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Hufe geben

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Re: Hufe geben
« Antwort #15 am: 15. Juni 2016, 12:22:49 »
Ja, manchmal steckt man einfach nicht drin.

Die Krümeline hat ja früher den anderen Weg gewählt und sofort getreten sobald man an ihre Beine wollte. Wir haben lange dran gearbeitet dass sie die Beine selber hebt bei Berührung mit der Gerte (als Target) und das war für ihren Kopf so ein großer und wichtiger Punkt. Oft ist es bei der Hufbearbeitung z.B. ja so, dass man (auch beim Clickern) so lange weiter macht, bis dass Pferd endlich alle Hufe gegeben hat. Das ist, wenn auch unterschwellig, eine ganze Portion "du hast eh keine Wahl", und das kann schon für ein Nein des Pferdes reichen.

Beine heben auf 100 verschiedene Arten und nur ab und an Hufe auskratzen kann helfen, das zu entstressen. Mit der ganzen Behandlung der Verletzung ist sie ja auch nicht ganz unvorbelastet.
LG Tine
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Re: Hufe geben
« Antwort #16 am: 15. Juni 2016, 12:34:42 »
So konkret kann ich dir keine Tips geben, aber ich kann hier mal von unserem Weg berichten - vielleicht hilft es dir ja (oder wem andern mit derselben Problematik)

Abbey hat (für die, die uns nicht so gut kennen) eine lange Hufgeschichte, mit Rehe, Abzessen und Prellungen und daher viele unangenehme besuche von Tierarzt und Schmied sowie einem Klinkaufenthalt in Wien...
Man kann es ihr also nicht verübeln dass sie genug hat davon.
Im Herbst 2014 ist das Verhalten dann endgültig zusammengebrochen, nur die Hufpflegerin durfte an die Hufe. Wohl deshalb, weil sie Technik und Kraft hat, die mir fehlen, aber auch ihr Vertrauen. Ich wurde ignoriert, und wenn die Tierärztin hingegrifen hat ist abbey dreibinig losgestürmt (war ja stocklahm) und hat gezittert.
Leider war das im akuten Schub, da ist training schwierig, weil ja behandelt werden muss. Schuhe sauber machen hat immer mal eine Stunde gedauert.  :confused:

Seitdem ist mir klar, dass das trainiert werden muss! Und, dass der Weg dahin nur über freiwillige Mitarbeit führen kann.
Ich hab also begonnen Gewichtsverlagerungen zu clicken, dann Fuß heben, Fuß angreifen und festhalten und Fuß auskratzen. Das ging alles bald relativ gut, aber eben nicht immer. Vor allem deshalb (glaube ich, Abbey kanns mir ja nicht sagen) weil immer wieder was wehtut und sie dann einfach Angst hat..
Dieser Vorgang beim Training - kleinschrittig und eines nach dem anderen - is eh klar, und hier bestimmt mehrmals zu lesen..

Mir ist aber nach und nach noch ein wichtiger Punkt bewusst geworden, oder mehrere Punkte vielleicht  :cheese:
1. Abbey ist mehr als ihre Hufe - den Großteil ihres Lebens bei mir haben alle sie auf die Hufe reduziert. Die meiste Zeit hab ich mich um die Hufe gekümmert, genau so wie alle Fremden ihre Hufe begutachtet haben. Ich hab also begonnen ihr zu sagen, dass sie super ist, und für mich das beste Pferd, ganz egal ob sie mich an die Hufe lässt. Das hab ich ihr halt erzählt während ich gewartet hab, dass sie einen Huf hebt. Davon kann man halten was man will, aber ich glaube es hat zumindest meine Stimmung und meine Ausstrahlung verändert..
2. Alles muss absehbar sein - Wenn sie weiß, sie darf jeder Zeit abstellen ist alles für sie ein Stückt erträglicher. Also: wenn sie ein bissi runterdrückt lass ich los. das geht nicht immer, wenn ich grade bearbeite oder verbinde oder so und das quittiert sie sofort mit Einstellen der Mitarbeit - ich hab ja auch gegen die Regeln verstoßen.
3. höflich und respektvoll bleiben - sie weiß, dass sie auf ein antippen an der schulter den Huf geben soll, kann es aber nicht immer ausführen (die gründe mögen für mich blöd sein, für sie nicht, und das hab ich zu respektieren) wenn ich ale sie antippe und sag "abbey, kannst du?" (das hat sich als Stimmsignal für alles, für das wir ein Berührungssignal haben, entwickelt) hab ich zu 99% den Huf. bin ich aber im Stress, bück mich und mag ihn hochnehmen, streikt sie. klar, zu menschen sag ich auch "bitte darf ich durch" und schupf sie nicht wortlos weg... das kann man doch auch höflich fragen.

