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Jungpferdetraining

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Jungpferdetraining
« am: 27. Januar 2021, 20:52:43 »
Hallo Ihr Lieben  :-*

mich würde mal interessieren, ab welchem Alter Ihr bei Eurem Liebling mit dem :click: begonnen und welche Erfahrungen Ihr dabei gesammelt habt.

Freue mich auf Eure Erlebnisse...


Liebe Grüße Diana
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Re: Jungpferdetraining
« Antwort #1 am: 27. Januar 2021, 21:12:55 »
Wann immer man trainiert kann man sich entscheiden ob man über positive Verstärkung arbeitet oder über negative Verstärkung. Und Training ist immer dann, wenn das Pferd lernt  :cheese:
Wir haben tatsächlich von Beginn an über positive Verstärkung gearbeitet. Das Pferdekind war damals 2 Jahre und komplett roh.
Liebe Grüße, Anna
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Re: Jungpferdetraining
« Antwort #2 am: 27. Januar 2021, 21:26:54 »
Meins war ungefähr 1,5  :cheer:

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Re: Jungpferdetraining
« Antwort #3 am: 28. Januar 2021, 12:39:21 »
Mit Nio gleich nach Ankunft, 13 Monate, angefangen. Ich trainiere aber auch sehr bewusst "Druck als Signal" (keine Drucksteigerung, sondern "milde störend") weil er das körpersprachlich sehr gut versteht und es mir für zügige "Alltagstauglichkeit" auch für andere Menschen, die mit ihm umgehen, sehr wichtig ist (zurückgehen, Hintern wegdrehen, schon ganz leichtem Zug am Seil/ Halfter folgen). Das meiste aber mit V+. Naja, sooo viel ist es natürlich nicht bei einem so jungen Pferd, derzeit hauptsächlich Basics.

Gruß
Katja
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Re: Jungpferdetraining
« Antwort #4 am: 10. April 2023, 11:16:59 »
Ihr Lieben,

hier im Forum tummeln sich ja jetzt doch diverse Jung- und Nachwuchspferde :dops: Wo seid ihr alle? Wie alt sind eure Pferde grade, was macht ihr schon, was fiel euch schwer, was war erstaunlich einfach, welche Pläne und Ideen habt ihr für dieses Jahr? Ich würde mich über etwas mehr Austausch außerhalb der Tagebücher sehr freuen :dops:

Alkmene ist am Wochenende 4 geworden, bei den letzten beiden Hufbearbeitungen gingen endlich alle 4 Hufe, vorher ist es ihr vor allem mit dem rechten Hinterhuf in der Luft einfach fast unmöglich gewesen, die Balance zu halten. Wir wandern je nach Zeit und Konzentrationsspanne übers Stallgelände, raus auf die Straße habe ich mich noch nicht getraut. Und fangen jetzt ein bisschen mit so Kurland-Clicker-Basisübungen an. Die Konzentrationsfähigkeit im Zusammenhang mit Leckerlis fällt ihr echt super schwer, das kannte ich von der Krümeline so echt nicht. Aber ganz langsam tasten wir uns dran ran, dass sie auch andere Sachen als "Luft anhalten und gaaaaanz still halten bis zum Keks" schafft.
LG Tine
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Re: Jungpferdetraining
« Antwort #5 am: 10. April 2023, 19:18:30 »
Gute Idee  :dops:

Das Pferdekind ist inzwischen 6 Jahre alt und wird abwechselnd von ihrer Besitzerin und mir beschäftigt.  :giraffe:


Hufbearbeitung war lange ein Thema. Ich habe oft versucht sie dabei so zu füttern, dass sie ihr Gewicht auf die anderen Beine verlagern muss. Inzwischen sind drei von vier Beinen kein Problem mehr, nur links vorne fällt sie noch immer wieder um.


