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Heuanalyse

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Re: Heuanalyse
« Antwort #15 am: 25. November 2022, 12:42:36 »
Auch so eine Sache, wo die Theorie sich super liest, aber die Praxis dann gewaltige oder unlösbare Herausforderungen stellt.
Egal, ob man Einsteller ist und auf das angewiesen, was der Stallbetreiber kauft und füttert. Oder Selbstversorger, der nicht den ganzen Wintervorrat (der am besten dann ja auch von der gleiche Wiese ist) auf einmal einlagern kann. Ich bekomme auch immer nur 2 Rundballen auf 1 Mal und bin schon verblüfft, wie unterschiedlich die aussehen , obwohl laut Bauer von derselben Wiese.

Ganz zu schweigen davon, dass man manchmal froh ist, überhaupt Heu zu bekommen bzw. zumindest äußerlich einigermaßen gutes, von einem zuverlässige Lieferanten.
Und wenn Pferde in Gruppenhaltung alle zusammen speisen, kann man ja eh nicht sagen, wieviel Heu jetzt in jedem Pferd verschwindet. Allein bei meinen Fünfen ist es sehr unterschiedlich - 3 hören deutlich früher auf, obwohl noch Heu im Kasten ist, 2 mampfen noch seeehr lange weiter. Die sind auch wenig überraschend dicker als die anderen 3.
Wie man dann Gras in Bedarfsberechnungen einpreist, wenn die Pferde auf Koppel kommen und dann auch sehr unterschiedlich mampfen, ist mir erst recht ein Rätsel.

Für mich bin ich ganz klar zu dem Ergebnis gekommen: datt kannste dir sparen.
Ich freue mich schon sehr, dass ich einen super zuverlässigen Lieferanten habe, mit eigenen Pferden, der ggf. auch nen Ballen wieder mitnimmt, wenn ungeeignet.
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Re: Heuanalyse
« Antwort #16 am: 25. November 2022, 14:37:04 »
Hm, das sehe ich ein bisschen anders.  :cheese:

Klar, bei Offenstallhaltung mit dauerhaft offener Heuraufe ist es sehr schwer zu ermitteln, wie viel das Pferd frisst. Aber man kann ja ungefähr ermitteln, wie viel es theoretisch gefressen haben müsste (weil zu dünn/zu dick/Idealgewicht).

Außerdem stell ich mir die Frage, wie man ansonsten berechnet, welches Mineralfutter zugefüttert werden muss. Ich habe eine These gelesen, die mir sehr schlüssig vorkam: Bei einem "Standard"-Warmblutpferd passt in der Regel auch das Standard Mineralfutter. Dafür wurde es in der Regel entwickelt.

Sobald man aber abweichende Rassen hat (bspw. gerade die mit viel Fell und Behang), geht das rechnen los. Das kann man anhand von äußeren Merkmalen (Das Pferd kratzt sich ständig die Schweifrübe auf, da könnte Zink fehlen) oder anhand des Blutbilds. Letzteres kann ja aber auch nur einen Näherungswert geben. Nur weil im Blut der Mineralhaushalt stimmt, muss der ja noch lang nicht in den Zellen in Haut und Knochen stimmen.

Seit ich jedenfalls den Bedarf von einer Futterberaterin berechnen lasse, sieht Gabor in jeglicher Hinsicht besser aus. Aufgefallen ist mir zum Beispiel auch, dass sein Fell in den letzten beiden Wintern wieder deutlich kürzer war, als in den Jahren zuvor. Ich vermute, weil jetzt zum ersten Mal der Mineralhaushalt wieder passt. (Kann man natürlich nicht pauschal sagen, aber mein Pony hatte noch nie besonders langes Fell (für dieses Rasse) und es wurde dann doch immer länger, bis ich gezielter fütterte).

Ansonsten ist das Mineralfutter halt noch mehr Ratespiel, als mit Heuanalyse. Oder wie jetzt in diesem konkreten Fall: Das Heu hat das 3-4fache an Zucker als im Jahr zuvor. Wenn man das nicht weiß, dann kann es ein vorerkranktes Pferd ziemlich schädigen und andere Pferde werden vielleicht auf einmal dicker, obwohl sie genauso viel fressen wie zuvor.

:nixweiss: Klar, muss deswegen nun nicht jeder losrennen und den Wert des Heus ermitteln. Mir persönlich hilft es aber sehr, weil ich nun etwas genauer sagen kann, von welchen Mineralien und Spurenelementen er voraussichtlich deutlich zu wenig bekommt oder nur ein bisschen zu wenig.  :cheer:

Bei uns in Süddeutschland hat es im letzten halben/dreiviertel Jahr gefühlt so gut wie gar nicht geregnet. Die Koppeln waren eine Wüstenlandschaft, auch im Mai/Juni schon. Riesige Staubschwaden sind entstanden, wenn die Pferde in einer Gruppe über die Weide gelaufen sind. Es war schon extrem. Von daher überraschen mich die hohen Zucker-Anteile nun nicht so sehr.
Aber sehr gut, dass das nicht pauschal in ganz Deutschland so war, sondern dass der mittlere und ggf. nördliche Teil von Deutschland da mehr Wasser abbekommen hat.


Was ich mich nun gefragt habe: Könnte ein hoher Zuckeranteil im Heu auch zu Wesensveränderungen führen? Mir ist da ganz spontan ein Kind in den Kopf gekommen, dass bei übermäßigem Zuckerkonsum nicht nur extrem aufgedreht und hibbelig ist, sondern auch leicht aggressiv wird. :juck: Könnte so etwas bei Pferden wohl auch vorkommen?
Viele Grüße und bleibt gesund!

