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Grastraining ohne Gras

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Grastraining ohne Gras
« am: 09. Januar 2018, 01:07:34 »
Hallo Allerseits,

ich bin ja meist nur stille Mitleserin und komme nur selten raus aus meiner stillen Ecke. Dennoch würde ich mich über den Austausch über ein Thema freuen, das mir im Moment ziemlich Kopfzerbrechen bereitet: Wie macht man Grastraining, wenn das Pferd kein Gras fressen darf?

Mein Pony hatte im Sommer EMS- (und ausbruchs-) bedingt einen (ersten) Reheschub. Gras ist dementsprechend bis auf weiteres gestrichen. Auch vor dem Schub hatte sie schon über 1/2 Jahr keine Wiese mehr gesehen.

Unser Problem ist, das sie unterwegs ständig versucht zu fressen (alles, was ihr vor die Nase kommt, auch giftiges), was ich ihr wirklich auch nicht verübeln kann. Jede noch so kleine Unaufmerksamkeit meinerseits führt dazu, das sie sich selbst bedient. Ich habe überhaupt kein Idee, wie ich das positiv mit ihr üben kann. Im Moment halte ich kommentarlos (und möglichst emotionslos) gegen, wenn der Kopf runter geht bzw. fasse ins Halfter, um sie wieder hoch zu holen.

Wie würdet Ihr da dran gehen?

Ich kann natürlich auch nur mit relativ minderwertigem Futter (Heupellets, gelegentlich Sellerie, Gurke, Fenchel) belohnen.  Ich bin da extrem vorsichtig, ich möchte, das dieser Reheschub der Letzte bleibt und das EMS haben wir trotz aller Abspeckerfolge nicht 100%ig im Griff.

Hunger sollte sie eigentlich keinen leiden, Heu steht nahezu 24 h zur Verfügung.

Ich freue mich auf Eure Denkanstösse.  :)

Viele Grüße
Ariane


Viele Grüße aus Berlin!

Ariane und das sibirische Schneepony Piri
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Re: Grastraining ohne Gras
« Antwort #1 am: 09. Januar 2018, 05:09:54 »
was willst Du genau erreichen?

Dass Du sie aus dem Gras hochholen kannst oder dass sie Gras komplett ignoriert?

Dann würde ich mir Gedanken machen, welche - geringen - Mengen an Gras für sie verträglich sind, denn es ist nunmal Hauptnahrung.

Und Heu ist auch Gras und das zu einem Zeitpunkt gewonnen, an dem deutlich mehr Nährstoffe als im Moment drin sind. Das Problem im Moment dürfte der Stress sein, denn das Gras durch die Temperaturschwankungen erfährt.
Sabine
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Re: Grastraining ohne Gras
« Antwort #2 am: 09. Januar 2018, 08:09:47 »
Ich hatte das gleiche Problem, und hab es so gelöst, dass sie bis zu 20 Min am Tag grasen darf. Wenn’s vorm Viereck, oder während dem Spaziergang eine Runde Gras gibt geht alles einfacher. Ganz ohne Gras wusste ich auch nicht weiter auf clickerebene :tuete:

EDIT: Bin jetzt am Laptop und kann etwas besser schreiben:

Ich halte normalerweise einfach dagegen um zu verhindern das der Kopf ins Gras kommt und gebe sehr häufig kleine Aufgaben wie Nasentarget, Kopfsenken, Antraben, Anhalten, etc. die dann gecklickt werden! Je nach Fokus des Spazierganges (der hängt von der Stimmung, Laune und Gesundheit ab) clicke ich die Sachen auch, wenn sie es ungefragt anbietet.
Und sie darf, wie erwähnt, fast immer zumindest kurz Grasen. So ist es für Abbey dann auch in Ordnung sich kurz meinen Regeln zu fügen, und das Beste draus zu machen und viele Kekse zu bekommen, weil es sowieso ganz bald kurz Gras gibt.

