Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Benutzername: Passwort:

seit ich clickern bin ich unsicherer geworden?!kann das sein?

  • 8 Antworten
  • 695 Gelesen

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

  • ***
  • Mitglied
  • 63 Beiträge
hallo ihr lieben clcikerfreunde,
mein problem ist das ich unsicher geworden bin seit ich clicker.

in meinem kopf erscheinen solche dinge und machen mich handlungsunfähig:

was mache ich wenn ich nicht clicke?
clicke ich das jetzt oder lieber nicht?
war das jetzt schon druck?
früher hätte ich ... gemacht ,was mache ich denn jetzt?
wenn es jetzt nen fehler macht, was tue ich dann?
ich lass das lieber , weil ich nicht weiß wie ich es händeln soll!
und so weiter.

früher hab ich einfach gemacht.
irgendwie stehe ich mir selbst im weg.

sehe überall möglichkeiten fehler zu machen,
das fehler passiern,
ich probleme mitclicke,
usw.

das ich überall gespenster sehe
die größtmögliche kathastrophe eintritt
ich das arme tier unter druck setze
...

ich bin unsicher, zurückhaltend, abwartend ...
achje und mir fallen die passenden synonyme nicht ein.

es gab doch ein leben vor dem clicker- und so schlecht was das ja auch nicht.
zumindest haben ganz viele dinge funktioniert- die ich heute nur mit ojegedanken angehe.

vielleicht ist es auch zufall das es mit dem clickern aufgetreten ist.
hmmmm ??? ???
  • Gespeichert

  • *****
  • Mitglied
  • 2349 Beiträge
Re: seit ich clickern bin ich unsicherer geworden?!kann das sein?
« Antwort #1 am: 19. November 2017, 16:06:26 »
nein, ich habe das auch erlebt, mir ganz viele Fragen gestellt und bin oft unsicher gewesen.

Vor allem habe ich mich gefragt, wie meine früheren Pferde über Jahre problemlos funktioniert haben und jetzt die Clickerpferde mir oft bei Kleinigkeiten meine Grenzen zeigen.

Zum einen müssen auch die Menschen umlernen, ihre Denkstrukturen, ihr Lernverhalten anpassen. Das sorgt erst mal für Unsicherheit.

Zum anderen sind Pferde, die über viel Druck und Unterdrückung von unerwünschtem Verhalten trainiert wurden, augenscheinlich einfacher, weil eben die Kommunikation fehlt.

Was Dir helfen würde, wäre vermutlich Fortbildung mit einem versierten Clickertrainer (der im Endeffekt eher den Menschen als das Pferd trainiert  ;) )

Das schöne an Training ist, dass es nicht statisch ist. Spielregeln können angepasst werden und Pferde merken sich x-tausend Variationen einer Situation.

Wenn Du ein "Problem" mit verstärkst, dann wird dieses Problem irgendwann so deutlich werden, dass es auffällt und angegangen werden muss.

Und spätestens dann trainierst Du ein Alternativverhalten.

Beispiel von meinen Pferden, da habe ich grade Anfang der Woche mit einer Trainerin drüber gesprochen:

- vor allem meine älteste Stute neigt zum Leckerli mobben, weil sie das 10 Jahre lang beim Vorbesitzer mit Erfolg tun durfte: wir haben im Frühjahr einen Kurs, wo ich ganz viele andere Sachen machen wollte, mehr oder weniger nur damit verbracht, dass sie den Kopf ruhig hält. Und dass ICH lerne, wie ich die Futterbelohnung geben muss, um das mobben zu vermeiden.

Diese Tendenz zeigen auch meine anderen Ponies, weil ich selber hier einfach noch Schwächen habe.

- wir sind auch andere "Probleme" angegangen, Verhaltensketten, die ich unbeabsichtigt geclickt habe. Die Ponies sind aber mittlerweile alle so clickersavvy, dass schon nach wenigen Durchgängen die neuen Regeln klarer wurden und nun "nur" noch genug Belohnungshistorie brauchen.

Wenn Du befürchtest, einen Fehler zu machen, das Pferd zu überfordern, hör mit dem Training auf, setz' Dich hin, trinke eine Tasse Tee oder Kaffee und überlege Dir einen Trainingsplan.

Schreibe das Endziel auf und überlege, wie viele Teilschritte Du vorher trainieren musst, bis das Pferd die Zielübung ausführen kann/versteht.

Kommen zwischendrin wieder Fragen auf, schreib den Trainingsplan detaillierter, mit noch kleineren Zwischenschritten.

Wenn Du grosse (zu grosse) Teilschritte machst, hast Du ein höheres Risiko für Fehler. Kleinere Schritte erlauben viel mehr Anpassung, bevor was grösser aus dem Ruder läuft.

