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Wildpferd clickern …

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Wildpferd clickern …
« am: 25. Juni 2019, 14:08:09 »

Hat hier jemand Erfahrung mit einem „wild“ aufgewachsenen Ross (aus Weideprojekten, Konik, Exmoor, Dülmener – vermutlich keine Mustangs ;)? Würde mich interessieren, mal so zum Vergleich.

Mein Exmoorpony Gismo aus dem Hutewald Solling ist „schon“ vier Jahre alt und war im Gegensatz zu den meisten seiner Herdengenossen wohl auch als „Jugendlicher“ noch so einige Male im Fanggatter (neben dem üblichen Chippen als Fohlen noch zur Kastration, - erfolgloser – Chip-Suche, Neu-Chippen, „Zwischenlagerung“ mit seinem Vater und einem auch auf die Abholung wartenden Halbbruder). Beim Besuch im März waren viele der Ponys ziemlich am Menschen interessiert und nahmen auch von selber „Schnupperkontakt“ auf, Gismo legt allerdings noch viel Wert darauf, weiteren „Übergriffen“ durch Zweibeiner aus dem Weg zu gehen. Mit einem ein- oder zweijährigen Junghengst oder einer Stute (es waren ein paar sehr schicke und zutrauliche da, aber Stute will ich ja nicht mehr) sähe vermutlich einiges anders aus.
Der Halbbruder hatte einen Tag nach Abholen schon Halfter drauf und nach einer Woche Fahrgeschirr – das fand dann auch der Pferde-Zuständige vom Hutewald etwas – hm, ungewöhnlich.

Physischer Kontakt war in den ersten 7 Wochen also noch nicht drin, entsprechend auch noch kein Halfter drauf. Dafür ist er unglaublich gut händelbar und toll im Sozialverhalten. Eine so unproblematische Herdenintegration hatte ich noch nie. Auch meine Bedenken, wie das mit meiner 35-jährigen klappen würde, waren überflüssig. Sie ist ja sowieso meist  24 Stunden auf Weide und wenn in Stall und Paddock, ignoriert sie ihn konsequent (oder fragt sich, ob sie den kennen müsste??)  und Gismo hegt insgesamt keinerlei Absichten hinsichtlich Rang und Durchsetzung.
Ruckzuck hat er alle Abläufe im Alltag (2 x Täglich auf Weide und wieder runter, wo gibt`s was wie) verstanden und folgt Cello beim Reinholen.
Im Moment lernen wir beide sehr viel – er die Zivilisation kennen und ich, nun aber mal wirklich laut werden, rumquieken und hektisch sein zu vermeiden. Cello hat mich da ja schon auf einen guten Weg gebracht, weil er das auch nie spaßig fand und grade als jüngeres Pony ziemlich „hyperaktiv“ war, aber Gismo ist derart fein in der Beobachtung und schnell in der Reaktion (auch wenn er gar nicht gemeint ist), dass da noch mal Welten zwischenliegen. Auch wenn er z.B. trödelt beim Reinkommen, reicht ein ausgestreckter Arm schon aus, ihn in die richtige Richtung zu weisen und die Körperspannung muss dann auch sofort wieder raus. Genau der richtige Lehrmeister für Grobmotoriker wie mich.
Gismo befindet sich im Moment eher im Gewöhnungs- und Desensibilisierungsprozess. Zwar immer noch mal ganz schnell weg, aber immer nur ein paar Sprünge und dann wird geschaut, was los ist. Besonders am Anfang war auffällig, dass er immer sehr schnell den Hintern zur „Gefahr“ gedreht und über die Schulter zurück geschaut hat, was los ist. Wird mittlerweile schon erheblich weniger. Dabei aber sehr defensiv. Ein einziges Mal hat er wirklich zugehauen, als Onki, ungeachtet seiner aktuellen körperlichen Einschränkungen, ihm als einziger zeigen musste, dass man hier nicht so ganz ungestraft einziehen darf und Gismo, der nur Frieden und Freundschaft sucht, einmal zu viel gebissen hat. Darauf hat Gismo ihn als Verteidigungsmaßnahme wirklich fast von der Platte gefegt. Sah gruselig aus, aber die Fronten waren geklärt. Onki ist Chef, triezt Gismo aber nicht mehr, alle drei Jungs sind jetzt sehr harmonisch zusammen (außer dass Cello der begehrte Kraulpartner von beiden ist -  da schaut derjenige, der grad nicht dran ist, schon mal bedröpst bzw. macht sich bemerkbar ,).
Wolf möchte ich aber auch bei einem so kleinen Pony nicht sein, wenn das richtig loshaut …