Bei der Bodenarbeit am Reitplatz läuft sie sehr konzentriert einen am Boden liegenden Kreis entlang oder lässt sich um Pylonen dirigieren.  :nick: (Unsere Art des Longierens.) Schritt, Trab, durchparieren, anhalten und ein paar Tritte rückwärts klappen gut auf Distanz. Der Galopp ist schwierig, sagt das Pferdekind. Und Galopp halten noch viiiiel schwieriger  :tuerwech:
Seit dem vergangenen Jahr nimmt das Reiten immer mehr Platz ein.  :cowb: Wöchentliche gemeinsame Ausritte mit der Herdenchefin (inzwischen tatsächlich den Großteil der Runde geritten und nur kurze Stücke geführt) haben viel Sicherheit mitgebracht. Am Viereck war die größte Herausforderung lange Zeit die Lenkung. Begonnen haben wir über anhalten und einzelne Schritte einer Hinterhandwendung. Oft legen wir am Reitplatz Muster, zum Beispiel stehen auf der Innenseite des Hufschlags in den Ecken Pylonen. Das hilft uns Menschen und gefühlt auch dem Pferdekind ein Ziel vor Augen zu haben (Außen um die Pylone herum, dann zur nächsten Pylone).


Womit wir uns beschäftigen, seit sie zu uns gekommen ist, ist die Balance. Derzeit füttern wir wieder viel zurück, allerdings so, dass kein Schritt sondern nur ein Zurückwiegen erforderlich ist. Plötzlich bleibt sie oft von sich aus geschlossen stehen  :lupe: :yess: 

Balance ist und bleibt aber eines der Themen für dieses Jahr. Zudem werden wir hoffentlich mehr Wanderungen und Ausritte ohne andere Pferde absolvieren und eventuell den Galopp mit nach draußen nehmen.

Was noch nicht klappt (oder die Entspannung sich in Luft auflöst): Dämmerung, Wind, durch den Ort gehen (Häuser  :umfall: ), zischende Wasserschläuche, ...


Heute war unser allererster Ausritt "alleine" (ein Mensch reitend, ein Mensch als Bodenbegleitung, aber ohne zweites Pferd). Das hat schon richtig gut geklappt  :cheerleader:
Liebe Grüße, Anna
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Re: Jungpferdetraining
« Antwort #6 am: 10. April 2023, 21:57:21 »
Ich bin nicht sicher, welche meiner Pferde noch als Jungpferde zählen. Jolie zum Beispiel wird im Juni fünf, aber ich sehe ihn irgendwie nicht als Jungpferd. Hab ich noch nie. Mit ihm war schon von Anfang an, als er zwei war, alles so normal und einfach. Er ist ein kleiner Sonnenschein, der alles prima findet und nur selten mit irgendwas ein Problem hat. Er ist zwar ein kleiner fröhlicher Spieli, aber im Gegensatz zu Aahnuu nicht besonders neugierig, sondern einfach gelassen. Ihn würde ich hier also mal ausklammern.

Maymun wird im Mai vier, aber auch bei ihm fühlt es sich komisch an, ihn als Jungpferd zu bezeichnen. Er hieß bei uns lange Zeit "Fohli", aber seit Aahnuu vor einem Jahr angekommen ist, ist er unser Ankerpferd geworden. Durch mehrere hundert Spaziergänge kennt er einfach schon viele Dinge und deswegen habe ich nicht das Gefühl, mit ihm besonders viele typische Jungpferde-Themen zu haben. Im Gegensatz zu Jolie und Aahnuu ist mit ihm nicht alles leicht und für ihn ist auch nicht immer alles prima - er ist eher skeptisch, findet Neues potentiell erstmal gruselig und es kommt mir so vor, als könne man seine Gefühle sehr leicht verletzen, wenn man unachtsam ist. Bei ihm bin ich oft froh, in den meisten Situationen ziemlich genau zu wissen, was ich tue und wie ich potentiell gefährliche Situationen in konstruktive Bahnen lenken kann. Ich denke, dass er auch gut ein gefährliches Pferd werden könnte, einfach weil er im Zweifelsfall eher abschaltet und die Kommunikation abbricht. Bei ihm ist es wahrscheinlich noch wichtiger als bei vielen anderen Pferden, dass ich immer seine Aufmerksamkeit bekommen kann und dass wir das im Normalfall so bis ins Detail üben, dass es im Sonderfall dann Routine ist. Aber ob das spezielle Jungpferde-Themen sind?