Sarah
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Re: Heuanalyse
« Antwort #17 am: 26. November 2022, 10:50:42 »
 :cheese: Das ist ein mittlerweile widerleger Mythos:
https://www.stern.de/gesundheit/gesundheits-mythen/tatsache-oder-trugschluss-macht-zucker-kinder-hyperaktiv--3952922.html

Bei euren Zuckergehalten bin ich etwas  :umfall:
Wir haben dieses Jahr auch eine Heuanalyse machen lassen und haben bezogen auf die Trockensubstanz 9,3% Gesamtzucker (Fruktan  5,1%). Das ist sogar noch weniger als im letzten Jahr. Nichtsdestotrotz ist der Energiegehalt insgesamt höher - der Rohproteingehalt ist deutlich höher.
Wir haben denselben Lieferanten, der uns auch das ganze Jahr über versorgen kann und sind im Nordwesten von Deutschland - das Wetter war bei uns soweit ganz okay für den ersten Schnitt. Nichtsdestotrotz kommen Strohhauben auf die jeweiligen Ballen, bevor das Netz darüber kommt und sie in die Raufe gestellt werden und unten in den Raufen liegt auch immer Stroh, so dass immer Stroh im Angebot ist. Den Anteil von einem Drittel schaffen wir damit sicher nicht, aber es ist besser als nichts.

Wir haben das als Hofgemeinschaft so beschlossen (wir setzen die Ballen auch selber), da bis auf einige Ausnahmen die Pferde bei uns aufs Gewicht achten müssen. Ob das allein reicht, ist eine andere Frage....Wir hatten auch mal darüber nachgedacht, die Heuraufen zeitweilig abzusperren, aber das ist logistisch einfach nicht möglich... :nixweiss:
Gewinke von Sonja
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Re: Heuanalyse
« Antwort #18 am: 28. November 2022, 10:33:32 »
Okay, gut zu wissen.  :cheese:

Eine Frage hab ich noch, dazu hab ich irgendwie keine Info im Netz bekommen :juck:

In der Analyse steht:
- Gesamtzucker 17,6
- Fruktan 12,6

Wie ist das nun zu berechnen? Gesamtzucker bedeutet inkl. Fruktan? Oder zählt Fruktan dazu? Also hab ich 17,6% Zucker, davon 12,6 Fruktan? Oder hab ich 17,6% Gesamtzucker + 12,6% Fruktan?

Könnte mir das jemand sagen?

Und auch eine Angabe, wie viel Zucker (in Gramm) ein Pferd pro Tag zu sich nehmen kann? Ich finde dazu in meinem Online-Kurs Pferdefütterung keine Angabe....
Viele Grüße und bleibt gesund!

Sarah
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Re: Heuanalyse
« Antwort #19 am: 29. November 2022, 15:49:38 »
Gesamtzucker ist inkl. Fruktan
D.h. du hast 5% sonstige Zucker und 12,6% Zucker in Form von Fruktan
"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst." - Mahatma Ghandi
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Re: Heuanalyse
« Antwort #20 am: 29. November 2022, 16:43:03 »
Das handhaben die Labore teils verschieden, am besten du fragst z.B. telefonisch nach, die sind im Normalfall sehr gerne behilflich bei ihren Befunden :) Bei deinem Befund halte ich aber auch die Annahme von Snoopy für plausibler :)

Es gibt an sich keine Obergrenze für den Zucker und bei einem gesunden Pferd würde ich die Heumenge immer nach dem ME MJ Bedarf bemessen und dann schauen, ob das eine ausreichende Raufuttermenge ist. Wenn nicht: mit Stroh arbeiten. Zucker ist da eigentlich in der Tierernährung keine Messgröße. Wichtig ist dann noch, dass genug pcv Rp aufgenommen wird - das ist dieses Jahr teils tricky und manchmal muss man einen Eiweißträger oder Aminosäuren ergänzen.
Liebe Grüße
Celina
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Re: Heuanalyse
« Antwort #21 am: 29. November 2022, 20:15:57 »
Ich habe hier gerade eine Analyse der Lufa Nord-West.
Gesamtzucker 9,3
Fruktan 9,0
Ich dachte bisher Gesamtzucker seien alle Zuckerarten ausgenommen Fruktan. Das scheint so zu sein. Fände es seltsam, wenn das Heu keinen anderen Zucker ausser Fruktan enthielte. :juck:

Edit: andere Analyse vom gleichen Labor:
Gesamtzucker 3,8
Fruktan 5,4
Jetzt ist's klar. :)

« Letzte Änderung: 29. November 2022, 21:14:56 von francelaura »
Liebe Grüße aus Niedersachsen - Fjord Freddy, Muli Ambra, New Forest Pony Asmara & Laura
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Re: Heuanalyse
« Antwort #22 am: 30. November 2022, 13:37:57 »
Ja, bei der Lufa NordWest wird es auf jeden Fall getrennt angegeben  :nick: Macht auch fachlich mehr Sinn, da Fruktan ja nicht dünndarmverdaulich ist und es fachlich auch umstritten ist, ob man es bei der Beurteilung des Zuckeranteils überhaupt beachten sollte.
Liebe Grüße
Celina
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Re: Heuanalyse
« Antwort #23 am: 12. Dezember 2022, 17:00:25 »
Hallo zusammen,

Das Thema Heu und Heuqualität beschäftigt auch uns.
Nicht nur der Fakt, dass das Heu sehr zuckerhaltig ist. Sondern auch der geringe Anteil an Eiweiss.

Wie gleicht ihr diesen in der Fütterung aus? Gleicht ihr ihn überhaupt aus?
Wie sind da eure Erfahrungen?

Liebe Grüße
Kati
Liebe Grüße Kati
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