Das war jetzt doch ein bisschen lang, aber vielleicht hilft es wem  :confused:
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Re: Hufe geben
« Antwort #17 am: 15. Juni 2016, 12:51:01 »
Ich danke euch erstmal ganz herzlich für eure Berichte, Meinungen und Tipps zum Thema :hug: :hug: :hug:

Ich werde einfach dran bleiben und mich, wenn es auch vom Umfeld her mal passt und ich Ruhe habe, weiter mit dem Thema auseinandersetzen. Schlimm ist halt auch der Druck, der zusätzlich von außen kommt. "Warum kratzt du ihr heute nicht die Hufe aus?" oder "Sie verarscht dich doch nur" sind so Aussagen, die mich dann auch manchmal - zum Teil auch unbewusst - ganz schön stressen.

Frieda bearbeitet alle 3-4 Wochen die Hufe, sie sind also unter ständiger Kontrolle. Wie oft kratzt ihr euren Pferden die Hufe aus?

Vielleicht erarbeite ich mir mal das Huftarget gemeinsam mit Frieda. Das hört sich gut an.
LG von Marlen und Lucy

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Re: Hufe geben
« Antwort #18 am: 15. Juni 2016, 13:00:43 »
Ich kratze ganz oft nicht aus, sondern gehe stattdessen eine Runde spazieren. Das gerne auch mal einfach 50m oder so auf Asphalt, weil da der ganze Dreck rausfällt, das Risiko für kleine Steine in der weißen Linie aber gering bleibt.

Auf der Weide, wenn diese trocken ist, wird oft über Wochen nicht ausgekratzt.

Ich habe eine Stute, die tritt, wenn man die Hinterbeine abfragt. Sie hat vermutlich Probleme im Knie. Einer der Jungs hat Arthrose im Vorderbein, der lässt sich die Beine auch nicht anheben und geht ganz resolut weg, wenn ich das ohne Halfter abfragen will.

Der nächste zieht ein Hinterbein weg und hat auf dieser Seite Balanceprobleme.

Nimm' den Druck raus.

Und ich würde auch sagen, dass die Sehnengeschichte da noch mit hineinspielt. Auch wenn keine Lahmheit mehr vorhanden ist, kann eine Anfälligkeit oder minimale Schwäche zurückbleiben.

Nicht mitmachen wollen hat mit Vorgeschichte und "Vergiftung" der Aufgabe zu tun. Überleg' mal: seit 2 Monaten clickst Du Hufe geben, 9 Jahre und 10 Monate lang musste sie die Hufe geben, no matter what. Da ist einfach noch sehr viel negative Emotion aufzuarbeiten. Das Hampeln, wenn sie den Kratzer sieht, zeigt Dir, dass sie das negativ verknüpft hat.
Sabine
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Re: Hufe geben
« Antwort #19 am: 15. Juni 2016, 13:14:16 »
Ich mach vorne alle 2 Tage die Schuhe sauber, da muss ich nie auskratzen eigentlich, und hinten vielleicht alle 3-4 tage :juck:
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Re: Hufe geben
« Antwort #20 am: 15. Juni 2016, 13:20:30 »
Ich kratze... Alle zwei Wochen aus? :grinwech: Oder wenn ich halt höre dass ein Stein drin ist oder sie komisch läuft...
LG Tine
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Re: Hufe geben
« Antwort #21 am: 15. Juni 2016, 13:21:19 »
Ich kratze... Alle zwei Wochen aus? :grinwech: Oder wenn ich halt höre dass ein Stein drin ist oder sie komisch läuft...