Aahnuu ist für mich ein richtiges Jungpferd. Er wird Ende April zwei und obwohl auch er auf Spaziergängen inzwischen eine Menge Routine hat, kommt es mir so vor, als ob er die Welt noch mit neugierigen Kinderaugen sieht. Alles ist spannend, alles muss erkundet werden. Etwas Neues? Ja, lass uns hingehen! Durch sein grundlegendes Interesse an Dingen und Menschen und seine positive Art ist er wahrscheinlich das einfachste Pferd, das ich je hatte.

Angeregt durch den Thread habe ich mich gefragt, ob es irgendwelche generellen Dinge gibt, die ich über meinen Umgang mit Jungpferden sagen könnte. Also Dinge, die wirklich jungpferdespezifisch sind. So richtig weiß ich es immer noch nicht, also picke ich einfach mal ein Beispielthema heraus: Ein vielleicht grundlegender Unterschied zu dem, was ich über Jungpferde sonst oft lese, ist unser trichterförmiges Vorgehen - von der Gesamtaktivität zum Detail, anstatt andersrum. Ich hab oft den Eindruck, dass viele Menschen so vorgehen, sich ihre Aktivitäten aus kleinschrittig erlernten Übungen zusammenpuzzeln. Erst verschiedenste Dinge in sicherer Umgebung und mit minutiös gesteigerten Anforderungen einzeln lernen, dann kombinieren, und dann vielleicht irgendwann, wenn alle Details sicher sitzen, sowas machen wie ins Gelände gehen.

Unser Vorgehen ist genau umgekehrt. Klar, ein paar Basics haben wir auf der Koppel geübt, aber bereits an Tag 2 nach der Ankunft des jeweiligen Pferdes sind wir raus ins Gelände gegangen und im Laufe der ersten Woche wurden daraus dann vollständige Spaziergänge von einer Stunde oder mehr und in variablem Gelände. Die Gesamtaktivität war also von Anfang an da. Aber das heißt nicht, dass meine Pferde das, was andere über Monate oder Jahre lernen, bereits nach wenigen Tagen können. Anstatt dessen ist es bei uns so, dass es am Anfang ganz viel Unterstützung und nur sehr geringe Anforderungen gibt. Zum Beispiel dadurch, dass ein erfahrenes Pferd dabei ist und das Jungpferd zunächst mal einfach nur mitlaufen muss. Diese Unterstützung betrifft nicht nur emotionale Themen (Sicherheit in fremdem Gelände), sondern auch die ganze motorische Kontrolle. Zum Beispiel Anhalten ist einfach so viel leichter, wenn neben einem nicht nur ein Mensch, sondern auch das andere Pferd anhält. Auch wie man mit verschiedensten Geländehindernissen umgeht, kann man sich einfach beim erfahrenen Pferd abschauen. Wenn so ein Maymun auf einen Stein klettert, dann ist es für Aahnuu doch naheliegend, da auch hoch zu wollen. Das Jungpferd muss also anfangs gar nicht so viele Ideen generieren und Entscheidungen treffen, sondern einfach nur mitmachen. Im Laufe der Zeit wird dann Schritt für Schritt die Unterstützung ausgeblendet. Also Aahnuu wird zum Beispiel auch mal etwas gefragt, das Maymun gerade nicht macht, so dass sich die Kommunikation mit dem Menschen langsam verselbständigt.

Mich erinnern diese unterschiedlichen Herangehensweisen an eine alte Kontroverse aus der pädagogischen Psychologie. Dort gibt es ein Lager, das eher die Puzzle-Sichtweise vertritt: der Lernende sollte erst die Komponenten-Aktivitäten einzeln üben, so dass er sie dann gut kann und zur Verfügung hat, wenn er in komplexeren Situationen handeln soll. Das andere Lager vertritt eher die Auffassung "das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" und geht davon aus, dass man Problemlösen am besten durch Problemlösen lernen kann. Hier gibt es dann Modelle, wie man Lernaktivitäten so aufbauen kann, dass der Lernende von Anfang an die vollständige Aufgabe durchläuft, aber die Schwierigkeit und das Maß an Unterstützung systematisch variiert werden. Wie bei so vielen Themen sind die Verfechter beider Herangehensweisen sehr von ihrer Variante überzeugt, aber wie bei so vielen Themen zeigt sich auch hier, dass beide Varianten funktionieren. Zwar mit Ergebnissen, die sich vielleicht in spezifischen Merkmalen unterschieden und sicher auch nicht beliebig austauschbar sind. Aber groß werden die Kinder dennoch alle und erfolgreiche Problemlöser können so oder so entstehen. :)

