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Das junge Pferd

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Das junge Pferd
« am: 28. Januar 2020, 12:29:57 »
Nachdem derzeit doch einige Jungpferde im Forum sind wollte ich fragen, wie ihr den Umgang und das Training so gestaltet? Worauf achtet ihr besonders, was ist schwierig?


Das Pferdekind ist drei Jahre alt und seit knapp einem Jahr bei uns. Wir haben uns dafür entschieden, sie von Beginn an über das Clickertraining und die positive Verstärkung auszubilden und verwenden es auch für den Umgang im Alltag.

Ein großes Thema derzeit ist ihre Konzentrationsspanne (maximal ein paar Minuten am Stück) und ob sie gerade hungrig ist. Dann würde sie nämlich gerne trainieren  :ichich:, aber sie kann nicht, weil sie schnellstmöglich an die Kekse möchte.  :hunger:
Höflichkeit?  :juck: Kann man das essen?

Wir sind also viel mit Management beschäftigt, um mit einem motivierten, satten, nicht hektischem Pferd arbeiten zu können. Uff  :schwitz2:

Manchmal setze ich mich dann einfach nur zu ihr an die Heukiste und sehe ihr beim Fressen zu.  :candy:

Wie handhaben andere das?
Liebe Grüße, Anna
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Re: Das junge Pferd
« Antwort #1 am: 28. Januar 2020, 13:52:35 »
Hallo!

Genau mein Thema. Ich habe seit etwas über einem Jahr mein Jungpferd, im Juni wird sie 3. Auch ich wollte sie unbedingt direkt mit dem Clicker ausbilden. Sie hat Click + Futter sehr schnell verstanden, wurde aber mit der Zeit immer rüpeliger. Das war sicher mein Fehler, da ich vielleicht etwas nachlässig mit der Höflichkeit war. Letztendlich war mir das Futter-Fixierte zu viel und ich hatte es ein halbes Jahr auf Eis gelegt und nur mit Freundlichkeit und trotzdem Belohnung und sogar manchmal Click-Geräusch weitergemacht. Durch Zufall habe ich es nun wieder hervorgekramt und es ist alles noch da, besser noch: Es funktioniert alles viel besser. Im Nachhinein hab ich das Gefühl, sie war vielleicht zu hibbelig dafür. Zwischendrin für bestimmte Dinge hat es super geklappt, aber alles zu Clickern hat sie glaub ich einfach verrückt gemacht.

Zum Beispiel Anbinden/Putzen geb ich nur noch für bestimmte, besonders tolle Sachen einen Klick... Wir gehen ja über 1 h spazieren, auch allein. Da baue ich dann hier und da bestimmte Übungen ein und geh dann nach C+B einfach wieder eine ganze Weile weiter. Sie versteht es super.

Ich versuche mich jetzt an klaren Körpersignalen für Entspanntes Stehen oder auch das Ende von der Clickerei  :cheer:. Ich hoffe, das klappt nun nachhaltig. Jedenfalls hatte ich bei meiner das Gefühl, ich hab zu viel und alles geklickt und das war verkehrt. Seitdem funktioniert der Alltag viel, viel besser.

Jungpferde sind so toll!

Grüße, Solveig
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Re: Das junge Pferd
« Antwort #2 am: 28. Januar 2020, 17:35:35 »
Huhu :)
zählt 5 auch noch als Jungpferd?^^

Jolly kam roh mit 5 Jahren zu mir. Er hatte da kurze Clickererfahrung mit Targetstab, wurde dann aber wieder gelassen, weil er zu langsam lerne.
Nicht, dass ich das bestätigen könnte... Er ist aber sehr stressempfindlich und wenns ihm zu viel wird, macht er einfach nichts mehr. Das ist ok.

Ich halte meine Ponys in Eigenregie, daher war ich von Beginn weg fast täglich da. Zu Beginn wars ein reines "was traust du dich, was traust du dich nicht?". Wir haben uns aneinander ran getastet, wortwörtlich. Pony fand Menschen ja gruselig und böse durch doofe Vorgeschichte.
Erstaunlich schnell taute er auf. Halfter war lange eine böse Sache (wie gesagt, Vorgeschichte...) und Stricke sind Schlangen per se.
Ich hab versucht, so vieles wie möglich im Alltag einfliessen zu lassen. Bänder aufgehängt zum durchlaufen, Helfter irgendwo hingehängt zum anschauen. Nebenbei wurden die anderen Pferde und Heldi völlig normal gearbeitet, zum Teil auch auf dem Auslauf. Als das eine geritten wurde und Jolly zuschauen durfte, fand er es sehr komisch.
Er war aber sehr motiviert und wollte unbedingt auch alles machen, was die Grossen machen.
Immer wollte er mit, selbst wenns ihm eigentlich zu viel war.
Ich trainierte ihn aktiv etwa 1-2mal pro Woche, manchmal auch gar nicht. Gestreichelt und so wurde er aber jeden Tag.
Diesen Rhytmus halten wir bis heute bei. Er wird nun schon acht... Ist angeritten, läuft am Langzügel draussen, lässt sich Longieren und mag Handarbeit nach AR. Ich kann ihn an der Kutsche mitnehmen und am Rad. An Tricks kann er nur Kopfsenken und Spanischen Gruss. Das ist bei ihm einfach nicht wichtig. Wenn ich mit ihm trainiere, dann so, dass er sein Körpergefühl verbessern kann (welches, durch Hypermobilität und vermutetem einseitigen Augendefekt, einfach nicht berauschend ist).
Alles in Massen, und noch immer sehr schonend. Wir haben ja alle Zeit der Welt.

