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Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie

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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #75 am: 20. Januar 2021, 11:16:11 »
etwas OT, aber bei dem ganzen "das ist ja dann Druck..." schwingt für mich immer so ein bisschen mit, dass wir die Pferde zwingen und die eigentlich ja nichts mit uns machen möchten.

Aber die meisten Pferde wollen wirklich gerne mit uns zusammenarbeiten (da steckt ja auch lange Zucht und Selektion dahinter) und am Ende geht es darum, dem Pferd zu vermitteln was wir möchten. Je klarer das ist, desto angenehmer und motivierender für das Pferd.
Und wenn wir es da schaffen ein kleines bisschen "pferdisches" Verhalten anzunehmen und unseren komischen zweibeinigen Körper so einzusetzen, dass wir dem Pferd Hnweise geben können ist das für die Pferde vielleicht von Vorteil.

So, keine Ahnung  :cheese:
Liebe Grüße!
Seelenpferde hat jemand einmal Pferde wie dich genannt- Pferde, die es nur einmal geben wird im Leben, die man begleiten darf und die einen auf andere Wege führen.
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #76 am: 20. Januar 2021, 12:42:15 »
Also ich setze sehr viel Körpersprache ein... Aber halt meine eigene und eben nicht eine, die versuchen soll der Pferdesprache ähnlich zu sein  :juck:
Liebe Grüße von Iza, den Ponys Sissi und Elmo und den Katzenkindern Conan und Sherry
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #77 am: 20. Januar 2021, 18:08:00 »
Ich hab an den Fragen und Themen aus diesem Thread in den letzten Tagen auch ein wenig rumgehirnt und mag noch eine andere Perspektive mit einbringen.

Jeder der mich kennt weiß, dass ich Angst vor Hunden habe. Das liegt zu großen Teilen schlichtweg daran, dass ich Hunde nicht lesen kann und auch nicht instinktiv so reagiere, wie Hunde das vielleicht erwarten. Es ist schon öfter vorgekommen, dass ich ein Verhalten "kopiert" habe, weil es bei anderen Menschen zu klappen scheint. Also Blick abwenden zum Deeskalieren und so. Das funktioniert allerdings meistens nicht, weil ich zwar das Verhalten (körpersprachlich) zeige, aber nicht in den passenden Momenten, nicht auf die passenden Signale der Hunde und so weiter.

Ich hab mich natürlich auch schon mit Körpersprache von Hunden beschäftigt, auf einem Foto bekomme ich das vielleicht noch grad so hin, aber in live... keine Chance. Wenn ich jetzt eine Anleitung bekommen würde, wie ich mich verhalten kann, also meine eigene Körpersprache trainieren, dann würde das sicher beiden Seiten helfen. Zusätzlich wäre es von Vorteil, wenn ich noch viel mehr Zeit mit Hundekörpersprache verbringe und erstmal Lesen lerne, also was signalisiert dieser Hund vermutlich grad.

Was aber (befürchte ich) komplett in die Hose gehen würde - und ja auch schon gegangen ist - ist ein "mach das, damit der Hund das macht". Auf einem Seminar zum Thema Angstagression ist mir der Hund z.B. bellend fast ins Gesicht gesprungen, weil das, was ich von den Hundetrainerinnen neben mir kopiert habe, eben nur das war, was sie mir sagen konnten - nicht aber all die vielen weiteren Details, die sie aus der Gewohnheit raus automatisch machen.

Wenn ich jetzt den Bogen zum Pferdetraining schlage und den Seminaren, die ich so besucht habe in den letzten Jahren. Da ging es zu einem riesigen Teil der Zeit darum, den eigenen Körper zu schulen. Ob jetzt bei Tellington/Centered Riding, den Kurlandkursen, beim Longenkurs etc. Und selbst bei den "ach so technischen" Hühnermodulen war es ein riesiger Knackpunkt, den eigenen Körper wirklich im Griff zu haben. Denn auch der Beginn eines zuckenden Daumens, ein bestimmter Blick, leichte Balanceverschiebungen etc. konnten den ganzen Trainingserfolg zu Nichte machen oder das Huhn so bedrohen, dass es vom Tisch fliegt.

Dass also Körpersprache und das Wissen um den eigenen Körper bei der Arbeit mit positiver Verstärkung so allgemeingültig keine Rolle spielt, würde ich so nun nicht stehen lassen wollen. Aber vieles ist mit Sicherheit sehr unterbewusst, genauso wie bei den Hundeleuten. Da habe ich übrigens das Gefühl, dass dort die eigene Balance etc. noch viel weniger eine Rolle spielt.

Mit dem Möppi habe ich jetzt versucht, mit einem Pferd zu kommunizieren, dass keinerlei Clickerhistorie hat. Aber mit der Körpersprache, die über die letzten Jahre geschult wurde + dem Versuch das, was ich über Pferdetraining mit negativer Verstärkung weiß, zu "kopieren". Es eine mittelschwere Katastrophe zu nennen wäre milde formuliert. Jetzt nach einem guten Jahr funktioniert das langsam so halbwegs. Aber ich bin mir ganz sicher, dass wir uns jedes dieser "normalen" Signale hart erarbeitet haben.