Als sie mal ein Jahr gerkein Gras sollte konnte ich nichtmehr auf Grasplätzen arbeiten, wiel der Grashunger einfach so groß war... da hab ich dann teilweise Gras als Clickerfutter verwendet, was gut geklappt hat, aber halt mühsam und umständlich ist.
Nach 20 Minuten grasen ist aber alles recht entspannt und sie kann auch an was anderes denken  :nick: Inzwischen ist das ein Fixpunkt wenn wir aufs Vierecke gehen, dass sie davor und danach kurz grasen darf.. mal nur ein paar Bissen, mal eine halbe Stunde, aber bissi was gibts immer und deswegen geht sie auch sehr motiviert aufs Viereck.

« Letzte Änderung: 09. Januar 2018, 09:09:16 von AbbeyWood »
Liebe Grüße!
Seelenpferde hat jemand einmal Pferde wie dich genannt- Pferde, die es nur einmal geben wird im Leben, die man begleiten darf und die einen auf andere Wege führen.
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Re: Grastraining ohne Gras
« Antwort #3 am: 09. Januar 2018, 08:31:21 »
Bei uns gibt es unterwegs ein weitestgehend absolutes Gras-Verbot, weil wir sonst nur noch Diskussionen haben. Wenn wir über Gras gehen nehme ich sie halt kurz und halte die Clickrate hoch. Ansonsten könnte ich mir bei deinem Problem auch vorstellen einen Maulkorb tragen zu lassen, wenn sie wirklich absolut gar nichts haben darf. Und halt einfach die Clickrate hoch halten und zügig über verlockende Grasstellen hinweg gehen.
LG Kim & Flöckchen & Miss Elly & Trixi

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Re: Grastraining ohne Gras
« Antwort #4 am: 09. Januar 2018, 10:43:37 »
Im Moment steht Gras wirklich noch nicht zur Debatte. Es ist einfach noch zu frisch und der Stoffwechsel noch nicht wieder in Ordnung. Ich denke auch, das wir irgendwann wieder da landen müssen, das sie geringe Mengen Gras knabbern darf. Aber eben noch nicht jetzt.

Unterwegs wird nicht gefressen. Das ist eigentlich mein Ziel.

Ich versuche sie viel abzulenken und an kritischen Stellen führe ich diekt am Halfter. Ansonsten vermeide ich enge Wege und direkt über Wiesen zu gehen. Wenn die Vegetation es hergibt, klickere ich beispielsweise auch mit Löwenzahn, Beifuß, Spitzwegerich, Blättern etc. Aber im Moment sieht es da eher mau aus.
Auf längeren Runden nehme ich auch schonmal Heu mit.

Wir haben vor der Rehe erfolgreich Grastraining gemacht und Grasen als Jackpot benutzt. Ich konnte sie sogar schon manchmal vom Gras abrufen. Es ist frustrierend.

An den Maulkorb habe ich natürlich auch schon gedacht, aber da stellt sich dann ja die Frage, wie die regulären Kekse ins Pferd kommen. Nee, ich glaub, sowit gehe ich dann nicht.

Ich mein, wenn wir normal gehen, an Strick und Halfter, ist es ja noch ganz gut zu händeln. Wirklich schwierig wird es, wenn ich hinter ihr gehe (Langzügel). Da muss ich aufpassen wie ein Schießhund und natürlich ist sie viel zu oft schneller als ich und der Kopf ist im Gras.   :-\


Viele Grüße aus Berlin!

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Re: Grastraining ohne Gras
« Antwort #5 am: 09. Januar 2018, 11:04:35 »

An den Maulkorb habe ich natürlich auch schon gedacht, aber da stellt sich dann ja die Frage, wie die regulären Kekse ins Pferd kommen. Nee, ich glaub, sowit gehe ich dann nicht.