« Letzte Änderung: 10. April 2023, 22:05:46 von Romy »
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Re: Jungpferdetraining
« Antwort #7 am: 10. April 2023, 22:32:14 »
Das ist ein spannender Punkt Romy :) Bei der Krümeline würde ich sagen, dass wir damals dieses Komponentenlernen dringend gebraucht haben, weil es ihr überhaupt erst ermöglicht hat, in dem Mensch-Pferd-Stall-Komplex interagieren zu können. Sie hatte dort mit ihrer Reiz- und vor allem Artgenossen-deprivierten Aufzucht vermutlich auch einfach einen sehr schlechten Start und konnte eben dieses ganze Thema "Lernen durch Nachahmung" nie für sich nutzen. Ich weiß noch, dass hier im Forum mal jemand mehr oder weniger geschrieben hat "wie schwer kann es denn bitte sein, ein Pferd von A nach B zu führen, da muss man doch kein so Drama drumherum machen". Und jetzt, mit den Erfahrungen mit Alkmene und anderen Jungpferden im Umfeld, kann ich das ein Stückweit besser nachvollziehen, denn mit denen geht das wirklich "einfach so".

Alkmene ist das genaue Gegenteil, da ist der Ansatz "einfach mal machen" und dann situationsbezogen an den Herausforderungen schrauben und ganz viel ausprobieren lassen genau passend. Die ist so, wie du Aahnuu beschreibst und denke, sie würde in eurem Umfeld auch allerbestens klarkommen :) Die bringt aber auch viele pferdische Skills einfach schon mit.

Wenn ich die beiden so vergleiche, dann wäre für mich das typisch jungpferdige vor allem die Balancekomponente und generell so das Gefühl für "welche Teile von mir gehören wohin". Alkmene hatte letztes Jahr eigentlich immer diverse Schrammen am Kopf, weil sie den einfach überall reinstecken musste, egal ob es passt oder nicht. Die Krümeline hatte in den ersten Jahren permanent Schrammen an den Beinen, weil sie sich selbst mit irgendeinem Huf irgendwo erwischt hat. Und bei Alkmene auf jeden Fall auch so ein bisschen das ablenkbare, verspielte "Ooooooooohhh ein Schmetterling" :lol:

Gute Idee  :dops:

Das Pferdekind ist inzwischen 6 Jahre alt und wird abwechselnd von ihrer Besitzerin und mir beschäftigt.  :giraffe:

[...]

Heute war unser allererster Ausritt "alleine" (ein Mensch reitend, ein Mensch als Bodenbegleitung, aber ohne zweites Pferd). Das hat schon richtig gut geklappt  :cheerleader:

Ehrlich, 6 Jahre alt auch schon wieder? Oh man, wie die Zeit verrennt :kicher: Herzlichen Glückwunsch zum ersten Alleinausritt :cowb:
LG Tine
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Re: Jungpferdetraining
« Antwort #8 am: 10. April 2023, 23:13:32 »
Wenn ich die beiden so vergleiche, dann wäre für mich das typisch jungpferdige vor allem die Balancekomponente und generell so das Gefühl für "welche Teile von mir gehören wohin". Alkmene hatte letztes Jahr eigentlich immer diverse Schrammen am Kopf, weil sie den einfach überall reinstecken musste, egal ob es passt oder nicht. Die Krümeline hatte in den ersten Jahren permanent Schrammen an den Beinen, weil sie sich selbst mit irgendeinem Huf irgendwo erwischt hat.

