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Pferdetalk

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Pferdetalk
« am: 09. September 2021, 07:49:17 »
Ich hoffe, es ist okay, dass ich das hier eröffne.  :cheese: Die liebe Jana hat ja die Fahne fürs Clickertraining in dem Format „Pferdetalk“ hochgehalten  :verneig:

Ich gebe zu, ich hab es noch nicht ganz angeschaut. Aber mir ist sofort ein Gedanke gekommen, den ich irgendwo niederschreiben muss  :cheese:

Wie so oft schwenkt das Thema auf unberechenbare, bösartige Pferde, die so schwierig und bösartig sind, dass man da niemals nicht mit positiver Verstärkung rangehen kann. Sondern es ist unbedingt wichtig, dass man hier sagt „So nicht!“ (Ich bin grad bei Minute 28 in dem Format)
Machen Pferde untereinander ja auch.
Es gäbe nunmal Pferde, die sind einfach so schwierig. Da kenne man den Vater, den Opa und die Mutter des Pferdes und weiß schon, dieses Pferd muss ein Ar*** sein.

Und dann kommen mir automatisch zwei Fragen in den Kopf:

1.) wenn ich schon weiß, dass es Züchtungen gibt, die schwierige Pferde rausbringen und das ja ganz offensichtlich sogar mehrheitlich - Schließlich stützt man seine These auf solche Fälle - muss man dann nicht die Zucht anprangern? Ich kann mir schon vorstellen, dass es in der Leistungszucht, anders als vielleicht in der Fjordponyzucht in erster Linie um Vermögen geht. Und maximal in zweiter Linie um Charakter. Aber sollte man das dann nicht hinterfragen und im besten Fall angehen?

2.) kann ich in der Kindererziehung sagen, bspw. Montessori (oder was auch immer, kenne mich da nicht so aus  :lol: ) kann nicht funktionieren, weil es gibt ja Jugendliche Straftäter? Was hat das eine mit dem anderen zu tun und muss ich in der pferdeerziehung dann mein Training an den Jugendlichen Straftätern Orientieren?


Ich weiß schon, hier im Forum sind das natürlich nur hypothetische Fragen  :cheese: aber ich frag mich, warum man das nicht selbst merkt, wenn man darüber spricht…


@Jana: du hast dich bis hierhin jedenfalls super geschlagen. Ganz toll! :hutab:
Jetzt bin ich noch auf die zweite Hälfte gespannt  :dops:
Viele Grüße und bleibt gesund!

Sarah
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Re: Pferdetalk
« Antwort #1 am: 09. September 2021, 08:58:18 »
Hast du einen Link zum angucken? Ich hab die Ankündigung dazu nur am Rand irgendwo mitbekommen :shy:

Deine Fragen finde ich mehr als berechtigt, wobei vermutlich auch bei Kindern sicherlich das Argument "es muss jetzt lernen, sich anzupassen und zu gehorchen, damit es später eine Chance im Leben hat" auch immer noch sehr weit verbreitet ist.
LG Tine
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Re: Pferdetalk
« Antwort #2 am: 09. September 2021, 10:35:36 »
Liebe Grüße Angela und das Traberbübchen
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Re: Pferdetalk
« Antwort #3 am: 09. September 2021, 11:21:42 »
Vielen Dank  :keks:
LG Tine
Krümel, Alkmene & Mucki

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Re: Pferdetalk
« Antwort #4 am: 09. September 2021, 12:02:55 »
Bin ich durch jetzt ... ich finde, nachdem ich den Talk vollständig gesehen hab, relativiert sich Vieles.

Vor allem B.H., der ja Eingangs diese krassen Beispiele bringt, beschreibt später sehr schön, wie leise sein pferdischer Assistent agiert und ich habe schon sehr den Eindruck, dass er sich schon mehr daran orientiert als an jeder krassen Aktion, die ein Pferd hier und da für nötig hält.

Ich hoffe nur, dass das auch das ist, bei den Zuschauern einsinkt. Dass Pferde eigentlich überwiegend sehr leise miteinander umgehen. Mit sehr kleinen Gesten ...

Ob oder ob nicht man dann mit Futterlob agiert, ist nach meinem Empfinden (auch in dieser Runde) eher persönliche Einstellung oder persönlicher Geschmack.
Liebe Grüße Angela und das Traberbübchen
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Re: Pferdetalk
« Antwort #5 am: 10. September 2021, 12:57:28 »
Ohne Pferdetalk zu kennen, fällt mir zu den gestellten Fragen die Stute ein, die Alexandra Kurland in ihrem Buch (das, was auf deutsch übersetzt ist) vorgestellt hat und zu der man nicht in die Box rein konnte, und mit der sie auch mit CT gearbeitet hat. Ganz fällt mir die Geschichte leider nicht mehr ein.
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Ken Ramirez

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Re: Pferdetalk
« Antwort #6 am: 10. September 2021, 15:34:06 »
Mich würde ja total interessieren, wie Jana das fand, welchen Eindruck sie vor Ort und jetzt im Nachhinein hatte.