Ich mein, wenn wir normal gehen, an Strick und Halfter, ist es ja noch ganz gut zu händeln. Wirklich schwierig wird es, wenn ich hinter ihr gehe (Langzügel). Da muss ich aufpassen wie ein Schießhund und natürlich ist sie viel zu oft schneller als ich und der Kopf ist im Gras.   :-\

dann würde ich  beim Langzügel Maulkorb-Management betreiben.

Und VORHER kleinschrittig erklären und erarbeiten, wie mit Maulkorb Leckerli gefüttert werden können.

z.B. indem Du den Maulkorb mit einseitig einem Karabiner einhängst, so dass Du zum Leckerli geben den kurz aushängen kannst.

Da Tiere ja verzögerte Belohnung lernen können, wäre das "nur" ein Trainingsschritt vor dem tatsächlichen rausgehen.
Sabine
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Re: Grastraining ohne Gras
« Antwort #6 am: 09. Januar 2018, 11:04:44 »
Ist ja bei so einem kleinen Pony auch echt keine weite Strecke mit der Nase zum Boden :umfall:

Ich könnte mir vorstellen, das Konzept auf eine Fläche ohne Gras aber mit Sachen zu üben, die ähnlich verlockend sind (Möhren, Hafer etc.) im ersten Schritt neben der Verlockung stehen, im zweiten Schritt dran vorbei gehen, später vielleicht ein kleiner Parcours aus Futterschüsseln die am Langzügel umrundet werden. Dabei gibt es die Ablenkung aber später nie zum fressen, damit die Trennung ganz klar bleibt. Vielleicht kann man die Schüsseln zu Beginn mit einem Gitter etc. sichern.

Sowas ähnliches habe ich mit Chance während der Rehe auch angefangen. Das geht tatsächlich gar nicht so schwer, wichtig ist es, ein ganz einfaches Verhalten abzufragen und das ganz hoch verstärken. Vielleicht die Gurke nur für die Einheiten aufheben oder so.
LG Tine
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Re: Grastraining ohne Gras
« Antwort #7 am: 09. Januar 2018, 21:18:53 »
Leckerli mit Maulkorb ist eigentlich nicht so schwierig.
Ich war auch eine ganze Saison lang nur mit Maulkorb mit Metis spazieren.
Als Clickerfutter für unterwegs hatte ich die Biostickies und der Maulkorb war der von AS.
Da passten die Biostickies gut durch.
Klar, dann könnte theoretisch auch Gras gefressen werden, weil der Maulkorb nicht geschlossen ist, aber zumindest Metis war bei so Kopf-runter-Attacken echt nicht geschickt genug, um direkt Gras zu erwischen bevor ich den Kopf wieder hochgeholt hatte.
Hatte sogar den positiven Nebeneffekt, dass der Spaziergang VIEL entspannter war, auch für ihn, weil er irgendwann gar nicht mehr dran dachte, er könne eventuell Gras ergattern. Ich war nicht mehr drauf angewiesen, permanent irgendwas abzufragen sondern konnte einfach zügig spazieren gehen, damit er auch mal langsam wieder abspecken konnte.
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Re: Grastraining ohne Gras
« Antwort #8 am: 10. Januar 2018, 11:11:37 »
Ich danke Euch!

Mit dem Maulkorb muss ich mir überlegen, wie wir damit am Langzügel arbeiten können. Da müssen wir nochmal Anprobe machen. Wir haben auch den von AS. Das stimmt, da gehen Kekse gut durch, so haben wir das Maulkorb-Tragen ja schließlich auch geübt.

Das wird wahrscheinlich erstmal die Beste Lösung sein. Und parallel werde ich mal Tines Übungsaufbau probieren. Ich denke, das könnte ganz gut klappen, zumindest auf dem Platz. Mit der Übertragung aufs Gelände wirds wahrscheinlich eher schwierig werden, könnte ich mir vorstellen. Und da ist es ja auch jedesmal Selbstbelohnung genug, wenn sie es doch schafft, einen Grashalm zu ergattern.
Viele Grüße aus Berlin!

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