
Ich weiß nicht recht, obs hier dazupasst: ich schreibs mal rein, kann man ja dann wieder löschen, wenns gar nicht passt.

Sina hat zu Beginn unserer Longenarbeit dauerhaft die Ohren angelegt. Ich hatte bloß den Kapzaum dranngemacht und die Longe in der Hand gehalten. Ich hab sie einfach geclickt, wenn die Halshaltung ok war - hier hab ich die angelegten Ohren erstmal irgnoriert. Mit der Zeit hat sie wohl gemerkt, dass ihr da nix passiert und die Ohren kamen immer mal vor  :click:.
Jetzt darf ich schon die Peitsche in die Hand nehmen, da gehen die Ohren allerdings erst mal zurück. Aber umso länger ich die Peitsche nur halte und beim  :keks: laß sie sie in der Mitte fallen und geh ohne die Peitsche auf sie zu, desto öfter gehen ihre Ohren vor.
Sie merkt also, dass ihr damit nix passiert. Ich setz sie aber auch nicht ein, ich halte sie bloß.

Nennt man das nun Desensibilisieren? Jedenfalls etwas in der Richtung wirds sein. Ich glaub einfach, dass longieren bei ihr irgendeine negative Empfindung auslöst. Ich muß sie aber bewegen und dass möglichst ohne Reiter, um die Muskeln ohne Beeinträchtigung zu trainieren, da bleibt uns nicht viel Alternative übrig.
Daher denke ich, dass man diese negativen Gefühle irgendwie - ich sag mal - wegclicken kann, damit fürs Pferd die positive Erfahrung überwiegt und irgendwann das Negative überlagert wird.

lg, ramona
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Re:Longieren neu erarbeiten - Traumaarbeit?
« Antwort #20 am: 30. November 2011, 09:11:07 »
Hallo Ramona,

ist doch sehr schön, wenn Dein Pferd seine Scheu vor dem Longieren ablegen kann. Wenn die negativen Erfahrungen oder eine gernelle Unsicherheit zwar vorhanden, aber nicht massiv waren/sind, dann geht auch die Gewöhnung relativ zügig von statten. Ein Stück weit, kannst Du das sicherlich Desensibilisierung nennen, aber Gewöhnung passt besser, da damit auch der Lernprozess beschrieben wird. Das ist ja keine passive Sache sondern ein aktiver Lernprozess beim Pferd.
Kannte Dein Pferd denn die Longierpeitsche schon von der Freiarbeit? Da ist man ja oft ein ganzes Stück weiter weg vom Pferd, gerade wenn man auf dem ganzen Reitplatz z.b. longiert. Oftmals empfinden die Pferde dabei dann weniger Unsicherheit vor der Peitsche.

Grüße
Steffi
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Re:Longieren neu erarbeiten - Traumaarbeit?
« Antwort #21 am: 30. November 2011, 09:58:43 »
Nein, in der Freiarbeit kannte Sina die Peitsche noch nicht, allerdings holt die SB die Pferde immer von der Weide rein mit ihrer Longierpeitsche, die einen langen Schlag hat. Ich hab eine Fahrpeitsche mit einem kurzen Schlag, ich berühre Sina also niemals mit dem Schlag, ich schnalze max. damit.
Ich bin auch ziemlich begeistert, wie schnell Sina das negative Verhalten ablegt, im Zusammenhang mit der Clickerei.
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Motte
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Re: Longieren neu erarbeiten - Traumaarbeit?
« Antwort #22 am: 29. April 2014, 14:09:42 »
Hallo!  :)

