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Frust am Strick

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Frust am Strick
« am: 19. April 2011, 12:15:01 »
So, da ich mit dem Thema gerade nicht wirklich weiter komme, hoffe ich auf ein paar Ideen von euch  :cheese:

Ausgangssituation: Chance lässt sich auf dem kurzen Stück zwischen Paddock und Stall inzwischen von allen bekannten Menschen am lockeren Strick führen, auf- und abhalftern. Außer am Tag vorher war der Tierarzt da, dann kann es sein dass sie sich nicht anfassen lassen will, und bei allen außer mir und den Stallbesitzern am Strick vollkommen durchdreht.

Alle 2 Wochen haben wir Unterricht nach Tellington, wo sie lernen soll am lockeren Strick zu laufen und selbst ausbalanciert anzualten, auf ein Zeichen mit der Gerte vor der Nase bzw. Brust. Sie hat einen wahnsinnigen Bewegungsdrang und schiebt sich beim Anhalten auch oft selbst auf die Vorhand und damit weiter vorwärts. In den kurzen Übungseinheiten mit der Trainerin (30min, davon die Hälfte stehen, abstreichen, rumblödeln, entspannen) kann sie sich da auch schon ganz gut drauf konzentrieren (solange wir auf dem eingezäunten Platz bleiben).

In der Freiarbeit folgt sie mir super aufmerksam auf Handtarget, in 80% der Fälle hält sie auch an wenn ich das Richtung Brust bewege, auch Handwechsel sind möglich. Das haben wir allerdings bisher nur im Roundpen ausprobiert, da auf dem Reitplatz meist zuviel los ist, und die anderen das dann nicht so gerne haben, wenn ein Jungspund zwischen ihren Beinen hindurchwuselt.

Nun zum eigentlichen Problem -> sobald ich Chance am Strick habe funktioniert alles was frei geht kaum noch, sie hört mir nicht zu, ich kann ihr nicht zuhören, sie rennt vor, zieht mich mit, rempelt mich um, ich komm ins Ziehen und wir gehen uns beide furchtbar auf die Nerven. Nicht selten endet es dann darin, dass sie sich aus Frust erstmal hinschmeißt (wie ein trotziges Kleinkind, hilft ihr wohl beim Stressabbau) und wir schon für die 30m über den Reitplatz mal locker ne halbe Stunde brauchen.

Auf beiden Seiten hat sich da inzwischen soviel Frust angesammelt, dass ich das Gefühl habe, das Führen wird von mal zu mal schlechter. Selbst von Fremden lässt sie sich inzwischen besser führen als von mir (obwohl, jetzt mit dem verlockenden Gras würde vermutlich eh jeder ausgeblendet, das kommt noch dazu).

Auch das Kopf-Tief, was bisher immer als Entspannungsübung funktioniert hat ist momentan so, dass sie zwar so lange den Kopf tief hält, bis der Click kommt, dann aber das Leckerli nicht nimmt, sondern sich selbst durch Loslaufen belohnt  :grinwech: (Ihre Tobepartner auf dem Paddock hat sie, aber selbst die sind glaube ich von ihrem Bewegungsdrang genervt  :roll:)

Da ich sie ja erstmal führen MUSS, um irgendwo hin zu kommen, wo wir was zusammen machen können (und wenns nur Blödelkram ist), ist das gerade wirklich ein Teufelskreis, und ich stecke momentan in einem Ideentief. Dazu kommt, dass es in 3 Wochen zur Sommerweide geht (ca. 30min Fußmarsch mit der kompletten Herde), wo ich das gerne zumindest ein bisschen im Griff hätte bzw. haben muss  :( Im Training klappt das ja immer ganz gut, aber schon meine Hausaufgaben mit ihr kann ich kaum bis garnicht machen...

Also, was kann ich machen, damit wir beide Spaß wieder Spaß am Führen bekommen, welche Übungen mit Halfter und Strick gibt es die sinnvoll sein könnten (gerne auch auf dem Paddock), und wie komme ich aus diesem 'Wut'-Kreis wieder heraus? Links zu ähnlichen Themen nehme ich auch gerne, aber hier gibt es soooo viele zu lesen, dass ich noch nicht das richtige gefunden habe... Wer hat sowas selbst schon durch, und wie seid ihr damit umgegangen?

