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Reiten mit und ohne Gebiss

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Ehemaliges Mitglied 23
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #15 am: 04. Januar 2011, 09:06:51 »
Ich hab Gebisse auch lang "verteufelt", man springt ja gern auf solche Züge auf...
Letzten Endes (gut auch noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber zumindest der Ist Stand..) reite ich gerade mit einem dünnen Billy Allen Bit, das leicht beweglich ist und bei Zug zur Stange wird. Warum? Weil es nach gefühlten 100 Testvarianten das ist womit sich mein pony wohl fühlt. Sie nimmt es gern, läuft entspannt und ich hatte noch in keinem Moment das Gefühl sie fühlt sich unwohl damit. Allerdings nehm ich, wenn ich rausgeh ins Gelände und führen muss den Kappzaum drunter und führe daran und nicht am Gebiss (das mag sie nämlich gar nicht).
Ich bin lang mit Sidepull geritten, weil gebisslos ja sooo viel freundlicher ist. Leider muss skessa die Artikel nicht gelesen haben, sie fand es nämlcih super ätzend. Hat sich verworfen, lief spannig und hat sich damit nicht entspannt.
Ich denke man muss so Sachen pragmatisch angehen. Einfach öfter mal aufs Pferd hören, cih denke die wissen ganz gut was sie wollen und was nicht...
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verena
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #16 am: 04. Januar 2011, 11:26:47 »
Einfach öfter mal aufs Pferd hören, cih denke die wissen ganz gut was sie wollen und was nicht...
:thup:
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #17 am: 04. Januar 2011, 21:25:23 »
Hallo Stefanie,

na ja, also Du magst ja Recht haben, dass wir alle öfter mal auf unsere Pferde hören sollten, aber dann müssten ganz ganz viele Leute ihren Pferden die Gebisse rausnehmen. Und zwar nicht, weil ich Gebisse verteufele. Die Gebisse an sich im Maul, wenn die Zügelführung und der Reitersitz 100% stimmen, müssen das Pferd nicht stören, aber mal ehrlich, wer reitet immer so gut und feinfühlig? Ich kenne überwiegend "Otto-Normal-Reiter". Da wird auch mal heftiger in die Zügel gegriffen, da werden die Pferde "angefasst". Und das sind dann Bilder, die mir nicht mehr wirklich gefallen, was die Pferdemäuler und die Zufriedenheit und Lockerheit der Pferde angeht.
Vor allem frage ich mich, warum soll es denn nicht gebisslos ebenso gut gehen wie mit Gebiss? Die Nase des Pferdes ist durchaus sehr empfindsam und ich habe bislang nicht die Erfahrung gemacht, dass Pferde sich mit der gebisslosen Variante schwerer tun würden.
Es sind, meines Erachtens, eher die Menschen, die schlicht oft Angst haben, ihr Pferd nicht mehr ausreichend kontrollieren zu können und sich das häufig genug nicht eingestehen wollen (womit ich jetzt ausdrücklich NICHT Dich oder andere hier Schreibende meine).
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #18 am: 04. Januar 2011, 21:35:50 »
Hallo Steffi,

so wie ich Stefanie verstanden habe, geht es ihr doch nur darum, dass man halt schauen muss (bzw. sollte), was dem eigenen Pferd am besten gefällt. Ich habe mit Capitan sicher noch nicht genug in Richtung gebisslos ausprobiert, um da eine abschließende Meinung haben zu können und sehe den momentanen Zustand daher auch erstmal als einen "das ist jetzt erstmal so, ich werde mich dieses Themas aber nochmal annehmen". Bei ihm ist es aber momentan (!) schon so, dass er sich mit Gebiss wohler zu fühlen scheint, als mit dem gebisslosen Zaum. Vielleicht liegt das bei ihm ja an schlechten Serreta-Erfahrungen? Hmmm, nee, meine ich eigentlich jetzt garnicht so, sondern eher: "es könnte ja auch Pferde geben, die aufgrund schlechter Erfahrungen was gegen Einwirkung auf der Nase haben" (bei ihm glaube ich immer weniger an Serreta-Narben auf der Nase, als an irgendwelche Narben).

Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass es Pferde gibt, die sich mit Gebiss im Maul, dafür aber freier Nase, wohler fühlen, als mit Nasenriemen (welcher Ausführung auch immer) und ohne Gebiss. Wobei sicher die Mehrheit der Pferde gerne das Gebiss loswären, v.a., wenn sie eh zusätzlich mit zugeknalltem Nasenriemen geritten werden. Aber die sind ja hier im Forum auch nicht so ganz die "Klientel", denke ich ;).
Viele Grüße,
Esther
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #19 am: 04. Januar 2011, 21:39:50 »
für sowas ist ein halsstrickerl oder von mir aus 4-zügelig sehr praktisch. ich mach die grobkorrekturen nie am gebiss, bin auch ins gelände lange 4-zügelig raus, jetzt eben mit strickerl. gebiss ist wirklich nur fürs feintuning.

