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Zuviel Beweglichkeit?

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Re: Re: Das sommerliche Clicker-Freiluft-Café
« Antwort #30 am: 19. September 2018, 11:20:34 »
ja *seufz*

Wie Anett schon sagt, die Hypermobilität ist teilweise zuchtbedingt, weil alle mehr WOW in den Bewegungen haben wollten, und mehr "Bounce" geht halt auf Kosten der Stabilität. Das zieht sich mittlerweile durch fast alle Rassen :(
Ein weiterer Grund kann mangelnde Mineralversorgung in der Aufzucht sein, so dass das Bindegewebe insgesamt schwach und unterversorgt ist.

Das Ergebnis ist eben eine Schwäche im gesamten Bindegewebe, Bänder, Sehnen etc, alles was Gelenke und den Körper eigentlich stabilisieren sollte. Diese Pferde müssen somit über Muskelkraft/Verspannungen versuchen sich zu tragen/halten. Deshalb erscheinen viele hypermobile Pferde total fest in der Muskulatur, wodurch man nicht gleich versteht, dass sie eigentlich zu weich sind und deshalb fest machen.
Da muss die Arbeit lebenslang die Balance finden zwischen gezielten Kraftaufbau für den Rumpf und Finden und Auflösen der Verspannungen, ohne dem Pferd seine Haltespannung zu nehmen.

Wenn man hypermobile PFerde zb. "sehr sanft" und langsam aufs Reiten vorbereitet, indem man ewig nur im Stand auf ihrem Rücken herumsitzt, ohne es danach wieder zu "reparieren", schickt man sie schon mit einer Vorbelastung in ihr Reiterleben. Deshalb sollte auch diese Reitvorbereitung nur nach Aufwärmen passieren, mit vorher Schritt, und nachher Bewegung, und vor allem Aktivierung der Bauchmuskulatur zum Rückenaufwölben, damit sie ihre Haltespannung wieder lösen können.

Dazu haben viele einen zu langen Rücken und können mit dem herkömmlichen "von hinten nach vorne" nicht hinreichend stabilisiert werden und machen dann eben in der Lende fest, weil die Hebel nicht richtig funktionieren.
ein Grund warum ich eben so viel Wert auf das Pre-WWYLM und das Zurückfüttern lege, weil es genau da ansetzt und die Pferde im Rumpf stabilisiert.
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Re: Re: Das sommerliche Clicker-Freiluft-Café
« Antwort #31 am: 19. September 2018, 11:52:15 »
Krass, wie das alles zusammenhängt  :confused:

Kann man das Bindegewebe/den Stützapparat denn irgendwie "füttern", um ihn zu unterstützen? Oder ist der Zug schon abgefahren?
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Re: Re: Das sommerliche Clicker-Freiluft-Café
« Antwort #32 am: 19. September 2018, 11:57:59 »
das kommt halt drauf an ob es fütterungsbedingt ist oder anlagebedingt. Ein Blutbild kann da evtl helfen um den Mineralstatus anzuschauen, aber das ist ja auch umstritten inwieweit das ein tatsächliches Bild ergibt  :confused:
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Re: Re: Das sommerliche Clicker-Freiluft-Café
« Antwort #33 am: 19. September 2018, 12:31:11 »
Mal was anderes....
Dieses "hypermobil" lese ich immer öfter in letzter Zeit, und irgendwo hatte glaube ich auch Heike mal geschrieben, dass es kaum noch nicht hypermobile Pferde gibt :juck: Woher kommt das und warum ist das so?

Weil's halt grad als Modediagnose die Runde macht - ganz so schlimm ist's gsd nicht ;-)
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Re: Re: Das sommerliche Clicker-Freiluft-Café
« Antwort #34 am: 19. September 2018, 12:35:42 »
Ich würde gerade bei hypermobilen Pferden auf gute Hufbearbeitung achten. Die Hufe von denen machen ganz oft komische Sachen, einfach durch das "labberige" oben, und die Schiefe muss dann durch noch mehr Verspannungen ausgeglichen werden.

