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Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie

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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #15 am: 13. Januar 2021, 15:37:03 »
Pferdesprache zu verstehen, finde ich unglaublich spannend. Aber so ganz komme ich an diese ganzen Sachen nicht ran.
Ich hab mir ganz neugierig dazu ein paar einschlägige Videos angeschaut und irgendwie :shy: kommt mir das immer ein bisschen vor, wie die Gedichtinterpretationen in der Schule. Klar kann man versuchen zu deuten, was der Dichter - Verzeihung das Pferd - da sagen will. Aber was immer ich da höre, steigt in mir immer wieder auf "Was für ein Quatsch. So kompliziert sind Pferde in gar keinem Fall."
Ich bin mir auch nicht sicher, ob es gut ist, aus jedem Ohrwackeln etwas lesen zu wollen. Manchmal glaube ich mein Pferd zu hören "Jetzt schau nicht so. Ich wackel halt mal mit dem Ohr. Das ist so lose angebaut."
Und wenn ich versuche, meinem Pferd gegenüber irgend etwas von diesen ganzen Sachen anzuwenden, kommt da ein "Was willst'n jetzt. Benimm dich mal wieder normal."  :huch:

Grad gefunden, weil ich mich durch die Podcasts höre nebenbei - vielleicht kennt es ja der ein oder andere noch nicht.
https://pferdegewieher.com/podcast56 - da geht's um Horse Speak ...
Liebe Grüße Angela und das Traberbübchen
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #16 am: 13. Januar 2021, 15:47:58 »
Kann man sich diese Buttons denn generell eher wie Targets vorstellen?


Ganz klares "Jein"  :D
Es sind "Kommunikationsareale", wobei, beim Schreiben kommt mir, dass sie eigentlich genau das sind: Zielpunkte für Blick oder Nüster, oder auch für den ganzen Körper, je nachdem.
Ich hab grad keine Zeit, muss mir das heute abend nochmal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen.

Und SaBo, wegen den 5 Stufen der Intensität, also von 0 bis 4, ist gemeint, dass man möglichst so kommuniziert, dass man eben nicht bis Stufe 4 geht, sondern vorher schon "de-eskaliert". Sie achtet sehr darauf, dass sie wirklich nur in einer Gefahrensituation bzw. zum Schutz vor Bissen etc. zu Stufe 4 greifen muss, aber meist kommt es dazu ja gar nicht, weil sie eben schon das entsprechende "ich kann/mag gerade nicht" Signal erkennt. Und ganz wichtig ist eben auch, dass bei Pferden Stufe 4 sofort! wieder zu Stufe 0 zurückkehrt, sobald die Situation vorüber ist und das ist was, was uns Menschen sehr schwer fällt. Wie,von Shotlandpony glaube ich, schon erwähnt, "nur" beobachten und abwarten ist sehr, sehr schwierig. Und eben wenn das Pferd einen Ansatz des "Backups" gezeigt hat, und sei es nur ein Zurücklehnen, ist das die Antwort und die Anfrage ist damit beendet. Menschen neigen dann dazu, gleich 5 Schritte zu fordern und das machen Pferde untereinander halt nicht.
Wie gesagt, heute Abend mehr.
Viele Grüße Eva
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #17 am: 13. Januar 2021, 15:48:51 »
Vielen Dank für die Podcast-Verlinkung, Angela  :keks: Da werde ich mich mal reinhören.

Ich bin da oft ganz anders. Ich denke mir immer, Pferde sind ja auch nur Menschen und kommunizieren ja auch irgendwie miteinander.  :cheese: Wahrscheinlich sind sie viel "redseliger", als man sich das so irgendwie vorstellen kann.  :lol:

Tine: Ich denke nicht, dass diese Buttons mit "Targets" zu vergleichen sind. Wenn sie auch vom "Begrüßungsbutton" als Targets reden. Aber nicht in der Form, wie man beim Clickertraining mit Targets arbeitet, dass Pferde mit dem entsprechenden Körperteil etwas berühren sollen. Es ist - soweit ich das verstanden habe - eher ein unsichtbarer Knopf, der dem Pferd "von Natur aus" eingebaut ist und der in der ganzen Pferdeweilt das gleiche heißen soll..

Bspw. soll der "Folge-mir-Button" von der Mutterstute bei ihrem Fohlen oft angestubst werden, wenn sie ihm vermitteln soll, dass es ihr hinterherlaufen soll. Dann gibt es den Gurt-Button (Der dann schon wie eine Art Target funktioniert). Ein Fohlen, was neben seiner Mutter herläuft, ist mit seinem Kopf immer in der Nähe des Gurtbereichs und folgt ihm, wohin seine Mutter auch geht. Da besteht keine Gefahr, dass es umgerannt wird o.ä.