 :danke2: im Voraus  :keks:
LG Tine
Krümeline, Winzi & Mucki

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Re:Frust am Strick
« Antwort #1 am: 20. April 2011, 06:29:34 »
Hi,

wenn ich es richtig verstehe, sind deine Signale am Strick anders/deutlicher/heftiger? (Zeichen mit Gerte auf Nase/Brust).

Hast du schonmal geübt, beim Führen am Strick genauso zu arbeiten wie ohne Strick, also selbe Signale, Strick hältst du möglichst nur in der Hand, eben damit er nicht am Boden nachschleift ;)?

Oft funktioniert es durch die andere Körpersprache nicht, und wenn der Trainer, der die anderen Signale mit einem übt, nicht dabei ist, kommt es leicht zu Verspannungen bei Mensch (weil man nicht denkt, daß man irgendwas anders macht als im Unterricht, und trotzdem klappt es nicht) und dadurch zu Frust beim Pferd.

Viele Grüße

Carola
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Mannimen
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Re:Frust am Strick
« Antwort #2 am: 20. April 2011, 07:00:08 »
Guten Morgen

Bei mir haben die Pferde schnell rausgefunden, dass sie mehr dürfen als bei anderen Menschen, die mit ihnen umgehen und davon machen sie natürlich dann auch regen Gebrauch. Also muss ich mir die Aufmerksamkeit immer wieder zurückholen, sobald sie mal verloren geht. Das gelingt mir, indem ich die Gangarten und das Tempo variiere. Wenn das Pferd also zu langsam wird oder gar wegschaut, erhöhe ich das Tempo oder wähle eine andere Gangart oder sogar eine andere Richtung. Wird das Tier zu schnell, gehe ich langsamer bzw. eine Gangart zurück oder gar zurück. Um die Konzentration zu erhöhen, verkürze ich auch die Intervalle. Schritt an und Halt, Schritt an und Halt, Trab und Schritt, Tritte verlängern und verkürzen, Abwenden nach links und nach rechts, etc. Allerdings muss man dabei sehr aufpassen, wie lange das Tier sich überhaupt darauf konzentrieren kann. In der Rregel sind dies nur wenige Minuten und sollte daher auch nicht übertrieben werden. Danach muss unbedingt eine Pause, z. B. mit Grasen folgen, wo sich das Tier wieder entspannen kann, denn sonst geht das Ganze nach hinten los und eskaliert (Tier dreht durch und rennt davon).

Viel Erfolg
Manfred

« Letzte Änderung: 20. April 2011, 07:03:22 von Mannimen »
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Re:Frust am Strick
« Antwort #3 am: 20. April 2011, 08:01:59 »
@SCVet: Ich versuche eigentlich am Strick und frei gleich zu arbeiten, was aber nicht immer so leicht ist (vor allem bin ich frei ja nur auf dem Paddock oder im Roundpen, wo die Situation dass sie mir davonrennt eigentlich garnicht passieren kann  :juck:)

Die Gerte nehme ich vor allem als optisches Hilfsmittel, weil sie mir am Strick partout zu weit nach vorne läuft, und ich da mit der Hand kein Signal mehr vorne geben kann. Also eigentlich nur begleitend vor die Nase halten wie einen Targetstick, damit links-rechts anzeigen und eben auf leichtes auf und ab schwenken bzw. Richtung Brust gehen anhalten. Aber auch das hilft leider nicht mehr viel, wenn Chance mich eigentlich schon ausblendet...

