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Spazieren gehen

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Re:Spazieren gehen
« Antwort #30 am: 27. Juni 2013, 22:00:15 »
Hallo Laura,

wie schön, mal wieder von Dir zu hören!
Auch wenn Du 'Rückschritte' berichtest...

So richtig eine Idee dazu habe ich so aus der Ferne auch nicht, aber meine Gedanken schreibe ich Dir gerne.

An sich würde ich erstmal Manfred und Moonrise zustimmen. Ich erinnere mich aber, dass Du damals im WzP-Forum erzählt hast, dass Du es anfangs in diesem Stall genau so gemacht hast und damit Erfolg hattest?

Wenn Dein Pferd inzwischen gut mit Nachgeben reagiert, würde ich anmerken, dass das bei solchen Pferden etwas ist, was man üben, üben, üben sollte... Irgendwann ist es ein Reflex - auch, wenn er eigentlich gerade keine Lust hat.

Du hast ja auch viel Führen geübt, nehme ich an. Vielleicht ist es nochmal einen Versuch wert, es nach der Tellington-Art mit Kette und Gerte zu üben. Das ist an sich eine Art, die über sehr leise Signale geht, aber es ist auch eine Position, in der viel Einwirkung ohne Kraftaufwand möglich ist - vorausgesetzt, man achtet wirklich sehr auf die eigene Position und ist sehr aufmerksam. Dann kann man nämlich reagieren, ehe das Pferd die Bewegung noch wirklich ausführt. Der Vorteil ist, dass Du dann mit der Bewegung der Gerte eine 'Wand' vor dem Pferd aufbauen kannst und die Kette nur unterstützend einsetzen musst oder kannst.
Nur einfach eine Führkette auflegen würde wahrscheinlich die Situation nicht groß verändern, da ist Dein Bedenken glaube ich richtig.

Gut geht auch, mit jemand zusammen das Pferd von zwei Seiten zu führen - das, was Linda die 'Brieftauben'-Position nennt. Nur braucht man dafür jemand, die das gut mit einem macht - nicht immer leicht zu finden...

Und ganz vorsichtig  ein letzter Gedanke: Vielleicht musst Du irgendwann auch mal ein 'Donnerwetter' veranstalten... So, dass bei ihm ankommt, dass  Du da bist und Ansprüche hast...

Und Ihr zieht um? Wohin denn und warum? Das ist jetzt neugierig - musst Du nicht beantworten wenn Du nicht magst!

Lieben Gruß,
Undine
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Re:Spazieren gehen
« Antwort #31 am: 01. Juli 2013, 14:08:14 »
Hallo Leute!

Erst mal danke für eure Antworten!

Grundsätzlich gehe ich mit euch mit und habe das bisher auch so gehandhabt: unsere Beziehung soll auf Freiwilligkeit und Mitspracherecht von beiden Seiten basieren. Das hat bisher (ich hab mein Pferd jetzt seit 4 Jahren) problemlos geklappt. Er kam zu 98% freiwillig ohne Strick und Halfter mit und wenn er nicht wollte, hatte er einen guten Grund, den ich dann auch akzeptiert habe und ihn an solchen Tagen in Ruhe gelassen habe.
Mittlerweile hat das aber leider einen Punkt erreicht, an dem einer von uns beiden kein Mitspracherecht mehr hat und das bin ich und ich finde, gleiches Recht für alle, weil sonst ist das keine gleichberechtigte Partnerschaft mehr.
Ich weiß, dass es für mein Pferd gerade nicht einfach ist. Er ist 5, steckt mitten in der Pubertät und scheint es irgendwie an die Spitze unserer recht großen Herde geschafft zu haben und ist damit aber eher überfordert. Mir kommt vor, er schwankt zwischen Größenwahn und Stress. Und trotz allem Verständnis für seine Situation finde ich, es gibt ein paar weniger Punkte, die klappen müssen und zwar auch dann, wenn Pferd Stress hat. Einer dieser Punkte ist von A nach B führen.
Zu meiner Sicherheit, aber auch zu seiner Sicherheit. So trau ich mich derzeit nicht, einen dringend nötigen Zahnarzttermin auszumachen, weil ich nicht weiß, ob ich mein Pferd an diesem Tag zum Stall bringen kann (und auf der Weide geht das nunmal nicht).
Wir ziehen außerdem in wenigen Wochen um, auch zu SEINER Sicherheit! Aber derzeit weiß ich nicht, wie ich mein Pferd auch nur zum Hänger hin bringen soll... Und aus dem Grund raus, kann ich jetzt auch nicht her gehen und sagen, ich lass ihn einfach mal ein paar Wochen in Ruhe.
Leider versagt derzeit auch jede positive Verstärkung. Er war noch nie besonders verfressen und derzeit sind Leckerlis völlig uninteressant. Als Jackpot war "juckende Stellen kratzen" angesagt, aber an manchen Tagen interessiert ihn nicht mal das.

