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Overcoming Your Horses Fears using CAT for Horses

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Re: Overcoming Your Horses Fears using CAT for Horses
« Antwort #45 am: 09. Mai 2022, 13:30:31 »
Zum Thema CAT und was das ursprünglich auch mit Pferden zu tun hat und überhaupt und sowieso ist auch dieser Artikel interessant: https://equineclickertraining.wordpress.com/2020/03/05/asat-2020-dr-jesus-rosales-ruiz-c-a-t-rules/
LG Tine
Krümel, Alkmene & Mucki

Ab und zu ist es gut, in unserem Streben nach Glück innezuhalten und einfach glücklich zu sein. ~ Guillaume Apollinaire
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Re: Overcoming Your Horses Fears using CAT for Horses
« Antwort #46 am: 09. Mai 2022, 15:09:26 »
Ich war übers Wochenende sehr fleißig. Habe den größten Teil des Kurses durch (Ruth, dich und Cilla auch bewundert) und muss die ca. 20 Seiten Mitgekrakel jetzt noch bald ins Reine schreiben und eine vernünftige Reihenfolge bringen. Zeit hatte ich eigentlich auch nicht, fand das Ganze aber dermaßen faszinierend und die Julie so sympathisch, dass ich sie mir genommen haben.
Ist wohl auch immer eine Frage, wie hoch der "Leidensdruck" ist, welche Zeit und Mühen man für etwas aufwendet ...

Danke  :rotw: ich hoffe, ich kann euch auch bald bewundern! Es freut mich super, dass der Workshop dir auch gefällt!!!
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Re: Overcoming Your Horses Fears using CAT for Horses
« Antwort #47 am: 09. Mai 2022, 15:24:55 »
Im Zusammenhang mit Studien und Belegbarkeit: wer von den Gründervätern (gibt`s auch Gründermütter? des Trainings R+ ist/ war eigentlich wirklich Pferdespezialist?
Hat viele Pferde erfolgreich trainiert und zwar auch für das, was Menschen halt so gewöhnlich mit Pferden machen, hat eigene Pferde, wirklich mit Pferden zusammengelebt?
Karen Pryor erwähnt nach meiner Erinnerung zumindest in einem Buch (ihre?) Welshponys, Alexandra Kurland war ja schon vorher Pferdefachfrau, aber der Rest, der so oft zitiert wird???
Oder haben die eher Wildtiere/ Zootiere/ Hunde als Schwerpunkt?

Jetzt mal aus meiner Erfahrung (ohne Studie dahinter): Ich glaube, den Anfang hat Karen Pryor gemacht mit "Lads before the wind - Diary of a dolphin trainer", hinten im Buch kommen auch die Welsh-Ponies vor. 2003 gab es schon auf Deutsch von Alexandra Kurland "Clickertraining für dein Pferd". Karen Pryor hat meiner Erinnerung nach Alexandra Kurland dazu bewogen, es zu schreiben. Dann gab es damals auch das Buch von Barbara Schöning "Clickertraining für Pferde" (Erscheinungsjahr 2000)


Zitat
Wenn man es nicht nur unter dem Gesichtspunkt "Getting Behaviour" sieht, sind da doch so viele Unterschiede zwischen den Spezies (Wildtier, domestiziert, Raubtier, Beutetier, Gruppentier, eher solitär lebend usw.), dass Vergleiche so einfach nicht sind.
Dürfte auch ein Unterschied sein, ob man nur unter "Lagerbedingungen" trainiert (Gehege, eigene vier Zäune auf der heimischen Anlage) oder ob man sich mit Hund/ Pferd ins pralle echte Leben und in Situationen stürzt, in denen viele andere mitmischen und auch die Umgebung nicht immer beeinflußbar ist.

Das fand ich und finde ich auch! Die Delfintrainer immer mit ihren "Becken"!!! Und die Hundetrainer werden auch nicht abgeworfen oder brechen sich einen Finger, weil das Tier panisch wegzieht ...

« Letzte Änderung: 09. Mai 2022, 17:03:04 von noothe »
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Re: Overcoming Your Horses Fears using CAT for Horses
« Antwort #48 am: 10. Mai 2022, 17:01:23 »
Danke für den Lesetip, Tine, wird studiert :)

Und apropos Studie,  "die CAT mit progressiven Ansätzen vergleicht und zum Ergebnis kommt, dass -v bei angstaggressivem verhalten erfolgreicher ist" - da frag ich mich inzwischen, wie so eine Studie denn aussehen könnte ...