Aber du hast Recht, wenn die Trainerin dabei ist geht es immer soooo einfach. Wobei das auch nur auf dem Platz und auf der bekannten Strecke zum Stall...  :stampf:

@Mannimen: Das mit dem langsamer gehen wenn sie schneller wird habe ich auch probiert, da sie mir aber nicht zuhört gerate ich so nur auf Kruppenposition und werde spätestens am nächsten Zaunpfahl abgestreift. Die wenigen Minuten Konzentration sind leider auf dem Weg vom Paddock zum Reitplatz schon aufgebraucht :drama:

Fazit:

Ich hab ja gestern hier schon gestöbert, und angefangen explizit mit einem Küsschen-Geräusch ihre Aufmerksamkeit zu fordern. Mir ist aufgefallen, dass ich sie auch auf dem Paddock nicht rufen kann, weil wir dafür kein wirkliches Kommando haben, sie kommt erst wenn sie mich sieht. Habe dann beim Grasen geclickt, wenn sie auf das Geräusch mit einem Ohr in meine Richtung reagiert hat, und nach einer Weile kam sie mir gleich viel aufmerksamer vor.

Außerdem habe ich noch konsequenter aufgepasst, dass sie wirklich mit dem Kopf neben mir bleibt, nicht 5cm zu weit vor, nicht 5cm zu weit zurück, keine Seitenwechsel hinter meinem Rücken, und immer geclickt wenn sie genau in diesem kleinen Bereich war  :click:

Und ich werde wohl die zurückzulegenden Strecken nochmal deutlich eingrenzen, und dafür auf die Qualität beim Führen achten, in der Hoffnung dass das mehr bringt als längere Strecken, auf denen wir uns streiten :umfall:

Alles in allem glaube ich, dass wir beide mit dem Strick irgendwie unter Druck stehen, weil frei könnte jeder dem anderen sofort ausweichen -> muss es aber nicht. Mit Strick muss man irgendwie beieinander bleiben, ich glaube das lässt mich per se schon angespannt werden :drama:
LG Tine
Krümeline, Winzi & Mucki

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Re:Frust am Strick
« Antwort #4 am: 20. April 2011, 09:30:29 »
Wie wäre es denn, wenn Du in nächster Zeit erstmal nur auf dem Paddock das Führen übst? Kannst Du es für ein paar Tage vermeiden, sie "echt" führen zu müssen (auf die Koppel über abgesperrte Strecken, auf denen Du sie einfach "treiben" kannst, oder so?)? Dann würde ich ein paar Tage lang vermehrt Führtraining im Paddock machen.

Noch eine Frage: wenn Du frei mit ihr arbeitest, hat sie dann das Halfter an, oder ist sie ganz nackig? Falls sie kein Halfter anhat, würde ich erstmal das freie Führen, aber mit Halfter drauf, üben. Und im nächsten Schritt hängt dann ein Strick mit dran, aber eben so, wie Steffi geschrieben hat, dass er halt dran hängt und Du das Ende in der Hand hälst und sonst nichts weiter.

Verwendest Du die Gerte auch beim freien Führen? Falls nein, würde ich sie auch beim Führen am Strick weglassen, zumindest beim Üben auf dem Paddock. Selbst, wenn Du sie nur sehr vorsichtig einsetzt könnte es Chance einfach nerven, dass sie da immer wieder was vor ihrer Nase hat. Deshalb würde ich den Faktor erstmal weg lassen. Beim Üben auf dem Paddock könntest Du den Strick auch so durch den Halfterring fädeln, dass er sich lösen kann, wenn Chance vorläuft, Du aber einfach stehen bleibst. Dabei passiert dann ja nichts, ausser, dass Chance sich keinen Click verdient bzw. keine Clicks mehr verdienen kann, bis sie wieder bei Dir ist, der Strick wieder dran und ihr zusammen weiter üben könnt.

Wenn Du dann ohne Gerte und auf dem Paddock da bist, wo Du hinwillst, könntest Du entweder die Gerte wieder einführen, dann aber darauf achten, dass sie absolut entspannt bleibt und gegebenenfalls (falls die Gerte ihr irgendwie Stress macht) viel, viel, viel clicken und belohnen. Oder Du gehst ohne Gerte langsam "nach draussen", d.h. nur wenige Schritte aus dem Paddock raus und übst direkt vor dem Paddock mit ihr (dann wieder mit festgemachtem Strick, nicht nur durchgefädelt, aber der Schritt sollte ja vorher eh schon im Paddock gekommen sein). Wenn das gut klappt, dann wieder weiter weg, bis Du sie irgendwann "überall" gut und ruhig führen kannst.

