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Reiten mit und ohne Gebiss

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kleinpony
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Reiten mit und ohne Gebiss
« am: 03. Januar 2011, 18:03:41 »
Bin wieder da  ;)  und es geht mir gut, und wahrscheinlich habt ihr mich gar nicht vermisst  ???

und möchte Euch gleich mit der Frage überfallen, ob ihr von den "Cook-Erkenntnissen" bezgl. Gebiss im Maul gehört habt und wie ihr so dazu steht  :watch:

Zitat
Gesundheitliche Auswirkungen

Gesundheitliche Auswirkungen einer Gebiss-Zäumung für Kehlkopf und Lungen:Ein Mundstück wird im Idealfall vom Pferd nur als unangenehm empfunden. Wie gut es sich mit einem Mundstück arrangiert, hängt im Wesentlichen von der individuellen körperlichen und seelischen Sensibilität, der Art des verschnallten Gebisses und der Reitweise des Reiters ab.
Nur die besten Reiter, d.h. die wahren Meister verursachen ihren Pferden eventuell keine größeren Unannehmlichkeiten oder Schmerzen mit dem Gebiss, denn sie haben gelernt, es so gut wie gar nicht zu benutzen.

Die Tierärztliche Hochschule Hannover hat interessanterweise in einer viel zitierten Studie nachgewiesen, dass die Mundhöhle des Pferdes grundsätzlich keinen Platz für ein Gebiss aufweist. Dieser Umstand wird noch durch die Pferdezucht der letzten Jahrzehnte verstärkt, weil die Veredelung der Warmblutzucht vornehmlich durch Vollblüter und iberische Pferde auch zu einer Verkleinerung des Kopfes bei den meisten gängigen Warmblutrassen geführt hat, wohingegen die Größe und Dicke der Gebisse weitgehend unverändert blieben.

Das Gebissstück stellt einen Fremdkörper im Pferdemaul dar, das beim Pferd sich widersprechende reflektorische Vorgänge mit den entsprechenden negativen Begleiterscheinungen auslöst. Das gemeinhin als Zeichen von Zufriedenheit interpretierte Kauen des Pferdes auf seiner Trense, das mit mehr oder weniger Speichelfluss einhergeht, ist Cook zufolge lediglich der Versuch des Pferdes, sich durch Kauen, Zungenbewegung und Speicheln eines unangenehmen Fremdkörpers zu entledigen. Während der durch das Gebiss ausgelöste Speichelfluss normalerweise dazu dient, das im Maul befindliche Futter gut einzuspeicheln und besser verdaulich zu machen, sind die Zungen- und Kiefernbewegungen die Folge von durch Schmerzreize ausgelösten Reflexen. Wenn nun aber der Fremdkörper im Maul keine Nahrung ist, sondern das Trensengebiss und das Pferd Muskelarbeit leistet und erhöhten Bedarf an Sauerstoff hat, dann entsteht im Rachen ein Konflikt, denn die Muskulatur im Kehlbereich bekommt sowohl die Meldung, dass ein Fremdkörper im Maul eingespeichelt und geschluckt werden soll, wobei sich der Kehldeckel zum Schutz der Luftröhre schließen muss als auch die Reflexmeldung, dass aufgrund von Muskelarbeit erhöhter Sauerstoffbedarf vorliegt, der nur durch das weit Stellen des Kehlkopfes und starke Atmung gedeckt werden kann. Der durch das Gebiss ausgelöste starke Speichelfluss kann beim körperlich beanspruchten Reitpferd Hustenreiz auslösen, denn der Speichel gelangt durch den weit gestellten Kehlgang mit dem Luftstrom sehr leicht in die Luftröhre.

Laut Cook entziehen sich erfahrene Pferde dieser Problematik, indem sie die Zungenwurzel zurückziehen, wodurch der Kehldeckel etwas steiler gedrückt wird und der Rachenraum sich insgesamt verengt. Speichel kann nun nicht mehr so leicht in die Luftröhre gelangen, doch zugleich wird der Luftweg eingeengt und damit die Sauerstoffversorgung des Pferdes vermindert. Keuchende Atemgeräusche und schäumende Mäuler bei Reitpferden sind Ausdruck des beschriebenen Reflexkonfliktes und eines sich daraus ergebenden akuten Sauerstoffmangels; im Freileben haben Pferde auch bei körperlicher Anstrengung ein relativ trockenes, stets geschlossenes Maul. In schwer wiegenden Fällen kommt es durch den Reflexkonflikt zu Muskelverkrampfungen im Kehlkopf, die Oberflächenschleimhaut entzündet sich (Kehlkopfentzündung) und Schluckbeschwerden und ein unnatürliches Atemgeräusch entstehen (Kehlkopfgeräusch), das sich durch eine Operation nicht – wie häufig angenommen - beheben lässt, sondern nur weiter verschlimmert. In der Mehrzahl der Fälle spielt sich alles zwischen diesen beiden Extremen ab.
Wissenschaftliche Studien eines weltweit anerkannten Kopfspezialisten (Prof. Dr. Robert Cook). Dies waren einige Auszüge aus dem Buch von Hiltrud Straßer und Robert Cook: Eisen im Pferdemaul. Knirsch-Verlag, 2003. S. 13f.
kopiert aus http://www.lg-bridle.com/


LG, Inge  8)

Habs nur etwas offzieller zitiert. Viele liebe Grüße (und auch von mir noch frohes Neues), Bettina

« Letzte Änderung: 03. Januar 2011, 22:03:43 von Bettina1986 »
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #1 am: 03. Januar 2011, 18:09:05 »
 :augenreib:

Bin wieder da  ;) 
Huhu, willkommen zurück!!!  :D :D  :umarm:

