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Zuviel Beweglichkeit?

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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #45 am: 01. Oktober 2018, 12:44:48 »
Zitat
Gerne hängen diese Pferde auch im Burstkorb und hinterm Widerrist, was dann zu flache Hufe durch zu viel Gewicht auf den Trachten (die durch die Überbelastung unterschieben und/oder einrollen) hervorbringt.

 :nick: :nick: :nick:
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #46 am: 01. Oktober 2018, 15:22:22 »
Sehr sehr spannend, diese zusammenhänge!!! Danke euch fürs darlegen! :cheer:
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #47 am: 01. Oktober 2018, 17:40:30 »
Ich möchte noch ergänzen, dass viele auch zu flache Trachten der Hinterhufe haben, weil sie von hinten her versuchen, den Rücken aufzuspannen, und damit immer zu viel Gewicht auf die hinteren Trachten bringen. Da kann man als Hufbearbeiter machen was man will, wenn nicht das Ganze mit dem Aufbau des Rückens Hand in Hand geht, wird man da keine Trachten "züchten" können.
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #48 am: 01. Oktober 2018, 18:55:59 »
Und wenn sie hinten stark nach außen oder innen kippen kommt das dann von der Instabilität woher? Knie würden mir einfallen  :juck:
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #49 am: 01. Oktober 2018, 19:13:25 »
Sprunggelenk wäre auch noch eine Möglichkeit.

Das fällt mir bei Ziegen oft auf. Die werden/wurden auf breite Beinstellung selektiert, damit die Euter Platz haben. Und beim Gehen drehen dann ganz oft die Sprunggelenke nach aussen, weil das Becken oben schmal bleibt - quasi züchterisch selektierte Kuh-hessigkeit
Sabine
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #50 am: 01. Oktober 2018, 19:44:14 »
Und wenn sie hinten stark nach außen oder innen kippen kommt das dann von der Instabilität woher? Knie würden mir einfallen  :juck:

Sowohl Vorder- als auch Hintergliedmaße haben quasi "Muskelspangen", die von außen Stabilität geben. Bei uns ist das am Bein z.B. der Tensor fascie latae, der auch so gerne Triggerpunkte hat, weil er mit Halten überfordert ist.
Beim Pferd ist das zb. die Quadricepsgruppe (damit auch Kniestabilisatoren) und auch der Tensor Fascie latae.
Die Adduktoren spielen in der Stabilität auch eine große Rolle und viele Pferde drehen im Sprunggelenk, weil die Muskeln zu wenig trainiert sind.
In der Vorhand sind das die äußeren Schultermuskeln (infraspinatus und Supraspinatus), der breite Rückenmuskel (zieht von der innenseite Schulter zum oberen Rücken) und das, was hinterm Trizeps liegt (geht in die Rumpfmuskulatur über)
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #51 am: 01. Oktober 2018, 19:47:03 »
Das Becken z.B. hat ja irre starke Bänder, die das Ende der Wirbelsäule (und damit die gesamte Wirbelsäule) im Becken stabilisieren. Die sind bei hypermobilen Pferde ja auch weicher, wodurch nun auch das Becken mehr durch die Muskulatur stabilisiert werden muss.
Jack konnte ich ganz zu Anfang fast umschmeißen, wenn ich ihn an der Kruppe bewegt habe.
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #52 am: 01. Oktober 2018, 20:07:41 »
Darf ich noch einmal eine dumme Frage stellen?

Ich habe es nun im Kopf so abgespeichert, dass es für hypermobile Pferde von Vorteil ist, eine gute Muskulatur aufzubauen, um dem ganzen etwas mehr Halt zu geben. Ich dachte immer, dass Frodurs Hypermobilität durch die zu langen Kniebänder kommt - ist das richtig oder falsch?
Zum Thema Muskelaufbau werden ja Seitengänge sehr empfohlen. Heute habe ich gelesen, dass die für "Kniepferde" Gift sein sollen. Stimmt das? Lieber ganz sein lassen?