Es ist halt die Frage, inwieweit sich das organisatorisch machen lässt. Ansonsten würde ich aber dieses Programm trotzdem so durchführen, auch, wenn Du sie nebenher "normal" führen musst. Dann vielleicht versuchen, den Kontext zu ändern, indem Du immer eine bestimmte Jacke anhast, wenn Du sie "richtig" führst, oder ein anderes Halfter/Strick dafür verwendest oder so. Wenn das Führen dann irgendwann gut genug geübt ist, lässt Du die "böse" Jacke/Halfter/Strick weg.
Viele Grüße,
Esther
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Re:Frust am Strick
« Antwort #5 am: 20. April 2011, 09:40:12 »
gegen das vorauslaufen hilft, die hände vor der brust festzustellen, um damit nicht unwillkürlich am strick zu ruckeln und einfach zu gehen. wird das pferd zu schnell oder überholt, wendet man ab/dreht um. klingt sehr simpel, ist aber effektiv. wichtig ist, dass das rennen nicht belohnt wird a la ich renne, also komme ich schneller dorthin, wo ich hin möchte. ist anfangs ein bisschen ein gefudel und nervig - wenn man`s konsequent durchzieht, ist es äußerst wirksam.

kennst du die tai chi wall/stricktechnik von a. kurland? da gibt`s eine dvd dazu, sehr zu empfehlen:
http://theclickercenter.com/2004/store/TaiChiRopeHandlingExercises.htm

ansonsten würde ich das führen möglichst positiv besetzen. bis jetzt ist es eine nervübung. man kann als belohnung für einen schritt ruhiges mitgehen zb. einen futterbeutel werfen, den bringen und raus fressen lassen. natürlich so werfen, dass das pferd nicht in den strick rennt, also kurze distanzen, ggf. longe dran machen/längeren strick.
auch so kann man viele spannende dinge am strick bzw. als führübung machen - sei das boden-, koordinationsarbeit über planen, stangen, labyrinth, plastikflaschen, das führen auf ein podest, matte, durch einen planentunnel oder kleine tricks am strick.

auch mal damit belohnen, was gerade gefragt ist. wenn das laufen ist, ist das auch okay - kann man mit c/b verbinden, muss man nicht. das pferd bestimmt, was belohnend wirkt, nicht der trainer.
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Re:Frust am Strick
« Antwort #6 am: 20. April 2011, 09:40:57 »
Huhu Tine,

bei meinen Vorschreiberinnen unterschreib!

ein weiterer Vorschlag wäre, dass du zB das Handtarget übers CT wirklich sehr sehr gut aufbaust - du kannst sie mit einem Target richtiggehend führen! Das kannst eigentlich von Anfang an sowohl mit als auch ohne Strick üben. Und fange wirklich Kleinschrittig an! So dass sie anfangs nicht mal einen Schritt machen muss um deine Hand berühren zu können. Immer erst, wenn das Kriterium mind. 10 x ohne Zögern ihrerseits klappt, erhöhst du deine Ansprüche/anforderungen einen klein wenig.
Vielleicht musst du außerdem darauf achten, dass für die Führübungen deine Futterbelohung was ist, was sie wirklich extratoll findet! Grad mit dem im Moment sprießenden Gras! Dem sollte man schon was möglichst genausotolles entgegensetzen solange das grad ein akutes "DIsskussions"Thema ist.

Eine weiteres Übungselement, dass ihr Verständnis fürs Geführt werden vergrößern würde, wäre wenn du dich mit Strick am Halfter neben sie stellst und den allerleisesten Zug aufbaust der dir möglich ist und abwartest! So lange bis sie nachgibt, dann C/B. Das Nahgeben ist anfangs nur eine Minibewegung mit dem Kopf oder so! Also eher noch kein Schritt! Das kannst du in alle Richtungen üben, so lange bis sie so leicht und motiviert auf "zug" reagiert, dass sie schon von selbst einen Schritt losrollt, zuer Seite geht oder rückwärts geht.

