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Positive Verstärkung ohne Clicker - Vorteile, Nachteile, Erfahrungsberichte

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Vielleicht sollte im Titel "Clicker" statt "Marker" stehen, da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. :nixweiss: Vielleicht kann das ein Mod ändern, denn die Diskussion geht gerade aufgrund des Wortes völlig an dem Thema vorbei, das ursprünglich angedacht war. :bittebitte:
Das hatte ich mir auch schon gedacht, dass das Wort Clicker vermutlich besser zu deinem Gedankengang passt :cheese:.

Ich bin ja momentan auch am hin und her überlegen, ob ich bei meiner Stute von mechanischem Clicker auf ein Markerwort wechseln soll, weil sie sich immer so extrem hochpuscht und dann sehr grantig wird. Lasse mir damit aber noch etwas Zeit, weil wir gerade nochmal von Grund auf emotionale Kontrolle mit dem Futter lernen und sich der Wechsel vielleicht dann auch erüprigt... Aber ganz ohne konditioniertes Markerwort oder Click ginge bei ihr gar nicht, weil sie ja nur so die Gewissheit hat, danach bekomme ich Futter und ansonsten brauche ich nicht auf Futter zu hoffen. Ich finde, das nimmt doch einen deutlichen Stressfaktor für das Pferd raus, wenn es damit Probleme hat.
Auch ist es durch den konditionierten Marker für das Pferd genauer, wann es etwas richtig gemacht hat, was ja auch wieder Stress fürs Pferd rausnehmen kann.
Liebe Grüße
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Ventura
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Zitat
Der Clicker (bez. die Markerworte nach dem Clicker) gibt meinem Pony Sicherheit. Er entspannt viel schneller wenn ich ihn zielgerichtet markieren kann
Zitat
Auch ist es durch den konditionierten Marker für das Pferd genauer, wann es etwas richtig gemacht hat, was ja auch wieder Stress fürs Pferd rausnehmen kann.
Das war bei Drops genauso. :nick: Bei der Schimmelin beobachte ich eine umgekehrte Reaktion, die kommt ohne Clicks besser klar, obwohl ich auch beim clickern natürlich Wert auf Entspannung und Pausen gelegt habe.
Bei anspruchsvollerem Training würde ich aber auch bei ihr vermutlich auf den Clicker zurückgreifen, eben weil er genauer ist. Das hatte ich ja auch schon geschrieben. :)

Das ist ja das Schöne und Spannende am Tiertraining - meist gibt es nur individuelle Lösungen und kein Schema F, an dem man sich langhangeln kann. :cheer:
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ich hab beim Hufemachen sehr gute Erfahrung ohne Click gemacht, dh für die Dauer des Hufhochhaltens habe ich quasi Sekundentakt gefüttert. Wenn ich geclickt habe, machte der Moment des Clicks eine kurze freudige Erregung, einen Nervenzuck, der dann quasi dazu geführt hat, dass der Huf vom Bock runtergenommen wurde, weil sich das Bein anspannte (in der freundlichen Version, in der unfreundlichen wurde dann direkt damit rumgepaddelt oder unhaltbar weggezogen).

Ohne Clicks konnte sich das Bein und das gesamte Nervensystem deutlich mehr entspannen und wir haben in zwei oder drei Hufbearbeitungen mehr Fortschritte gemacht als in den Jahren davor.  :nick:
Alles kommt zu dem, der warten kann.
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Okay, jetzt gabs die Erleuchtung bei mir  :cheese: Das versteh ich jetzt besser, danke.  :aha: Ich habe für alle Tiere auch ein Wort, was ich verwende, wenn ich mehrere um mich habe und gezielt belohnen will. Beim Hufemachen von Nuka wird auch nicht geclickt sondern nur gefüttert. An für sich finde ich den Clicker deutlich präziser, das Wort weniger. Das kann man sich ja aber zu nutze machen, wie bereits geschrieben wurde.
LG von Frieda, Bert, Nuka, Dorado, Somnum und Baccara

"Ich hab' gelernt mit Träumen lebenslang fangen zu spielen." Kobito
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Letztlich ist es nur die Unterscheidung wann man sich eher im Bereich der operanten oder der klassischen Konditionierung bewegt, verstärke ich ein Verhalten oder einen "Zustand". Und Training mit positiver Verstärkung ist ja nicht auf 1 Verhalten = 1 Verstärker beschränkt. Je mehr Signale das Tier (und auch wir) verstehen und deuten können, desto mehr bewegt man sich irgendwo in einem Bereich wo weniger geclickt und gefuttert und mehr "kommuniziert" wird, was am Ende auch eine Sequenz von voneinander abhängigen Signalen und Verstärkern ist, die an unterschiedlichen Punkten als Verstärker fungieren.

Am Handy ist's schwer zu tippen, sorry wenn sich falsche Worte einschleichen.