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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #53 am: 02. Oktober 2018, 07:28:35 »
Danke Heike! Ich hab die ganze Zeit am Becken rumgegrübelt, jetzt versteh ichs  :cheese: :keks:

Die Hypermobilität macht dich insgesamt beweglicher, längere/dehnbarere Bänder und Sehnen. Es ist also noch wichtiger gute Muskulatur aufzubauen, um die Strukturen (Gelenke und Sehnen/Bänder) zu schützen und zu stabilisieren. Ich bin selber hypermobil und habs zum Beispiel schon mal geschafft mir die Schulter leicht auszukugeln (und wieder rein). Meine Bizepssehne findet das auch 1 Jahr später immer noch mal erwähnenswert, dass das nicht so doll war.

Für die Knie hat mir Heike vor etlichen Jahren die isometrischen Übungen (guckst du mal in der Suchfunktion) empfohlen sowie das Knietarget. Ebenso kann die Arbeit mit den Pads hilfreich sein und die Kurlandübungen. Man muss halt schauen, wie viel rückwärts das Pferd kann. Wenn das Knie relativ stabil ist machen die Seitengänge schon Sinn, da sie die Muskulatur am Bein kräftigen.
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #54 am: 02. Oktober 2018, 07:35:19 »
Ich denke, es ist auch immer eine Frage, des "wie viel/wie oft/wie intensiv"

Wenn ich zwei Schritte seitwärts frage und dabei die Hankenbeugung nicht übertreibe, ist das was anderes, als eine lange Seite Traversale am Stück.

Vor allem, wenn ich hinhöre zum Pferd, ob es die Übung noch flüssig zeigen mag oder mir anzeigt: "es wird unangenehm".
Sabine
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #55 am: 02. Oktober 2018, 10:21:25 »
Darf ich noch einmal eine dumme Frage stellen?
Dumme Fragen gibts nicht :)

Zitat
Ich habe es nun im Kopf so abgespeichert, dass es für hypermobile Pferde von Vorteil ist, eine gute Muskulatur aufzubauen, um dem ganzen etwas mehr Halt zu geben. Ich dachte immer, dass Frodurs Hypermobilität durch die zu langen Kniebänder kommt - ist das richtig oder falsch?

Hypermobilität ist ein Begriff dafür, dass das komplette Bindegewebe zu elastisch ist - Also Bänder, Bindegewebe, Sehnen usw.
Zu lange Kniebänder ist eine andere Sache.
Ein Pferd kann hypermobil sein und zu lange Kniebänder haben, oder es ist nicht hypermobil und hat zu lange Kniebänder (war bei Mirko der Fall) oder es ist hypermobil im Allgemeinen, hat aber keine zu langen Kniebänder.
Wobei "zu lange Kniebänder" auch immer ein komplexeres Bild ist, was vom Gebäude her zb die Beckenstellung mit einschließt, die Oberschenkellänge (also von der Hüfte zum Knie) und daraus resultierend am wichtigsten: Der Haltezustand des Mm. Quadriceps, der die Kniescheibe bewegt/hält.   "Quadriceps" heißt "vierköpfiger Muskel" und der ist oberhalb vom Knie, quasi zwischen vorderer Beckenkante, Hüfte und Knie. Die "Kniebänder" sind die Verbindung vom Quadriceps zur Kniescheibe. Wenn also der Mm. Q. zu wenig Haltespannung hat, weil zb die Beckenstellung ungünstig ist (zu steil, zu kurzes Becken), dann fehlt den Bändern die nötige Spannung, um die Kniescheibe vernünftig zu führen und es "hakelt" beim Laufen.
Bei Mirko war das so als er in der Ebene wohnte. Sobald wir in hügeliges Gelände gezogen sind, und er mehrmals täglich seine Hinterhand zum Berg hoch schieben benutzen musste, war das Problem innerhalb von zwei Wochen erledigt - vorher konnte er keine Runde mehr laufen, ohne dass ihm die Hinterhand wegknickte.
Deshalb sind da isometrische Übungen gut, die den Quadriceps aufbauen - dh. quasi verkürzen, damit die Bänder etwas mehr Spannung bekommen -  wenn man keine Berge hat.

Hypermobilität ansich macht auch weichere Kniebänder, aber nicht in dem Ausmaß. Da geht es um die Stabilsierung (und Lockerung) der gesamten Muskulatur, die mehr arbeiten muss als es eigentlich gedacht ist, weil der Bandapparat um die Gelenke eben zu instabil ist.

