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Problem bei der Freiarbeit

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solera
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Re:Problem bei der Freiarbeit
« Antwort #15 am: 22. März 2013, 14:13:12 »
manni, ich glaub, dass das zufall ist bei euch im stall und nicht unbedingt representativ für die rasse des lusitanos... ;) ich kenn die wiederum als immer gefallsüchtige pferde mit zwar durchaus temperament, aber sicher nicht triebig unterm sattel oder hysterisch an der hand.
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Chrisiii
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Re:Problem bei der Freiarbeit
« Antwort #16 am: 22. März 2013, 17:55:50 »
Danke schon mal für eure Antworten! Ich fasse hier mal die "Hauptaussagen" zusammen, um dann auf jede noch antworten zu können (sonst verlier ich den Überblick *gg*)

Was hatten Abfahrer gemeinsam?
Was macht er wenn er in der Ecke steht?
Immer erst nach gewissen Zeit im Training?
Wettlauf anzetteln?
Kannte zuerst nur negative Verstärkung – zu viel in der kurzen Zeit gelernt
Durchmischung im Training?
Pferd unterfordert?
Mache ich hauptsächlich ruhige Arbeit?
Spielgesicht
Lusitano unausgeglichen?


Habe heut bisschen über die ganze Sache nachgedacht, was die 3 "Abfahrer" gemeinsam hatten war, dass es schon recht spät war, ich war alleine im Stall. Und nachdem er davon gerannt ist hab ich mich etwas geärgert, aber das waren in diesen Momenten eben nun mal meien Gefühle und Gefühle kann man nicht unterdrücken - heißt aber nicht, dass ich das dem Pferd nach dem ersten mal davon rennen bewusst gezeigt habe.

Wenn er in der Ecke bzw am Ende der Halle steht, dann steht er mit dem Kopf richtung Wand und steht da einfach. Ich hab das Gefühl, dass er mich hin und wieder anschielt um zu sehen was ich tue, aber er schaut mich nicht so an dass ich merken würde dass er mich ansieht ;-)

Dieses Verhalten tritt erst auf, nachdem wir schon etwas gemacht haben, also vom ersten Moment an macht er das nicht, da ist er noch zu sehr Border-Collie-mäßig und will alles tun um mir zu gefallen, da muss ich ihn oft bremsen aber gleichzeitig auch fordern. Würd aber nicht meinen dass das erst nach beispielsweise 20 min passiert.

Ich denke nicht dass er damit einen Wettlauf anzetteln will, das sieht nämlich bei ihm anders aus. Wenn er mit mir rennen will dann läuft er zuerst einen Kreis um mich herum, läuft dann gerade aus aber bleibt immer in meiner Nähe um mich zu animieren mit zu laufen.

Ich denke nicht dass er zu viel in der kurzen Zeit gelernt hat, er kannte ja die Basics der Freiarbeit schon bevor ich ihn gekauft habe. Seine Vorbesitzer macht mit ihren Pferden international Freiheitsdressur-Shows und hat mit ihren 5 Lusitanos eine "Showgruppe" gegründet und da die Basics erarbeitet, wie zb hinter ihr her laufen, stehen auf Kommando und Rückwärts. Ich habe das etwas erweitert auf Zirkel in allen Gangarten, Handwechsel, Rückwärts auf mich zu und Seitwärts auf mich zu. ZL-mäßig kann er auch noch nicht mega viel, Kompiment, Anfang span. Schritt, Lachen, Ballspielen und noch ein paar Kleinigkeiten. Würd aber nicht meinen dass er jetzt viel zu viel gelernt hat in der Zeit. Ich reite ihn ja nicht viel und mache hauptsächlich Arbeit vom Boden aus, 6 mal die Woche wird er bewegt.