Ach und man kann sowas wie "an lockerer leine laufen" clicken ;-) Also nur einen Schritt machen, schauen, ob sie neben dir bleibt, C/B, und im stehen bzw. mit einem Schritt rückwärts fürs Pferd füttern. zwei schritte machen ...drei schritte.... vier....

Du Kurlandtechniken sind auch seeeehr empfehlenswert!

Du und wegen des Koppelaufmarschs: Überlege mal ob es für euch alle nicht angenehmer wäre, wenn du nicht mit dem ganzen Pulk aufgeregter (juhu Koppel) Pferde zusammen 30 Minuten an der Straße (?) laufen musst? Vielleicht macht es Sinn vorher oder nachher alleine mit ihr hinzulaufen? Oder sie mit dem Hänger zu bringen? Oder ist sie in Gesellschaft von anderen Pferden eher ruhiger als alleine?
Müssen die PFerde den Weg dann jeden Tag zurücklegen?

« Letzte Änderung: 20. April 2011, 09:44:25 von Arconowitsch »
Liebe Grüße,
Franzi

Wenn ich feststelle, dass ich etwas nicht weiß... ist das eine prima Gelegenheit, um etwas Neues dazuzulernen!
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Re:Frust am Strick
« Antwort #7 am: 20. April 2011, 10:11:51 »
@eboja: Das mit dem Führen auf dem Paddock ist eine gute Idee, wird aber nur beschränkt machbar sein. Auf dem Paddock stehen ~15Pferde (von 7-17Uhr), die sich einem gerne als Pulk an die Fersen heften  :roll: Leider muss man auf allen anderen Führwegen zwischen zwei Stromzäunen hindurch (Abstand max 3m), da ist auch Kreiseln als Ausweichlösung nur bedingt geeignet. Zum Reitplatz kommt man allerdings über ca. 15m Wiese hinterm Roundpen, das geht gerade so...

Das mit dem anderen Halfter+Strick werd ich mal probieren, und das dann vielleicht auch konsequent im Unterricht benutzen. Bei der Freiarbeit ist es eigentlich egal ob sie ein Halfter aufhat oder nicht glaub ich. Das machen wir wenn eh nur im Roundpen, und da kann ich ja durch abkürzen immer vor ihr bleiben im schlimmsten Fall... Vielleicht ist da der Knackpunkt, sie kann geradeaus nicht in meinem Tempo laufen?

Die Gerte trägt sie mir gerne hinterher oder kaut drauf rum, aber vielleicht nerve ich sie mit dem ganzen Gewedel ja wirklich.... Benutzen soll ich sie eigentlich immer, gerade um eine Möglichkeit zu haben, eben nicht ins Ziehen am Strick zu kommen  :pfeif:

@cinnamon: Das mit dem Kreiseln funktioniert wenn wir Platz haben 2-3x, dann wird sie nur wahnsinnig genervt und fängt an mit dem Kopf zu schlagen und sich ins Halfter zu werfen. Besser im großen Bogen immer wieder da hin wo ich hin will, das funktioniert allerdings zwischen den schon erwähnten Stromzäunen eher schlecht  :-X

Da ich mir das meiste Clickern selbst erarbeitet habe kenne ich bisher nichts von A.Kurland, da muss ich mich bei Gelegenheit erstmal einlesen...

@Arconowitsch: Die Handtarget-Idee gefällt mir bisher am besten, damit arbeiten wir eh (aber bisher eher zum Rufen, Kopf-Positionieren, etc.) Das mit der Futterbelohnung ist ein wichtiges Argument, mir ist gestern aufgefallen, dass sie beim Grasen die normalen Pellets einfach ignoriert bzw. wieder aus dem Mund fallen lässt... Werde wohl mal in große, knusprige Leckerli investieren  :cheese:

Gibts zu dem Druck am Strick vielleicht ein kurzes Video oder so? Aber ich glaube ich weiß was du meinst, das könnte ich ja auch im Roundpen üben...

