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Hufegeben

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Re:Hufegeben
« Antwort #15 am: 17. Dezember 2009, 21:39:52 »
Hab ich auch schon probiert, geht leider auch nicht besser. Anfassen + Entlasten geht gut, Anfassen + Hochheben (ohne Verspannen) nicht. Habe jetzt den Tipp bekommen, eine Zeit lang einfach das Entlasten zu clicken (also dass sie ganz bewusst  den Huf auf der Spitze abstellt und dort lässt) und so zu beginnen auszukratzen etc. Werde das denke ich mal ausprobieren, so wie ich es bis jetzt probiert habe, treten wir halt irgendwie auf der Stelle. Vielleicht kann ich ihr so ein bißchen mehr Sicherheit geben.
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Re:Hufegeben
« Antwort #16 am: 17. Dezember 2009, 21:40:11 »
Zitat von: Arconowitsch
Hey Gin,

das ist eine super Idee!
Dann erfährt sie schon mal, dass es nichts schlimmes ist, wenn jemand an ihrem Huf rumpuzzelt und dass er sofort wieder abgestellt wird.

Was vielleicht in diese Richtung gehen könnte, wäre, dass du mit allen vier Beinen reihum Beinkreisen (klar minikreise) machst.
Oder eben alle reihum einmal anhebst und auf die Spitze stellst.
So dass du nicht so lange an den Hinterfüßen bleibst, sondern sie sozusagen mit in den Kreis aufnimmst.

Und wenn sie sich einen Hinterfuss anfassen und minimal manipulieren lässt - z.B. auch nach hinten, vorne, zur Seite abstellen und nicht nur nach oben anheben, dann könntest du eine kurze Einheit Targetberühren einschieben.
Das kann man als zusätzl. Jackpot und um die Bestärkungsrate extrem hochzuhalten bei anderen schwierigen Sachen ganz systematisch einsezten.

Meine Ma hat das mit Arcon schon vor langer Zeit so gemacht, dass er die Hinterhufe auf der Spitze lässt, damit sie sie da unten auskratzen kann und nicht das schwere Pferd halten muss. Sie hatte nen Bandscheibenvorfall.

Ach und dieser künstliche Arm übrigens könnte ja dick umwickelt sein und daher für sie vielleicht gar nicht gertenähnlich? Würde Dich halt aus der Schußlinie bringen.

LG und Daumen drück für Fortschritte
Franzi
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Re:Hufegeben
« Antwort #17 am: 17. Dezember 2009, 21:40:25 »
Zitat von: Umira
Zitat von: Arconowitsch
Oder eben alle reihum einmal anhebst und auf die Spitze stellst.
So dass du nicht so lange an den Hinterfüßen bleibst, sondern sie sozusagen mit in den Kreis aufnimmst.

Das finde ich auch eine super Idee. Vor allem könnten sie die bisher erfolgreicheren Vorderhufe entspannen und vielleicht verknüpft sie es auch ein wenig. Sprich: Das harmlose Gekratze vorne, ist hinten dann genauso harmlos.

Aber eventuell würde ich vorne trotzdem beim Anheben und in die Hand Legen bleiben, damit es im Hinblick auf die Hufbearbeitung kein Rückschritt ist. Aber das könnte man ja seperat zum Kreiseln und auf der Spitze abstellen auch noch machen.
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Re:Hufegeben
« Antwort #18 am: 17. Dezember 2009, 21:40:41 »
Entschuldigt, wenn ich mich so kurzfasse, habs aber gerade eilig (Stress und Zahnschmerzen): finde die Idee super und werde das testen und berichten :)
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Re:Hufegeben
« Antwort #19 am: 17. Dezember 2009, 21:41:00 »
So ihr Lieben,

Habe heute zum ersten mal die Hinterhufe "neu" beclickert, d. h. das auf-die-Spitze-stellen bestärkt. Hat sie wunderbar schnell verstanden, selbst links (momentan problematischere Seite) geht es schon sehr gut, inklusive an der Huffläche herumkratzen (mit der Hand, hatte keinen Hufkratzer dabei). Habe zusätzlich sehr oft zwischen dieser Übung, dem Hufegeben vorne und allgemeinem Beineberühren vorne und hinten gewechselt, so dass die Bestärkungrate sehr hoch war. Hat sie toll angenommen, war ingesamt schon viel stressfreier :).