Oh ja, das gibt es bei uns auch. Maymun war in den ersten anderthalb Jahren ein richtiges kleines Trampeltier. Ständig hatte ich irgendwelche Mun-Hufe auf meinen Füßen stehen und er hat es teilweise geschafft, mir an einem Tag 5x auf die Füße zu treten. Jetzt macht er das gar nicht mehr und wenn ich mit ihm alleine rausgehe, kann ich inzwischen die leichten Wasserschuhe anziehen anstatt der schweren Gummistiefel. Bei Aahnuu ginge das überhaupt nicht. Er schafft es, seine langen Spinnenbeine beim Laufen von hinten durch meine Beine zu fädeln und mich über sein Bein stolpern zu lassen. Oder eben so auf meinem Fuß zu landen, dass ich das Gleichgewicht verliere, weil er auf meinem Fuß steht, wenn ich diesen zum nächsten Schritt anheben will. Momentan weiden wir ja auf dem Grundstück an und da gibt es viele Steilhänge. Das ist manchmal richtig abenteuerlich, weil plötzlich ein Aahnuu den Hang herunterpoltert und entweder in mich rein rammelt oder mir auf den Fuß springt. Den Gummistiefeln sei Dank hab ich mir bisher noch keinen Fuß gebrochen.

Ein anderes Jungpferde-Selbstkontroll-Thema ist der Umgang mit Futter. Das Nuuli kann sich ganz wunderbar aufspulen, wenn das Futter zu gut schmeckt, also wenn es zum Beispiel Apfel- oder Brotstückchen gibt. Für mich würde es grundsätzlich nicht funktionieren, das Futter dann wegzulassen oder zu reduzieren, sondern die Strategie ist, die Futtermenge sogar noch zu steigern, aber in aufgeregten Situationen nur langweilige Maisflocken zu füttern. Diese dann aber in einer so hohen Frequenz, dass man sich nicht darüber aufregen kann, weil Futter ja ohnehin einfach immer da und nichts Besonderes ist. Die Anforderung ist dann nur, ein weiches Mäulchen zu haben und damit vorsichtig meine Hand zu berühren, anstatt mit einem Haifischmäulchen zu hapsen. Damit können wir Futter-Aufregung ganz leicht auflösen. Aber es ist trotzdem spannend, mal wieder daran erinnert zu werden, dass es diese Aufregung überhaupt geben kann - bei den älteren Pferden (Maymun und Jolie eingeschlossen) kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, dass man sich beim Thema Futter überhaupt stressen kann. Bei Aahnuu ist das durchaus noch ein Thema, an dem wir regelmäßig basteln dürfen.
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Re: Jungpferdetraining
« Antwort #9 am: 10. April 2023, 23:27:15 »
Ohja, da war ich zu Beginn mit Alkmene auch wirklich zugegebenermaßen echt blauäugig. Also entweder es war mit der Krümeline früher deutlich einfacher oder ich hab es schlichtweg verdrängt. Bei Alkmene kam uns dann das Thema mit dem Zahnwechsel voll in die Quere, weil das Futter aus der Hand in dieser ersten Aufregung dann zusätzlich auch noch mit "will ich, aber geht nicht" Frust verbunden war, wenn sie schon wieder etwas nicht kauen konnte. Und sie hat aus der Aufzucht vorher schon eine generell recht hohe Erregungslage zum Thema Futter mitgebracht, weil das Highlight des Tages für die Jungzwerge bei den Züchtern war, im Galopp den Hang runtergesaust zu kommen und dann gabs die Mineralfutter-Bricks aus der Hand. Ich hab da so ein paar Videos gesehen, in denen eine namentlich nicht näher zu nennende Schimmeline da mit ordentlich Karacho und Meinung angeflitzt kam :kicher:

Inzwischen kann sie eigentlich alles gut fressen und ich merke einen deutlichen Unterschied zwischen "neuen" Übungen und welchen mit Vorgeschichte. Unabhängig davon kann sie sich bis zur Futternahme meistens schon wirklich gut beherrschen, aber sobald das Futter im Mäulchen ist, muss dann die Anspannung doch oft noch durch mehr oder weniger wildes Kopfschleudern abgeschüttelt werden. Schnell und kontinuierlich füttern - was bei der Krümeline in vielen Fällen der absolute Gamechanger war - funktioniert bei Alkmene nur so semi-gut. Aber auch das wird immer besser, bei der Hufbearbeitung vom schwierigen Hinterhuf konnte ich es jetzt schon 2x gezielt einsetzen.