der vorteil von der trense ist einfach, dass du direkt aufs kiefergelenk einwirken kannst. ohne trense ist das genick der erste hebel im werk. kann genauso gut funsen, ist aber eben nicht das gleiche.

von meinen drei mulis bevorzugen 2 die trense, eins das schnürl auf der nase. im zweifelsfall richt ich mich nach dem pferd, das hat nämlich fast immer recht  ;)
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verena
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #20 am: 04. Januar 2011, 22:12:30 »
Dem kann ich nur zustimmen. Leider fragen aber die meisten eben nicht ihr Pferd. Bei Bessi war es klar, der hat es mir nach einem Versuch klar und deutlich gesagt: Gebisslos. Bei Gloa war ich mir anfangs nicht so sicher, sie schien das Gebiss nicht so wirklich zu stören. Ich machte einen gebisslosen Versuch, nachdem das bei Bessi so super lief, ging bei Gloa auch reibungslos. Dann gab ich ihr wieder einmal das Gebiss hinein und erst nachdem sie gebisslos hat ausprobieren dürfen hat sie mir gesagt was sie bevorzugt: gebisslos. Fand ich sehr interessant  :cheer:
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #21 am: 05. Januar 2011, 09:01:43 »
Hallo Ihr,

ja, das wäre echt gut, wenn mehr Leute sensibel darauf hören würden, was die Pferde lieber haben. Gebiss oder ohne. Meint Ihr nicht trotzdem, dass es auch beim Menschen eine Art Konditionierung gibt, dass es mit gebiss einfach besser ist?

Grüße
Steffi
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Ehemaliges Mitglied 23
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #22 am: 05. Januar 2011, 09:18:59 »
mit Sicherheit ist das ein bißchen was dran. Mit persönlich hat es weh getan mich von gebisslos zu verabschieden, ich reite nen baumlos Sattel, bin barhuf und absoluter Offenstall bzw. Bewegungsstallverfechter... Trotzdem hat mir Skessa klar gezeigt, dass sie mit meinem jetzigen Gebiss zufrieden ist.
Das heißt ja nicht, dass es nichts gebissloses gibt was noch besser wäre. Es hat halt alles finanzielle Grenzen, man kann einfach nicht alles ausprobieren. Momentan gebe ich mich mit zufriedenem Pony zufrieden.

Aber klar vieles ist so in den Köpfen drin, man braucht ein Gebiss zum das Pferd zu kontrollieren (ich kann aus leidvoller Erfahrung berichten, dass ein gebiss überhaupt nichts kontrolliert, wenn das Pferd nicht kontrolliert werden will), ein Pferd braucht Eisen um laufen zu können, ein Pferd möchte gern eine eigene Box haben um in Ruhe zu schlafen.

Man dreht es sich ja schon gern wie man es haben möchte. Ich hab letzt nen schönen Spruch gelesen "der Mensch ist eher bereit einer Lüge zu glauben die er schon 100 mal gehört hat, als der Wahrheit die ihm neu ist" .....
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verena
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #23 am: 05. Januar 2011, 12:54:16 »
Ist es nicht in vielen Bereichen unseres Lebens ähnlich? ' das machen wir so, weil wir es immer schon so gemacht haben....' Auch eine gewisse Faulheit, sich weiterzubilden, zu lesen und kritisch zu hinterfragen und dann Entscheidungen zu treffen? Wir haben in unserer Offenstallgemeinschaft eine Kollegin, deren Isistute immer beschlagen lief. Sie dachte nicht einmal im Traum daran, ob sie vielleicht auch barfuß gehen könnte, weil eben im Stall (außer Bessi, Gloa und Schnuff)  alle Pferde beschlagen sind und das ist halt so. Nun, als eine Umgruppierung der Pferde erfolgte und sie sich überlegen musste barfuß und engmaschige Heunetze oder weiter beschlagen und nur 2x/Tag Heu, hat sie sich über barfuß getraut. Und?: diese Isitute hat harte, völlig unkomplizierte Hufe, die Umstellung war völlig unproblematisch, sie geht sowohl im Viereck als auch im Gelände als ob keine Veränderung stattgefunden hätte.
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #24 am: 05. Januar 2011, 13:39:28 »
Ich hab mit Cani da auch schon einiges probiert und bin noch nicht wirklich auf ein Ergebnis gekommen.
Gebisslos ist mal nicht gleich gebisslos, das hab ich bei Cani sehr deutlich gesehen. Kappzaum oder eng verschnalltes Glücksrad (LG Zaum, Nachbau, aber ned die Version mit Kette) sind bei ihr eher kritisch. Ich glaub sie mag einfach das feste Band um die Nase nicht. Das zeigt sie zb auch beim longieren. Meiner Meinung nach geht sie mit lockeren Versionen wie zb Stallhalfter wesentlich entspannter, wenn auch vielleicht ein bissl weniger korrekt. Und wenn man ins Zaumzeug den Nasenriemen oder gar einen Sperrriemen einschnallt, dann kann man gleich absteigen weil da wird sie richtig grantig.
Sidepull wär bei meiner Stute von ihr aus gegangen, allerdings hat sie den Strick auf der Nase nicht vertragen. Eventuell bau ich mir sowas mal aus Biothane nach.