Danke :)
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Re:Hufegeben
« Antwort #20 am: 17. Dezember 2009, 21:41:15 »
Zitat von: Umira
Oh supi, das freut mich aber, dass es zu klappen scheint! Ist sie Mira wohl in dem Punkt doch ähnlich.  :D
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Re:Hufegeben
« Antwort #21 am: 17. Dezember 2009, 21:41:31 »
Zitat von: cännsi
Hab mich nun auch dazu durchgerungen ;) mal den Speed aus unserer Arbeit zu nehmen und die 2 mal die ich in der Woche im Stall sein kann das Hufegeben zu verfeinern. Möchte ja auch unserer Hufpflegerin was gutes tun 8)

Generell funktioniert das Hufegeben schon, aber weil ich erst noch das Anbinden Schritt für Schritt neu erarbeiten möchte und das Stehenbleiben (wenn ich mich wegbewege) auch noch nicht Thema ist, gestaltete sich das ganze immer relativ schwierig, weil mir Dinah ja noch bis dato auf Schritt und Tritt folgt. Ich möchte ihr also jetzt mal klar machen, die Hufe auf Kommando zu heben, sodass ich mich dann langsam rantaste, ohne dass sie ihn wieder abstellt und ihn dann ohne Gezappel auskratzen kann. Und das Ganze erst mal unangebunden!

Hab erst mal mit den vorderen Hufen begonne - so à la Kurland. bin vorne seitlich vom Pferd gestanden (Blick Richtung Kruppe) und hab mich etwas nach unten gebeugt - diese "Nach-hinten-Tendenz" hat Dinah dazu veranlasst Rückwärtszutreten und das hab ich dann geclickt. Hat sie ganz schnell begriffen und funktioniert nun auf beiden Seiten auch schon auf Fingerzeig aufs Karpalgelenk, dass sie die Hufe anwinkelt und auch schon 2-3 Sekunden oben lässt bis ich clicke :D

Jetzt möchte ich mich auch an die hinteren Hufe wagen, aber da möcht ich anfangs noch außerhalb ihrer Reichweite bleiben, weil sie doch gerne mal - wie es sich für eine Prinzessin ;) gehört - rumzickt und schon mal raustritt :roll:

Irgendwie hat das mit dem Rückwärts/Seitwärts nicht so richtig geklappt (sie assoziert das immer mit dem Vorderhuf und hebt den auch ganz artig), sodass ich mir jetzt zur Unterstützung einen verlängerten Arm dazugeholt habe. Hab mit Abstreichen und auch etwas sachtem Klopfen begonnen, damit sie keine Angst vor der Gerte hat, wenn ich am Bein entlang nach unten streife. Und hab dann begonnen sie mit dem Gertenzipfel am Fesselkopf unten etwas zu kitzeln. Hab jede Tendenz den Fuss anzuheben, zur Seite zu treten etc. geclickt. Noch hat sie denk ich nicht herausen, worauf ich hinauswill, aber das wird schon werden.

Würdet ihr auf dieser Basis weitermachen - bin für jeden Tipp dankbar.

LG
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Re:Hufegeben
« Antwort #22 am: 17. Dezember 2009, 21:41:47 »
Zitat von: Verena
Hallo Conny!
Ich denke, das klingt schon recht gut! Ich möchte Dir nur aus eigener Erfahrung einen Tipp geben, daß Du Dir ganz genau überlegst, auf welches Signal Dinah später den Huf heben soll. Ich war da bei meinen Pferden leider nicht so ganz genau beim Training und nun ist es so, daß sie bei jeder Bewegung von mir, sei es ein leichtes Herunterbeugen, oder ein Streichen oder nur eine Berührung am Bein denken, sie sollen das Bein heben. Das ist blöde, wenn ich zB. nur Ekzem am Bein einschmieren möchte, oder Transportgamaschen anziehen oder Wärme der Hufe fühlen möchte und sie da das Bein ja eigentlich stillhalten sollen bei Berührung. Also ganz gut differenzieren, wann ist bei Berührung Stillhalten gefragt und wann ist bei einer anderen Berührung (zB. leichtes Klopfen, was auch immer Du Dir als Signal aussuchst) das Hufeheben gefragt :D
Liebe Grüße!
Verena
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Re:Hufegeben
« Antwort #23 am: 17. Dezember 2009, 21:42:02 »
Zitat von: lindalotze
Zitat
Würdet ihr auf dieser Basis weitermachen - bin für jeden Tipp dankbar.