Hat er jetzt normales Pferdeverhalten verlernt? Vermutlich nicht, denn in der Herde ist er super souverän ohne besonders laut oder ausfallend zu werden. Hat er gelernt, das Sprachenmischmasch von Menschen gekonnt zu ignorieren? Mit großer Wahrscheinlichkeit.

Wenn ich jetzt überlege, dass ich ein Buch hätte - und wie gesagt, dass ist jetzt wirklich ein riesengroßes WENN, denn ich kenne die Arbeit von Sharon Wilsie schlichtweg nicht, bis auf ein paar Minuten Videoausschnitte, die ich gesehen habe - dass mir eine Anleitung gibt, auf welchen Teil des Pferdes ich mich wie zu bewegen muss, damit das Pferd XY macht, wären wir damit auch nicht weiter gekommen. Und diese Art "allgemeine Anleitung" ist es, so wie ich das hier im Thread verstehe, die hinterfragt wird.

Im Umkehrschluss daraus zu folgern, dass jegliches "zwei Körper bewegen und beeinflussen sich gemeinsam, und dabei bewegt sich immer zeitgleich einer auf den anderen zu, während sich der andere fortbewegen muss" negative Verstärkung oder "Druck" (was ja doch oft als Synonym gebraucht wird, aber eigentlich nicht ist) jetzt gleich böse und verwerflich ist, das wäre dann in meinen Augen auch wieder eine sehr eingeschränkte Interpretation der Dinge.

Ich hoffe meine Gedanken sind jetzt nicht zu wirr.

Was mir manchmal auffällt, egal ob jetzt hier oder wo anders, ist der Versuch "die Clickerer, die V+ler" zu definieren und ihnen bestimmte Eigenschaften überzuhelfen. Ich nutze z.B. negative Verstärkung oder auch Strafe im Alltag, auf dem Paddock weiche ich Pferden mal aus oder scheuche sie auch auseinander (inkl. der Krümeline) und das sind sicher meistens Situationen, in denen wir uns alle unbewusst aneinander körpersprachlich orientieren.

Mit einem Rudel Hunde würde das nicht funktionieren, da stände ich vermutlich nach zwei Minuten zitternd rückwärts im Stromzaun :shy: Und jetzt hirne ich daran herum, ob und wie mir in dem Fall ein solches Konzept wie das mit den "Buttons" für Hunde weiterhelfen könnte und muss (für mich) feststellen, dass es mich überfordern würde, weil ich keine Ahnung hätte was ich machen soll, wenn dann ein Hund nicht so reagiert wie erwartet :juck:
LG Tine
Krümel, Alkmene & Mucki

Ab und zu ist es gut, in unserem Streben nach Glück innezuhalten und einfach glücklich zu sein. ~ Guillaume Apollinaire
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #78 am: 20. Januar 2021, 19:11:05 »

Zitat
Wenn ich jetzt überlege, dass ich ein Buch hätte - und wie gesagt, dass ist jetzt wirklich ein riesengroßes WENN, denn ich kenne die Arbeit von Sharon Wilsie schlichtweg nicht, bis auf ein paar Minuten Videoausschnitte, die ich gesehen habe - dass mir eine Anleitung gibt, auf welchen Teil des Pferdes ich mich wie zu bewegen muss, damit das Pferd XY macht, wären wir damit auch nicht weiter gekommen. Und diese Art "allgemeine Anleitung" ist es, so wie ich das hier im Thread verstehe, die hinterfragt wird.

 :nick: :nick: :nick:
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #79 am: 20. Januar 2021, 19:38:15 »
Was mir vermutlich am meisten geholfen hat, war einerseits das Beobachten, wie andere Leute mit Pferden umgehen (ok, war oft eher die rauhere Art, da ich meine Jugend auf der Galopprennbahn verbracht habe) und ausprobieren, sehen, wie Pferd (oder Hund oder wasauchimmer) reagiert (aufgrund der Tatsache, daß junge Galopper eine Minimalerziehung und -ausbildung haben, ebenfalls sehr lehrreich), wenn nicht wunschgemäß, neuer Versuch, Reaktion abwarten... Oder ich hab´s einfach zur Kenntnis genommen, so nach dem Motto: wenn ich das mache, reagiert X so - und dann entsprechend angewendet. Wobei ich etliches, was ich früher gelernt habe und was auch funktioniert, heute nicht mehr bzw. nur im äußersten Notfall anwenden würde. (In viele Situationen würde ich einfach nicht mehr kommen, einfach weil ich z. B. ein Pferd, das seine Box ewig nicht verlassen hat oder noch kein Führtraining genossen hat, nicht einfach in unumzäunten Gelände führen würde. Und auch absolut keine Motivation habe, mich mit Pferden zu befassen, die den Großteil ihrer Zeit in einer Box verbringen müssen - akute Krankenstände der Tiere mal ausgenommen.)