Mit dem Koppelaufmarsch: Ich kann auf keinen Fall nach den anderen gehen, dann ist sie schon per se gestresst. Sie ist im November erst in die Herde gekommen, und wir beginnen gerade erst ganz langsam, kurze Übungen außerhalb des direkten Sichtkontakts zu machen. Evtl. könnte ich mit einer Bekannten und ihrem Pferd schon eine halbe Stunde eher losgehen... Einen Hänger und Auto müsste ich mieten, und darf ich selber nicht fahren, das ist ein wenig viel Aufwand. Man muss 2x über eine Straße, der Rest geht außen am Dorf vorbei. Die Pferde werden dort aber nur hingebracht und im Herbst wieder zurück, ich muss den Weg nur laufen, falls ich mit ihr aus irgendeinem Grund zum Stall zurück wollte.

Ab nächste Woche kann ich sie täglich zum Anweiden auf eine kleine Koppel gegenüber vom Hof bringen, da muss ich nur über die (wenig befahrene) Straße. Den kleinen Weg sollten wir aber schon ohne Streiten hinbekommen  :wohoo:
LG Tine
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Re:Frust am Strick
« Antwort #8 am: 20. April 2011, 10:18:40 »
beim führen/abwenden kommt es fast immer zur erstverschlimmerung *ichwilldaaberhindasgingdochbisherimmer*
wenn man da mal durch ist, wird`s sofort besser. kopfschlagen würde ich in kauf nehmen, gefährlichere attacken a la steigen, beißen, treten nicht.
sehr wichtig ist da das timing - in der sekunde, wo der strick locker ist und die auferksamkeit bei dir sofort belohnen, erneutes gehen in die gewünschte richtung.
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Re:Frust am Strick
« Antwort #9 am: 20. April 2011, 10:21:10 »
Huhu Tine,

da fällt mir grad ein!! Ich bin im Juni ja ein paar Tage in Berlin!! (wahrschienlich 14.-18.06. mit geschäftlichen und privaten Terminen;-)
Wenn du magst, könnten wir uns vielleicht treffen und ich zeige dir die Stricktechniken und anderes?
Wo bist du denn in Berlin? Ich bin dann halt ohne Auto da.
Liebe Grüße,
Franzi

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Re:Frust am Strick
« Antwort #10 am: 20. April 2011, 10:34:21 »
Oh das wäre schön  :dops:

Ich bin ja doch irgendwie immer ein wenig allein mit meiner Clickerei (auch wenn andere langsam anfangen), aber jemanden der mir wirklich helfen kann hab ich hier nicht  :'(

Mein Pferd steht in Bötzow (das ist nordwestlich von Berlin), ich selber wohne in Spandau, bin aber eh mit Auto unterwegs und könnte dich irgendwo einsammeln  :bittebitte:

@cinnamon:
Die Erstverschlimmerung hat sich bei uns glaub ich bereits in generellen Frust umgewandelt, aber vielleicht löst sich das ja auch bald alles in Wohlgefallen auf  :aufgeb:
LG Tine
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Re:Frust am Strick
« Antwort #11 am: 20. April 2011, 13:39:06 »
Oh, das wäre ja klasse, wenn das mit dem Treffen mit Franzi klappt!  :gogo:

Ich lese hier nämlich raus, dass es vermutlich nur an ein paar kleinen "Ecken" hapert, die man über das Internet aber nur schlecht identifizieren und korrigieren kann. Oft hängt es an "Kleinigkeiten", etwas verspätete/verfrühte Clicks, zu seltene Belohnung, verpasste Möglichkeiten, geringen Ungenauigkeiten in der Körpersprache u.ä. Wenn da jemand mal drauf gucken kann und direkt im Moment sagen "stopp, etwas anders", oder "haargenau so!", dann hilft das immens weiter. :nick:
Viele Grüße,
Esther
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Re:Frust am Strick
« Antwort #12 am: 20. April 2011, 20:37:02 »
Hach danke, das macht mir wieder Mut  :umarm:

Heute haben wir nur ein paar kleine Runden über den Hof gedreht, da die Pferde schon drinnen waren. Wenn ich konsequent ihre Aufmerksamkeit fordere (und die tollen Lakritzleckerli dabei hab), dann können wir uns zumindest auf bekanntem Terrain relativ stressfrei bewegen, auch von Grasstelle zu Grasstelle :dops:

Aber das Handtarget sitzt lange nicht so gut wie ich gedacht hätte, vorhin habe ich es probiert, und es klappte nur vorwärts Richtung Hand. Sobald ich die auch nur nach oben oder zur Brust hin bewegt habe, hat sie mir einfach stillstehen angeboten, da sie nicht verstanden hat, was ich von ihr will  :tuete: Muss ich also nochmal ran, bevor ich das nutzen kann um das Führen zu erleichtern  :grinwech:

Vielleicht find ich mal einen, der uns filmen kann, aber das wird wohl eher schwierig  :juck:
LG Tine
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Re:Frust am Strick
« Antwort #13 am: 21. April 2011, 00:17:06 »
Das mit dem langsamer gehen wenn sie schneller wird habe ich auch probiert, da sie mir aber nicht zuhört gerate ich so nur auf Kruppenposition und werde spätestens am nächsten Zaunpfahl abgestreift. Die wenigen Minuten Konzentration sind leider auf dem Weg vom Paddock zum Reitplatz schon aufgebraucht :drama:

Na, wenn sie dir nicht zuhört, dann konzentriert sie sich auch nicht auf dich. Insofern hast Du ja noch jede Menge Zeit. :pfeif:

In diesem Fall, würde ich mir schon mehr Aufmerksamkeit holen und sobald sie an mir vorbei ziehen möchte, mich frontal zu ihr hindrehen und ihr den Weg mit meinem Körper versperren, sodass sie mir schon ausweichen müsste, wenn sie mich nicht über den Haufen laufen möchte. Bleibt sie dann stehen und starrt mich fassungslos bzw. erstaunt an, gibt es ein Lob oder eine Belohnung, denn genau diese Aufmerksamkeit wollte ich von ihr haben. Das wiederholen wir dann so lange, bis sie brav neben mir gehen kann und nicht mehr an mir vorbei zieht. :click:

LG Manfred
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Re:Frust am Strick
« Antwort #14 am: 24. April 2011, 00:05:00 »
 @Mannimen: Ungestüm wie sie ist, würde sie mich dann wohl doch einfach über den Haufen rennen, dazu sind mir meine armen Knochen zu schade  :grinwech: In wirklich gefährlichen Situationen könnte ich ins Halfter packen und sie damit aus dem Gleichgewicht bringen, aber dazu kommt es hoffentlich nicht  :tuete:

Prinzipiell ist sie schon ziemlich auf mich mich konzentriert, dass stellen sogar Außenstehende immer wieder erstaunt fest. Nur wenn wir eben am Strick sind, dann scheint sie irgendwie das Gefühl zu haben "ich merk das schon wenn sie verloren geht" und blendet mich dann einfach aus  :juck: Frei passiert sowas fast nie, da läuft sie auch ganz selten einfach weg..

Update

Das Führen hat in den letzten Tagen ganz gut geklappt, ich habe aber auch bewusst fast alle stressbehafteten Strecken vermieden. In der Freiarbeit haben wir das Handtarget wieder gefestigt (bisher weiterhin nur vorwärts/rechts/links dem Target folgen), und von alleine hat sie angeboten, dass sie auf einen Küsschenlaut zum Handtarget kommt  :dops: Die Gerte habe ich weg gelassen, dafür darauf geachtet, deutlicher und eindeutiger in meinen Gesten zu werden. Am Montag ist wieder Unterricht, da werde ich das Thema mal ansprechen, vielleicht fällt meiner Trainerin dazu auch noch was ein bzw. auf, wenn sie mich beobachtet.
LG Tine
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