Sehr sinnvoll fand und finde ich bei ihm, wenn er wieder Hypermotivations-Phasen hat, Pre-WWYLM. Das beschäftigt seinen Körper und Kopf gleichermassen und er wird ausgeglichener.

Wenn ich wieder ein Jungpferd hier hätte, wäre es jünger als fünf. Dann würde ich all die Grundlagenarbeit schon zuvor machen. Begonnen beim Motto "Halfter anziehen ist toll, weil dann darf man was machen!". Des weiteren Führtraining, "Menschenkunde" (Dass das Pony Verständnis entwickelt, dass auch der Mensch mal rumrennt und lustig ist. Dass dies nicht gefährlich ist, sondern fröhlich. Dass das Pony dann gern mitmachen darf.), allgemeiner Umgang. Und korrekte Hufbearbeitung von Anfang an...
Als Ziel habe ich nur ein gesundes, zufriedenes Zusammenleben mit dem Pony. Ob es vor der Kutsche läuft, unterm Reiter, daneben oder davor, das ist zu Beginn unwichtig und wird sich später von allein zeigen.
Liebe Grüsse

Heldur, Herjólfur und Jj
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Re: Das junge Pferd
« Antwort #3 am: 28. Januar 2020, 19:30:06 »
mit drei hab ich mich bei meiner beim spazieren gehen immer mal für ein paar minuten drauf gesetzt, ansonsten war ich spazieren, hab sie als handpferd mitgenommen oder sonst auch mal longiert und zirkuslektionen gemacht oder auch einfach mal gar nix.
ich hab damals schon recht früh angefangen, sie mit  so sachen wie halfterführigkeit, gelände, sattel und anderen ausrüstungsgegenstände  vertraut zu machen, das kannte sie eigentlich alles schon mit ein paar monaten und das würde ich immer wieder so machen, weil`s viele dinge stark vereinfacht, wenn man die sachen peu a peu nebenher mittrainiert. bei meiner hatte ich auch den vorteil, dass ich sie selber gezogen habe und die mama fast immer mit dabei war und sie sich auch einfach sehr viel abgeschaut hat - dadurch war die ausbildung und auch das einreiten eigentlich sehr unspektakulär. 
was ich im nachhinein gesehen sehr angenehm fand, war, dass man wirklich bei null ansetzen konnte und nicht bei manchen themen eine negative vorgeschichte aufarbeiten musste - zb. beim thema hufbearbeitung. da war`s bei der mama so, dass sie anfangs nur mit sedierung bearbeitet werden konnte, als sie zu mir kam. das war dann beim jungen pferd wirklich schön zu sehen, wie leicht die sich damit tun können, wenn sie fohlengerecht lernen können.
ich würde mein jungpferd immer wieder mittels +v ausbilden und bis jetzt (heuer wird sie 16) hab ich auch noch nix gefunden, wo ich mit dem clicker angestanden wäre.
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Re: Das junge Pferd
« Antwort #4 am: 04. Februar 2020, 16:33:34 »
Mein "Kleiner" wird diesen Mai 5, kam aber als Absetzen mit gut 10Monaten zu mir.
Ich habe ihn auch direkt an das Clickern gewöhnt, aber er war auch etwas übereifrig/hapsig usw.
Wir haben dann erstmal viel Zeit mit ankommen im neuen Heim, der neuen Gruppe usw. verbracht und ich hab ihn wenig bis gar nicht mehr geclickert...aber trotzdem alles möglichst positiv und auf Neugierde hin gestaltet.
Richtig aktiv mit dem Clicker trainieren tun wir erst seit gut einem Jahr.

Im Nachhinein würde ich sagen, ich hätte ruhig zwischendrin spielerisch etwas mehr Grundlagentraining mit Clicker machen können, aber zu "Schäden" hat es auch nicht geführt. Jetzt ist er eifrig&motiviert und wir holen alles nach.

Mein Rat daher: Mach es so, wie es dein Bauchgefühl für richtig hält. Solange die Grundeinstellung positiv ist, kannst du nichts falsch/kaputt machen. ;-)
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