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Fütterungstechniken trainieren

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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #15 am: 17. Januar 2016, 09:02:02 »
Danke Cinnamon, ich werde das mal ausprobieren. Im Moment scheint es (wieder) so zu sein, dass mein Wallach mir am liebsten auf den Arm kriechen möchte, um möglichst dicht am Futter zu sein. Für solche Situationen hätte ich dann gerne eine Möglichkeit, ihn aus meinem Raum heraus zu haben, OHNE ihn aktiv weichen zu lassen. Dafür fände ich das Rückwärtsfüttern dann ganz gut geeignet, oder was meinst du? Und eben für solche Momente, in denen ich ihn in Position füttern möchte.
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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #16 am: 17. Januar 2016, 09:31:37 »
Ich setz das relativ oft ein, weil Jim dazu neigt, mit allen vieren  Boden zu kleben und sehr schwer von der stelle zu kommen. Wenn wir ab und an ein rückwärts füttern einbauen, wirkt sich das positiv auf unser vorwärts bzw dynamischere Bewegungen allgemein aus. :juck: wobei das schon nicht mehr so viel zurück ist dass es eine positions Korrektur ist. Sollte ich das dann lieber sein lassen?

Eigentlich wollte ich was zum Zungenclick sagen: da gibts auch ein Video von Heike, kanns dir am Handy leider nicht raus suchen.
Liebe Grüße, Linda
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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #17 am: 17. Januar 2016, 09:45:03 »
Ich würde sagen, was hilft, zählt  ;) Also wenn Jim aus der Gewichtsverlagerung nach hinten (durchs Futter) von der Vorhand kommt und besser antreten kann, was spricht dagegen? Dann hat es ja auch wenig mit Korrektur, sondern mit Vorbereitung auf die nächste Übung, zu tun.
LG Tine
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Ab und zu ist es gut, in unserem Streben nach Glück innezuhalten und einfach glücklich zu sein ~ Guillaume Apollinaire
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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #18 am: 17. Januar 2016, 09:47:49 »
Danke, war grad leicht verunsichert  :keks:
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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #19 am: 17. Januar 2016, 10:15:24 »
Zitat
das futter hat er sich ja bereits verdient, ergo macht es keine sinn, ihn zusätzlich mit rw-gehen in die pflicht zu nehmen

Ich sehe keinen Unterschied zum Füttern in Bewegung nach vorne oder "weit weg von mir". Das Problem ist nur im Kopf des Menschen, der "das Pferd weicht vor mir zurück" als Dominanzgeste abgespeichert hat. Im Hundetraining ist es völlig normal dass Futter geworfen wird und der Hund es sich dort holt. Wie in diesem Video zu sehen, wird über die Futterrichtung gezielt trainiert.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieses aus dem Zurückfüttern entstehende Rückwärtsgehen auch eine sehr wichtige körperliche Komponente hat.  Voraussetzung ist natürlich dass ich das eben achtsam einsetze und dem Pferd langsam erkläre, wie es sich zum Futter hinbewegen kann.
Je mehr das Pferd eigenständig und eigenmotiviert in die Rückwärtsbewegung findet, desto mehr kommt das Becken in Bewegung. Beim "guten" Rückwärts wird es stärker abgekippt und das Pferd beginnt den Rücken aufzuwölben.
Wenn ich dagegen "mache" dass das Pferd rückwärts geht, wird es sich sehr oft nur nach hinten schieben und dabei auf die Vorhand kommen.
• Das aus dem Füttern entstehende Rückwärts kann mir also helfen die Hinterhand in einer sehr guten Weise zu aktivieren.
• Als Korrekturmaßnahme für Rempler installiere ich quasi nebenbei dass das Pferd sehr leicht auf meine Körpersprache hin (Drehung zum Pferd, ausgestreckter Arm) willig sich zurückorientiert
• es geht freiwillig aus meinem Raum heraus und lernt das als eine tolle Möglichkeit kennen, zu "betteln".
Und mir ist ein Pferd, das zum Betteln mehrere Schritte von mir weg geht, lieber als eins, das mich bedrängt oder scharrt.



In irgendeinem Seminar haben wir einmal ein Video gesehen von einem Hund in einem Trainingsprozeß. In der Aufgabe war es wichtig, dass der Mensch so bewegungslos wie möglich auf seinem Stuhl saß. Es stellte sich heraus dass schon das Futterwerfen eine zu große Ablenkung war. So war der nächste Schritt, dass der Mensch das Futter in ein Rohr legt, wodurch die Futterbelohnung direkt in die am Boden stehende Futterschüssel rollte.
Das Problem war nur zunächst, dass der Hund das Futter nun nicht mehr wahrnahm, da er nicht auf das futter, sondern die Fütterungsgeste konditioniert war.  :nick:
So musste er also erst lernen auf das Geräusch zu achten "Futter fällt in die Schüssel".

