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Spezialheft „Pferdefütterung“ von Natural Horse

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Spezialheft „Pferdefütterung“ von Natural Horse
« am: 23. Oktober 2017, 11:34:37 »
Nach Durchackern dieses Heftes (schon im Sommer zum Sonderpreis von 5 € erstanden) habe ich einiges im Bereich „Pferdefütterung“ endlich gründlich nachvollziehen können, weil alle Artikel zu den verschiedenen Themen wirklich gut erklärt sind. Das Fazit ist allerdings – wie nicht anders erwartet – „richtig“ richtig machen können es eigentlich nur Großgrundbesitzer, die ihre Pferdeweiden komplett selbst bewirtschaften und das Heu in eigener Trocknungsanlage gewinnen können.
Wir anderen müssen aus den verschiedensten Gründen (örtliche Gegebenheiten wie Art, Lage, Größe der Weide, Lagerkapazitäten, Angebot der örtlichen Landwirte, Angewiesensein auf Stallbesitzer, zeitliche Einschränkungen, Zusammenstellung der Pferdegruppen usw. und so fort) Kompromisse machen. Ich persönlich war immerhin nach der Lektüre weitgehend mit meiner bisherige Fütterpraxis zufrieden und habe nur als Konsequenz die Fütterung von Müsli an meine 33-jährige Seniorin komplett beendet. Sie bekommt jetzt bereits das Agrobs „Kraftpaket“ und wenn die Weide im Winter nicht mehr viel hergibt, „normale“ Heucobs in möglichst vielen Portionen verteilt dazu.
Das „Cool-Müsli“ dient jetzt nur noch als sehr gut dosierbares Clickerfutter. Hinsichtlich der Riesenauswahl an Kraftfutter jeglicher Art, oft optisch so ansprechend, dass man sich auf Messen wie an der Trüffelbar bei „Arko“ vorkommt, ist mir jetzt noch klarer, dass das alles mehr oder weniger für den Kopf des Menschen und nicht für die Verdauung des Pferdes gemacht ist.

Hinsichtlich der Heulage ist mein schlechtes Gewissen leider größer geworden. Hier wurde mir dann auch klar, dass hauptsächlich die in Heulage enthaltene Milchsäure das Problem insbesondere für den Dickdarm ist. Da aufgrund meiner eingeschränkten Lagerkapazität für Rauhfutter die Heubeschaffung einen gewaltigen immer wieder kehrenden zeitlichen und organisatorischen Aufwand bedeuten würde, hoffe ich mal, dass die Heulage bei meinen Rössern keinen allzu großen Schaden anrichtet, weil nur maximal 5 Monate im Jahr verfüttert und immer mit Weide und Haferstroh dazu. Wenn ich dann irgendwann nur noch einen „Großen“ habe, Großballen eh zu viel sind und mehr Platz für Heulagerung, da dann weniger Stroh nötig, werde ich vermutlich umstellen. Und habe dann „nur“ noch die Sorge wegen guten Heuwetters ….

Immer wieder Thema des Heftes ist, wie unterschiedlich die Ansprüche von Pferden entsprechend ihrem Anteil am jeweiligen „Urpferdetyp“ (Urpony, Tundrenpferd, Uraraber, Steppenpferd) sind. Und dass fast alles, was nicht Warm- oder Vollblut ist, unter deutschen Verhältnissen eigentlich nicht schlank zu halten ist- außer man hat gaaanz viel Zeit für Bewegung.
Das Iberer z.B. fast genauso von Luft und Liebe leben können wie Shettis und ähnliche Robustponys und Kaltblüter darauf selektiert wurden, aus minimalem Futter maximale Zugleistung herauszuholen, war mir so deutlich auch nicht klar.
Schwupps manifestiert sich dann das Problem, dass man „eigentlich“ nur Pferde ähnlicher Typen zusammengefasst im Offenstall wirklich gut angepasst füttern kann – aber „in Echt“ dann andere Vorzüge des Stalles oder der menschlichen Partner der Haltergemeinschaft mehr gelten bzw. viele Einsteller wahrscheinlich eh keinen großen Einfluss darauf haben, mit welchen Pferden das ihre zusammenlebt und frißt.
Das Thema „Heufütterung“ wird sehr ausführlich behandelt, auch mit vielen praktischen und realitätsnahen Tipps zur Art der Darbietung, Futterumstellung, Offenstallmanagement, „Fressbremsen“ wie Heunetze, Gitter usw.

Themen des Heftes sind außerdem: z.B.:
•   Dickes Pferd – was nun?
Heulage – wirklich verträglich für das Pferd? – nun ja, s.o….. seufz….
•   Die 10 häufigsten Fütterungsirrtümer  - z.B. Öl ins Futter ist ziemliche Kokolores, nicht das Biotin macht die Hornqualität besser, sondern eher die dazu gemischten Zink und Schwfel…
•   Heu – das neue Kraftfutter?
•   Toxische Belastungen in Futtermitteln – das macht keinen Spaß, insbesondere, weil man darauf so wenig Einfluss hat
•   Wenn Pferde „komische“ Sachen fressen – Ursachen und Abhilfe – sehr interessant, z.B. auch erklärt, was Pferde an Pfützen und Modderlöchern so attraktiv finden
•   Große und kleine Kaltblutpferde / Unterschiede der verschiedenen Typen (für mich interessant, dass die Veranlagung für PSSM – der Tinker einer Freundin leidet darunter – möglicherweise unterbewusst reinselektiert wurde, weil mit dieser Genmutation vereinfacht gesagt Zucker/ Kohlenhydrate sehr schnell und effektiv in große (Zug) Leistung umgewandelt werden können.
•   Auswirkung der Fütterung auf Hornqualität
•   Zucker in der Pferdefütterung – wie in der menschlichen Ernährung, überall drin, worin man es irgendwie nicht so (oder nicht in dem Umfang) vermutet, z.B. in Heu
•   Offenstallmanagement

Zu bestellen bei https://crystal-verlag.com/produkt/natural-horse-spezial-pferdefuetterung-band-1/, 9.80 € zzgl. Porto. Sehr, sehr lohnenswert, finde ich, vielleicht auch ein nettes Geschenk für Freunde, die offen sind für wissenschaftliche bzw. nachvollziehbare Erklärungen.

