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Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras

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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #30 am: 08. April 2017, 06:02:38 »
Führe Regeln ein:

lege Stellen fest, an denen gegrast wird und Strecken, die zwischen diesen Stellen zurückgelegt werden müssen.

Strecke ausweiten.

Hier hilft eine Variation von 300 Peck Pigeon = Schritte zählen und jeweils um 1 (oder 2, 3) Schritte verlängern.

Paar Maulvoll Gras, Kopf hoch, losgehen. Du kannst ja mit eurer bisherigen Schrittzahl anfangen, die er schon gut mitgehen kann. Dann setzt Du einen (!) Schritt mehr drauf - grasen.

Paar Maulvoll Gras, Kopf hoch, losgehen. Noch einen Schritt mehr - grasen.

usw.

Ab einer Schrittzahl von 10 kann man normalerweise dann in Zweier-Schritten weitermachen, später dann in Fünfer-Schritten. Die Ponies erfassen die Spielregeln recht schnell,  vor allem, wenn Du LAUT mitzählst. Und sie haben meistens Spass dran.

Wichtig ist auch, dass Du die Erlaubnis zum Grasen gibst = ein deutliches Signal und dass nicht das Pony sich die Erlaubnis nimmt.

Gras"ende" würde ich nahe an den Stall/Hof legen, damit die Strecke, die Pony brav mitgehen muss, erstmal kurz bleibt. Und dann am/im Hof noch ein Clickerspiel mit hochwertigen Leckerli.
Sabine
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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #31 am: 08. April 2017, 22:23:45 »
Also ich hab ja ein Pferd, das kein Gras darf...
Kein Gras ist nicht möglich, wir sind bei 10-15min/Tag(im Sommer dann maximal1h) - aber das wenige Gras, dass ich zur Verfügung habe nutze ich gezielt um "doofe" Übungen besser zu machen.
Ich hindere sie am Grasen indem ich den Strick kurz halte und sie nicht dran kommt. Aber sie hat ein Gras Signal ("essen" und auf den Boden zeigen") und das kommt, wenn sie brav war. Was gerade "brav" war ist ganz unterschiedlich - beim Spazieren zb 10m ohne runter ziehen, am Viereck eine schöne Seite Schulterherein, ein feines Hufe geben, ein schöner Spanischer Schritt....
Dann gibts das Signal und sie darf 2-3 Bissen, dann kommt "Schluss" und ich zieh sie hoch....
Sie hat gelernt, es kommt immer wieder Gras und stressen hilft nix.. 100% positiv ist das hochziehen natürlich nicht, das wird aber bei einem Pferd, das nie Gras hat auch nicht möglich sein.

EDIT: mir fällt nochwas ein...
Ich habe den Eindruck, dass es bei uns von Sommer zu Sommer besser wird, weil wir vieleviele Verhalten haben die sie kann, mag, die hochbestärkt sind. Sie mag die Arbeit am Viereck (auch weil sie davor und danach 2min grasen darf), sie mag den Putzplatz, sie mag spazieren. Das alles ist das Ergebnis, jahrelangen gemeinsamen Trainings. Aber ein pferd auf das verhasste Viereck über einen Grasweg zu führen ist mit Sicherheit schwieriger, als eines, dass das Viereck voll okay findet.

« Letzte Änderung: 08. April 2017, 22:26:07 von AbbeyWood »
Liebe Grüße!
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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #32 am: 09. April 2017, 05:51:21 »
Dann gibts das Signal und sie darf 2-3 Bissen, dann kommt "Schluss" und ich zieh sie hoch....
Sie hat gelernt, es kommt immer wieder Gras und stressen hilft nix.. 100% positiv ist das hochziehen natürlich nicht, das wird aber bei einem Pferd, das nie Gras hat auch nicht möglich sein.

Mary hat mit meinen Ponies ganz schnell ein "Lift" eingeübt:

- Name, Lift, 1 Sekunde warten, dann am Strick runterstreichen bis zum Panikhaken und mit Bone rotation dann den Kopf hochholen.