Nein, würde ich eher nicht. Auch wenns wüst klingt. :oops: sorry.

Bei einem Pferd, das zum Treten neigt, würde ich
-ganz viel am ruhigen Stehen und
- an der Berührungsakzeptanz im Bereich der Hinterhand arbeiten und
- erst mal aller vier Füße am Boden "festnageln", bevor da irgendwas hochgehoben wird.

Und dann auf ein eindeutiges Signal hin das Anheben LASSEN beclickern. -Beine abstreichen lassen im Stehen,
- Beine entspannen im Stehen und
- dann den Fuß gemütlich anheben lassen
...erst ein dann zwei dann viele Zentimeter und Sekunden.

Mit ganz viel Anfassen und Berührung und Festhalten.
Rumfuchteln und Zappeln und auf kleinste Berührungen reagieren ist unerwünscht und wird ignoriert. Man hat ja mit dem Bein noch mehr vor als es nur in der Luft präsentiert zu kriegen.
Etwas abstrakter ausgedrückt: in dem Fall nicht das Reaktive, sondern das Passive fördern. Viel Erfolg!

Muss gehen, mein Mann will heut noch zum Chinesen. Und ich armes Ding muss da mit  :wink:
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Re:Hufegeben
« Antwort #24 am: 17. Dezember 2009, 21:42:18 »
Zitat von: cännsi
Hi an euch

vielen Dank für den Input!

@Linda,

freu mich über deine Ehrlichkeit - du hast mich nachdenklich gemacht und ich gebe dir durchaus recht! Werd vorher am Passiven arbeiten und erst das gemütliche Hochheben clicken. Dann kann ich gleich daran arbeiten, dass sie nicht bei jedem Nach-Unten-beugen schon die Beinchen hebt, wie Verena eingeworfen hat - das kann sonst wirklich zum Problem werden. Danke, Verena!

Werd wieder zurück ans Desensibiliesieren und Stillstehen gehen und dann langsam mal das Hochheben clicken, dann das selbstständige allmählich und dabei ein differentes Signal einführen und das dann wirklich unter Signalkontrolle bringen.

Vielen Dank!
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Re:Hufegeben
« Antwort #25 am: 17. Dezember 2009, 21:42:37 »
Zitat von: hyxc
Hi cännsi,
denk auch schon im Voraus dran, wie du das Hufegeben beenden willst.
Wichtig finde ich auf jeden Fall, daran zu arbeiten, dass der Huf in der Hand gelassen wird und in alle Richtungen der  Handbewegungen auch nach oben und zur Seite und nach unten mitgeht. Für das Abstellen fallen mir mehrere Varianten ein:
Variante A: Huf loslassen heißt Abstellen
Variante B: Huf liegt in der Hand, du gibst Signal zum Abstellen
Variante C: Huf liegt in der Hand, bis du ihn auf dem Boden abstellst.
Das eine schließt das andere natürlich nicht aus.
Ich übe z. B. mit Hylling seit einiger Zeit immer mal wieder beim Hufegeben, dass sie sich jeden Huf auf die Hufspitze abstellen lässt und ihn auch so kurz stehen lässt.
VG
Katja
PS Verenas Variante hatten wir auch schon am Anfang: Ich bücke mich zum Hufeaufheben und *doing* knallt mir schon der Huf an die Hand ;)
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Re:Hufegeben
« Antwort #26 am: 17. Dezember 2009, 21:42:56 »
Zitat von: Steinchen
Hallo,

Läßt sie das hochgehobene Bein leicht berühren, bevor sie es unter den Bauch zieht?
Ich hab mal mit einem Wallach im letzten Stall gearbeitet, (ohne Click, CT war nicht erwünscht), der war kaum auszuschneiden, selbst mit voller Dröhnung nicht, weil er schlug und zwar gezielt.

