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Der Sattel - und all seine Variationen!

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Re: Der Sattel - und all seine Variationen!
« Antwort #645 am: 26. August 2019, 16:23:26 »
Ein Pferd muss sich unter und mit dem Sattel gut bewegen können. Flexible Sättel können ganz punktuell Druck ausüben und dann kann sich das Pferd darunter nicht mehr bewegen.
Der Druck sollte zudem abgeleitet werden können und nicht einfach senkrecht ins Gewebe gehen. Das ist das Problem mit vielen Panel-aufgebauten Sätteln.
Es ist ein bisschen ein Modeproblem, dass sich Sattelhersteller oder solche, die meinen, es besser machen zu wollen, immer auf einen "bösen" Aspekt von Sätteln focussieren. Die einen meinen, der "trapezmuskel" muss frei bleiben, der nächste möchte die Rückenmitte entlastet haben, damit sich der Rücken aufwölben kann. Andere wollen ein perfektes Fitting, aber das funktioniert genauso wenig, weil die Pferde sich unter einem perfekt angepassten Sattel nicht mehr bewegen können. (Das war etwas, das die Rieser-Sattlerei herausgefunden hat, als sie den 3D-Scan vom Pferderücken entwickelt hatten)
Es braucht also immer ein bisschen Toleranz zum Rücken.

Die ganzen flexiblen Sättel geben den Druck meistens einfach direkt senkrecht nach unten ins Gewebe. Je nach Reitergewicht macht das dem Pferd es dann sehr schwer, den Rücken noch aufzuwölben.

Jack hatte anfangs einen flexiblen Sattel (Deuber) der mit seiner Muskulatur mitgewachsen ist und verstellbar ist. Nach einem Jahr hatte er diesen Sattel von ganz eng zu "geht nicht weiter" durchlaufen. Zudem wurde er immer unwilliger, damit zu laufen. ich fand dann einen gut passenden, kurzen Westernsattel mit festem Baum, unter dem er sich in der Gesamtheit besser bewegen konnte und sofort sehr viel besser lief. So ein Sattel braucht Toleranzbereiche vorne und hinten, damit die Schulterblätter nicht eingeengt werden und die Lende nicht blockiert.

Fassen wir zusammen: Es bleibt kompliziert.  :cheese:
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Re: Der Sattel - und all seine Variationen!
« Antwort #646 am: 26. August 2019, 22:50:55 »
Warum wird dann überhaupt ein Baum so hergestellt, wie er es eben wird?

Nur als Anmerkung zum Material der klassischen Sattelbäume: früher hatte man nicht all die Werkstoffe, die heute zur Verfügung stehen. Holz und dessen Bearbeitung kennt man schon seit langem. All die Kunststoffe und deren Verarbeitungsmöglichkeiten, welche flexible Bäume ermöglichen sind hingegen vergleichsweise neu.

Früher waren also nur die starren Bäume möglich, oder gleich richtig baumlos, oder Lederbaumsättel (nunja, vielleicht gab es auch Tüftler, die z. B. einen baumlosen Sattel mit flexiblen Weidenästen versehen haben ;) ).

Im klassischen Sattelbaum aus Holz (oder auch Stahl) steckt Jahrhunderte lange Erfahrung und Tradition. Aber auch die Beschränkungen durch die Werkstoffe.
Liebe Grüße aus Niedersachsen - Fjord Freddy, Muli Ambra, New Forest Pony Asmara & Laura
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Re: Der Sattel - und all seine Variationen!
« Antwort #647 am: 26. August 2019, 22:58:01 »
Zitat
(nunja, vielleicht gab es auch Tüftler, die z. B. einen baumlosen Sattel mit flexiblen Weidenästen versehen haben ;) ).

Sowohl in Spanien als auch in Südamerika gibt es schon sehr lange Sättel mit Strohfüllung, die sich dem Rücken des Pferdes anpassen (mit der Zeit)
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Re: Der Sattel - und all seine Variationen!
« Antwort #648 am: 27. August 2019, 10:19:12 »
Vielen Dank für Euren Input!  :keks:

Oiso - jede Form von Druck - egal ob groß- oder kleinflächig - hemmt die Durchblutung der Muskulatur.
:o Im Ernst?
Also das mit den reitfreien Tagen zur Regeneration macht Sinn, klar. Aber unter dem Aspekt dann natürlich noch mehr... Buch ist notiert und wird bei mir einziehen  :D

..., weil die Pferde sich unter einem perfekt angepassten Sattel nicht mehr bewegen können. (Das war etwas, das die Rieser-Sattlerei herausgefunden hat, als sie den 3D-Scan vom Pferderücken entwickelt hatten)
:juck: Aber "perfekt angepasst" ist der Sattel doch nur, wenn er eben perfekt passt und das tut er doch nur, wenn sich das Pferd bestens bewegen kann mit und ohne Reiterlein, ohne störende (Druck-)Stellen?  :confused:

Der Druck sollte zudem abgeleitet werden können und nicht einfach senkrecht ins Gewebe gehen.
Wie leitet man denn Druck ab? Wenn ich mir in den Arm piekse mit dem Finger, geht das senkrecht ins Gewebe nehme ich an, ergo ist es unangenehm. Wenn ich eine Platte nehme, die breiter ist als der Finger und die drunter lege, verteilt sich der Pieksdruck auf die Platte und ist zwar gleich in der Intensität, wird aber über die Fläche verteilt = abgeleitet. Ist das richtig? :juck:

Wahrscheinlich muss ich doch eine Sattlerlehre machen, um das Thema zu verstehen... Und nebenbei noch Physik studieren. Wieso muss ich auch immer alles zerdenken  :confused:
Liebe Grüße, Lena

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Re: Der Sattel - und all seine Variationen!
« Antwort #649 am: 27. August 2019, 10:26:02 »
Das mit der Sattlerlehrer hab ich mir auch schon überlegt. Vor allem weil Sommer etwa 45 Minuten von hier entfernt ist.

Aber...

ich finde deine Fragen und dein zerdenken super. Ich komme auf sowas gar nicht und bekomme durch dich so viel zusätzlichen Input  :keks:
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Re: Der Sattel - und all seine Variationen!
« Antwort #650 am: 27. August 2019, 10:34:36 »
Das mit der Sattlerlehrer hab ich mir auch schon überlegt. Vor allem weil Sommer etwa 45 Minuten von hier entfernt ist.

Aber...

ich finde deine Fragen und dein zerdenken super. Ich komme auf sowas gar nicht und bekomme durch dich so viel zusätzlichen Input  :keks:
Klar, Pirmasens, das ist ja nicht wirklich weit... Hach, das wäre doch mal was  :cheese:
Danke Monika, das ist sehr lieb :hug: Dann hilft es wenigstens Dir und ist nicht umsonst  :lol:
Liebe Grüße, Lena

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Re: Der Sattel - und all seine Variationen!
« Antwort #651 am: 27. August 2019, 10:37:22 »
Wenn das Gehalt in Ausbildung nur nicht so sehr mit meinem aktuellen differenzieren würde :tuete:
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Re: Der Sattel - und all seine Variationen!
« Antwort #652 am: 27. August 2019, 11:34:56 »
naja der Rücken ist ja mehr als weiches Gewebe, auf das man von oben Druck ausübt. Ich male mal was.  :cheese:
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