Sie meinte, das hochholen mittels Bone rotation ist weniger unangenehm als hochziehen, weil es den Kopf eher "hoch schnickt" (lose Übersetzung meinerseits). Wichtig wäre hier u.a., darauf zu achten, dass nur dann anzufragen, wenn der Kopf zu mir zeigt, nicht von mir weg.

Teddy hat das "Lift" nach 2 Tagen Wiederholung nun so gut umgesetzt, dass er entweder schon auf das Wortkommando, aber spätestens auf das Langstreichen am Strick den Kopf hoch nimmt und ich garnicht mehr hoch ZIEHEN muss. Die anderen werden auch besser, es dauert u.U. länger, weil ich es weniger abgefragt habe in den letzten Tagen aber eine deutliche Steigerung ist bei allen zu sehen.
Sabine
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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #33 am: 09. April 2017, 10:01:10 »
Zitat
- Name, Lift, 1 Sekunde warten, dann am Strick runterstreichen bis zum Panikhaken und mit Bone rotation dann den Kopf hochholen.

Sie meinte, das hochholen mittels Bone rotation ist weniger unangenehm als hochziehen, weil es den Kopf eher "hoch schnickt" (lose Übersetzung meinerseits). Wichtig wäre hier u.a., darauf zu achten, dass nur dann anzufragen, wenn der Kopf zu mir zeigt, nicht von mir weg

Jack hat das auch deutlich kommuniziert dass er das viel besser findet  :nick:
Alles kommt zu dem, der warten kann.
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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #34 am: 09. April 2017, 10:10:45 »
Kann man irgendwo sehen, wie diese Bone rotation funktioniert und aussieht?
LG Kim & Flöckchen & Miss Elly & Trixi

Ne discere cessa! - Höre nicht auf zu lernen!
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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #35 am: 09. April 2017, 10:26:52 »
Zitat
- Name, Lift, 1 Sekunde warten, dann am Strick runterstreichen bis zum Panikhaken und mit Bone rotation dann den Kopf hochholen.

Sie meinte, das hochholen mittels Bone rotation ist weniger unangenehm als hochziehen, weil es den Kopf eher "hoch schnickt" (lose Übersetzung meinerseits). Wichtig wäre hier u.a., darauf zu achten, dass nur dann anzufragen, wenn der Kopf zu mir zeigt, nicht von mir weg

Jack hat das auch deutlich kommuniziert dass er das viel besser findet  :nick:

Stimmt, Stricktechnik könnte ich auch probieren. Aber wir sind da ja keine Profis, und ich hab sehr oft Kappzaum oder Trense drauf. Und mein hochziehen ist einmal anzupfen - weit entfernt von "reinhängen"
Liebe Grüße!
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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #36 am: 09. April 2017, 10:37:25 »
Kann man irgendwo sehen, wie diese Bone rotation funktioniert und aussieht?

Können wir beim nächsten Treffen üben :)
Ist so zu beschreiben ziemlich schwer finde ich
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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #37 am: 10. April 2017, 07:34:23 »
Ein Video wäre dann total toll :grinwech:
LG, Steffi, Momo & die Nelly

Wir sind nicht perfekt und wollten's nie sein.
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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #38 am: 10. April 2017, 08:01:13 »
Teddy hat das "Lift" nach 2 Tagen Wiederholung nun so gut umgesetzt, dass er entweder schon auf das Wortkommando, aber spätestens auf das Langstreichen am Strick den Kopf hoch nimmt und ich garnicht mehr hoch ZIEHEN muss. Die anderen werden auch besser, es dauert u.U. länger, weil ich es weniger abgefragt habe in den letzten Tagen aber eine deutliche Steigerung ist bei allen zu sehen.

ich muss das oben gesagte nochmal korrigieren.

Beim hochholen mittels Bone rotation und Stricktechnik tritt kein hoch ziehen auf. Die Bone rotatation hebt den Kopf, dann bleibt der Strick wieder durchhängend während ich mich aufrichte. Ponykopf folgt normalerweise meiner Bewegung nach oben.