Bei ihm erreichte ich das meiste damit, dass ich ihm Vertrauen zu meiner Hand an seinem Bein vermittelte, indem ich sein Bein, wenn er es hochhob nur mit meiner Hand am Huf begleitete, ohne es festzuhalten, auch wenn er es wegzog und abstellte oder auch etwas ausholte.
Er schlug gezielt, wenn er spürte, man will sein Bein festhalten, also hielt ich es nicht fest. Er durfte ziehen und hakeln und abstellen, wie er wollte.
Dabei blieb ich nur sanft, aber sicher mit der Hand dran, ohne zu manipulieren oder auch nur minimalen Widerstand zu bieten.
Anfangs nur kurz, Zentimerterweise, wenn Pferd das Bein selbst anhob, je nach Reaktion, und wenn ich aktiv los ließ, sagte ich "uuuuuund ab" und lobte ihn, während die Hand dran war. Beim Loslassen ging ich nicht blitzschnell einfach mit der Hand weg, sondern die Hand blieb am Bein und strich quasi langsam nach unten weg von ihm.
Ist schwierig zu erklären... :oops:  :?:

Woraufs ankam war die Tatsache, dass ich ihm vermittelte, ich WILL GAR NICHT das Bein FESTHALTEN. Ich beanspruche NICHT, ihm seine Fluchtmöglichkeit zu nehmen, sondern ich bitte ihn darum, mir zu vertrauen, in dem Bewußtsein, WENN er mir Vertrauen schenkt, überläßt er mir auch die Hinterbeine und legt sie mir entspannt in die Hand, zu der er Vertrauen gefasst hat.

Der Wallach hatte zuvor immer Klappse und Schläge bekommen, wenn er sich erfolgreich entzogen hatte und war auch oft beim Loslassen heftig mit den Hufen auf den Boden geknallt. Deshalb war das Signal für: Ich nehme meine hand nun vom Huf weg und das langsame abstreichen auch wichtig, damit er sich nicht überrumpelt fühlte.
Er lernte sehr schnell, dass es ihn nicht gefährdet, wenn er den Huf hochhebt, der Mensch die Hand dranhat und dass der Mensch ihn nicht mehr dafür bestraft, wenn er sich entzieht. Daraufhin fing er an, nach anfänglichem Bein unter den Bauch ziehen, wenn man mit der Hand begleitend dran blieb, das Bein wieder heraus zu geben und schließlich locker in der Hand abzulegen.
Mit CT wärs sicher noch schneller gegangen.

Der Besitzerin konnte ich mittels Trockenübung an ihrer Hand zeigen, wie das Pferd empfindet, wenn sie gegenzieht und im Vergleich dazu, wie es sich anfühlt, wenn kein Zwang und Druck dahinter steckt.

Ich sah die Ursachen des Problems darin, dass das Pferd die Erfahrung gemacht hatte, dass der Mensch sich schnell fürchtet, wenn er sich anspannt und wegziehen will und er dafür jedesmal bestraft und quasi "fallengelassen", "im Stich gelassen" wurde. Das schürte noch mehr seine Angst und steigerte seine Fluchttendenzen immer weiter.

Weiß nicht, ob das in etwa verständlich war??
LG, Angie......die gerade müde vom Nachtdienst im "Schweinegrippeheim" gekommen ist und möglicherweise noch keine klaren gedanken formulieren kann :lol:
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Re:Hufegeben
« Antwort #27 am: 17. Dezember 2009, 21:43:11 »
Zitat von: cinnamon
mit dem mitbewohnerwallach bin ich so vor gegangen:
zuerst beintarget (hinten angreifen war mir ein bisserl zu heikel), d.h. er lernt schon mal von sich aus, die berührung bewusst zuzulassen, balanciert sich dabei selbstständig aus, ohne dass man ihn halten muss. wenn das gut und in jeder lebenslage klappt, umstellung auf handtarget und mit der zeit dann die dauer steigern.
beim geringsten hauch von festhalten ist der übrigens auch futsch  8)

bei meiner stute, die hinten bewusst geschlagen hat, hab ich vor allem das langsame raus ziehen nach hinten und abstellen auf der hufspitze bis zur unendlichkeit geübt. mittlerweile ist das so gut trainiert, dass man in stresssituationen einfach nur die hand an die richtige position hält und sie lässt den huf langsam nach hinten runter sinken, anstatt ihn nach vorne unter den bauch zu schleudern (und dann durchzuziehen).
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