Sabine
-----------------------------------------------------------------------
4 Highlandponies, 5 Zughunde und 10 Packziegen auf Tour

„A horse can't do "nothing", so it makes sense to choose the "something" he's be doing when he's around me.“ (Alexandra Kurland)
  • Gespeichert

  • Persönlicher Keksspender für Rüsselnasen
  • *****
  • Mitglied
  • 2119 Beiträge
Re: seit ich clickern bin ich unsicherer geworden?!kann das sein?
« Antwort #2 am: 20. November 2017, 10:58:34 »
Bei Sabine  :uschreib:

In Deiner vorherigen Arbeit, die Du gelernt hast, warst Du sicher und wusstest, was Du tust. Durch das Umdenken zum Clickern trittst Du aus Deiner Comfortzone aus und begibst Dich in "unbekanntes Terrain", da ist Unsicherheit völlig normal.
Das ging mir ganz genauso! Und witzigerweise hat mir geholfen, mich "einfach" darauf einzulassen, also nicht alles zu zerdenken, sondern mein Pony anzuschauen und ihm zuzuhören. Die negativen Gedanken (Worst Case-Szenarien etc.) habe ich weggeschoben und mich am Ist-Zustand erfreut. Das ging sehr viel schneller, als erwartet  :dops: Und mittlerweile, obwohl wir erst seit August clickern, nehme ich Rückschritte nicht mehr persönlich, sondern passe den Trainingsplan an.
Auch das Umformulieren von "Mach ...." zu "Kannst Du...?" hat mir sehr geholfen, warum auch immer. Hinter dem Clickern steckt, glaube ich mittlerweile, mehr ein Gefühl statt eines Gedankens  :nick:
Liebe Grüße, Lena

Tagebuch & Fotos

"Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber jeder von uns kann etwas dazu beitragen, dass sie nicht zur Hölle wird" - Fritz Baue
  • Gespeichert

  • ***
  • Mitglied
  • 63 Beiträge
Re: seit ich clickern bin ich unsicherer geworden?!kann das sein?
« Antwort #3 am: 21. November 2017, 09:03:54 »
hallo sanhestar und rüsselnase.
danke für deine antwort.
hilft mir auf jeden fall.

aus jeden fall bin ich durch das clickern ein besserer mensch geworden- da bin ich sicher.
 :dops:
ich bin auch langsam der meining das clickern lernen für menschen ist nicht für die tiere.
die tiere können die einzelnen schritte sehr schnell, die menschen hängen irgendwie immer hinterher.
 :lol:

  • Gespeichert

  • Krümel-Mama
  • *****
  • Administrator
  • 17061 Beiträge
    • www.clickertiere.de
Re: seit ich clickern bin ich unsicherer geworden?!kann das sein?
« Antwort #4 am: 21. November 2017, 09:21:27 »
Ja das stimmt oft - die meisten von uns lernen es ja auch von klein auf Zuhause und in der Schule genau anders. Ich bin durch das Clickern insgesamt deutlich selbstsicherer geworden, weil ich vorher auch mit "entweder du kannst etwas oder du versagst" groß geworden bin. Seit ich weiß, dass man ziemlich viel lernen kann, wenn es gut unterrichtet wird, traue ich mich sogar zu studieren. Dabei konzentriere ich mich auf die Kurse die gut ausgearbeitet sind, so dass das Lernen einfach ist, und lasse die schlechten weg, ohne es als mein persönliches Versagen zu sehen.

In der Praxis ertappe ich mich immer wieder beim Mini dabei, dass ich denke, das kann ich ihm doch niemals beibringen, die Krümeline kann das einfach - und mich dann wieder dran erinnere wie hart wir uns das erarbeitet haben.

Ich glaube, je mehr man lernt, desto erschreckender ist eine Weile lang zu wissen, was man alles nicht weiß. Aber irgendwann wird das besser und man gewinnt an Routine und Zuversicht.
LG Tine
Krümeline & Mucki

Ab und zu ist es gut, in unserem Streben nach Glück innezuhalten und einfach glücklich zu sein ~ Guillaume Apollinaire
  • Gespeichert

  • ****
  • Mitglied
  • 630 Beiträge
Re: seit ich clickern bin ich unsicherer geworden?!kann das sein?
« Antwort #5 am: 21. November 2017, 09:29:40 »
Ganz wichtig finde ich auch, die Ansprüche an sich selbst nicht zu hoch zu schrauben. Es ist noch aus keinem über Nacht ein perfekter Clickertrainer geworden.... ;)
Ich dachte am Anfang auch nur noch Hiiiilfe, wie soll ich das alles lösen. Aber dann bekam ich den guten Rat die Umstellung wirklich nur Schrittweise anzugehen. Also nicht von 0 auf 100 nur mehr Clicker, sondern Pferd UND Mensch vieeeeeel Zeit zu geben. Und Erfahrungsgemäß gehts da um Jahre....
Liebe Grüße von Marianne und Bernhard

"Ganze Weltalter voll Liebe werden notwendig sein, um den Tieren ihre Dienste und Verdienste an uns zu vergelten."
  • Gespeichert

  • ***
  • Mitglied
  • 63 Beiträge
Re: seit ich clickern bin ich unsicherer geworden?!kann das sein?
« Antwort #6 am: 21. November 2017, 10:37:53 »
marie- danke das hilft mir.