Ich denke, wir haben einen Punkt erreicht, an dem ich sehr klar auch mal Grenzen setzen muss. Ich denke nicht, dass ich ihn damit zu einem unterbutterten Pferd mache  ;) . Aber ich wär an unserem Dialog ganz gerne auch beteiligt und das bin cih derzeit nicht.


@undine:
an tellington hab ich schon gedacht. hatte auch bereits kontakt mit einer tellington-trainerin (leider die einzige weit und breit), aber die hat abgesagt. sie hat keine zeit und wir sind ihr auch zu weit weg. alleine anhand des buches seh ich mich da nicht recht raus. das buch finde ich total verwirrend...

wir ziehen um, ja leider. die fütterungssituation hat sich drastisch verschlechtert. das heu war im winter die halbe zweit schimmlig und jetzt ist es so, dass die Pferde auf total kurzem gras stehen und kein heu etc. dazu bekommen. außerdem hatten wir in diesem stall dauernd wechsel in der herde, ständig veränderte sich irgendwas und mein Pferd hat jedesmal wieder Wochen gebraucht um sich damit zurecht zu finden. dummerweise hat es sich durch die wechsel auch so ergeben, dass alle jungen Wallache weg sind und er nur mehr ältere Pferde um sich hat und davon hauptsächlich stuten. er hat niemanden mehr zum spielen und auch niemanden mehr, der ihn mal in seine schranken weist. und ja, so hab ich mich nach 2 jahren schweren herzens entschlossen, dass es zeit für einen stallwechsel ist. (das ist die kurzversion der geschichte  ;) )
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Re:Spazieren gehen
« Antwort #32 am: 01. Juli 2013, 14:26:19 »
Ich kann nicht wirklich mit sinnvollen Tipps aufwarten, aber da das Führen bei uns ja auch so ein ewiges von Rückschritten geplagtes Thema ist mal einen Durchhalte-Keks rüberschieben  :keks:

Für den Umzug drück ich alle Daumen. Ich würd versuchen das so zu managen, dass der Hänger so nah dran wie irgendwie möglich steht, so dass ihr keine riesige Strecke dahin zurücklegen müsst. Dann Helfer die dich seelisch unterstützen und nicht unter Druck setzen(!) idealerweise mit ein wenig Verladeerfahrung. Und wenn kein zuverlässiges Verladetraining möglich ist vorher auch nicht selbst mit dem Anspruch unter Druck setzen, alles an der Nummer 100% clickerkonform erledigen zu wollen. Bei unserem letzten Umzug war das verladen sicherlich eine Kombi aus Locken, positiver Verstärkung, negativer Verstärkung, Strafe... aber es gab keine andere Option (und ich konnte sie zu der Zeit keine 100m weit führen außer frei auf dem Paddock).

Ansonsten ist rein von der Technik die Kurland-Stricktechnik sehr wirkungsvoll, und war für mich und meine Stute schon mehrfach der Notanker wenn die Situation komplett zu entgleiten droht, vielleicht gibt es bei dir im Umkreis irgendwen der das kann und mal zu euch vorbei kommen könnte? Mit Tellington sind wir nicht so weit gekommen, weils mich im "Fall des Falles" doch immer im Stich gelassen hat, mangels Können in der Umsetzung.