(Ich merke beim Schreiben grad mal wieder, dass die Krümeline für mich im Herzen bis heute ein Jungpferd ist :lol: )
LG Tine
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Re: Jungpferdetraining
« Antwort #10 am: 11. April 2023, 12:56:42 »
Ich hab hier ne Sammlung :D
Tiggy wird 2, aktuell im Spaziertraining
Lit wird 4, genau wie Fjölli. Beide im Spaziertraining. Fjölli zusätzlich beim anlongieren. Lit ist noch nicht so weit.

Hufe geben ist immer mal so, mal so. Aber generell sehr artig und bemüht.
Liebe Grüsse

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Re: Jungpferdetraining
« Antwort #11 am: 11. April 2023, 19:53:29 »
Oh ein Jungpferdefred! Wenn ich es schon nicht schaffe das Tagebuch zu schreiben...

Also für mich war es zu Beginn vor allem erstmal echt eine Umstellung einfach generell auf einen ganz anderen Pferdetyp. Von meinem Pflegepferd, dass sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat, und generell sehr vorsichtig und ängstlich/sensibel ist und wo man wirklich seeehr mit seiner Energie haushalten muss (und anfassen bitte nur wenn nötig außer es ist Fellwechsel und juckt) - auf so einen ganz unbedarften Jungschlumpf, der scheinbar von Geburt an die Nähe von Menschen gesucht hat, anfassen und Nähe einfach super findet (was dann mal dazu führen kann, dass es auch mal etwas rumpelig wird, weil man ja nicht weiß wo der Körper anfängt und aufhört) und auch keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht hat.

Fee ist einfach in allem so wahnsinnig unkompliziert, unerschrocken und lieb und nett  :wolkenherz2:, dass ich mich permanent frage ob ich sie vielleicht (oder wie sehr ich sie) überfordere. Auch bedingt dadurch, dass ich mit ihr viele Sachen früher machen musste und muss, als ich es geplant hatte, wegen ihrer Verletzung.

Ich habe versucht so gut es ging direkt mit positver Verstärkung zu interagieren. Zumindest die ersten 3 Monate haben wir nichts gemacht außer: kraulen und kruscheln. Leckerli haben wir ab dem Halftern dazu genommen, wobei ich versucht habe sehr konsequent von mir wegzufüttern etc. und ich habe ganz arg versucht auf das Frustrationslevel zu achten. Und für so ein Bebi ist sie einfach unglaublich höflich - aber keine Ahnung ob das wirklich das "Training" war oder sie einfach vom Grundtyp her so höflich ist.
Insbesondere bei unterschiedlich wertigen Keksen - ich hab so eine selbst zusammengemixte Kräutermischung und bei Sachen die schwierig sind aber doch sein müssen nehme ich Karotten. Da muss tatsächlich aufpassen, weil da doch schneller Frustration aufkommt, wenn ich unklar oder zu langsam bin. Da versuche drauf zu achten, aber ganz vermeiden kann man es natürlich nicht. Dazu versuche ich klare Rituale zu haben z.B. Popokraulen wenn wir fertig mit Keksen sind und dann wirklich nix und keinen Keks mehr. Damit ist sie dann immer sehr gut abgelenkt, weil das steht wirklich hoch im Kurs. :cheese:

Ansonsten musste sie wie gesagt, bedingt durch die Verletzung, viele Dinge früher lernen, die ich gerne langsamer mit ihr gemacht hätte. Aber da sie eine ganz andere Grundeinstellung gegenüber Menschen (und was die so wollen) hat, scheint sie das einigermaßen gut wegzustecken. Und so kann sie mit 1 Jahr schon halftern, geführt werden und mit "drüberfüttern" auch Hufbearbeitung mit natürlich entsprechenden Balanceproblemen - die leider krankheitsbedingt relativ häufig erfolgen muss. Anfassen war einfach noch nie ein Thema, weil das ist zu 95% einfach überall toll. Fiebermessen bei gleichzeitigem Schweifkraulen bin ich mir nicht mal sicher ob das überhaupt bemerkt wurde...  :juck:

Druck würde sie im Zweifelsfall eher aussitzen, da müsste man glaube sehr deutlich und viel Druck erhöhen. Da mir aber natürlich wichtig ist, dass sie im Umgang mit Menschen das Prinzip kennt, haben wir das in Verbindung mit positiver Verstärkung geübt, (mit leichtem Druck und ohne Druckverstärkung) - das hat sie auch gut verstanden. Wenn sie aber irgendwo skeptisch ist, braucht sie einfach die Zeit zum Überlegen und die bekommt sie bei mir in der Regel auch. Da müsste man dann schon sehr viel Druck ausüben, will oder kann man ihr die Zeit nicht geben.

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Re: Jungpferdetraining
« Antwort #12 am: 12. April 2023, 09:10:48 »
Ach wie schön, es füllt sich :dops: Und Fee ist wirklich eine ganz außergewöhnliche kleine riesengroße Pferdemaus :cheer:

Ich hab hier ne Sammlung :D
Tiggy wird 2, aktuell im Spaziertraining
Lit wird 4, genau wie Fjölli. Beide im Spaziertraining. Fjölli zusätzlich beim anlongieren. Lit ist noch nicht so weit.

Hufe geben ist immer mal so, mal so. Aber generell sehr artig und bemüht.

Merkst du bei den vielen Jungpferden eigentlich Gemeinsamkeiten oder deutliche Unterschiede, was ihnen im Bezug auf's Hufe geben leicht oder schwer fällt?
LG Tine
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Re: Jungpferdetraining
« Antwort #13 am: 12. April 2023, 12:02:31 »
Ja, da gibts schon Unterschiede…
Lit wurde zuvor beim Schmied verprügelt, da dauerte es einige Monate, bis hinten Bearbeitung möglich war. Vorne Anfangs nur mit Steigen.
Sie ist ansonsten sehr sensibel und bemüht. Aber unglaublich schnell und überempfindlich.

Tiggy „ist“ einfach. Bei der ersten Bearbeitung hat sie sich hingelegt. War ihr zu anstrengend. Sie kann ab und an mal motzen, weil es ihr zu doof ist. Sie lässt sich auch nicht bestechen. Doof bleibt doof. :p
Da ist es wichtig, ihr immer mal zu zeigen, dass es für sie ist. Stillstehen kann sie eigentlich gut^^ Balanceprobleme hat sie gar nicht. Lit schon eher mal.

Fjölli hat beim ersten Mal doof getan, seither eigentlich nicht mehr. Jetzt fehlt etwas die Übung und er hat seine Kraft/Masse nicht im Griff. Im letzten Stall war der Boden so ideal, da lief er alles im passenden Mass selbst ab. Ich hab nur kontrolliert.
Ihn kann man am Heunetz anbinden und er macht alles brav mit. Er hatte früher starke Balanceprobleme, als er noch so schlacksig war mit 1.5/2. das hat sich gegeben.

Ich denke, hätte Lit nicht diese Vorerfahrung, wär sie die unkomplizierteste. So kippt sie ab und an in den Abwehrmodus.
Vor 1.5 Jahren durfte man sie noch nicht anfassen. Nur am Kopf. Nun geniesst sie Gekraule überall und ich darf alles mit ihr machen. Sie ist viel schneller gestresst als die Braunen. Aber auch viel feiner.
Liebe Grüsse

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Re: Jungpferdetraining
« Antwort #14 am: 30. April 2023, 23:25:17 »
Ich hangle mich mal an Tines Fragen entlang.

Zitat
Wie alt sind eure Pferde gerade?
Dásemd wird dieses Jahr 4 Jahre alt. Sie ist seit Januar letztes Jahr bei mir. Nach dem Import und dem Umzug zu mir ist sie Ende Dezember in den aktuellen Stall umgezogen.