Mit der Konditionierung auf Nahmen/ Markersignal/ Keks (endlich kann ich meine von wohlmeinenden Leuten aufgebaute Leckerlisammlung auflösen – für die Shettis ja in jeder Hinsicht zu viel) hab ich schon vor einiger Zeit angefangen. Aufgefallen ist mir als erstes, dass „Sicherheit“ einen gewaltig höheren Stellenwert hat als Futter. Allerdings dürften meine Ponys zwar immer Appetit, aber nie Hunger haben, weil immer Raufutter im Kasten ist. In einem eher kleinen abgesperrten Teil konnte er sich auf nichts konzentrieren, weil er zu viel Angst hatte (Versuch war allerdings auch schon nach 10, 14 Tagen oder so). Bin dann schnell dazu übergegangen, das völlig frei zu üben. Nachteil ist, dass das nur im Dreierpack geht, weil Cello solche unterhaltsamen Aktivitäten sofort mitkriegt, wo auch immer er grade ist und Onki inzwischen auch wieder am Leben teilnimmt. Es werden also zeitgleich 3 Ponys geclickt und bekekst, die beiden Shettis für`s Stillstehen und abwarten. Klappt bestens, also vielleicht doch kein Nachteil ;). Werde sie demnächst aber wohl doch mit etwas Abstand anbinden, weil ich das Gefühl habe, sie senden Gismo hinter meinen Rücken so ganz subtile Botschaften a`l a “ist unser Mensch , sooo zahm musst du jetzt gar nicht werden“ ;).
Gismo werfe bzw. lege ich die Leckerli hin, mittlerweile erst, wenn er in meine Richtung schaut und ich vorher auch die Hand mit Keks hingehalten habe. Das hat er bestens verstanden und die Nase nähert sich der Hand auch täglich mehr. Dass „Gismo“ und mein Schnalz-Click Bedeutung haben, war ihm ganz schnell klar.
Er ist auch ungemein an allem interessiert und steht entsprechend immer dabei, wenn was passiert, gerne etwas hinter Cello versteckt.
In einen „richtigen“ Lernmodus werden wir allerdings wohl erst kommen, wenn er weitgehend sicher ist, dass ich nicht übergriffig werde und er weg kann, wenn`s zu gruselig wird. Er zähmt sich aber in seinem eigenem Tempo selber, anders kann man das nicht nennen. Ein sehr kompetentes Pony.

LG
Katja
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Re: Wildpferd clickern …
« Antwort #1 am: 25. Juni 2019, 18:07:04 »
Sehr interessant :D
Alles kommt zu dem, der warten kann.
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Re: Wildpferd clickern …
« Antwort #2 am: 25. Juni 2019, 18:58:44 »
Heather Binns aus Australien schreibt sehr viel in ihrem Blog über Magnum, der wohl ein Brumby war und dann noch durch diverse traumatische Erlebnisse bei Händlern lief.

https://horsemagic.blog/

und, weiss nicht, ob sie hier im Forum mitliest, Celine Elouise hat einen BLM Mustang aus USA (Diego), der ist mit Clicker ausgebildet worden. Auf facebook ist sie auf jeden Fall.
Sabine
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Re: Wildpferd clickern …
« Antwort #3 am: 25. Juni 2019, 23:03:17 »
Mir ist gleich dieser Artikel eingefallen. Ist zwar ein Alpaka und kein Pferd, aber macht ja nichts:
https://www.clickertraining.com/salsa-the-untrainable-alpaca
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Re: Wildpferd clickern …
« Antwort #4 am: 26. Juni 2019, 08:23:11 »
Faszinierend!
Magst Du uns über die Fortschritte auf dem Laufenden halten? :bittebitte:
Mein Wildling ist ja (leider) schon früh nach Deutschland gekommen und zu mir erst mit 8 Jahren, da war er schon komplett ausgebildet. Aber viele "wilde" Züge hat er immer noch, und es ist so spannend, von einem Wildling zu lesen, der den Menschen erst kennenlernt :love:
Liebe Grüße, Lena