Wenn nicht, würde man die Anfrage einfach nochmal wiederholen.

Um das "Kopf sofort wieder runter ohne Signal" zu verhindern, nimmt man den Strick so kurz, dass Pony nicht mehr runter kommt und sich quasi selbst wieder hochholt, wenn es an's Strickende "stösst".
Sabine
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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #39 am: 10. April 2017, 09:26:19 »
Oh ja, ein Video der "Rotation" wäre toll.
Und Heike, beim nächsten Treffen dann live und in Farbe.  :cheese:
Für Haflinger ja gerne und oft ein Thema, dass das Gras magisch anzieht und dann einen undurchbrechbaren Bann ausspricht. (Vor ein paar Tagen hat mir Sandero beim Ziehen zum Gras volle Suppe auf den Fuß getreten, zum Glück nur ein großer blauer Fleck und sonst nix. Fands trotzdem nicht lustig  :roll:)
Viele Grüße von Anna und Sandero
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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #40 am: 10. April 2017, 09:40:09 »
Ein Video wäre dann total toll :grinwech:

:uschreib:  :bitte2:

Das wäre toll, an dem Thema basteln wir im Rahmen des Anweidens gerade auch herum.  :roll:
Viele Grüße von Christina mit Honey
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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #41 am: 10. April 2017, 12:22:04 »
Hallo,

wie passend, dass hier wieder was los ist – nun ja, das Gras wächst ja auch seit ein paar Tagen wieder …
Möglicherweise ist das auch ein neues/anderes Thema?
Ich hab nämlich eine ketzerisch-provokante Frage:
Bei einem Pferd, das nicht so lauffreudig und/oder wenig verfressen ist, dass sich das Problem „fressen oder laufen“ gar nicht stellt (bei meiner Reitponystute war und ist das z.B. so und auch bei manch anderem Pferd, das ich kenne – die naschen allenfalls mal, wenn ihnen irgendwas sozusagen ins Maul wächst) ) ist also auf Basis von (nur) positiver Verstärkung kein effektives Ausdauertraining mit dem Zielen Verbesserung/ Aufrechterhaltung der Kondition, Kalorienverbrauch und allen sonstigen Vorteilen für physische und psychische Gesundheit möglich, wenn man sich dort bewegt, wo Grünzeug in Reichweite des Rosses wächst?? Sprich, auf den Wegen, die von der Bodenbeschaffenheit her für flotte Bewegung einigermaßen geeignet sind, eher nie?
Für solche Effekte wäre das Zurücklegen längerer Strecken am Stück auch in flotteren Gangarten erforderlich – bei Mensch und Pferd.
Mit in mehr (oder eher weniger) größeren Abständen aus der Hand füttern oder Graspausen einlegen dürfte keine Verbesserung der körperlichen Fitness zu erreichen sein.
Bis auf eine Aussage „bei 24-Stunden-Weide ging`s“ ist immer nur die Rede von viel Füttern, entweder durch „Kekse“ oder regelmäßige Graspausen. Das ist ja auch nur konsequent im Sinne des Systems. Der Lohn für „nicht-Gras-fressen“ kann ja nur in Form von noch leckerem Futter erfolgen, sonst ist das Roß nicht motiviert, das Grasen (dürfte wohl eine absolut selbstbelohnende Tätigkeit sein) sein zu lassen.