Gebisse haben wir schon einige durch. Am Anfang ist sie so wie meine vorigen Hafis mit doppelt gebrochener Knebeltrense gelaufen. Allerdings immer deutlich unzufrieden. Jetzt hat sie eine dünne, einfach gebrochene Westerntrense aus Sweet Iron, mit der geht sie finde ich am besten, allerdings sit sie nicht 100% zufrieden damit. Die Ledertrense hab ich ihr nur kurz mal reingehängt, da kann ich noch kein richtiges Urteil abgeben. Was gar ned ging war eine relativ dicke Stange aus Kunststoff, auf die hat sie sich nur extrem drauf gelehnt.

Am zufriedensten geht sie meiner Meinung nach ohne Zäumung. Da geht sie am ehesten vorwärts-abwärts. Natürlich wird das auch an meiner Einwirkung liegen, ich hab ja sehr viel Kraft und kann das schwer dosieren. Ich denke ich reite mit relativ wenig Kraft, aber durch meine Muskeln fühlt es sich anscheinend nur für mich so an.

Das Trensen die Atmung mehr behindern as gebisslose Zäume glaub ich weniger. Kommt wohl alles aufs Pferd und die Verschnallung und Handhabung drauf an.
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #25 am: 05. Januar 2011, 13:57:13 »
Hallo Coco,

hast Du mal ein  Reithalfter ausprobiert? So, wie ich es auch Esther empfohlen hatte. Dabei werden die Zügel in die Gebvissringe eingehackt und die Hilfengebung ist quasi gleich, wie beim reiten mit Trensengebiss. Der Nasenriemen ist weiter oben verschnallt. Zwar soll er fest sitzen, damit die Zäumung nicht herum rutscht, aber 2 fingerbreit Luft darf/soll natürlich idealerweise vorhanden sein. Eingequetscht sollte sich das Pferd mit dem Reithalfter nicht fühlen.

Ich verwende diese Zäumung im Wechsel mit dem Kappzaum.

Grüße
Steffi
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #26 am: 05. Januar 2011, 16:53:43 »
Hallo Inge,

ich reite auch gebißlos.  :)
Der Cook-Artikel war einer der Gründe für meine Entscheidung.

LG
Kerstin
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"Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast."
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #27 am: 05. Januar 2011, 16:53:59 »
. Zwar soll er fest sitzen, damit die Zäumung nicht herum rutscht, aber 2 fingerbreit Luft darf/soll natürlich idealerweise vorhanden sein. Eingequetscht sollte sich das Pferd mit dem Reithalfter nicht fühlen.
Ganz ehrlich: ich weiss nicht, wie das gehen soll. ??? Entweder er sitzt fest, dann ist aber keine 2 fingerbreit Luft dazwischen, oder er hat den Platz, aber dann dann rutscht der Zaum wieder (zumindest bei Capitan). :nixweiss: Abgesehen davon fand ich die Idee toll, und ich denke, ich werde mir auch ein hannoversches Reithalfter kaufen, um das dann irgendwann nochmal in Ruhe ausprobieren zu können. :nick:
Viele Grüße,
Esther
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #28 am: 05. Januar 2011, 17:31:44 »
Wie "weit" habt ihr eigentlich die Trense eingeschnallt? Weil ich letztens gelesen habe dass die "Regel mit 2 Falten" zum vergessen ist....
Puppe hat 2 Falten und sie kommt mir sehr zufrieden vor, ich hab das gefühl wenn es lockerer ist dass ich viel mehr "nach unten" ziehe.... und ein Wallach bei uns hat auch keinen Nasenriemen aber die Trense deutlich länger und meiner Meinung nach gehört da die Trense viiiel höher...weil da sieht man richtig wie er ständig die Trense raufschiebt, drauf beißt etc. ...

« Letzte Änderung: 05. Januar 2011, 17:59:10 von puppi »
Liebe Grüße Sophie

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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #29 am: 05. Januar 2011, 17:47:58 »
Also, ich hatte bis vorgestern auch "2 Falten" (bzw. Berta hatte die, klar ;)), aber habs jetzt mal ein Loch länger gemacht. Ich hatte wo gelesen, dass man schon noch mit 1, 2 Fingern oben unter den Genickriemen fassen können soll... :nixweiss:

Allerdings war mir schon bewusst, dass es nicht zu tief kommen darf, das Gebiss, vor allem, weils sonst im Extremfall an den Zähnen anschlagen kann?
Und vielleicht wars Einbildung, aber Berta hat das Gebiss da lockerer getragen, tatsächlich zwischendrin mal gekaut (macht sie sonst leider eher selten... wobei das laut der Studie ja nur "Abwehrbewegung" ist? :juck:)

Warum ist die 2-Falten-Regel zum Vergessen? Weißt du da noch mehr dazu? *interessiertbin*  :)

« Letzte Änderung: 05. Januar 2011, 17:49:41 von Bettina1986 »
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