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Re: Wildpferd clickern …
« Antwort #5 am: 26. Juni 2019, 15:31:56 »
Jo, ich werde gern immer mal Zusammenfassungen machen, wenn`s  interessiert. War ja etwas blauäugig, so nach dem Motto  - nach einer Woche anfassen, nach zwei Wochen halfterführig, nach vier Wochen spazieren gehen - aber jetzt finde ich es einfach total spannend zu sehen, was für ein Unterschied besteht zwischen Pferden, die quasi von Geburt an von Menschen verbal und körpersprachlich vollgetextet wurden (mit mehr oder meistens weniger sinn und Verstand), zu einem, der tatsächlich noch alles ernst nimmt, was Menschen so zappeln und reden. Und wie souverän er sich alles aneignet in einem ja doch sehr anderen Leben.
Links werde ich dann demnächst beschauen, danke :)

LG
Katja
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Re: Wildpferd clickern …
« Antwort #6 am: 22. August 2020, 11:39:27 »
Hey Katja, wie sieht denn der Alltag mit deinem Wildling jetzt nach etwas mehr als einem Jahr so aus? Magst du mal wieder was berichten?  :cheer:
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Re: Wildpferd clickern …
« Antwort #7 am: 03. September 2020, 16:47:25 »
Tja … das ist eine ganz spezielle Geschichte über ein ganz spezielles Pferd ;). . WIE speziell Gismo ist, ist mir erst jetzt wirklich klar geworden (nach massiven Zweifeln an mir bzw. meinen Fähigkeiten), seit sein jetzt 15 Monate alter Halbbruder Nio ebenfalls aus dem Solling hier eingezogen ist /am 15. Juni). Optisch und vom Wesen her wie Tag und Nacht (aber ein Herz und eine Seele): Gismo zurückhaltend und vorsichtig, das allerwichtigste ist für ihn Raum. Für Futter riskiert er gar nichts (meine Ponys dürften aber auch nie Hunger haben, weil immer Heu/Stroh zur Verfügung neben beschränktem Weidegang). Er lässt sich immer noch nicht anfassen und nimmt auch kein Futter aus der Hand. Zweimal hat er mir über Tierkommunikatorinnen allerlei erzählt: meine THP, die zur Behandlung von Onki kam, hat er von sich aus angesprochen, eine andere Exmoorponybesitzerin, die sich die entsprechende Ausbildung für ihre Tiere selber gegönnt hat, hat sich vor ein paar Wochen mit ihm unterhalten. Fazit: Er braucht Zeit, Raum, die Freiheit, immer weggehen zu können und daraus irgendwann vertrauen. Von einen weiteren Tierkommunikatorin (Maike Böhm, berät auch Landwirte unter diesem Aspekt! habe ich eine weitere wertvolle Idee: Ich sage ihm , was ich vorhabe, z.B. "Ich gehe jetzt zu Cello"/ Ich sammle die Futterschüsseln ein" Ich gehe hinter dir lang" und es funktioniert verflixt gut - er bleibt dann meist stehen und ich darf ziemlich nah an ihm vorbeigehen. "Technisches" Clickern geht bei ihm grundsätzlich ins Leere - kleine Brot/Möhren/Apfelstücke lohnen sich für ihn halt nicht. Aktuell haben wir folgendes erreicht (am besten, BEVOR er auf der Koppel war ,): Plastikteller als Target auf der Erde, er geht mit der Nase hin, ich darf ihm die Kekse auf den Teller vor die Füße legen. Mit Glück sogar 2,3 x hintereinander, dann muss er erst mal wieder ein Stück weggehen. Im Umgang ist er absolut problemlos - kommt mit den anderen von der Koppel, kennt alle Abläufe. Das freundlichste aller Pferde - und das vorsichtigste zum Glück auch, noch nie ne Schramme (zum Glück, weil Tetanus ist ja noch nicht). Wurmkur verspeist er ins Futter gerührt. Seine Vorderhufe sind das einzige, was mir etwas auf der Seele liegt - die gekürzt wäre toll. Sind nicht sooo schlimm, weil ich viel befestigte/ sandige Flächen habe, aber nun ja ...
Nio extrovertiert, verspielt, neugierig, maulorientiert, sehr furchtlos - besonders für ein so junges Tier - und, was mich am Anfang doch leicht geschockt hat: bei Unsicherheit oder Unwillen sagt er nicht "ich geh weg", sondern "DU gehst weg" - das andere Spektrum von möglichem Exmoorponyverhalten. Inzwischen haben wir beide aber ein gutes Grundvertrauen. Mit ihm darf ich jetzt schon mal den weitgehenden Clickerweg gehen (mir sind auch andere Aspekte wichtig) und er ist ein ganz Cleverer …. zwei Halbbrüder aus dem selben Weideprojekt, zwei komplett unterschiedliche Herausforderungen für mich :)