Mir ging es zum Schluss jedenfalls so, dass das Training mit positiver Verstärkung von den anderen Trainern nicht wirklich als "seriöses" Pferdetraining wahrgenommen wurde. Um bestimmte Dinge damit zu tun, teilweise ja. Aber nicht generell.

Vielleicht ist das "Problem" an der Sache, dass es in Deutschland keine Trainer gibt, die nach positiver Verstärkung arbeiten und zu denen man Pferde zur Ausbildung bringen kann - gibt es vielleicht, weiß ich nicht. Das scheint bei den anderen Trainern ja der Fall zu sein... und mich hat das Gefühl beschlichen, dass die Trainer Janas Ansichten vielleicht deswegen nicht so für voll genommen haben, weil sie Jana zum einen nicht kennen und ihr unterstellen, dass sie nicht so viel Erfahrung hat, weil sie eben noch nicht mit den bösartigen Wildpferden gearbeitet hat.

Aber die Auswahl der Trainer war auch...naja. Die beiden "Pferdeprofis" waren bei der ersten Sendung ja schon dabei, Alex ist einfach überall wo auch Mike ist und dann noch Jana. Ich weiß nicht, vielleicht kennst du, Jana, die alle ja auch persönlich. Aber für mich als Außenstehende hat es so gewirkt, als kennen sich alle untereinander nur dich eben nicht... Das fand ich ein bisschen unfair ihr gegenüber.  :lol:

Viele Grüße und bleibt gesund!

Sarah
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Re: Pferdetalk
« Antwort #7 am: 11. September 2021, 07:47:19 »

Zitat
Mir ging es zum Schluss jedenfalls so, dass das Training mit positiver Verstärkung von den anderen Trainern nicht wirklich als "seriöses" Pferdetraining wahrgenommen wurde.
So ging es mir auch. Und dann ist es sehr schwer, ein Gegengewicht zu derart redegewohnten Leuten zu bieten. Ganz schön Hackl-lastig, die Veranstaltung...

Aber gut ist, daß Positive Verstärkung wenigstens angekommen ist in solch einer Runde. Das darf sich jetzt weiterentwickeln!

Beste Grüße,
Dörte.
Lieber breit grinsen als schmal denken!  (B.Berckhan)
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Re: Pferdetalk
« Antwort #8 am: 13. September 2021, 22:20:11 »
Hallo ihr Lieben,
na dann schreib ich mal noch ein paar Zeilen, wie es "hinter den Kulissen" so war. ;-) Als ich ankam lief noch der Dreh für die erste Folge mit und über die "Pferdeprofis". Daher war es tatsächlich so, wie Sarah vermutet hat, dass die anderen sich schon kannten (und teils natürlich auch darüber hinaus). Ich wurde aber durchaus freundlich aufgenommen. Auch wenn sie wohl nicht gerade darauf hingefiebert haben, eine Clickertrainerin zu treffen...

Ich fand Kristinas Moderation sehr angenehm und man hat gemerkt, dass sie alle zu Wort kommen lassen wollte. Das hat für eine entspannte Atmosphäre gesorgt in der allen klar war, dass sie nicht den anderen ins Wort fallen müssen, weil eh jeder seine Redezeit bekommt.

Und zum Inhaltlichen: Ich denke, wer offen ist für andere Trainingsansätze und kritisch gegenüber Gewalt und Druck, der wird gehört haben, was die einzelnen Teilnehmer gesagt haben... Wer Rechtfertigungen für sein nicht pferdegerechtes Training sucht, der hat auch gehört, was er hören wollte.

Dass die Verteilung nicht "gerecht" war, habe ich persönlich eher als "realitätsnahe" Gruppenzusammensetzung empfunden. Also im Sinne dessen, wie der Umgang in deutschen Reitställen halt so ist... Ich persönlich fand es schön, dass die Macher des Pferdemagazins da so offen waren und es ihnen sehr wichtig war, auch jemanden dabei zu haben, der was zum Training mit positiver Verstärkung sagen kann.

