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Bodentarget mit mehr als einem Pferd - Trainingsfortschritte

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Falls es nicht in diese Kategorie passt, bitte verschieben  :)

Ich hatte mir im letzten Jahr als eine der Hausaufgaben im Kurland-Clickerkurs für "eine originelle Nutzung der Basisübungen" vorgenommen, mit allen vier Pferden das ruhige Stehen an einem Bodentarget und das Herausrufenlassen einzelner Tiere - quasi die Rapportübungen, die man im Zirkus oft sieht - zu erarbeiten.

Angefangen habe ich (und bin ich immer noch) im Laufstall, mit Matten.

https://www.youtube.com/watch?v=B54thMRZV7c
Mai 2015, erste Session

Da die Ponies jedoch stark anfingen, während der Wartezeiten die Matten wegzuscharren und ich so die "Mattenmanieren" verlor, habe ich über den Sommer die Übung - leider - nicht weiterverfolgt.

Vor ein paar Wochen habe ich sie jedoch wieder aus der Versenkung gekramt und in einem inspirierten Moment die Matten gegen Pylone ausgetauscht.

Vorteile:
- Mattenmanieren können wieder besser etabliert werden
- Pylone sind deutlich besser sichtbar
- Ponies können andere Verhalten als nur Scharren in Kombination mit dem "Stehen" anbieten, wie z.B. Apport (Finn) oder nur Touch oder umwerfen, etc.

Durch den Wechsel von Matten auf Pylone konnte ich gestern bei Laudine auch die ersten Ansätze einer Generalisation der Übung "Bodentarget" beobachten. Als sie von ihrem Pylon verdrängt wurde, suchte sie sich einen im Stall liegenden Medizinball als alternatives Bodentarget.

Xee macht ähnliches, sie orientiert sich jedoch zur Position eines Wandtargets, mit dem ich letztes Jahr mal gearbeitet habe mit ihr.

Werde den Fortschritt der Arbeit immer wieder mal filmen und hier dokumentieren (parallel zum Tagebuch, da schauen ja nicht alle überall rein), mal sehen, wie lange wir brauchen, bis das zirkusreif wird.

Bisherige Erkenntnisse:
- Ponies orientieren sich nicht nur an den Targets selbst sondern merken sich die Position am Boden, auf der das Target in den meisten Fällen gelegen hat und beziehen Bodenunebenheiten in ihre Auswahl mit ein. Beobachtet z.B. bei Laudine, deren Matte verschoben wurde und die trotzdem brav an der Senke im Boden, in die ich die Matte die Male zuvor gelegt hatte, stehen blieb
- Ponies orientieren sich auch an ihrer Position in Relation zur Position der anderen Pferde, wobei hier auch Änderungen auftreten können. So wechselt z.B. Finn zwischen zwei Positionen und daraus resultierend auch Laudine.
- Bodentargets werden hochbelohnend und es gibt einen nicht unerheblichen Konkurrenz-/Resourcendruck.

https://www.youtube.com/watch?v=FFG_M9w98B0
Anfang Januar 16
Sabine
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Re: Bodentarget mit mehr als einem Pferd - Trainingsfortschritte
« Antwort #1 am: 06. Januar 2016, 09:10:37 »
Ich bin ja schon immer mit zwei Ponies völlig ausgelastet  :lol:

Ich habe mir wegen der Konkurrenz Gedanken gemacht beim anschauen...ich persönlich würde glaube ich Zwischenzäune ziehen, damit die Pferde sich nicht gegenseitig stressen und auch selber ruhiger bleiben und dann immer nur belohnen, wenn sie auf ihrer Matte sind. Dann nach und nach einen Zwischenzaun abbauen.
LG von Frieda, Luki, Nuka, Dorado, Somnum und Baccara

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Re: Bodentarget mit mehr als einem Pferd - Trainingsfortschritte
« Antwort #2 am: 06. Januar 2016, 09:15:50 »
Uff, vom Zugucken läuft mir schon der Schweiß von der Stirn...

Ich finde allerdings die Örtlichkeit für das Anfangstraining mit den 4 Pferden ungünstig. Du hast sehr weite Strecken zu gehen, um belohnen zu können,  der Schimmel (sorry, schmeiße die Namen immer durcheinander...) hat viel Gelegenheit, die Kooperation der anderen Ponies zu hintertreiben und es sieht für mich so aus, als hätte sich da schon eine Verhaltenskette Stänkern - von dir zurückgebracht werden - Klick abstauben gebildet. Könntest du die Pferde anders anordnen? So, daß sie sozusagen im Kreis um dich herum stehen, und du jeweils die gleiche Strecke zu jedem Pferd zu gehen hast? Also entweder woanders, wo mehr Platz ist, die Sache trainieren, oder die Bodentargets je 2 an der Innen- und 2 an der Außenwand platzieren, so daß sie ein Viereck bilden? So käme auch Laudine mehr zu ihren berechtigten Klicks, weil du dichter dran bist...

Das Projekt finde ich super und bin gespannt, wie du das weiterentwickeln wirst!