LG
Katja
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Re: Wildpferd clickern …
« Antwort #8 am: 03. September 2020, 18:06:13 »
Wie spannend! Danke für den ausführlichen Bericht  :cheer: Mich würde sehr eurer weiterer Werdegang interessieren, hast du nicht Lust, da öfters mal was drüber zu schreiben?
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Re: Wildpferd clickern …
« Antwort #9 am: 04. September 2020, 22:59:12 »
Das klingt echt Megaspannend! Ich hatte einmal einen Mustang als RB aus Südamerika, der aber schon über 20 Jahr alt war. Der war noch im hohen Alter total distanziert und skeptisch. Fand ich sehr beeindruckend. Obwohl er sogar ein Westerntunierpferd war und die Besi echt eine Liebe und die Beziehung zwischen denen auch echt toll, ging bei uns anfangs fast gar nix. Anfangs hab ich nur Zeit auf der Weider bzw. Paddock mit ihm verbracht. Sehr viel Zeit... mit Buch in der Heuraufe. Das hat ihn dann dazu gebracht mit mir Kontakt aufzunehmen.

Berichte gerne weiter wenn du die Zeit dafür findest.  :)

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Re: Wildpferd clickern …
« Antwort #10 am: 07. September 2020, 12:56:56 »
Mache ich gerne :). Beide "Wilden" sind jedenfalls tolle Lehrer, in ganz unterschiedlichen Bereichen. Was mir aber noch deutlicher als vorher bewusst geworden ist: die beste Technik nützt nicht viel ohne (positive) Beziehung. Da kann man vermutlich noch so perfekt im Hühnerclickern sein … zwischen Mensch und Pferd (und sicher auch Mensch und Hund) als sozialen Wesen spielen noch ganz andere Dinge ein Rolle. Wenn das gegenseitige Vertrauen (noch) nicht da ist und das Pferd Futter nicht lohnenswert findet. Gibt ja auch die Variante, Tier hungern oder dursten zu lassen, bis Kooperationswille kommt, aber das hat mit positiver Stärkung dann ja nix mehr zu tun. Es kommt in den meisten "technischen Gebrauchsanweisungen" meiner Meinung nach zu kurz, dass viele andere Aspekte sehr wichtig sind für den Trainingserfolg, bei allen Methoden. Pferde können nicht nur andere Pferde, sondern auch Menschen/ Raubtiere allerbestens lesen, weil sie darauf für`s Überleben angewiesen sind. Mit angehaltener Luft, mitgebrachtem Streß vom Tag oder Angst (vor dem Pferd, vor Zuschauern, vor den Aktivitäten, vor "Versagen") vom Roß was zu wollen, kann dazu führen, dass das Pferd sagt "ne, so nicht mit dir" - wenn es denn satt ist und sanktionslos gehen kann. Der Spruch "Zeig ihm nicht, dass du Angst hast" ist einer der blödesten überhaupt. Pferd weiß das. Nio und ich haben uns am Anfang teilweise schon gegenseitig angegruselt und ich habe bereits vor langbeinigen milchzähnigen 1,35 Stockmaß mit Abwehrwillen ordentlich Respekt im horsemanshipmässigen Sinne von "Kann verflixt unangenehm werden, wenn du da was falsch machst". Ich möchte ernsthaft wohl nicht einem ängstlichen, verteidigungsbereiten oder sonstwie unwilligen Warm- oder Kaltblut gegenübertreten, Schisserin, die ich bin. Ich denke, dass das auch ein Grund ist, warum von den wohl eh schon wenigen Leuten, die das mit dem Clickern mal probieren wollen, viele wieder abspringen, wenn ihr Pferd auf einmal eigene Meinungen vertritt und zu der Sorte gehört, die durchaus die Führung übernehmen, wenn der Partner dazu nicht in der Lage ist, bzw. aus dem neuen "Futterautomat" nun ordentlich was rausleiern wollen. Wenn man da allein auf weiter Flur ohne Anleitung ist oder TrainerIn hauptsächlich auf den technischen Part fokussiert ist und der Emotionsaspekt bei BEIDEN übergangen wird, dürfte es schwierig werden. Die Katze beißt sich auch schnell in den Schwanz - mit meinen Shettys würde ich überall hingehen, weil denen vor fast nixt graust und die wiederum würden wahrscheinlich auch fast überall hin mit mir, weil ich sicher bin: schaffen wir! Mit meinen Fjordi konnte ich das nicht … Mit den Exis wird es die Zeit dauern, die es halt dauert … Vertrauen und Angstfreiheit entstehen eben nicht "fix" , weder durch Respektsübungen a`la Horsemenship noch durch "Kekse einwerfen", sondern durch gemeinsam verbrachte Zeit, überwundene Herausforderungen, gegenseitigem kennen und einschätzen können und steter Einschätzbarkeit und Verlässlichkeit .
"Technische" Unterstützung haben Nio und ich auf jeden Fall, weil er Regine Wittens "Probandenpferd" für das Zertifikat zum Medical Trainer sein soll :). Damit die langen Beine demnächst auch bei der Hufbearbeitung niemand mehr zum Gruseln bringen ;).
Bin schon sehr gespannt auf unser zweites Date dafür. Aktueller Stand ist jedenfalls: nicht das "Machen" ist das Problem, sondern das Aufhören. Im Moment sehr ich zu, dass ich nach "Halfter ab" als Ende der Session ganz schnell aus Nios Sicht verschwinde, weil er lieber weitermachen möchte und das auch sehr deutlich zeigt. Komme ich dann nach ein paar Minuten aus einer anderen Ecke oder findet er Gras dann doch wieder ganz ok, isses gut.
Bei Gismo freue ich mich derweil, wenn er es schafft, den Target-Teller ein paarmal hintereinander zu berühren und nicht weggeht, wenn ich danach Apfelstücke drauflege. oder ich dicht an ihm vorbeigehen kann. Der wird ganz sicher nie ein Kandidat, vor dem es MICH gruselt ;)