Eine Gruppe gleichaltriger, möglichst geklonter Tiere, akkurat unter gleichen Bedingungen aufgewachsen, die dann alle in dieselbe Art von Angst und Schrecken versetzt werden, dann aufteilt und es versucht wird, sie in verschiedenen Gruppen mit R*, R-, CAT oder was auch immer wieder zu entgruseln?
Selbst das wären ja alles noch Individuen und die Trainer, die dann aktiv werden, ja auch ...

Erst recht können wohl kaum Menschen/-Tier-Kombinationen mit ganz unterschiedlichen Vorerfahrungen und Persönlichkeiten reell vergleichen werden.
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Re: Overcoming Your Horses Fears using CAT for Horses
« Antwort #49 am: Gestern um 13:27:37 »
Gismo und ich waren schon fleißig.
Was ich als erstes feststellen durfte: CAT ist sowohl vom üblichen "Annäherung und Rückzug" als auch vom "Clickern" sehr, sehr verschieden, weil der Mensch so passiv ist. Weder aktiv mit dem Trigger zum Pferd und zurück noch konzentriert dabei, zig Dinge einschließlich Trainingsplan im Fokus zu haben und im richtigen Moment in der richtigen Position Kekse anzubieten (womöglich in hoher Frequenz).
Man steht und wartet und atmet und beobachtet. Manchmal sehr lange. Auf kleines Entspannungszeichen vom Pferd einen oder mehrere Schritte zurück. Kurze Pause, Schritt oder zwei nach vorne, warten s.o.
Entschleunigt ungemein.

Woran ich mich auch erst gewöhnen musste: wenn Gismo weggeht, nicht folgen, sondern wartet, bis er zur Ruhe kommt und dann Session neu beginnen.
Und "in Front of the Horse", was anfangs auch nicht einfach war, weil er mich von hinten besser abkonnte als von vorn.
Auch nachvollziehbar: Fluchtmöglichkeit nach vorne und sehr wehrhafte Hinterbeine in guter Position.

Mittlerweile geht er dabei auch in den vorderen Teil des Stalles. Der hat zwar 2 Ausgänge und mittags hängen da gerne alle 5 zusammen ab, ab es ist ja doch eine dunkle Höhle. Dass ich mich da auf ihn stürze, scheint er also nicht mehr akut zu befürchten.

Mir ist ja schon länger klar, dass er kein ängstliches Pferd ist. Vorsichtig ja, aber richtig in Panik versetzen kann ihn wohl nur das Gefühl, gefangen und hilflos zu sein.
Ansonsten kann er unglaublich gut die verschiedenen Lagen einschätzen. Als Jörg letztens mit dem Quad vorbei kam, gab`s bei Nio in seinem Separre großes Huch und Hach und kleinen Sprint. Gismo direkt daneben auf seinem Hügel machte sich nur groß, peilte: wollte das letzte Mal nix von mir, Zaun dazwischen, kann hier stehen bleiben.
"Zaun dazwischen" gibt aber auch Nio Sicherheit. Eben grad für großes Treckermonster hinter Zaun und Hecke vorbei - nur geguckt. Dasselbe Teil auf der Straße - umdrehen und weg.
Na ja, Gefahren einschätzen können dürfte erste Wildpferdepflicht sein.

Es ist also schon sehr entspannt mit uns. Ab und an macht er auch schon 1, 2 Schritte auf mich zu (was mit Raumgeben belohnt wird) und bleibt dabei in "normaler" Haltung. Davor zog er sicherheitshalber die von Julie schön mit "back legs outstretched, reaching with his neck" beschriebene Haltung vor.

Mal sehen, wie es weitergeht. Mehrere Einheiten täglich jetzt im Urlaub sind von Vorteil.
Spannend wird dann wohl irgendwann, ob es für ihn nicht passiv nur ok ist, wenn ich mich sehr nahe bei ihm aufhalte (sicher anfangs auch nur ganz kurz), sondern ob er auch Interesse aufbringen kann, sich aktiv mit mir zu beschäftigen.

Die Variante "Trigger nähert sich dem Pferd" scheint also gut machbar und benötigt hauptsächlich Geduld und sehr genaues Hinsehen (was Clickererer ja ganz gut drauf haben sollten).
"Pferd zum Trigger" wie bei Ruth und Cilla, dürfte deutlich anspruchsvoller sein.
Mensch wird den Trigger vermutlich nicht so gut im Griff haben und kleinteilig kontrollieren können und es ist mit wenden und weggehen ja auch deutlich mehr "Action" - können Mensch und Pferd z.B. überhaupt in "normalen" Situationen harmonisch zusammen wenden (da wäre bei Nio und mir z.B. noch deutlich Optimierungspotential)? Genug Platz da? Hat man ggf. einen seeeehr geduldigen Mitstreiter, der auf dem Fahrzeug sitzt und alle Feinheiten erkennt?
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