Gruß
Katja
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Re: Spezialheft „Pferdefütterung“ von Natural Horse
« Antwort #1 am: 23. Oktober 2017, 15:05:46 »
Danke für die ausführliche Zusammenfassung :keks: Ich habe das Heft auch gelesen und fand es schön als Überblick, auch wenn ich die meisten Sachen schon kannte.
LG Tine
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Re: Spezialheft „Pferdefütterung“ von Natural Horse
« Antwort #2 am: 23. Oktober 2017, 15:33:02 »
Hui, das klingt interessant  :nick: Glaube, das werde ich mal bestellen.

Warum ist laut dem Heft denn Öl Blödsinn? Da gehen die Meinungen ja ganz gewaltig auseinander.... Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen gemacht in der Auffütterung damit, daher interessiert mich das im Einzelnen. Aber wenn das Heft wirklich unabhängig und wissenschaftlich aufgebaut ist, lohnt es sich vielleicht wirklich  :keks:
Liebe Grüße, Lena

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Re: Spezialheft „Pferdefütterung“ von Natural Horse
« Antwort #3 am: 23. Oktober 2017, 15:41:05 »
Naja es ist halt ein Pferdemagazin mit Artikeln von den Leuten, die man auch sonst viel liest  :) ich glaub beim Öl geht es hauptsächlich drum, dass das Pferd es überhaupt nicht gut verwerten kann.
LG Tine
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Re: Spezialheft „Pferdefütterung“ von Natural Horse
« Antwort #4 am: 23. Oktober 2017, 15:48:02 »
Ja, das liest man immer wieder. Und das Gegenteil auch :juck: Naja, wer 500 ml Öl täglich in sein Pferd kippt braucht sich nicht wundern, dass es nicht verwertet werden kann. Kleine Mengen sind ja auch in diversen Ölsaaten enthalten, die ein Pferd in der Natur zu sich nehmen würde, also muss es eine gewisse Ölverwertung können :juck: Meine Theorie zu dem Ganzen. Ist wohl wie mit allem, fragst 10 Leute kriegst 100 Meinungen, und jede ist die Richtige  :cheese:
Liebe Grüße, Lena

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Re: Spezialheft „Pferdefütterung“ von Natural Horse
« Antwort #5 am: 23. Oktober 2017, 15:50:05 »
Ich kenne mich damit eh nicht besonders gut aus, da haben wir hier im Forum zum Glück Leute die mehr Ahnung haben  :rotw:
LG Tine
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Re: Spezialheft „Pferdefütterung“ von Natural Horse
« Antwort #6 am: 23. Oktober 2017, 16:00:57 »
Pferde können Öl bis zu einer gewissen Menge sehr gut verwerten und es ist ein hervorragender Energielieferant, wenn das Pferd Energie braucht. Zudem können spezielle Öle mit einem hohen Omega-3-Fettsäuren-Anteil Entzündungsprozessen entgegenwirken. Öl als Energielieferant braucht das durchschnittliche Freizeitpferd nicht, im Sport oder bei alten Pferden macht das aber durchaus Sinn.

Auch dass Heulage den Darm belastet stimmt so nicht. Es gibt sicher individuelle Unverträglichkeiten, aber an und für sich ist eine gute Heulage durchaus ein geeignetes Pferdefutter. Gute Heulage ist aber natürlich ebenso schwer zu bekommen wie gutes Heu.

Ich kenne das Heft nicht, wäre aber bei Fütterungsartikeln immer vorsichtig, auch wenn da sicher auch viel wahres drin steht. Letztlich kann aber ja jeder alles veröffentlichen, was er will - wie viel Hand und Fuß das hat, ist immer eine andere Frage. Deshalb finde ich es da immer wichtig zu schauen: Welche Qualifikation hat der Autor des Artikels? Womit belegt er seine Aussagen? Mit Sicherheit auf wissenschaftlichen Grundlagen beruhend lernen in Deutschland über Fütterung Tiermediziner und Agrarwissenschaftler. Das deutschsprachige Standarwerk über die Pferdefütterung ist der Meyer/Coenen "Pferdefütterung", der auch von Laien ganz gut verstanden werden kann, wenn man da Interesse hat. Da stehr nur drin, was experimentell auch so nachgewiesen wurde.

« Letzte Änderung: 23. Oktober 2017, 16:03:16 von mochuisle »
Liebe Grüße
Celina
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Re: Spezialheft „Pferdefütterung“ von Natural Horse
« Antwort #7 am: 23. Oktober 2017, 16:43:38 »
Danke!
LG Tine
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Re: Spezialheft „Pferdefütterung“ von Natural Horse
« Antwort #8 am: 24. Oktober 2017, 09:25:00 »
Hab das Heft jetzt nicht hier, aber ich glaube, bei vielen Artikeln wurden unten wissenschaftliche Untersuchungen angegeben ... Das mit der Heulage beruhigt mich dann ja wieder ein bischen ;)

Gruß
Katja
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