Dann soll bspw. der "Geh-Weg-Gesichts-Button", der ungefähr auf der Höhe der Ganasche neben dem Auge liegt, von ranghöheren Pferden angezeigt werden, in dem sie bspw. drohend mit dem Kopf in die Richtung nicken. Das rangniedrigere Pferd muss daraufhin mindestens den Kopf wegnehmen.

Und wenn ich so darüber nachdenke, beobachte ich das auch öfter mal an der Heuraufe. Da wird weggedroht und das andere Pferd nimmt den Kopf zur Seite, bleibt ansonsten aber mal stehen.

Gestern habe ich probeweise diese Region mit dem Finger berührt und ohne dass mein Pferd diesen Button "kennengelernt" hat und ohne dass ich irgendwie mit Druck erhöhen arbeiten musste, hat er seinen Kopf weggenommen. Wobei Sharon im Buch beschreibt, dass man mit so etwas vorsichtig sein soll, weil das Pferd diese Geste eben oft mit Aggression verbindet und man möchte ja nicht aggressiv erscheinen...

EDIT: Danke Valezqua. Ich bin ja auch ganz neu in dem Gebiet.
Viele Grüße und bleibt gesund!

Sarah
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #18 am: 13. Januar 2021, 16:35:44 »
Der Podcast lohnt sich auf jeden Fall anzuhören.

Ich hatte doch ganz viel  :nick: dabei aber doch auch wieder jede Menge  :confused:

Vielleicht spricht es mich nicht ganz so an, weil ich ohnehin schon auf die Idee gekommen bin, dass es unhöflich ist, einfach auf das Pferd zu zu poltern und es - am besten gleich noch im Gesicht - anzupatschen.

Diese ganze Knöpfesache finde ich etwas ... umständlich. Wie so vieles, was nach Bedienungsanleitung klingt. Aber ich will auf jeden Fall mal probieren, ob der Paddockpartner vom Buben noch ein Verständnis für den Geh-weg-Knopf hat.  :)
Liebe Grüße Angela und das Traberbübchen
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #19 am: 13. Januar 2021, 16:42:02 »
Das mit den Knöpfen ist jetzt ein weiterer Punkt, weswegen ich das Buch haben will  :cheese:

Metis hat sone Angewohnheit, die nie weggegangen ist in all den Jahren seit ich ihn habe. Wenn jemand Fremdes neben ihm steht und mit den Armen gestikuliert, legt er die Ohren an und wenn der Mensch nicht aufhört, kann das dann auch zu weiteren Drohgebärden gehen. Ganz blöd liefs ganz am Anfang mal mit nem Sattler, der wurde getreten  :-X

Ich hab noch nie verstanden, was da los ist. Erst dachte ich schlechte Erfahrungen gemacht oder sowas...aber da ja nun nie wieder was schlechtes passiert ist - ganz im Gegenteil - ist es das wohl eher nicht. Es liegt auch nicht an den Menschen. Wenn die dann weiter vorne stehen ist er total friedlich und fragt nach Leckerlis  :cheese:

Vielleicht hat das ja mit einem der Knöpfe zu tun, die man da ungewollt "aktiviert"? Beziehungsweise auch mit mangelnder Begrüßung oder so  :juck:
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #20 am: 13. Januar 2021, 16:50:29 »
Ich möchte euch übrigens ermutigen, hier gerne auch mit Wissen über Verstärkung etc zu hinterfragen, warum welche Punkte wie wirken könnten :) Auch wenn es im Bereich andere Arbeitsweisen ist.
LG Tine
Krümeline & Mucki

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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #21 am: 13. Januar 2021, 17:45:33 »
Ich möchte euch übrigens ermutigen, hier gerne auch mit Wissen über Verstärkung etc zu hinterfragen, warum welche Punkte wie wirken könnten :) Auch wenn es im Bereich andere Arbeitsweisen ist.

Genau das ist auch der Ziel dieses Threads  :cheese: (Bzw. generell aller Threads aus meiner Sicht hier im Forum :juck: )

Was sind denn deine Gedanken dazu?

Wobei ich auch nochmal betonen möchte, dass es mir speziell jetzt gar nicht so sehr um die einzelnen Punkte ("Buttons") geht, sondern tatsächlich um das Thema "Achtsamkeit beim Pferd". Das ist es nämlich, was mich im Buch so angesprochen hat.
Zwar klar, geht es mir wie Angela und ich behaupte von mir, dass ich mein Pferd jetzt nicht ständig überrumple, aber wenn ich doch meinen allgemeinen Umgang mit ihm hinterfrage, dann muss ich doch zugeben, dass die wirkliche Achtsamkeit manchmal verloren geht. Und wie Valezqua schon sagt, geht es im Buch eben auch genau darum, wahrzunehmen, wann sagt das Pferd "nein". Ich finde, das lässt sich wunderbar mit positiver Verstärkung verbinden, bzw. steht dem nicht im Weg und geht aus meiner Sicht auch in eine ähnliche Richtung. Und klar, wenn es sich als "versteckte negative Verstärkung" entpuppt, dann kann ich für mich zumindest doch die Erkenntnis daraus ziehen, dass man immer darauf achten sollte, was das Pferd eigentlich so zu sagen versucht. Nehme ich das wirklich immer wahr? Das ist es doch auch, was bei positiver Verstärkung gefördert wird.  :dops: Zumindest ist das meine Interpretation. 
Viele Grüße und bleibt gesund!