Zitat
Was macht ihr schon?
Wir haben im neuen Stall deutlich interessanteres Spazierengehgelände mit viel Wald, bergab und bergauf, mit unterschiedlichsten Wegbeschaffenheiten und Untergründen und einer Furt in der Nähe. Das Spazierengehen ist unsere hauptsächliche Beschäftigung. Ich gehe am liebsten mit ihr allein spazieren, da ich beide Hände für sie frei habe, wenn sie ihre lustigen Momente hat. Mit Hylling zusammen gehen wir auch manchmal, aber da brauche ich mehr Konzentration, damit ich beiden gerecht werden kann. Zwischendurch frage ich Bodenarbeitsbasics ab wie Anhalten, Rückwärts, Hinterhand weichen, Vorhand weichen. Körpertagerts (Hinterhand auf mich zu o. ä.) kommen später irgendwann.

Zitat
Welche Pläne und Ideen habt ihr für dieses Jahr?
Zur Zeit zieht beim Spazierengehen das Gras ganz gewaltig, aber mit dem Ziel, sie dieses Jahr als Handpferd mitzunehmen, ist Grasen beim Spazierengehen verboten. Für's Handpferdereiten sehe ich noch einige  Trainingslücken beim Hand- und Reitpferd, so dass es zwar ein Ziel ist, aber wir werden sehen...

Zitat
Was fiel euch schwer?
Die Hufe bleiben noch ein wenig Thema. Hufe geben im normalen Leben ist kein Thema. Erstaunlicherweise ist hinten einfacher als vorne, obwohl wir ursprünglich mit hinten ist deutlich schwieriger als vorne angefangen hatten. Bei der letzten Bearbeitung hat sich für mich rauskristallisiert, dass das festere Halten beim Schneiden oder Raspeln oder/und das andere Halten beim Bearbeiten ein Punkt ist, an dem ich mit ihr üben muss.

In den letzten Wochen hatte Dásemd sehr viele emotionale Phasen bei den Spaziergängen: Ich darf nicht grasen - Explosion. Ich darf nicht schneller als Katja - Explosion. Ich habe bunte Murmeln - Explosion.  Ich will rennen - Explosion. So ein bisschen Trotzreaktionen gepaart mit Übermut. Anstrengend. Gute Phasen wurden natürlich belohnt. Jetzt - vielleicht wegen des Beginns der Weidezeit - scheint sich alles ein bisschen zu beruhigen und die guten Phasen werden mehr und länger bzw. die emotionalen Phasen fallen so gut wie weg.

Zitat
Was war einfach?
Erstens: Wir haben angefangen, Dásemd allein am Stall zu lassen. Im Offenstall auf der anderen Stallseite stehen zwei Araber, aber sie sehen sich nur, wenn alle Pferde im entsprechenden Bereich im Paddock stehen. Da sie ziemlich ruhig bleibt - das lose Heu als Ablenkung hilft bestimmt - haben wir nicht in Mini-Schritten geübt.

Zweitens: Pferdebegegnung beim Spazierengehen. Wir sind der SB mit S. begegnet, die ausreiten war. Sie kam von hinten angetöltet, Dásemd hat nur geschaut, war aber kein bisschen aufgeregt, sonst hätte sie durchpariert. Wir haben uns kurz darauf wieder getrennt, bzw. die SB ist zurück, wir sind weiter, was recht gut geklappt hat.

Drittens: Hängertraining. Als ein Hänger gerade zur Verfügung war, haben wir geübt. Einsteigen bis ganz nach vorne hat angemessen gut für den fast nicht vorhandenen Trainingsstand geklappt. Beim letzten Durchgang ist sie lange genug gestanden, dass ich sie wieder gemütlich rausbitten konnte.

Viertens: Anbinden. Ich hab ein bisschen Befürchtungen gehabt, ans Anbindetraining dranzugehen, da ich weiß, wie schnell ein Pferd auch lernen kann, sich loszureissen, oder sonstige Anbindeprobleme "produziert" werden können. Im alten Stall habe ich daher lange Zeit - halbes Jahr oder länger - nur unangebunden geputzt etc. Inzwischen binde ich sie ohne Sorge an und gehe auch außer Sichtweite, um etwas zu erledigen - nicht lange natürlich. An der Dauer arbeiten wir mehr so zufällig, aber das könnte ich mal auf den Trainingsplan setzen.
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