Zitat
Zum Thema Muskelaufbau werden ja Seitengänge sehr empfohlen. Heute habe ich gelesen, dass die für "Kniepferde" Gift sein sollen. Stimmt das? Lieber ganz sein lassen?
Wenn man zu starke Abstellung macht und zu großschrittig arbeitet, ja. Das Kniegelenk ist ein Scharniergelenk, es kann nur eine Richtung. Arbeitet  man über die physiologische Richtung, werden die Bänder überdehnt und können in der Zukunft evtl das Knie schlechter halten. Deshalb muss man sehr korrekt in der Richtung arbeiten, aber Seitengänge an sich (gutes Schulterherein) sind total förderlich für die Rumpf- und Lenden muskulatur.
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #56 am: 19. April 2019, 15:41:22 »
Ich abonnier hier mal, falls neues dazu kommt.
Jolly ist ja auch deutlich hypermobil in der Lende trotz seiner geringen Grösse und dem kurzen Rücken.
Oft steht er mit weit ausgestellter Hinterhand da und döst, als hätte er vergessen seine Beine nachzuholen :kicher:
Liebe Grüsse

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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #57 am: 22. April 2019, 20:11:24 »
Hmmmm, nachdem ich das Thema hier komplett gelesen hab frage ich mich ob ich durch die letzten Jahre, in denen ich "akademisch" gearbeitet hab, meine Isistute aus ihrer muskulär gehaltenen Stabilität heraus gearbeitet habe und sie hypermobil gemacht habe. Früher war eigentlich gefühlt alles fest an ihr, sie ist auch immer gern gelaufen, seit nun schon längerer Zeit jedoch hängt sie in den Schultern,  mag nicht mehr längers laufen und geritten werden schon gar nicht ( was sie mittlerweile durch beissen kundtut...). Ich hab schon viel mit Seitengängen an der Hand und geritten gemacht.
Bergablaufen derzeit noch am ehesten, eben so lala und bergauf bitte nicht. Heike hat Hypermobilität und zu flache Hufstellung festgestellt.
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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #58 am: 22. April 2019, 21:22:03 »
Wie lange hat sie die Hufstellung denn schon? Hat sich das zeitgleich entwickelt? Wie alt ist sie?
Grundsätzlich sollte ja bei mehr Muskulatur auch mehr Stabilität gegeben sein trotz der besseren Lockerheit.
Was wäre, wenn die Hufe vorsichtig korrigiert werden und dann darauf aufgebaut wird?
Liebe Grüsse

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Re: Zuviel Beweglichkeit?
« Antwort #59 am: 23. April 2019, 21:20:42 »
Hmmmm, nachdem ich das Thema hier komplett gelesen hab frage ich mich ob ich durch die letzten Jahre, in denen ich "akademisch" gearbeitet hab, meine Isistute aus ihrer muskulär gehaltenen Stabilität heraus gearbeitet habe und sie hypermobil gemacht habe. Früher war eigentlich gefühlt alles fest an ihr, sie ist auch immer gern gelaufen, seit nun schon längerer Zeit jedoch hängt sie in den Schultern,  mag nicht mehr längers laufen und geritten werden schon gar nicht ( was sie mittlerweile durch beissen kundtut...). Ich hab schon viel mit Seitengängen an der Hand und geritten gemacht.
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Ich glaube nicht, dass die akademische RK alleine "schuld" ist. Wohl eher das Alter und die zunehmende Erschlaffung des Bindegewebes. Bei meinem Connemara habe ich das deutlich gemerkt ab dem Alter von 16 - auf einmal musste ich aufwärmen vor der Arbeit, und auf einmal sah er vor der Arbeit 5 Jahre älter aus als danach, wenn alles einmal durchblutet und gestrafft war.
Hypermobile Pferde stabilisieren sich gerne durch Verspannungen. Wenn man die dann noch zusätzlich durch gute Arbeit löst, und nicht entsprechend stabilisierend muskeln aufbaut, kann es eben vorkommen, dass sie quasi "zusammenfallen". Und ich muss halt sagen, dass ich wenige kenne, die in die akadem. RK Schwung hineinbringen, da geht es oft um Geschmeidigkeit und weniger Kraft, und das ist dann das Quentchen, was bei so einem Pferd fehlt.
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