Wollen wir die Hypermobilitätsposts vielleicht in einen Extrathread packen, dass man sie wiederfinden kann?
Liebe Grüße
Anett

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Re: Re: Das sommerliche Clicker-Freiluft-Café
« Antwort #35 am: 19. September 2018, 12:49:16 »
Mal was anderes....
Dieses "hypermobil" lese ich immer öfter in letzter Zeit, und irgendwo hatte glaube ich auch Heike mal geschrieben, dass es kaum noch nicht hypermobile Pferde gibt :juck: Woher kommt das und warum ist das so?

Weil's halt grad als Modediagnose die Runde macht - ganz so schlimm ist's gsd nicht ;-)
doch leider.  :P   Eine Kundin von mir hat versucht einen nicht hypermobilen Haflinger zu finden zum kaufen, ist ihr nicht gelungen.
Und ich würde mal schätzen locker 60-70% meiner Kundenpferde sind hypermobil.
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #36 am: 19. September 2018, 13:39:09 »
Woran erkenne ich (erkenne ICH das überhaupt? :juck: ) denn, ob ein Pferd hypermobil ist?
An diese Modediagnose hatte ich nämlich auch schon gedacht, aber meistens hat es ja doch zumindest ursprünglich Hand und Fuß, wenn etwas die Runde macht.

Jedes Pony, dass sich mal den Popo juckt, hat mittlerweile laut Facebook auch ein schweres Sommerekzem  :roll:
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #37 am: 19. September 2018, 16:13:40 »

Zitat
An diese Modediagnose hatte ich nämlich auch schon gedacht, aber meistens hat es ja doch zumindest ursprünglich Hand und Fuß, wenn etwas die Runde macht.

Jedes Pony, dass sich mal den Popo juckt, hat mittlerweile laut Facebook auch ein schweres Sommerekzem  :roll:

Nicht unbedingt - siehe KPU zB.
Aber auch das  geht wieder vorbei ;-)
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Re: Re: Das sommerliche Clicker-Freiluft-Café
« Antwort #38 am: 30. September 2018, 22:57:33 »
Ich würde gerade bei hypermobilen Pferden auf gute Hufbearbeitung achten. Die Hufe von denen machen ganz oft komische Sachen, einfach durch das "labberige" oben, und die Schiefe muss dann durch noch mehr Verspannungen ausgeglichen werden.


Was meinst Du genau damit? Bisher habe ich dazu noch von keiner Seite etwas gelesen oder gehört, was beides in Verbindung bringt  :dops:
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #39 am: 01. Oktober 2018, 07:06:29 »
Was kann man denn mit hypermobilen Pferden für Übungen machen (neben Pre-WWYLM und Zurückfüttern), um die entsprechende Muskulatur - bei Frodur wäre das vermutlich Bauchmuskulatur und alles hinten rum - auf sanfte Art ohne Hau-Ruck-Verfahren zu stärken?
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #40 am: 01. Oktober 2018, 08:30:47 »
Zitat
Pre-WWYLM und Zurückfüttern
genau das  :cheese:

Also jede Form von leichter Biegung, Vor-Zurück und vielen Wiederholungen. Meine zweite Lieblingsgrundlagenübung ist deshalb das Blümchen (ich muss mal gucken, was wir hierzu schon im Forum haben), bei dem alles auch sehr kleinschrittig und langsam aufgebaut wird.