Ich habe inzwischen meinen Frieden damit gemacht, dass ich mit meinen Shetti-Wallachen in diesem Bereich mit nur V+ im wahrsten Sinne des Wortes nicht weiterkommen werde. Sicher mangels entsprechender Trainerfähigkeiten, andererseits glaube ich aber irgendwie, dass auch von den Profis auf diesem Gebiet kaum einer erfolgreich mit 2 Shetlandponys joggen geht… Nebst weiterer Verbesserung des Managements werde ich stattdessen versuchen, meine Forderung nach „es wird jetzt nicht gefressen, sondern gelaufen“ für die Ponys berechenbarer und konsequenter umzusetzen. Z.B. statt zu ziehen, lieber von hinten zu treiben … Erschwerend kommt bei mir natürlich dazu, dass ich mit 2 Ponys gleichzeitig laufe. Mit Onki allein, der sehr gerne und flott läuft und auch lange nicht so verfressen ist wie Cello, wäre es wohl kaum ein Problem, Cello allein müsste ich meine 150-prozentige Aufmerksamkeit widmen. Er sieht nämlich nicht nur Grünzeug als Grund zum Anhalten und verweilen, sondern jeden Haufen (vom Pferd oder sonstwas), jede Mülltonne, jeden Wertsack zum Beschnüffeln, jedem Mensch, Hund oder was auch immer hinterherzusehen, an jeder Kreuzung interessiert in alle Richtungen zu äugen, gerne mal auch hinter meinem Rücken blitzschnell die Seite zu wechseln und sich (wie beim Spiel „zuhause“) auf Onki zu stürzen. Er ist eh zu fett und die "Kekse" spare ich mir dann wirklich lieber für`s Training auf dem Platz auf.
Dazu kommen die „unvermeidbaren“ Gründe zum Anhalten bzw. Schrittgehen: Pinkel-, Äppel und Kratzpausen, anderen Verkehrsteilnehmern ausweichen, schlechte Untergründe usw.
Wir kämen also mit „ständig füttern“ nie zu Potte bzw. zu Kilometern auf dem Tacho und zumindest die Ponys hätten am Ende der Runde dann mehr Kalorien zu sich genommen als Zuhause in derselben Zeit an der Heu/Stroh-Kiste. Ich habe weder die Zeit noch die physische Verfassung (man wird ja nicht jünger;) mit jedem einzeln mehrmals die Woche etliche Kilometer zu laufen (nicht gehen!).

Wie stellen also diejenigen, die konsequent sagen und leben „mein Pferd soll nie auf Druck reagieren müssen“ sicher, dass es dennoch zumindest ansatzweise so viel Bewegung bekommt, wie die Natur eingeplant hat? Für wild lebende Pferde so 15 – 20 Kilometer täglich, wenn ich mich recht erinnere….
Vielen Pferden stehen ja nicht einmal große, abwechslungsreiche Koppeln zur Verfügung, sondern nur Paddocks ohne nennenswerte Bewegungsanreize.
Für unsere Kombi bin ich mir sicher, dass der psychische Schaden durch Druckausübung bei dieser Gelegenheit eher gering zu veranschlagen ist, der physische bei Verzicht auf regelmäßige und anspruchsvollere Bewegung auf Dauer aber absehbar und unerfreulich (Verfettung, Stoffwechselstörungen, Rehe, EMS usw. und sofort). Davon abgesehen sind sie beide sehr freudig unterwegs, laufen auch gerne und mit guter Kondition und ich merke deutlich, wie sie „der Hafer sticht“, wenn wir auch nur 3, 4 Tage nicht loskonnten.

Wahrscheinlich muss jeder seine eigene Gewissenentscheidung treffen und danach leben – entweder ist dann „konsequent nur V+“ das höhere Gut oder aber „mein Pferd lebt wenigstens ansatzweise als Lauftier“. Beides auf einmal scheint mir bei verfressenen Pferden nur seeehr schwer vereinbar - ich schaffe es nicht.
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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #42 am: 10. April 2017, 12:57:08 »
Mit zwei Ponies ist es sehr schwer  :nick: :nick: :nick:

Ich habe das auch irgendwann aufgegeben bzw sein gelassen mit beiden zusammen zu laufen (gehen).
Derzeit haben sie kein Gras. Beim Spazierengehen wird sehr viel geclickt und gefüttert, und momentan geht es so gut wie noch nie. Jack läuft frei (mit Strick über den Hals) neben Isabell her, wenn sie auf einem Asphaltweg mit seitlichen Grasstreifen gehen. Auf Graswegen geht das (noch) nicht.
Man soll niemals nie sagen  :cheese: Früher war auch das Gehen auf Wegen mit Gras in Sichtweite ein ständiger Kampf.