Beste Grüße,
Dörte.
Lieber breit grinsen als schmal denken!  (B.Berckhan)
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Re: Bodentarget mit mehr als einem Pferd - Trainingsfortschritte
« Antwort #3 am: 06. Januar 2016, 09:37:31 »
Kennen sie alle schon einzeln ihre Position? Also wenn nur ein Pferd im Laufstall ist? Oder geht das (momentan) garnicht, dass Du nur 1 Pferd im Laufstall hast und die anderen irgendwo "ausgesperrt"?

Das wäre nämlich vermutlich mein Vorgehen: es erstmal jedem einzeln beibringen, dann mit dem ranghöchsten Tier starten (wenn das "stabil" an seinem Platz steht) und das nächste in der Rangordnung dazu stellen. Erst wenn die beiden "stabil" sind, wieder das nächste dazu. Aber das wäre, wie geschrieben, MEIN Vorgehen, und soll keine Kritik an Deinem sein!!! Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Insofern ist das nur als Anregung gedacht, ob das eine Überlegung wert wäre (wenn es denn überhaupt umsetzbar ist bei Euren Gegebenheiten).
Viele Grüße,
Esther
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Re: Bodentarget mit mehr als einem Pferd - Trainingsfortschritte
« Antwort #4 am: 06. Januar 2016, 10:03:33 »
Danke für die Feedbacks.

Trennwände gehen nicht, ist nicht mein Stall, darf ich nichts baulich verändern.

Einzeltraining: habe ich mir jetzt auch schon überlegt, das muss allerdings in der Halle stattfinden, denn ich habe aktuell im Winter keine andere "Auslagerungsmöglichkeit". Aber Einzel- bzw. Zweiertraining sehe ich auch als sehr nutzbringend.

Und Xee-Stinktier (aber auch Finn, dass ist der Cremeschimmel ganz hinten) finden stänkern immer toll.

Die Konkurrenz zeigt sich bevorzugt

- nach hinten
- in Richtung der Wallache

die Xee auch sonst im Alltag sehr streng unter ihrer Fuchtel hält.

Kreistraining klingt gut, da überlege ich mir heute was zu.
Sabine
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Re: Bodentarget mit mehr als einem Pferd - Trainingsfortschritte
« Antwort #5 am: 06. Januar 2016, 10:37:13 »
Wow, mit 4 Pferden ist das schon sehr sportlich  :o

Ich bin ja schon immer mit zwei Ponies völlig ausgelastet  :lol:

Ich habe mir wegen der Konkurrenz Gedanken gemacht beim anschauen...ich persönlich würde glaube ich Zwischenzäune ziehen, damit die Pferde sich nicht gegenseitig stressen und auch selber ruhiger bleiben und dann immer nur belohnen, wenn sie auf ihrer Matte sind. Dann nach und nach einen Zwischenzaun abbauen.

genau das war auch mein Gedanke  :nick:  Mit Zaunstickeln links an der Wand könnte man unaufwendig Zäunchen ziehen und das nach dem training wieder alles entfernen.


Ich habe das ja mit Mirko und Jack auch über längere Zeit gemacht. Die Anfänge habe ich ganz unbedarft auf der Koppel gemacht, zwei Matten hingelegt und als einer mit dem Ohr gezuckt hat, stand ich unter zwei sich eifersüchtig ansteigenden Pferden  :shock:

Ich habe also erst mal bei beiden das Mattestehen einzeln gefestigt und dann darauf geachtet den kritischen Abstand nicht zu unterschreiten (was viel Laufarbeit war). Wenn sich einer von der Matte wegbewegt hat, habe ich ihn über Handtarget wieder zurückgeführt. Dabei muss man wirklich drauf achten dass man nicht das Weggehen mit bestärkt und ein gutes Timing für den Click haben.
Wenn (meistens Jack) sich also entfernte, hab ich ihn erst zurückgestellt, Abstand genommen und erst nach einer gewissen Zeit fürs Stehen geclickt.  Wenn Mirko sich entfernte, dann meistens weil Jack sich bewegt hat und es ihm nicht geheuer war. Ihn habe ich also für "Sicherheit" bestärkt, also jeden Versuch auf der Matte stehen zu bleiben oder sich einer zu nähern.

Hier ist eine fast komplette Mattentrainingssession aus diesen Zeiten:

Sortieren

Teil 1

Teil 2

Teil 3


Als das einigermaßen klappte, habe ich das in die Fütterungsroutine mit hineingenommen.
Ziel war, dass das Erscheinen der Futterschüsseln das Signal ist, zu den (immer im Paddock liegenden) Matten zu gehen, da sie mich immer sehr belagert haben und insbesondere Jack da sehr aufdringlich war.

Mattentraining beim Füttern

Später als wir dann alleine im Offenstall wohnten, habe ich wieder damit begonnen, um das :ichich: etwas einzugrenzen. Zunächst habe ich die Matten im Arbeitsbereich liegen gehabt und jeweils mit einem eine Runde gearbeitet, dann wieder Pause auf der Matte. Mir war ganz wichtig dass die Matte "Pause und Stehen" bedeutet, deshalb würde ich persönlich nicht gerne mit einem Target mit mehr "Actioncharakter" wie eine Pylone arbeiten wollen.
Später habe ich dann eine Matte aus dem Arbeitsbereich heraus verlegt, so dass ein tatsächlicher Pausenplatz entstand.