Ich vermische keine Trainingsmethoden, also versuche rein nach der positiven Verstärkung zu arbeiten. In manchen Situationen lässt es sich nicht vermeiden und da will ich dass er die Umgangsform auch kennt, zb das weichen wenn ich die Hand auf einen Körperteil lege. Im Alltag muss das Stallpersonal auch mit ihm klar kommen, er muss stehen bleiben wenn er einem Impuls am Strick bekommt, muss weiter gehen wenn er getrieben wird und muss weichen wenn er beim Ausmisten im Weg steht. Aber allgemein im Training vermische ich die Methoden nicht, bzw versuche bzw bemühe ich mich sehr stark das nicht zu tun. Habe nur in meinem ersten Post erwähnt dass ich die negativ-verstärken Methode angewendet habe weil ich in diesem Moment keine andere Lösung gefunden habe, irgendwie musste ich ihn ja einfangen um ihn wieder in den Stall zu bringen...

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Chrisiii
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Re:Problem bei der Freiarbeit
« Antwort #17 am: 22. März 2013, 17:56:22 »
Ich bin mir nicht sicher ob er unterfordert ist oder nicht, habe aber eigentlich nicht das Gefühl dass er unterfordert ist. Er darf selbst mitdenken, selbst ausprobieren und er langweilg sich bei den Trainingseinheiten auf keinen Fall. Zu Beginn jeder Trainingseinheit ist er ähnlich wie ein Border Collie, da setzt er auch sofort sein Spielgesicht auf wenn er merkt jetzt gehts an Freiarbeit, ZL, Bodenarbeit usw. Er nimmt da den Kopf etwas tiefer, macht kadenziertere Tritte, geht meist im Trab neben mir, legt die Ohren etwas zurück und animiert mich dazu, etwas "flottes" mit ihm zu machen. In dieser Phase ist es recht schwierig ihn z.B. ruhig stehen zu lassen, da will er seine Energie erst mal los werden und mir zeigen was er drauf hat. Da machen wir gern Dinge wie zb Rückwärts-Trab-Halt-Rückwärts usw. Achte aber trotzdem darauf dass er versucht sich zu entspannen zwischendurch. Gestern war er auch total motiviert und super gelaunt. Da lag eine Stange am Boden und ich bin mal mit ihm hin gelaufen und sind genau über der Stange stehen geblieben, sodass die Stange unter seinem Bauch war. Bin dann seitlich von ihm gestanden und er hat mir sofort angeboten seitlich über diese Stange drüber zu gehen. Das kannte er zuvor nicht, habe das bestärkt und das dann auf Kommando mittels Hüft- und Schutlertarget gemacht, hat super geklappt, diese neue Übung hatte er innerhalb 3 Minuten drauf und hat ihm total Spaß gemacht. Es gibt oft so Situationen wo er einen neuen Gegenstand entdeckt, neue Bewegungsmuster entdeckt usw, das darf er alles und wird auch bestärkt, von daher glaube ich nicht dass er unterfordert ist weil wir oft neues machen, viel Abwechslung rein bringen. Wenn ich in einer Trainignseinheit den Schwerunkt nur auf 1-2 Dinge setzen würde dann ist ihm das zu langweilig, sodass er diese Übungen dann einfach gar nicht mehr macht. Daher hatten wir bessere Erfolge in einer Einheit an 4-5 Dingen zu arbeiten, die Einheit dafür aber "kurz und knackig" zu halten, natürlich mit Pausen dazwischen.

Weil die Frage kam ob ich hauptsächlich ruhige Arbeit mit ihm mache - nein so ist es nicht. Ich achte schon auch drauf dass er ruhige Sachen macht wie zb ganz langsam gehen mit gesenktem Kopf, Matten-Arbeit, allgemein Entspannung usw. Das taugt ihm aber nicht so, er ist mehr der Bewegungs-Typ. In der Freiarbeit machen wir auch viel mit Stangen und Cavaletti, zb springen wir gemeinsam über 2-3 Cavalettis drüber, laufen einfach mal durch die Halle, da beginnt er auch vor Freude zu buckeln, bleibt aber immer bei mir und aufmerksam. In jeder Trainingseinheit gibts mal ruhigere Übungen und Übungen wo es um Bewegung geht.