Und ich freue mich sehr über das bislang ziemlich positive Feedback und dass viele unterm Video pro PV kommentiert haben.
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Re: Pferdetalk
« Antwort #9 am: 16. September 2021, 21:59:24 »
ich hab es jetzt auch geschaut und fand Dich mega heldenhaft :cookiesbig:

Was ich erschreckend fand, war, dass die Normalität immer noch das Arbeiten mit Druck ist, komme was wolle, das Pferd hat zu spuren. Das hat ja der erste Satz direkt klar gemacht: Das Pferd muss lernen mit Druck umzugehen und zu tun was der Mensch will.

Die Moderation fand ich auch sehr angenehm.  :nick:

Deine Entgegnung über die Motivation auf B.H. Tür-Klopf-Beispiel war genial  :lol:  da hat es ihm doch glatt die Sprache verschlagen  :lol:  Und ganz ungewohnt, M.G. so still und zurückhaltend zu sehen.
Hoffen wir, dass viele das gesehen haben, was so deutlich wurde, wie gewaltvoll da doch einfach an Training herangegangen wird und dass es keine Begründung dafür gibt, außer "das ist halt so".
Alles kommt zu dem, der warten kann.
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Re: Pferdetalk
« Antwort #10 am: 20. September 2021, 14:24:24 »
Hab das nicht gehört, aber da hier auch zur Sprache kam, dass es in Deutschland keine R+-Trainer gibt, zu denen man sein Pferd in Ausbildung geben kann ...

Hab mich schon öfter gefragt, ob das überhaupt ginge. Mal abgesehen vom (zu bezahlenden) Zeitaufwand: kann ein Pferd in relativ kurzer Zeit so gut ausgebildet werden, dass ein in R+ nur amateurmäßig tätiger Besitzer - oder womöglich ganz ohne nähere Kenntnisse - das Gelernte dauerhaft gut abrufen kann?
Grade unter dem Aspekt, dass das Futter ja nie ganz ausgeschlichen wird.

Und auf dem begonnenen Wege weitergehen kann, denn auch nach guter Grundausbildung muss ja noch viel gelernt werden.

Kann ich mir irgendwie nicht wirklich vorstellen. Gemeinsam mit seinem (jungen) Pferd bei einem Clickerprofi lernen, klar, aber ein "ausgebildetes" übernehmen, das dann  weiter so "funktioniert"???

Gruß
Katja
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Re: Pferdetalk
« Antwort #11 am: 20. September 2021, 14:50:06 »
Dass es überhaupt keine Trainer gibt, die mit positiver Verstärkung arbeiten und zu denen man sein Pferd zur Ausbildung geben kann, würde ich so nicht unterschreiben.

Vielleicht darf man an dieser Stelle aber auch nicht immer vor Augen haben, dass positive Bestärkung allein durch Futterlob bewirkt wird. Bzw. man notwendiger Weise einen Marker (Click) und Futterlob verwenden muss.

Würde meine Trainerin nicht mit positiver Verstärkung arbeiten, wäre sie nicht meine Trainerin. (Wobei die Futterlobseite tatsächlich eher mein Ding ist. Sie verstärkt auf vielfältig andere Weise.) Und sie hat auch Berittpferde. Auch welche, die zu ihr hin gegeben werden. Und diese haben Besitzer, die absolut bereit sind, die notwendige Zeit zu investieren.
Liebe Grüße Angela und das Traberbübchen
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Re: Pferdetalk
« Antwort #12 am: 20. September 2021, 21:05:36 »
Zitat
dass es in Deutschland keine R+-Trainer gibt, zu denen man sein Pferd in Ausbildung geben kann ...
Stimmt tatsächlich nicht. Auch in den Königsbusch kann man Pferde zur Ausbildung bringen...  :)

 
Zitat
Zeitaufwand: kann ein Pferd in relativ kurzer Zeit so gut ausgebildet werden, dass ein in R+ nur amateurmäßig tätiger Besitzer - oder womöglich ganz ohne nähere Kenntnisse - das Gelernte dauerhaft gut abrufen kann?

Vermutlich in sehr vielen Fällen nicht. Dasselbe gilt aber auch für Ausbildung mit R-. Zu jeglicher Ausbildung gehört einfach dazu, daß 1. der Besitzer die Ausbildung begleitet und 2. sich anschließend weiter betreuen läßt.
Außerdem - was bedeutet "in Ausbildung geben" eigentlich? In meiner Erfahrung als Ausbilderin/Bereiterin ist es zwar manchmal wirklich das Anreiten selbst, aber sehr sehr oft auch Korrekturarbeit. Und die ist oft sehr sinn- und wirkungsvoll mit R+.

Beste Grüße,
Dörte.
Lieber breit grinsen als schmal denken!  (B.Berckhan)
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