LG
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Re: Wildpferd clickern …
« Antwort #11 am: 08. September 2020, 11:56:40 »
Toll dass du regelmäßig berichten magst, ich werde auf jeden Fall immer sehr interessiert mitlesen!  :dops:
Deinen Ausführungen zum Thema Beziehung kann ich absolut zustimmen.  :keks:
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Re: Wildpferd clickern …
« Antwort #12 am: 08. September 2020, 20:14:00 »
Zitat
Vertrauen und Angstfreiheit entstehen eben nicht "fix" , weder durch Respektsübungen a`la Horsemenship noch durch "Kekse einwerfen", sondern durch gemeinsam verbrachte Zeit, überwundene Herausforderungen, gegenseitigem kennen und einschätzen können und steter Einschätzbarkeit und Verlässlichkeit .

Sehr schön geschrieben! Ich sehe das an Amadeus sehr schön. Er hat von Anfang an motiviert gearbeitet (zu motiviert), wollte sich Futter verdienen und einfach alles machen, aber erst jetzt, nach über zwei Jahren, haben wir ein völlig anderes, gemeinsames Arbeiten, weil die Beziehung und das Vertrauen jetzt gefestigt sind.
Alles kommt zu dem, der warten kann.
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Re: Wildpferd clickern …
« Antwort #13 am: 21. September 2020, 09:01:59 »
Gestern war Regine Witten wieder da und hat mit "Probandenpferd" Nio Hufe geben geübt. Die beiden waren sehr intensiv und erfolgreich zusammen mit "vorne links" beschäftigt, ich habe etwas um die Ecke gestanden. Und Gismo hat Nio teilweise fast am Hintern geklebt :). Es hat ihn eindeutig seeehr interessiert. Und ihm war auch völlig klar "ich bin nicht gemeint" und er hat sich in dieser nahen Position am (recht fremden) Menschen sicher gefühlt. Da ich ihn möglichst immer zusehen lasse, wenn ich mit einem der anderen clickere (er ist ja auch der einzige, den man dabei nicht wegsperren muss), weiß er sicher genau, um was es da geht, ist aber noch nicht in der Lage, sich selber darauf einzulassen. Ich hoffe ja mal, dass da reichlich Lernprozesse im Hintergrund laufen und das positive Auswirkungen hat, wenn er denn wann auch immer selber mitmachen kann.

Gruß
Katja
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Re: Wildpferd clickern …
« Antwort #14 am: 21. September 2020, 09:17:18 »
Ich kann das "lernen durch zuschauen" nur bestätigen. Arbeite seit ein paar Wochen sporadisch am Hufe geben mit einem meiner vier und die anderen dürfen zuschauen.

Gestern habe ich dann, weil genug Zeit, die gleiche Übung auch bei den anderen angefangen. Mein Streberpony Laudine hat schon nach dem zweiten Click das Bein wunderbar angehoben, obwohl die Übung für sie neu war......
Sabine
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