Interessant ist, dass Jack, der um einiges verfressener und beharrlicher ist als Mirko, mittlerweile dahingehend viel besser erzogen ist als Mirko :pfeif: weil wir bei ihm einfach viel mehr Trainingsintensität hineingesteckt haben.

Und man muss nicht lebenslang kiloweise Futter geben während man läuft, denn es bildet sich ja eine Gewohnheit und die strecken die man gemeinsam zwischen den Clicks zurücklegt werden immer länger.  :nick:
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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #43 am: 11. April 2017, 00:23:52 »
Ich habe ja auch verfressene Robustponies, die extrem schnell ansetzen (und trotzdem ab ca. August 24h auf Weide gehen, dafür aber dann bis kurz vor Silvester draussen bleiben und so einiges an Herbstspeck schon wieder runter laufen).

Letztes Jahr im Frühjahr wäre ich da auch noch verzweifelt. Zum Herbst hin wurde das aber immer besser und dieses Jahr ist das miteinander gehen trotz spriessendem Grün nochmal ein ganzes Eck besser geworden, auch wenn ich noch keine langen Strecken aufgebaut habe im Moment aber das hochkommen/wegbleiben vom Gras ist sehr viel leichter, u.a. auch, weil ich klarer geworden bin, wann ich Fressen erlaube und wann nicht.

Die Ponies verstehen die Regeln, man kann, wie Heike schon schrieb, die Streckenlänge immer weiter ausbauen, "Fressplätze" etablieren (und die Strecken zwischen diesen Pausenpunkten werden dann ohne Fresserlaubnis zurückgelegt) und auch die Fressdauer reduzieren auf z.B. 2-3 Maulvoll, dann geht es weiter. Das würde dann auch wieder dem "Lauftier Pferd" entsprechen, denn die ziehen ja auch nicht stundenlang durch die Gegend ohne mal kurz eine Maulvoll Gras zu nehmen.

Auch Deinem Argument, dass durch das füttern keine Verbesserung der körperlichen Kondition erreicht werden kann, kann ich nicht zustimmen. Es gibt viele niedrigkalorische Futtermittel, die man als Leckerli einsetzen kann, die dem Pferd/Pony nicht schaden bzw. sogar nützlich sind (Du kannst z.B. auch das nötige Mineralfutter als Leckerli reichen). Und die Bewegung, die parallel stattfindet, sorgt ja auf alle Fälle für ein verbessertes Allgemeinbefinden.

Und warum sollen nur Graswege für schnellere Fortbewegung geeignet sein? Geschotterte Wege sind zum Traben auch für Barfußponies akzeptabel (ansonsten Hufschuhe, wenn nötig), was schon mal etwas Erleichterung/weniger Versuchung bringt.



Sabine
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Re: Die Sache mit dem Führen und dem verführerischen Gras
« Antwort #44 am: 31. Mai 2017, 13:05:49 »
Hallo,

nun muss ich doch mal schnell mein Entzücken kundtun. Leider mit unschönem Hintergrund, was aber auch zeigt, dass selbst erstmal unerfreuliche Ereignisse auch Gutes zur Folge haben können.
Ich war ja der festen Meinung, Cello wäre derjenige, der unsere Dreier-Laufrunden teilweise anstrengend macht. Während Onki eigentlich flott durchläuft, sobald er sein Pinkelzeremoniell erledigt hat, musste Cello immer mal wieder stehenbleiben (zum Glotzen, an Haufen jeglicher Art schnuppern, was fressen, gelegentlich auch mal wälzen), sich auf Onki stürzen oder nach mir oder dem Strick schnappen und an letzterem dann mit Karabiner im Maul auch stramm ziehen. Ist im Vergleich zum Anfang schon viiiel besser geworden, aber trotzdem manchmal noch anstrengend.