Bei euch gibt es ja auch keine steine  :willwill:
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Re: Hufe geben
« Antwort #22 am: 15. Juni 2016, 13:29:07 »
* Idealfall: Bein von oben nach unten abstreichen und sagen "gib Fuß". Lucy gibt mir den Huf in die Hand, ich halte und kratze, ich sage "Ab" und es gibt C+B kurz vor dem Absetzen.

(Mir ist dann auch selbst ein Fehler in meiner Vorgehensweise aufgefallen)

[...]

Ich habe nun immer auf die kleinste Muskelzuckung geachtet und sobald ich nur in Ansätzen gemerkt habe, sie will den Huf gleich wegziehen, habe ich "Ab" gesagt und es gab C+B kurz vor dem absetzen. Den Huf habe ich mir jetzt immer am Ende nochmal vorgenommen und sie hat ihn mir auch wieder gegeben.

Mal noch ein Gedanke. Aber ich weiß nicht, ob ich das völlig falsch einschätze. Ist hier das C+B nicht schon bei der Tendenz zum Absetzen platziert? Also denkt Lucy evtl. bei Dir ginge es eben darum, den Huf abzusetzen? Und eben nicht oben zu halten?

Ich habe es anfangs so gemacht, dass ich das bloße Huf hochhalten geclickt habe, ohne ans Auskratzen zu denken. Dann später während dem Kratzen geclickt und auch heute clicke ich bevor ich ans Absetzen denke.

Meiner gibt mir auch die Hufe, ohne dass ich ihn dafür berühre. Ich nehme mir den Huf einfach, sobald er in der Luft hängt.
Viele Grüße
Sarah
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Re: Hufe geben
« Antwort #23 am: 15. Juni 2016, 14:35:48 »
Das ist ein interessanter Ansatz, darüber habe ich mir auch schon so meine Gedanken gemacht. Ich werde das mal mit Frieda besprechen, vielleicht mache ich das ja wirklich grundlegend falsch.
LG von Marlen und Lucy

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Re: Hufe geben
« Antwort #24 am: 15. Juni 2016, 14:40:48 »
Wenn ihr zu zweit seid, könnt ihr auch Dauerfüttern, solange der Huf oben ist und aufhören zu füttern, wenn sie den Huf wegzieht. Zum Absetzen würde ich den Huf kontrolliert zum Boden führen. Überhaupt ist es eine gute Sache zu üben, dass das Pony das Bein in der Hand liegen und in alle Richtungen bewegen lässt. Das nimmt ev. auch den den Fokus vom Auskratzen.
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Re: Hufe geben
« Antwort #25 am: 15. Juni 2016, 18:47:50 »
Hallo,

Hat Lucy schlechte Erfahrungen gemacht mit dem Hufe geben?
Mit Fritz habe ich das Thema ja auch immer noch...
Ihm hat neben dem clickern auch bestimmte Übungen aus dem Tellington Training geholfen.
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Re: Hufe geben
« Antwort #26 am: 16. Juni 2016, 09:31:35 »
Lucy hat eigentlich keine schlechten Erfahrungen mit dem Hufekratzen gemacht. Sie ist ja erst im April 2015 aus ihrer Wildpferdeherde gekommen, kannte vorher also nichts. Die Pferde haben dort vollkommen frei gelebt.