Ich selbst benutze auch keinen Clicker, aber mit dem Zungenclick einen relativ präzisen Marker (z.b. kein Doppelclick wie beim mechanischen Clicker), bin mir aber auch darüber bewusst, dass auch das Formen der Lippen zum Zungenclick oder das Zucken des Daumens auf dem Clicker auch schon ein wirksamer Marker sein kann.

Würde man eine genaue Analyse von Verhalten und Konsequenz machen, macht es wenig Unterschied ob man jetzt mit "absichtlich konditioniertem" Marker arbeitet oder nicht - aus Augen des Tieres.
LG Tine
Krümeline & Mucki

Ab und zu ist es gut, in unserem Streben nach Glück innezuhalten und einfach glücklich zu sein. ~ Guillaume Apollinaire
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ich denke, es kommt auch darauf an, wie man den  clicker aufbaut - häufig beendet das markersignal eine verhaltenseinheit, daher ist es noomal, dass das pferd dann damit aufhört oder zuckt oder sonst irgendetwas macht.
ich markere manchmal beim hufe schnippeln, manchmal auch nicht und hab da jetzt eigentlich keinen unterschied fest stellen können.
ebenso hängt es davon ab, ob man den clicker immer hochwertig besetzt (mit futter) oder auch immer mal alternative belohnungen einfließen lässt. beim arbeiten ohne markersignal bestätigt man ja nicht immer mit futter, beim einsatz eines markersignals aber meistens schon.
manche verfallen auch in eine art "schockstarre", sobald sie den clicker in die hand nehmen und sämtliche bewegungen und emotionen verschwinden und man steht nur noch stumm clickend neben dem pferd. das ist für gewisse übungen natürlich durchaus sinnvoll - an anderer stelle fehlt aber vielleicht die emotion, der trubel oder auch einfach ein gewisses maß an unexaktheit.
ich habe bei meinen unterschiedliche markersignale und füttere gewisse sachen auch ohne marker direkt, wenn die verknüpfung naheliegend ist. es ist ja auch durchaus normal, dass man den clicker irgendwann ausschleicht, wenn das verhalten fertig ist, von dem her würde ich da jetzt gar nicht so die trennung zwischen "arbeiten mit markersignal" und "arbeiten ohne markersignal" sehen - eins greift ins andere fließend über. möchte ich später zb. neue details des verhalten ausarbeiten oder dinge darin ändern, kann ich jederzeit wieder auf einen exakten marker zurückgreifen, der mir die kommunikation erleichtert.
ansonsten unterschreibe ich bei friedalita und tine.
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ich hab beim Hufemachen sehr gute Erfahrung ohne Click gemacht, dh für die Dauer des Hufhochhaltens habe ich quasi Sekundentakt gefüttert. Wenn ich geclickt habe, machte der Moment des Clicks eine kurze freudige Erregung, einen Nervenzuck, der dann quasi dazu geführt hat, dass der Huf vom Bock runtergenommen wurde, weil sich das Bein anspannte (in der freundlichen Version, in der unfreundlichen wurde dann direkt damit rumgepaddelt oder unhaltbar weggezogen).

Ohne Clicks konnte sich das Bein und das gesamte Nervensystem deutlich mehr entspannen und wir haben in zwei oder drei Hufbearbeitungen mehr Fortschritte gemacht als in den Jahren davor.  :nick:

Ah :aha: die Erfahrung habe ich auch gemacht, mir aber wenig dabei gedacht. Bei den vorigen Hufbearbeitungen hatte ich immer dauergefüttert und mit jedem Mal haben sich die Pferde mehr entspannt. Letztes Mal wollte ich dann im Sinne des neuen "Futter-Emotionen-Kontroll-Übens" lieber clicken anstatt nur Füttern - aus dem Grund, den ich weiter oben geschrieben habe. Doch dabei wurde meine Stute wieder viel nervöser. Werde wohl bei dieser speziellen Sache wieder zum Füttern ohne Click übergehen :nick:.
Liebe Grüße
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Ein toller Thread, der kommt wie gerufen für mich. Ich möchte die positive Verstärkung nämlich nicht aktiv zum "Dressieren", also zum Trainieren nutzen, sondern ganz allgemein für die Kommunikation im Umgang miteinander.
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Ich verwende auch keinen Clicker. Ich habe ihn bei Exotica kurzzeitig eingesetzt, aber hab's relativ bald wieder gelassen. Irgendwo müsste es noch Beiträge dazu geben, falls es mein Tagebuch noch gibt. Natürlich hab ich aber trotzdem Marker, sonst könnte ich ja nie wirklich kleinschrittig irgendwas aufbauen. Für mich persönlich funktioniert das besser, was vielleicht einfach an meiner Art liegt, kann ich nicht sagen. Clicker verwend ich nur mit Pferden, zu denen ich keinen näheren Bezug hab. Ich glaub aber nicht, dass die Verwendung eines Clickers impliziert, dass man eine weniger tiefe, weniger emotionale Bindung zum Tier hat  ;)
And you ask "what if I fall?". Oh, but my darling, what if you fly? (Erin Hanson)
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