Deshalb ist es wichtig, verschiedene Fütterungstechniken Schritt für Schritt zu erklären, damit das Tier immer weiss wo es seine Futterbelohnung erhält. Und natürlich können wir uns die "nebenbei" enstehenden Konditionierungen auf die Körpersprache zunutze machen, um höflichere Pferde zu erhalten.

Ich kann das Zurückfüttern auch mit einer ganz leichten Übung verbinden, zb Handtarget - Click - Zurückfüttern. Dabei muss ich nur darauf achten, dass ich das körperliche Vermögen des Pferdes nicht überreize. Für viele Pferde ist rückwärtsgehen anfangs körperlich einfach schwierig. Je öfter ich das in kleinsten Schritten übe, desto einfacher und wertvoller wird es für das Pferd.

Auch bei einem Rempler würde ich das deshalb gezielt, aber dosiert einsetzen, also nicht prinzipiell nach jedem Schritt. Es sei denn, ich hätte ihn wirklich bei jedem Schritt auf der Tasche. Dann füttere ich eben bei jedem Schritt nach hinten - oder nach außen, von mir weg.
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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #20 am: 17. Januar 2016, 13:13:04 »
Ich würde sagen, was hilft, zählt  ;) Also wenn Jim aus der Gewichtsverlagerung nach hinten (durchs Futter) von der Vorhand kommt und besser antreten kann, was spricht dagegen? Dann hat es ja auch wenig mit Korrektur, sondern mit Vorbereitung auf die nächste Übung, zu tun.
genau  :nick:


@ heike: das problem ist nicht die dominanzgeste, sondern, dass man den markerpunkt für ein verhalten setzt. fordert man danach noch extraübungen ein, kann das für das pferd ziemlich frustrierend sein.
feed for position ja gerne, aber alles mit maß und ziel.
rw gehen kann man ja auch so immer mal trainieren mit dieser technik, ohne das pferd dabei aktiv zu schicken - ich würde es nur eben als eigenständige übung anlegen bzw. dann mit ketten arbeiten und nicht nach markieren und beenden eines  verhaltens nochmals zusatzaufgaben einfordern.
daher als korrekturmaßnahme gerne, im endeffekt soll das pferd nach dem click aber einfach nur blanciert stehen bleiben. genauso  wie es den kopf gerade halten soll und nicht automatisch nach jedem click von mir weg drehen (sieht man ja auch oft).
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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #21 am: 17. Januar 2016, 16:50:04 »
Eure Tipps waren super hilfreich, Rückwärtsfüttern klappt jetzt  :cheerleader:
Lag also mal wieder nur an mir  :cheese:
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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #22 am: 17. Januar 2016, 19:18:44 »
supi  :dops:
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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #23 am: 10. Januar 2018, 10:55:40 »
Wenn ich mir das jetzt so durchlese (Fütterungstechnik ist mein nächstes Kapitel  :rotw: ), wäre ein Rückwärtsfüttern, wie ich es gerade mache beim Spaziergang, eigentlich falsch... Lucca läuft prima auf meiner Schulterhöhe, aber wenn ich clicke, macht er noch einen Schritt, während ich schon stehenbleibe und kommt somit vor mich, also biete ich ihm das Futter an seinem Hals an, damit er zurückgehen muss :juck: Ist das noch Feed for Position oder schon zuviel? Weil er macht dann teilweise nach jedem Click schon eine Rückwärtsbewegung (was ich eigentlich gut finde, weil er seinen Rücken schön trainiert damit, gerade bergauf), aber eben auch ohne weiter hinten angebotenes Futter... ???

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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #24 am: 21. März 2018, 08:52:56 »
Kurze Frage zum Zurückfüttern:
Lasst ihr das Pferd gleich von Beginn an zwei, drei SChritte zurückweichen, oder reicht euch einer und ihr steigert das dann? Irgendwie habe ich noch keine klares Bild im Kopf, wie ich damit beginnen sollte  ???
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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #25 am: 21. März 2018, 09:07:57 »
es reicht anfangs sogar nur eine Gewichtsverlagerung nach hinten - Pferd braucht ja erstmal überhaupt die Idee für rückwärts ohne Druck.
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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #26 am: 21. März 2018, 09:19:15 »
Kurze Frage zum Zurückfüttern:
Lasst ihr das Pferd gleich von Beginn an zwei, drei SChritte zurückweichen, oder reicht euch einer und ihr steigert das dann? Irgendwie habe ich noch keine klares Bild im Kopf, wie ich damit beginnen sollte  ???