Lusitanos sind grundsätzlich sehr ausgeglichene Pferde mit genug Temperament aber jederzeit "beim Menschen" und kontrollierbar. Ein Lusitano der an der Hand fast durchdreht und unterm Sattel total triebig ist würd ich eher als unterfordert bzw falsch trainiert sehen. Mein Pferd spielt auf der Koppel auch sehr viel mit den anderen, aber er ist sicher keiner der wild herum rennt und überschüssige Energien hat. Bei der Arbeit ist er super konzentriert, zeigt Temperament wenn ich es fordere aber bliebt genau so cool und gelassen. Dürfte also rein Zufall sein dass in diesem Stall gleich ein paar Lusitanos stehen, die du als unausgeglichen bezeichnen würdest. Ich kenne schon sehr viele Lusitanos und habe bisher nur einen erlebt der an der Hand etwas unkontrollierbar war, das war aber eindeutig die Schuld vom Besitzer.


(sorry musste den Beitrag auf 2 mal aufteilen weil er zu lang war)
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Re:Problem bei der Freiarbeit
« Antwort #18 am: 22. März 2013, 18:15:56 »
hm, weisst du denn wie er bei den Vorbesitzern gearbeitet wurde? Kann es nicht sein, dass er in einer bestimmten Situation unsicher ist und du etwas tust (was du gar nicht merkst - irgendeine Handbewegung kann das sein) was ihm suggeriert dass es jetzt Ärger geben könnte?

Bei Jack hab ich ja Monate gebraucht (oder länger) um zu erkennen dass sein scheinbar aggressives Verhalten aus Unsicherheit entsprang. erst als er dem Prinzip Clickertraining wirklich vertraute, hat er sich vollständig gewandelt.
Seitdem erkenne ich Unsicherheiten bei Pferden sehr viel besser (oder erkläre mir Verhalten so) - im Zweifelsfall immer für den Angeklagten  ;)
Alles kommt zu dem, der warten kann.
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Chrisiii
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Re:Problem bei der Freiarbeit
« Antwort #19 am: 22. März 2013, 20:49:00 »
Kann natürlich auch sein... nur wüsste im Moment nicht welche Bewegung da der Auslöser sein könnte :-/

Heut haben wir wieder eine tolle Trainingseinheit gehabt. Zuerst Langzügel im Schritt und Trab, dann wieder Freiarbeit + ZL. Hat uns beiden Spaß gemacht, sind viel gemeinsam gelaufen, er ist mir buckelnd im Galopp nachgelaufen, problemlos um mich herum gezirkelt, Haltparaden aus allen Gangarten, rückwärts von mir weg, rückwärts zu mir hin, Distanz zu mir vergrößern und wieder verkleinern usw... hat alles absolut problemlos funktioniert und auch absolut keine Anzeichen davon zu rennen oder Abwehr-Reaktionen.

Das schwierige ist, dass ich in dem Moment, wo das davon rennen zum ersten mal passiert, nicht damit rechne dass er das tut und daher auch nicht so genau auf meine Signale bzw die Umgebungssignale achten kann. Bei so Situationen wie heute würde ich eben nie daran denken dass er mir jederzeit davon laufen könnte. Und wenns dann soweit ist dass er davon läuft ist es schon zu spät um zu erkennen was der Grund ist. Will auch nicht permanent so extrem bewusst auf meinen Körper achten, weil ich dann innerlich viel angespannter bin und das ihn wieder verunsichern könnte. Ich müsst mir einfach jedes bei der Freiarbeit eine Kamera aufstellen *ggg*


Achja, muss euch noch kurz erzählen dass ich morgen eeeendlich nach 4 Monaten warten meinen Maßsattel bekomme *freu hüpf spring*
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Berenike82
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Re:Problem bei der Freiarbeit
« Antwort #20 am: 22. März 2013, 21:28:54 »
Ich hätte vom ersten Gefühl her geraten... antrainiertes Verhaltensmuster??
Vielleicht erinnert ihn die Situation an irgendwas Unangenehmes?
Ist natürlich schwierig sowas rauszufinden!
So lange hast du ihn ja auch noch nicht.
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