Zitat
und es geht mir gut,
:cheerleader: :dance3:
 
Zitat
und wahrscheinlich habt ihr mich gar nicht vermisst  ???
doch klar! :knuddel:
Du warst eine der Ausnahmen vom Löschverfahren  ;) , ich hab immer gehofft dass Du irgendwann wieder Zeit fürs Forum finden wirst.  :nick: :dops:
lg Heike
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kleinpony
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #2 am: 03. Januar 2011, 18:34:09 »
Wie lieb aber auch  :dops: und ein frohes, gesundes, glückliches, Neues noch  :cheese:
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #3 am: 03. Januar 2011, 20:42:53 »
der vollständigkeit halber sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass sich pferde generell nicht unbedingt dafür eignen, menschen durch die gegend zu schleppen.
genausowenig wie sie in eine welt aus boxen, zäune, straßen, staub, usw... gehören.

@ gebiss/kauen: mein pferd kaut ruhig mit geschlossenem maul. von schäumendem kampfkauen keine rede. es kaut übrigens auch ohne gebiss, wenn man die richtigen körperteile aktiviert.
gebisslos findet es doof, das einzige was geht, ist halsring.
dünne gebisse sind auch doof.

ich denke, die krux an der sache ist, dass die meisten pferde nach wie vor über die druckschiene ausgebildet werden.  so wird das gebiss von der ausbildungshilfe ganz schnell zum folterinstrument.
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strizi
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #4 am: 03. Januar 2011, 20:54:21 »
ganz ehrlich???? als ich den cook gelesen habe, hab ich laaaaaaaaaaaaaaange - sehr lange!!! gebraucht, um meinem pferd wieder mit gutem gewissen ein gebiss rein zu hängen.

aber heute - ca. 6jahre später, seh ich das, zum glück, mit etwas abstand.

ein gebiss ist GANZ sicher nicht einfach NUR schlecht/böse/tierquälerisch............... es kommt aufs andere ende des zügels drauf an! :cheese:
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #5 am: 03. Januar 2011, 21:00:56 »
Wo kann man das vom Cook denn lesen?
Sonst kann ich eigentlich nur bei cinnamon und strizi unterschreiben..
Liebe Grüße Sophie

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strizi
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #6 am: 03. Januar 2011, 21:06:45 »
den cook gibts als bücherl...... gemeinsam mit der dr. strasser geschrieben (was die dramatik deutlich unterstreicht!)
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #7 am: 03. Januar 2011, 21:08:59 »
*gg* oookay wenn dr strasser mitgeschrieben hat kann ich mir vorstellen "wie" das buch aufgebaut ist :P
Liebe Grüße Sophie

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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #8 am: 03. Januar 2011, 21:09:21 »
*gg* oookay wenn der strasser mitgeschrieben hat kann ich mir vorstellen "wie" das buch aufgebaut ist :P

die  ;)
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #9 am: 03. Januar 2011, 21:09:43 »
;D sollte ein dr sein
Liebe Grüße Sophie

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sparko
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #10 am: 03. Januar 2011, 21:10:03 »
*gg* oookay wenn der strasser mitgeschrieben hat kann ich mir vorstellen "wie" das buch aufgebaut ist :P
DIE nicht DER!!
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #11 am: 03. Januar 2011, 21:10:25 »
Liebe Grüße Sophie

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penelope
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #12 am: 03. Januar 2011, 21:40:28 »
Ich frag mich immer, warum, wenn ein Gebiss im Pferdemaul so stark die Atmung behindert, bei Galopprennen so gut wie jedes Pferd mit Gebiss läuft. Da geht es doch um unglaubliche Mengen Geld. Ich glaub, wenn sich da jemand einen Vorteil dadurch erhaschen könnte, sein Pferd gebisslos zu reiten, würd der es doch tun. Die Leute da sind wohl pragmatischer, als wir Freizeit bis Hobby-Dressur Reiter  ;)

Ich reit mit wirklich guten Gewissen mit Gebiss. Beide Pferde mit einfach gebrochenen Olivenkopfgebissen - die Friesenstute mit einem sehr dünnen, den Araber-Berber mit einem recht dicken (bei der Friesin ist VIEL weniger Platz im Maul, trotz gefühlt doppelt so großem Kopf).

Ein Gebiss im Pferdmaul ist nicht natürlich - keine Frage. Aber ein Sidepull auf der Nase ist das auch nicht und ein Mensch auf dem Rücken noch viel weniger (hat ja Cinnamon auch schon so ähnlich geschrieben)
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #13 am: 03. Januar 2011, 22:05:14 »
Genauere Literaturangabe steht jetzt eh oben mit drin. ;)

Ist das denn lesenswert?
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Re:Reiten mit und ohne Gebiss
« Antwort #14 am: 04. Januar 2011, 08:59:55 »
Hallo Inge,

freut mich, dass Du wieder da bist!

Ich habe schon bevor ich den Cook kannte entschieden gebisslos zu reiten. Kann davon auch letztlich nur Gutes berichten. Das ist schon eine Umstellung für den Reiter und natürlich fürs Pferd, wenn es früher mit Gebiss geritten wurde. Mein Pferd habe ich eh gebisslos ausgebildet, da gab es auch keine Probleme. Vielleicht ist ohne Gebiss manches in der höheren Dressur nicht möglich, das will ich mal nicht bestreiten, aber das kann ich ohnehin nicht reiten. Für mich passt das gebisslose Reiten gut zu meiner Clicker"philosophie" (so wenig Einschränkung des Pferdes wie nötig - so viel Freiraum wie möglich).

Vielleicht fühlst Du Dich gebisslos auf einem Pferd auch wohler?

Grüße
Steffi
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