Bei Büchern vergleiche ich anscheinend oft das Geschriebene mit meine eigenen Beobachtungen/Erfahrungen. Oft erklärt es meine Beobachtungen.

Wenn die Meinung des Autors und meine komplett auseinandergehen, lehne ich das Buch offengestanden meistens einfach ab. Auch wenn man prinzipiell aus so ziemlich jedem Buch was lernen kann, mag ich einfach lieber Bücher, mit deren Inhalten/empfohlenen Vorgangsweisen ich mich identifizieren kann und wohlfühle. Vermutlich auch, weil ich daraus gelerntes dann auch authentisch anwenden kann.

Wovon macht ihr es abhängig, ob euch ein Buch anspricht?
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #80 am: 21. Januar 2021, 08:23:08 »

Was ich aber finde, was das Buch ganz gut rüberbringt, ist die "Achtsamkeit" bei Pferden. Eben, dass man mehr beobachtet, auf die Signale von den Pferden schaut, sie auch berücksichtigt und lernt... Dass man feinfühliger vielleicht auch ist, sie nicht so überfällt, grad beim Putzen etc. Sondern dass man tatsächlich vorher erstmal fragt, bevor man irgendwas mit seinem Pferd machen will...

Im Laufe des Threads ging der Inhalt noch viel mehr in Richtung der Buttons, obwohl ich es eingeleitet habe, dass für uns Clickerer wohl hier nur die erste Hälfte des Buches interessant sein könnte, wo es weniger um diese Buttons geht. Zumindest nicht als tatsächliche "Bedienungsanleitung" und ich hatte auch dazu geschrieben, dass ich mir nicht ganz sicher bin, ob das nicht irgendwie totaler Humbug ist..


Wenn ich aber ein wenig länger darüber nachdenke, finde ich es trotz der ganzen (völlig berechtigten) Einwände nicht komplett daneben. Zumindest insofern, dass ich mir vornehme, die Pferdeherde zu beobachten und zu schauen, ob sie wirklich so eine Art "Map" auf ihrem Körper haben...  :lol:
Bspw. mal bei Mutter-Fohlen-Beziehungen, oder bei Pferde-Freunden...

Aus meiner Sicht kann man sich in dem Buch auch andere Dinge rausnehmen. Es ist schade, dass es nur auf die "Anleitung" reduziert wird. Klar, ich würde mir vermutlich auch kein Buch kaufen, bei dem ich weiß, dass ich nichtmal die Hälfte davon für mich mitnehmen kann. Aber das gabs  durchaus auch schon.  :cheese:

Was Sharon in dem Buch immer wieder betont ist, dass man sein Pferd beobachten muss, dass man achtsam mit ihm umgehen soll, auf seine "Erlaubnis" warten, bevor man irgendetwas mit ihm macht und auch akzeptiert, dass es auch mal "Nein" sagt. Und ich finde, das deckt sich doch mit der Mehrheit der hier Denkenden... .klar, insofern ist es vielleicht auch nichts neues. Aber mir reicht manchmal, wenn mir ein Buch, eine Zeitschrift, ein Blogartikel bestätigt, was ich ohnehin denke. :juck:

Was mich im Alltag in einer Pferdeherde schon mehrfach irritiert hat ist, wie Pferde untereinander sagen, dass der andere bleiben darf oder gehen soll.

Zum Beispiel. Mein Pony hat Angst vor einem anderen Einstellerpferd und ergreift oft die Flucht, wenn der andere schon auf dem Weg in seine Richtung ist. Der andere legt dabei aber überhaupt nicht die Ohren an oder ist sonst auf eine für mich wahrnehmbare Auseinandersetzung aus.
Die gleiche Pferde-Konstellation kann aber auch nebeneinander stehen, ohne dass meine Pony offensichtliche Angst zeigt. Ist das jetzt einfach Tagesform oder hat das andere ihm zu verstehen gegeben, dass er bleiben kann? Auch wenn ich es so erstmal nicht erkannt habe? Aus meiner Sicht macht das Sinn. Was die Pferdesprache betrifft bin ich sicherlich noch purer Anfänger. Aber daher denke ich: Da muss doch mehr dahinterstecken, als bspw. "Pferd legt die Ohren an"...

Warum also nicht, die Beobachtungen von Sharon Wilsie mal wertneutral aufnehmen und die Pferde beobachten, wann machen sie was und warum? :nixweiss:

Und wer meine Beiträge hier im Thread verfolgt hat, müsste erkannt haben, dass ich das Buch absolut nicht als "allgemeine Anleitung" sehe.

Ich kaufe mir in der Regel auch Bücher, die mich ansprechen, von denen ich mir erhoffe, dass sie mich in irgendeiner Form weiterbringen..
Viele Grüße und bleibt gesund!

Sarah
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Re: Sprachkurs Pferd mit Sharon Wilsie
« Antwort #81 am: 19. August 2021, 12:20:24 »
Sharon Wilsie kommt wohl Mitte November für ein 4-tägiges Seminar auf das Gestüt Goting Kliff (kurz vor Gifhorn) - falls das jemanden näher interessiert.

Gruß
Katja
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