Ich lasse überhaupt nicht weichen. Darum geht es absolut nicht.

Es geht darum das Futter an einer anderen Stelle zu präsentieren als zuvor, wo ich dem Pferd das Futter immer gleich ins Maul gegeben habe. Das Pferd muss das erst lernen, wo das Futter jetzt ist. Und es muss lernen, dass es selbst sich dahin orientieren soll. Und es muss herausfinden, wie genau es das hinbekommt. Und es muss wissen, dass es dafür alle Zeit der Welt hat.

Deshalb fange ich damit an, das Futter direkt hinter dem Kinn zu geben, damit es überhaupt wahrgenommen wird wo die Hand jetzt ist. Wichtig ist nicht zu tief zu füttern, sonst verbiegen sich die Pferde nur.
Ich bin anfangs auch mit einer minimalen Rückwärtsbewegung zufrieden. Ich mache das in der ersten Einheit solange (falls es für das Pferd nicht deutlich zu anstrengend ist, dann mache ich weniger) bis das Pferd verstanden hat, dass es sich leicht durch bewegen der Füsse zurückbewegen kann - das ist nämlich nicht selbstverständlich.  :D 
Das kann für einige Pferde bedeuten, sobald sie es rausgefunden haben, dass sie mehrere Schritte zurückgehen. Das ist dann natürlich ok. Sobald sie es herausgefunden haben, wie sie sich selbst in der Futterpräsentation bewegen können, kann ich überhaupt erst anfangen die Sache zu formen, sprich ich achte genau darauf wie sie zurückgehen. 
Das ist nämlich das wichtigere daran.
Viele Pferde schieben sich anfangs zurück in dem sie den Brustkorb nach unten drücken, die Kruppe nach oben und so rückwärts gehen. wenn sie das machen, übe ich solange bis sie eine andere Idee bekommen, nämlich die Kruppe zu runden, das Becken zu kippen, den Rücken oben zu behalten und sich in der Vorhand aufzurichten.

Das übe ich aber nicht "100x bis sie es können" sondern in einer längeren Einheit wird es immer mal das Futter zum Zurückfütttern geben, bis das Pferd sein Bewegungsmuster ändert.
ich möchte nicht dass es in der "Brust tief Kruppe hoch" Bewegungsidee stecken bleibt und sich diese manifestiert.
Deshalb ist es ganz wichtig eher zu hoch zu füttern. Das sieht am Anfang sehr ungewohnt aus und fühlt sich auch ungewohnt an, aber so verstehen es die Pferde schneller dass sie sich auch anders organisieren können.
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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #27 am: 21. März 2018, 09:23:14 »
Danke, Sanhestar und Muriel, jetzt weiß ich, womit ich beginne  :)

Eine Frage hat sich gerade noch aufgetan: Wie verhindere ich, dass das Pferd sich verrollt oder den Kopf verdreht? Immerhin wäre es doch viel einfacher, sich nur zu verbiegen, als Gewicht auf die Hinterhand zu verschieben? Wenn ich bisher die Hand nicht genau unter dem Maul sondern ein bisschen weiter hinten präsentiert habe, hat mein Pferd nur den Kopf schief gelegt, um hinzukommen, von rückwärts war da wenig zu sehen (sie ist im Genick nach außen geknickt).
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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #28 am: 21. März 2018, 09:34:35 »
Vermutlich war deine Hand dann etwas zu tief, das ist mir am Anfang auch immer passiert.

Hier im Video übt Heike das mit meiner Stute: https://youtu.be/WyyYdHwy6ZY
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Re: Fütterungstechniken trainieren
« Antwort #29 am: 21. März 2018, 10:12:17 »
Da verwirft sich Chance aber auch teilweise leicht, oder mein ich das nur? Obwohl sie rückwärts geht.

Ich frage deshalb, weil Lucca sich das auch gerade angewöhnt  :roll: Er geht rückwärts, aber grunzt dabei wie eine Wutz und verwirft sich dann im Genick, um den Keks zu bekommen. Meine Hand ist bewusst etwas höher als der Halsansatz :juck:
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