Nun hat sich Onki Ende letzter Woche seinen ersten Reheschub eingefangen und ist damit lauftechnisch erstmal aus dem Verkehr gezogen.
Also bin ich mit Cello allein los – soweit ich mich erinnere, das erste Mal in seinem Leben also ohne anderes Pferd … Und es läuft im wahrsten Sinne des Wortes so, wie ich mir das immer gewünscht habe (und was auch meine Anfangsfrage hier war). Er läuft wie bei der Freiarbeit neben mir, in toller Selbsthaltung am durchhängenden Strick, fast komplett ohne irgendwelches Geschnappe, Stehenbleiben oder zum Gras ziehen. Beim ersten Mal hat er noch 5,6 Mal vorsichtig gewiehert, als er merkte, dass wir nun wirklich an jeder „da treffen wir noch wen“-Stelle vorbei waren, ist ab und an stehengeblieben und hat sich suchend umgeschaut. Ab dem Punkt, wo er sicher war, dass wir nun auf dem Heimweg sind, war aber auch das vorbei.
Beim zweiten Mal gab´s 2 kurzer Quieker, ansonsten hatte ich ein souveränes, erwachsenes, sehr lauffreudiges Pony neben mir und wir sind die ca. 10 Kilometer bis auf Warmgehen und Schlussmeter fast durchgehend getrabt. C/B waren eigentlich noch nicht mal nötig! Ich habe zwar wie immer an Kreuzungen meine Prioriät-1-Übung „Vollbremsung auf Signal“ mit C/B durchgezogen, ihn an den Kreuzungen auch ein bischen rumgucken, 3,4 Mal kurz grasen und an Äppelhaufen, Müll- und Biotonnen schnuppern lassen (das sind echte Highlights!), aber weitere Belohnungen wurden nicht angefragt.
Das ist für mich jetzt wirklich eine echte Belohnung nach 2 Jahren Clickertraining. In der Freiarbeit ist er ja schon lange supermotiviert, aufmerksam, höflich und weitgehend schnappfrei.
Ich habe allerdings schon seit Wochen drauf geachtet, dass die Jungs vor dem Laufen mindestens 2 Stunden auf Weide waren, so dass auch Cello dann nicht akut vom Hungertod bedroht ist, aber ich hätte trotzdem nicht erwartet, dass Dickercken so lange und freudig traben mag.
Nur mit einem Pferd unterwegs zu sein, hat natürlich den Vorteil, dass das dann fast immer auf weichem Boden laufen kann, während bei zweien einer doch ab und an mit Schotter oder Asphalt Vorlieb nehmen muss. Mögen meine beide nicht, aber beide tolle Hufe habe und der "Murksanteil" an wegen sich in Grenzen hält, hab ich zu Hufschuhen nicht so recht Meinung. Für Onkis Hüflein was passendes zu finden, wäre wohl eh schwierig.
Cello hat derzeit ja also nun seinen Rangel-Kumpel, bei dem er sich schon ziemliche Frechheiten rausnimmt, nicht dabei und muss auch mindestens die halbe Verantwortung tragen – und tut das, wie gesagt, wirklich „erwachsen“.
Ich habe ja jetzt ein paar Wochen Zeit, das zu verfestigen, weil es ja doch dauern wird, bis Onki wieder längere Strecken traben darf und kann dann hoffentlich bei unseren zukünftigen 3-er-Läufen darauf aufbauen.

Um mit beiden Ponys einzeln zu laufen, hab ich weder die Zeit noch die orthopädischen Voraussetzungen (man wird ja nicht jünger…), aber hinsichtlich der Technik zu dritt sehe ich jetzt Optimierungsmöglichkeiten.

Ach ja, und heute kommt ein großes teures Paket von AS mit 2 neuen Fressbremsen (Queenie hat ja schon seit 3 Jahren eine) mit Kautschukeinlagen und allem Pipapo und Cello werde ich damit Pfingsten versauen (erstes Tragen hab ich doch lieber unter Aufsicht). Die XS-Ausgabe für Onki liegt dann auch parat, sogar mit der Diät-Kautschuk-Variante. Schon schade, aber Shettis sind halt wirklich für andere Futtergegebenheiten konstruiert … Da hat dann die Bewegung allein leider auch nicht gereicht. Hoffentlich kann ich dann wenigstens Cello vor der Erfahrung bewahren.

Gruß
Katja
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