Sarah
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #22 am: 13. Januar 2021, 18:19:49 »
Ich möchte euch übrigens ermutigen, hier gerne auch mit Wissen über Verstärkung etc zu hinterfragen, warum welche Punkte wie wirken könnten :) Auch wenn es im Bereich andere Arbeitsweisen ist.

Genau das ist auch der Ziel dieses Threads  :cheese: (Bzw. generell aller Threads aus meiner Sicht hier im Forum :juck: )

Genau deswegen wollte ich es auch nochmal ansprechen :) Hier gibt es ja vermutlich viele, wie mich auch, die das Buch oder die Bücher nicht kennen und nur raten und interpretieren können. Deswegen fände ich es vor allem spannend, was sozusagen noch dahinter stecken könnte außer "Pferdekörpersprache verstehen".

Also zum Beispiel wenn ich jetzt das mit der Begrüßung lese, dem Handrücken hinhalten - funktioniert deswegen das Handtarget so oft auch mit Pferden, die gar kein Handtarget kennen? Würde das auch mit dem Fuß funktionieren, weil es die selbe Position ist? Finden Pferde vielleicht den Geruch der Menschenhand besonders intensiv und aussagekräftig, weil wir da einfach auch schnell schwitzen und den Großteil unserer Umwelt berühren? Für die Katze würd ich das mal dick unterschreiben, die MUSS an meinen Händen riechen, wenn ich nach Hause komme.

Wie gesagt, ich kenn das Thema selbst nicht, beziehungsweise nur aus dem Tagebuch von Valezqua und wenn ich daher jetzt kompletten Unsinn rede, korrigiert mich bitte  :lol:

________

Zum großen Unterthema "Körpersprache lesen können und eigenen Körper im Griff haben" denke ich, dass wir da alle noch sehr viel lernen können und niemand langfristig ohne auskommt  :nick:
LG Tine
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #23 am: 13. Januar 2021, 19:12:05 »
Hammer, was hier los ist! Freut mich sehr!

Danke für den Podcast, Angela, den hab ich total vergessen.
Tine, wegen der Begrüßung mit dem Handrücken: Der Handrücken (bzw. die Knöchel) dient quasi als "Nüster", weil wir einfach einen viel kürzeren Hals und Kopf haben als Pferde. Wenn man Pferde beobachtet, gehen sie nicht mit dem Huf (manchmal schon, aber viel später), sondern mit den Nüstern aufeinander zu, um sich zu begrüßen. Mit dem (menschlichen)Fuß würde es nicht funktionieren, behaupte ich einfach mal, weil wir Zwei- und keine Vierbeiner sind und unsere ganze Balance zum Teufel geht, wenn wir das mit dem Fuß probieren. Deinen Satz mit der Position hab ich allerdings nicht verstanden.
Mit dem Geruch (der Hand) hat es weniger zu tun, Pferde schnuppern zwar klar auch und "atmen sich auch gegenseitig ein" und an, aber der Hauptpunkt, warum Sharon die Hand verwendet ist wirklich, dass unser Arm quasi den Hals des Pferdes imitiert. Man kann sich das wie eine "schlangenförmige" Bewegung vorstellen, wenn man versucht, mit dem Arm und der Hand (ab der Schulter abwärts) die Bewegungen, die das Pferd mit seinem Hals und Kopf macht, zu spiegeln.
Im verlinkten Video ist die Grundlage gut erkärt, ich finde auch Sharons Englisch extrem gut zu verstehen. Wenn jemand Bedarf hat, kann ich aufschreiben, was sie sagt.