Videos aus dieser Zeit:

Sortieren

Mattentraining 1

Mattentraining 2

bei 2.06 ist Jack verschärft heldenhaft, weil Mirko zuerst die Futterschüssel bekommt. Deshalb gibts für ihn dann die Schüssel direkt ohne dass er auf der Matte stehen bleiben muss.

im aktuellen Stall bin ich wieder dran an dem Konzept "Pausenplatz", diesmal ohne Matten.

[EXTERNER BILDLINK ⤤
https://dl.dropboxusercontent.com/u/3770591/StallEB/DSC_0715.jpg


Jedes Stehen in der Ecke wird bestärkt. Das Konzept ist mittlerweile schon ganz gut gefestigt, obwohl ich in den vergangenen zwei Jahren kaum daran gearbeitet habe. Es hat zwei Übungseinheiten gedauert  und sie bleiben schon relativ gut in der Ecke. Mirko hat sich sogar neulich in der Ecke gewälzt und während Jack vorbeilief (was immer Stress und böse gucken bedeutet) in einem Umkreis von ca 5 Metern zwar bewegt, aber hat die Ecke nicht verlassen.

Es ist für uns immer nur eine Notlösung weil es für die beiden immer mit Stress verbunden ist. Deshalb würde ich versuchen die Kriterien so leicht wie möglich zu machen, gerade wenn man das ganze Eifersuchtsgedönse mit dabei hat.

« Letzte Änderung: 06. Januar 2016, 10:41:39 von Muriel »
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Re: Bodentarget mit mehr als einem Pferd - Trainingsfortschritte
« Antwort #6 am: 06. Januar 2016, 10:44:39 »
Zu dem zweiten "Sortieren" Video muss ich noch ergänzen dass in diesem Winter auch separat daran gearbeitet habe, nur auf Signal zur Futterschüssel zu gehen, so dass das Erscheinen der Futterschüssel nicht automatisch "ESSEN" bedeutet.
Deshalb trage ich sie auch mit mir herum, aber das ist natürlich ein zusätzlicher enormer Stressfaktor.
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Re: Bodentarget mit mehr als einem Pferd - Trainingsfortschritte
« Antwort #7 am: 06. Januar 2016, 12:07:49 »
Man bräuchte so einen "Manners Minder" für Pferde   :cheese:

https://www.facebook.com/226046237598536/videos/362548477281644/
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Re: Bodentarget mit mehr als einem Pferd - Trainingsfortschritte
« Antwort #8 am: 30. Januar 2017, 09:48:13 »
ich schreibe mal einen Überblick über das Training an dieser Übung während 2016.

Training mit Bodentargets erwies sich als zu emotionsbelastet.

Ich habe also damit angefangen, dass sich die Pferde ihre eigenen Plätze suchen dürfen, wo SIE sich wohl genug fühlen, in Relation zu mir, den anderen Pferden, der Umgebung.

Und dann ruhiges Warten geclickt.

Als Variante gab es ganz viele clickbare Momente für ruhiges Warten auf engem Raum beim täglichen Heimholen von der Koppel im Sommer, da wollte ich alle vier nebeneinander am Tor haben, habe es aber ihnen überlassen, wie sie sich aufstellen.

Ein grosser Durchbruch kam im Herbst, als ich eigentlich nur ruhiges Warten bei Mineralfutterverteilung geclickt habe über Wochen (aus Zeitmangel).

Wenn auch nur ein Pferd den ersten Ansatz zu Droh-/Konkurrenzverhalten zeigte (das fing bei Ohren anlegen an), ging ich raus, habe die Übung abgebrochen.

Totaler Durchbruch war der Tag, an dem ich nicht nur raus aus der Weide ging (habe immer in Zaunnähe geübt), sondern mich in's Auto setzte und wegfuhr. Ab dem Folgetag war auf der Weide Disziplin beim Futter verteilen.

Im Moment im Stall ist es wieder etwas angespannter. Hier helfen Heuhaufen, die als optische Marker aber auch als "Ersatz"bestärker das bleiben an einem Punkt klarer machen.

Kommt mir ein Ponyn nach (Xee oder Teddy), wird dieses am "falschen" Ort ignoriert, aber sofort geclickt, wenn es sich wieder an "seinem" Ort befindet und dort dann auch mehrmals hintereinander bestärkt.

Mit Matten habe ich erst kürzlich wieder in der Halle mit zwei Pferden gearbeitet und konnte ein weiterhin hohes Spannungslevel feststellen, obwohl alle Ponies mittlerweile einzeln die Matten in und auswendig kennen.

Pylone setze ich für die Übung nicht mehr ein, weil mittlerweile Finn ein Meister im Pylon apportieren geworden ist und den Zweck der Übung total entfremden würde.
Sabine
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