noothe-
bei mir hieß es von klein an
 -falsch >zack setzt es eine und nochmal machen. falsch- lernst du es denn nie.
dann die lehre- falsch> zuviel- falsch zu wenig-> zu hoch >zu tief....
reitunterricht das gleiche prinzip.
und da mein leben nun mal aus reiten, reitunterricht und pferden besteht, war das mein gewohntes sicheres häuschen, in dem ich immer unglücklich war.
boh.

und statt es anders zu machen habe ich das system übernommen.

bis ca 16 jährig hatte ich richtig guten draht zu pferden-
 
und dann kam der erste reitunterricht> o gott was war das denn- ich konnte ja gar nix.
12 stunden täglich prägung wie man es RICHTIG macht.
am tag meiner gesellenprüfung hab ich gesagt> nie wieder will ich so mit pferden umgehen.

leider habe ich bis vor zwei jahren keinen weg gefunden der mir weiterhilft.
immer wieder druck steigern- zur gerte greifen> usw.

das itüpfelchen habe ich letzten sommer in dillenburg erlebt
ein 4 tage kurs zu sitz und gleichgewichtsübungen.
der focus sollte laut trainerin auf den "stärken der reiter " liegen und wir sollten vor allem "das gute sehen und fördern", das was nicht klappt erstmal ignorieren.
toll, dachte ich ,super das ich hier bin.

am ende des ersten tages bin ich heim gefahren-
nicht zu glauben wieviel negative energie dort freigesetzt wurde.
ich war sehr traurig und entschlossen mir das nicht länger anzutun.

auszüge:
niemand kann reiten ausser die schwägerin der ausbilderin.
nur die pferde hier sind wirklich richtig richtig richtig richtig gut.(boh ich hör es jetzt  noch in meinen ohren )
nicht mit den schenkeln kloppfen, nicht mit den schenkeln klopfen(ca 30 mal in einer einheit)....... von der ausbilderin deren namen ich nicht nennen möchte, an einen trainer B- der unterricht mit eingeschränkten kindern macht, und sich weiterbildung erhofft hat.

ich bin gegangen.
wie du gehst ? warum?
!!!!!!meine antwort- "weil ich es kann"!!!!
die beste und schönste entscheidung meines lebens.
 :dops: :dops: :dops:

« Letzte Änderung: 21. November 2017, 10:40:28 von Jimi Blue »
  • Gespeichert

  • Krümel-Mama
  • *****
  • Administrator
  • 17061 Beiträge
    • www.clickertiere.de
Re: seit ich clickern bin ich unsicherer geworden?!kann das sein?
« Antwort #7 am: 21. November 2017, 10:46:10 »
So habe ich auch eine meiner letzten Reitstunden beendet. Abgestiegen mittendrin und mein Pferd in den Stall gebracht. Ich glaube das hat vor mir dort noch nie ein Schüler gewagt :shy: Bei mir kam der große Umbruch als ich das Reitabzeichen in einem bekannten Turnierstall in der Gegend gemacht habe, und einfach alle Pferde da am Hof richtig verhaltensauffällig waren. Damit konnte und wollte ich nichts mehr zu tun haben. Von da bis heute sind inzwischen auch 7 Jahre vergangen und es ist sicher auch kein einfacher Weg.

Dafür bist du auf dem besten Weg nachhaltig was zu verändern :hug:
LG Tine
Krümeline & Mucki

Ab und zu ist es gut, in unserem Streben nach Glück innezuhalten und einfach glücklich zu sein ~ Guillaume Apollinaire
  • Gespeichert

  • Der Weg ist das Ziel
  • ***
  • Mitglied
  • 268 Beiträge
    • Puriu
Re: seit ich clickern bin ich unsicherer geworden?!kann das sein?
« Antwort #8 am: 26. November 2017, 08:36:48 »
Es ist immer spannend, wie häufig Menschen eigentlich Versagensängste haben.

Mir ging es lange Zeit genau so.
Inzwischen sehe ich nicht das Problem, sondern die Aufgabe. Somit habe ich häufig die Möglichkeit etwas positiv zu erkennen. Das ist für den Menschen eigentlich deutlich wichtiger, denn das Gehirn des Menschen kennt kein Negativismus.
Denk mal nicht an einen Rosa Elefanten, auf gar keinen Fall an einen rosa Elefanten denken.
Wer jetzt sagt, er habe nicht ein einziges mal an einen rosa Elefanten gedacht, dem glaube ich nicht wirklich.

Es liegt an uns, wie sehr wir uns mit Problemen auseinander setzen oder die Aufgaben sehen, die dahinter stecken.

Die Entscheidung den Reitunterricht zu verlassen finde ich super.
Es ist für den Menschen schwer sich über einen Trainer hinweg zu setzen, und teilweise sogar noch schwerer einen Trainer von bestimmten Dingen abzuhalten, denn nicht jeder Trainer akzeptiert ein Nein des Besitzers, was (wie der eine oder andere vielleicht weiß) tödlich enden kann.

Und doch sollten wir uns niemals so in Frage stellen, dass wir aufgeben. Denn unser Weg ist positiv, also sollten wir auch uns zwischendurch mal positiv verstärken. 
Der Himmel wird erst schön durch ein paar Wolken.
  • Gespeichert