https://www.youtube.com/watch?v=eUiCo2y8ibQ
Viele Grüße Eva
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #24 am: 13. Januar 2021, 19:14:13 »
Ah mit Position meinte ich die relative Position zur Pferdenase, also so leicht unter - vor der Nase  :)
LG Tine
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #25 am: 13. Januar 2021, 19:17:34 »
Ich hatte das Buch mal. Hat mich zu stark an Natural Horsemanship erinnert. Hab´s daher wieder weggegeben. Gekauft habe ich es, weil mich einige Fotos darin beim Durchblättern angesprochen haben.
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #26 am: 13. Januar 2021, 19:25:59 »
Hm, Tine, das kommt dann eher, wenn man (also das Pferd) die Intensität senken will und ganz kurz den Kopf zu Boden senkt, ohne zu Fressen. Das nennt sich Aw shucks. Und als Mensch kann man das imitieren, indem man sich ein ganz wenig bisschen "einrollt" und den Kopf senken/nicken eventuell noch die Zehen wackeln.
Hier, Button Sneak Peak, sehr hilfreich:

https://www.youtube.com/watch?v=iuaLeckxx6I

Viele Grüße Eva
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #27 am: 13. Januar 2021, 22:47:54 »
Shotlandpony, ich hab mir grad die "Werbung" von Lubetzki zu der Masterclass angeschaut, das ist aus den kurzen Schnipseln in dem Video genau das, was Sharon sagt.  Ich werde mir den Probemonat holen. Aber ich denke, das ist sehr ähnlich. Auch die Idee dahinter, die "artübergreifende" Kommunikation zu vertiefen und zu verbessern.

ScVet, wie du in dem Zusammenhang auf NHS kommst, ist mir unverständlich. Natürlich basiert die Kommunikation (auch bei Pferden unter sich) auf Druck, ohne geht es ja nicht. Es ist halt nur die Frage, schau ich das Pferd an und es wendet den Blick ab, schau ich dann weg (das würden Pferde machen) oder starre ich weiter (das machen Menschen). Das Ziel des Pferdes an sich ist es, mit so wenig Druck/Intensität wie möglich auszukommen und sich möglichst dauerhaft in einem mental und körperlich entspannten, friedfertigen Zustand zu befinden. Sollte dieser (innere Null)Zustand durch beispielsweise Futterstreitigkeiten, Platzangst oder potentielle Feinde zerstört werden, ist es das Bestreben der Pferde, ihn so schnell wie möglich wieder zu erreichen und nicht noch ewig nachzuschieben, wie es im NHS gemacht wird. "When it's over, it's over", sagt Sharon dazu. Also wenn ich den Raum vor dem Pferd beanspruche, reicht es im Normalfall (in einem Gespräch, nicht unbedingt in einer Trainingssituation, das darf man nicht durcheinanderbringen!) einen Schritt anzufragen und sobald dieser erfolgt ist, sofort in Neutral Null zurückzugehen, denn das Pferd hat ja gemacht, worum ich es gebeten habe. Gegenseitig schicken die sich auch nicht meterweit rückwärts durch die Prärie (Mobber vielleicht mal ausgenommen, das könnte vermutlich schonmal vorkommen). Man muss aber, wie ich glaub ich auch schon erwähnt habe, erstmal rauskriegen, wieviel Intensität das jeweilige Pferd versteht/ braucht. Manchen reicht ein Blick, manchen ein Aufrichten des Oberkörpers, manche müssen "bezeigt" werden... Wie immer, höchst individuell das alles.
Viele Grüße Eva
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #28 am: 13. Januar 2021, 23:05:00 »
Das was du beschreibst ist das ganz grundlegende Wirkprinzip von negativer Verstärkung - und auch NHS kommt, wenn es denn mit gutem Blick fürs Pferd und gutem Timing gemacht wird, mit genau diesen kleinen fast unsichtbaren Gesren und Reaktionen aus :)
LG Tine
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #29 am: 13. Januar 2021, 23:26:48 »
Natürlich basiert die Kommunikation (auch bei Pferden unter sich) auf Druck, ohne geht es ja nicht.

Ist das so? Wird nur Druck genutzt, oder kann es auch sein, dass ein Pferd z. B. vorschlägt, sich auf den Weg zu den Ruheplätzen zu machen und die Anderen dann folgen?


Gegenseitig schicken die sich auch nicht meterweit rückwärts durch die Prärie (Mobber vielleicht mal ausgenommen, das könnte vermutlich schonmal vorkommen).

Pferde schicken sich nicht gegenseitig rückwärts. Das ausweichende Pferd wendet (wenn's sein muss blitzschnell auf den Hinterbeinen) und entfernt sich vorwärts laufend (ausser es steckt grad in einem Engpass).


Was mich grundsätzlich interessiert, wenn ich lese, dass man Pferde (Tiere) beobachtet hat:
Was für Pferde wurden beobachtet? Wildlebende Pferde in intakten Herden, oder bunt zusammen gewürfelte Hauspferde (die wie gehalten werden)?
Das Verhalten der beiden Gruppen unterscheidet sich sicherlich (bzw. das Auftreten und die Häufigkeit bestimmter Verhalten).
Liebe Grüße aus Niedersachsen - Fjord Freddy, Muli Ambra, New Forest Pony Asmara & Laura
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