Wie gesagt, fühl dich hauptsächlich gedrückt von einer weiteren Leidgeplagten, die jetzt wieder wie jedes Jahr aufs neue den Weg von Weide zum Stall und zurück nur mit gutem Management hinbekommt (ausgewählte Begleitpferde, am Stall muss ein Pferd da bleiben etc. etc. etc.)  :trost1:
LG Tine
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Re:Spazieren gehen
« Antwort #33 am: 01. Juli 2013, 14:49:25 »
Euch mal innere Ruhe und Zuversicht rüber reich. :keks: :keks:
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Re:Spazieren gehen
« Antwort #34 am: 01. Juli 2013, 20:55:11 »
Danke ihr zwei für den Zuspruch.
Wir sind schon ganz viel Hänger gefahren, waren auch schon auf Kurs und sind schon öfter umgezogen. Das lief immer völlig unkompliziert. Deswegen hab ich mir bis vor kurzem da noch gar keine Gedanken gemacht, aber schön langsam werd ich nervös  :-\ .

Deine Tipps für den Umzug, Noothe, hab ich alle auch schon bedacht und werde versuchen, die umzusetzen.

Über die Kurland-Stricktechnik hab ich schon viel gehört/gelesen. Ich hab auch schon unter den österreichischen Clickerern rum gefragt, aber ich bin so weit weg vom Schuß... Hier gibt's praktisch weit und breit niemanden, der clickert. Vielleicht mal so nebenbei für Zirkuslektionen oder so, aber nicht ernsthaft. Ich schätze, die meisten haben von A. Kurland noch nie gehört...

Verfahrene Situation gerade  :gaa:
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Re:Spazieren gehen
« Antwort #35 am: 01. Juli 2013, 22:18:46 »
Ach, das klingt so, dass ich Dich gerad auch noch ein bißchen trösten mag...
Du hast doch bisher alles mit ihm so gut geschafft und immer irgendwie hingekriegt, da wirst Du bestimmt auch die jetzige Situation gelöst kriegen!
Die Stallsituation klingt dann auch so, dass ich mir schon vorstellen kann, dass sie für Dein Pferd sehr stressig ist und es wahrscheinlich auch wieder besser wird, wenn er da herauskommt. Aber ansonsten hast Du völlig recht - es gibt Dinge, die klappen müssen, und Gespräch ist immer gegenseitig!

Schade, dass Du so weit weg bist, sonst würd' ich Dich mal besuchen und schauen, ob ich helfen könnte!
Aber, wie gesagt, Du schaffst auch das!

Lieben Gruß,
Undine
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Re:Spazieren gehen
« Antwort #36 am: 01. Juli 2013, 23:31:47 »
Ach du, das wird bestimmt klappen :schulter: Wegen der Stricktechnik hat ja vielleicht hier wer Videos? Ansonsten kann ich mal versuchen ein paar einfache Beispiele zu filmen.

Nutz die verbleibende Zeit einfach um Sachen zu machen an denen ihr beide Spaß habt, gute Laune und Vertrauensarbeit festigt ja auch wieder indirekt das Führen :hug: Und üb dich nicht tot dran.

LG Tine
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Re:Spazieren gehen
« Antwort #37 am: 02. Juli 2013, 07:39:37 »

 Und üb dich nicht tot dran.


 :uschreib:

Weniger ist oftmals mehr. :nick:

Und ganz wichtig finde ich, immer genau dann aufzuhören, wenn etwas gerade sehr gut gelaufen ist. :P

Also nicht zu viel machen und einen positiven Abschluss finden. 8)

« Letzte Änderung: 02. Juli 2013, 07:42:19 von Mannimen »
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Re:Spazieren gehen
« Antwort #38 am: 02. Juli 2013, 10:40:26 »
Naja, das ist leider beim Führen nicht immer so umzusetzen  ;) Kann Chance ja auch nicht 300m vor der Weide loslassen, weil sie bis dahin nett mitgelaufen ist  :P
LG Tine
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Re:Spazieren gehen
« Antwort #39 am: 02. Juli 2013, 11:42:39 »
Hallo Laura,

gucke mal, hier wird ganz viel zur Stricktechnik geschrieben:

http://knopflochblume.jimdo.com/mein-weg-mit-pferden/kurland-s-stricktechniken/

Das ist zwar ein anderer Zusammenhang, aber von der Erklärung her super!  :nick:
Ich konnte mir darunter bisher auch nicht wirklich was vorstellen, hatte nur eine vage Idee. Selbst brauche ich bei solchen Dingen auch eher eine persönliche Anleitung. Aber diese Seite hat mich in einigen Hinsichten "erleuchtet"  :cheer:

LG von Ellen  :cheese:

“In the middle of difficulty lies opportunity”
― Albert Einstein
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Re:Spazieren gehen
« Antwort #40 am: 02. Juli 2013, 11:54:00 »
Naja, das ist leider beim Führen nicht immer so umzusetzen  ;) Kann Chance ja auch nicht 300m vor der Weide loslassen, weil sie bis dahin nett mitgelaufen ist  :P

Wohl wahr aber an dieser Stelle könntest Du ja evtl. eine kleine Pause mit grasen einlegen z. B. :cheer:
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Re:Spazieren gehen
« Antwort #41 am: 02. Juli 2013, 12:09:53 »
Ob das den Golfplatzbesitzern gefällt?  :cheese:

Sorry fürs OT, wollte nur aufzeigen dass das in der Theorie natürlich schön ist, aber einfach nicht immer machbar.
LG Tine
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Re:Spazieren gehen
« Antwort #42 am: 02. Juli 2013, 12:43:28 »
Wir waren da auch praktisch schon grasen. :tuete:
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Re:Spazieren gehen
« Antwort #43 am: 02. Juli 2013, 12:54:42 »
Ach, das klingt so, dass ich Dich gerad auch noch ein bißchen trösten mag...
Du hast doch bisher alles mit ihm so gut geschafft und immer irgendwie hingekriegt, da wirst Du bestimmt auch die jetzige Situation gelöst kriegen!
Die Stallsituation klingt dann auch so, dass ich mir schon vorstellen kann, dass sie für Dein Pferd sehr stressig ist und es wahrscheinlich auch wieder besser wird, wenn er da herauskommt. Aber ansonsten hast Du völlig recht - es gibt Dinge, die klappen müssen, und Gespräch ist immer gegenseitig!

Schade, dass Du so weit weg bist, sonst würd' ich Dich mal besuchen und schauen, ob ich helfen könnte!
Aber, wie gesagt, Du schaffst auch das!

Lieben Gruß,
Undine
Lieb von dir :hug: Aber eben, wir sind immer für alles zu weit weg...  :sad:
Wobei, wenn es cih irgendwie ausgeht, wird uns Heike wohl mal besuchen kommen und uns in das Geheimnis der Stricktechnik einweihen :dops:  :cheese:
Allerdings dauert das noch - sind halt auch über 400 km. Das Umziehen müssen wir vorher selber irgendwie regeln.


@Ellen:
danke! das erhellt mich wirklich  :janick:
wobei es so ist, wie ich schon vermutet hab, ohne Anleitung ist das unglaublich schwierig praktisch umzusetzen, weil mir wahrscheinlich die hälfte der Signale entgeht.


um einen positiven abschluß und pausen bemühe ich mich immer. solange es nur um mich geht, ist das ja auch alles kein Problem. ich muss mein Pferd zum glück auch nicht auf die weide führen oder so, von daher fällt vieles weg.
wenn der drohende umzug nicht wär, würd ich das vermutlich auch viel gelassener sehen und ihn einfach mal in ruhe lassen. so muss ich gestehen hab ich doch etwas muffensausen :angst:
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Mannimen
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Re:Spazieren gehen
« Antwort #44 am: 02. Juli 2013, 13:21:39 »
so muss ich gestehen hab ich doch etwas muffensausen :angst:

Genau das ist in dieser Sache nicht förderlich, denn es bestätigt dem Pferd, dass hier etwas nicht in Ordnung ist. Das ist die höchste Kunst, genau dieses Gefühl dem Tier nicht zu vermitteln. Vielmehr sollte es völlig normal sein, da entlang zu gehen und wenn es etwas gibt, was Unsicherheit hervor bringt, dann gilt es sich das genauer anzusehen und sich davon zu überzeugen, dass es keinen Grund dafür gibt. Im Umgang mit Fluchttieren dürfte dies wohl die Königsdisziplin sein. Und die fängt nicht beim Pferd an, sondern bei dem der es führt. ;)
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