Ich möchte euch einmal um Rat bitten. Und zwar geht es um mein Pflegepony Lotta.
Um eine kleine Vorstellung von ihr zu haben: sie ist eine Shetlandpony-Stute und 21 Jahre alt. Sie hat einen eher ruhigen, sensiblen und krankheitsbedingt auch unsicheren Charakter. Dadurch zieht sie sich eher in sich hinein. Unsere Bindung würde ich als sehr eng beschreiben. Auf jeden Fall hat sie keine Angst vor mir, ganz im Gegenteil. Wenn sie Angst hat sucht sie meistens eher Schutz bei mir. Und auch wenn es vielleicht kitschig klingt, habe ich das Gefühl, dass wir beide aufblühen, wenn wir zusammen sind.  :jaso:
Durch das Clickertraining hat sich unsere Arbeit stark geändert und zwar zum positiven. Sie ist viel motivierter und aufgeschlossener geworden. Ich arbeite mit so wenig Druck wie nur möglich mit ihr, deshalb darf sie auch sagen, wenn ihr etwas nicht passt oder Ideen einbringen.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich in diesem Thema richtig bin, als 'Trauma' würde ich unser Problem nicht bezeichnen und wenn als kein starkes.
Vor dem Clickern, muss ich zugeben, dass ich vermehrt mit viel Druck gearbeitet habe und das unser Problem zum Teil vielleicht sogar verursacht hat. Wie sie zuvor gearbeitet wurde, weiß ich leider nicht.
Aber nun möchte ich erst einmal zu unserem Problem kommen.  :confused:
Es geht darum, das sie sich stark in sich verkriecht, wenn ich sie in Longierhaltung führe. Also Führposition am Kopf/Hals, Füße in Laufrichtung, Oberkörper zum Kopf/Laufrichtung (etwas schräg), in der einen Hand das Longenende und in der anderen die Longe. Ich denke, ihr wisst was ich meine.  :cheese:
Bei der Arbeit mit Lotta verzichte ich komplett auf Gerten, nicht weil ich den Gebrauch schlimm finde, sondern einfach, weil ich es persöhnlich nicht schön finde und es bei uns durchaus auch ohne geht. Auch wenn die Gerte in meinem Sinne nur als Armverlängerung und nicht zum Treiben genutzt wird.
Dennoch denke ich, das bei Lotta das Ende der Longe schon die Idee von Druck verkörper, auch wenn dies überhaupt nicht gewollt ist. Nun könnte ich natürlich einfach nur eine Hand für die Longe nutzen. Aber einer Seits fände ich es so unhandlich, besonders in der Hilfengebung und anderer Seits möchte ich ihr diese Angst nehmen, wie es hier in dem Thema schon angesprochen wurde.

Jetzt steige ich selbst nicht mehr durch meinen Text, also erzähl ich einfach mal, wie ich mit ihr das Longieren erarbeiten möchte.  :confused:
Vorab kennt Lotta die Matten als Bodentarget und das Handtarget. Unglücklicherweise habe ich ihr auch einmal das Pylonenumschubsen beigebracht, was sie natürlich sehr gerne abietet beim Longieren.  :cheese: (Sie kennt natürlich auch schon andere Übungen. )
Den Longierkreis, der bei uns durch Platzmangel leider sehr klein ausfällt (etwa 22 Füße Durchmesser), grenze ich mit 8 kleinen Pylonen ab und verteile außen herum 4 Matten. So hatte ich vor mit ihr die Distanz zu erarbeiten. Das klappt im Grunde auch ganz gut. Wir sind zwar noch ziemlich am Anfang und haben mit der Dinstanz noch nicht begonnen, aber sie liebt die Matten und lässt sich super im Kreis von einer zur anderen Matte führen. Wenn ich sie jedoch in Longierhaltung führen möchte, verschließt sie sich wieder. Ich lasse ihr dann immer eine Weile zum Nachdenken und bleibe in der Position, verkrampft sich die Situation aber zu sehr und wir werden zu frustriert, löse ich die Situation durch ein bis zwei Handtargets. Ist das vom Gedanken her richtig oder verwirre ich sie damit nur noch mehr?

Im Moment geht es mir erst einmal nur um die Idee vom Longieren und noch nicht um Stellung, Biegung, usw. Mit dem Longenkurs werden wir uns dann vielleicht irgendwann einmal befassen, aber vorerst reicht es mir sie einmal die Woche an der Longe etwas bewegen zu können. Am Anfang wollte ich mich deshalb auch erst einmal nur auf den Kreis beschränken und dann mit der Zeit natürlich auch Slalom, ganze Bahn, Handwechsel, usw. einbauen, um langsam in die Longenarbeit ein zu steigen.
Für mich würde auch keine Welt zusammen brechen, wenn ich sie nicht longieren könnte, aber ich hätte so Lust dazu und würde die Freude daran gerne mit ihr teilen. Vorallem würde ihr auch ein bisschen mehr körperliche Bewegung gut tun, da würde mir Schritt an der Longe schon vollkommen reichen, aber momentan machen wir hauptsächlich Kopfarbeit und gehen ansonsten einmal in der Woche spazieren, weil ich durch ihre Krankheitsgeschichte eben auch nicht zu viel machen möchte.

Entschuldigt bitte meinen Roman und das Wirrwar von Text.  :lol:
Ich freue mich schon sehr auf Antworten und Ratschläge von euch!  :)

« Letzte Änderung: 04. Mai 2014, 10:48:03 von Muriel »
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