Kann das Pferd zb longiert werden, sind sehr viele Übergänge eine tolle Sache. Unendlich wirksam ist besonders der Übergang Trab - Schritt - 2 bis 3 Schritte - wieder Antraben. Das hat bei Jack sehr viel Gutes getan für Rücken und Hinterhand.
Im Normalfall (also zu Beginn) fallen die Pferde im Übergang zum Schritt gerne auf die Vorhand. Das merkt man daran, dass sie eine erneute direkte Anfrage zum Traben überhaupt nicht umsetzen können. :neinnein:
Ich frage also so freundlich wie möglich an (ja, ich rede hier von Treiben) und clicke sofort, wenn der erste Trabschritt kommt. Das Pferd soll eben die Abfolge Trab-Schritt-wieder Trab gut kennen, damit es sich geistig und körperlich schon drauf vorbereitet, gleich wieder anzutraben. Das spricht in hohem Maß die Bauchmuskulatur an und in Folge dessen arbeitet die Hinterhand und der wichtige Übergang in der Lende immer besser.
Bei Jack hat es etwa ein halbes Jahr gedauert, bis man wirklich etwas gesehen hat (Lende ist bei ihm mit die größte Problemstelle), also man darf sich da ruhig Zeit lassen, bis das Pferd den Bewegungsablauf verinnerlicht hat.
Das geht natürlich auch frei und mit Wortsignalen, aber es sollte am besten auf der gebogenen Linie gearbeitet werden.
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #41 am: 01. Oktober 2018, 09:25:00 »
Danke danke danke :hug: Das behalte ich alles im Hinterkopf!
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #42 am: 01. Oktober 2018, 09:30:45 »
Allgemein gültige Aussagen zur Hufbearbeitung bei hypermobilen Pferden kann ich natürlich nicht treffen, dafür habe ich mich noch nicht ausreichend damit auseinandergesetzt (hätte aber Potential, mein nächstes Projekt zu werden :juck: )

Die Pferde, die ich kenne, zeigen eine Zehenfußung, wobei ich das weniger auf die Hypermobilität als auf zu lange Zehen und/oder einen unbequemen hinteren Hufbereich zurückführen würde.
Was aber auffällig ist, ist, dass sie "gerne" während einer Bearbeitungsperiode seitlich verkippen. Ich vermute, dass sie durch die größere seitliche Beweglichkeit der Zehengelenke häufiger wegknicken als stabile. Wenn das oft genug passiert, formt sich der Huf auch in die Richtung und sie knicken noch öfter weg.

Was das Training angeht, bin ich inzwischen Fan von Equikinetic, wobei man da eher mit geringer Intensität anfangen sollte als bei anderen Pferden. Außerdem mag ich alles, was in Richtung Wippen, Steppen, Wackelbretter geht, also gut für die Propriozeption ist.
Liebe Grüße
Anett

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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #43 am: 01. Oktober 2018, 11:20:03 »
Zitat
Außerdem mag ich alles, was in Richtung Wippen, Steppen, Wackelbretter geht, also gut für die Propriozeption ist.
:uschreib: und für die Bauchmuskulatur. Die Bauch- und Rumpfmuskulatur zu stärken ist ein Schlüssel zu hypermobilen Pferden.
Außerdem auch Faszienorientiertes Training, da weiß ich aber noch nicht, wie ich das über positive Verstärkung aufbauen kann. Ich habe das mit Jack an der Longe gemacht, aber es ist eben Arbeit mit durchaus konkreter Verbindung zum Kappzaum - hat mehr was von Krankengymnastik als von spielerischem Training, ist aber enorm wirkungsvoll (und furchtbar schwer zu erklären :tuete: )
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #44 am: 01. Oktober 2018, 12:36:15 »
Ich unterschreib bei Anett zu den Hufen. Häufig kippen die Pferde auch stark auf eine Hufhälfte, die dann schnell übersteil werden kann und sich nach innen verbiegt durch die Überlastung. Sie fußen beispielsweise durch einen instabilen Burstkorb leicht paddelnd zuerst mit der äußeren Hufhälfte auf und kippen dann noch seitlich nach außen weg durch die fehlende Muskuatur im Rumpf. Dadurch hebelt die innere Hufhälfte weg und trägt kaum noch. Gerne hängen diese Pferde auch im Burstkorb und hinterm Widerrist, was dann zu flache Hufe durch zu viel Gewicht auf den Trachten (die durch die Überbelastung unterschieben und/oder einrollen) hervorbringt.



LG von Frieda, Luki, Nuka, Dorado, Somnum und Baccara

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