Bei ihrer Vorbesitzerin gab es (zumindest wurde es mir so erzählt) auch keine Probleme. Als sie zu mir gekommen ist, konnte ich ihr noch frei auf dem Paddock die Hufe auskratzen. Dann hat es sich nach und nach immer schwieriger gestaltet. Ich bin auch kein total grober Mensch, ich war immer vorsichtig und habe ihre Verletzung berücksichtigt. Frieda und ich haben dann immer gemeinsam die Hufe gemacht, ich habe gefüttert und Frieda hat gekratzt und geclickt. Später habe ich dann übernommmen. So haben wir es gut in den Griff bekommen. Seit der letzten Hufbearbeitung ist es allerdings wieder ganz schlimm. Wobei Frieda wirklich sehr einfühlsam an die Sache herangeht und die Sessions bei ihr immer einen positiven Charakter haben.

Von meiner Stallkolllegin lässt sie sich wohl die Hufe ohne Probleme und auch frei auf dem Paddock auskratzen. Das ist für mich natürlich nochmal ein zusätzlicher Druckfaktor :-\
LG von Marlen und Lucy

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Re: Hufe geben
« Antwort #27 am: 17. Juni 2016, 09:40:45 »
Das es bei Marlen und Lucy nicht immer klappt, hat verschiedene Ursachen und ist meiner Meinung nach vor allem emotional begründet...Marlen macht sich Druck (die Hufe müssen kontrolliert werden), Lucy ist absolut fein und reagiert da ziemlich drauf und sie nimmt bei Marlen ihr Mitspracherecht in Anspruch, was sie bei Kerstin nicht macht. Marlen geht mit der Frage ran: "Kannst du mir dein Bein geben?" und Kerstin mit "Gib dein Bein her". Andere Einstellung, anderes Ergebnis. Im Endeffekt finde ich es eher positiv, dass sie sich bei Marlen äußert und eben auch nein sagt. Ich finde, dass spricht für eine gute Beziehung und zeigt deutlich, wie klar Lucy in ihrer Kommunikation ist und auch einfordert, gehört zu werden. Gestern hat das Hufekratzen auch sehr gut funktioniert mit Dauerfüttern. Ich denke bis zum Herbst schaffen wir es, dass wirklich positiv zu belegen. Für die Hufbearbeitung gibt es dann auch Müsli (da steht sie total drauf) und die können wir auch wieder auf zweimal verteilen, damit es nicht so lang ist.
LG von Frieda, Luki, Nuka, Dorado, Somnum und Baccara

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Re: Hufe geben
« Antwort #28 am: 17. Juni 2016, 11:25:21 »
 :thup: :thup: :thup: :thup:
LG von Marlen und Lucy

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Re: Hufe geben
« Antwort #29 am: 17. Juni 2016, 11:31:12 »
Das klingt ziemlich logisch  :nick:
Bei Abbey ist es auch so, dass sie den Hufleuten die Hufe braver gibt als mir, weil ihre Angst vor den "bösen" Fremden größer ist als die Hufphobie.. Bei ihr ist das ja auch naheliegend mit ihrer Vergangenheit.

Sonst wäre meine Frage aber, was für Lucy der Grund ist, das Hufe geben zu verweigern, wenn kein "muss" da ist :juck:
Da muss es ja einen Grund geben... Es kann sein, dass sie nur testet wie ernst du es meinst mit ihrem Mitspracherecht, und da erstmal drauf besteht und sich das alleine löst, wenn sie weiß, dass sie im Zweifelsfall IMMER nein sagen kann und das auch IMMER respektiert wird.
(Ihr clickert ja noch nicht sooo lange, Abbey hatte auch mal eine Phase, da war alles aus Prinzip "du, neee, heute nicht" einfach weil sies kann  :cheese: )
Oder es steckt was anderes dahinter.. Ob da vielleicht doch ein bisschen Angst/Stress mitspielt, mal jemand grob war, sie mal das gefühl hatte umzufallen etc..

Aber ich glaube ihr seid in jedem Fall auf dem richtigen Weg  :thup:
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