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Autor Thema: Ende der Trainings-Session  (Gelesen 3334 mal)

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noothe

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Re: Ende der Trainings-Session
« Antwort #15 am: 22. November 2016, 19:48:44 »

Huhu Anna, klar darfst du das erzählen  :)

Ich denke, je abwechalungsreicher man alles gestaltet, desto weniger Stress ist es für das Pferd. Ich persönlich bin ein großer Fan  davon, gemeinsam mit dem Pferd das Trainjng ausklingen zu lassen. Nochmal ruhig putzen und dabei die Keksrate runterfahren, Futterschüssel, Gras, Heu... dann gemeinsam auf den Paddock gehen, zur Tränke oder ans Heu begleiten, noch ein wenig kraulen und dann irgendwann gehen.

Oft ist das Problem ja, dass die Pfedde uns nur mit Training und Action verbinden. Es kann schon einen riesigen Unterschied machen, wenn man regelmäßig mal abäppelt, was fegt, Heuraufen sauber macht oder oder oder, sodass man zwar da ist, aber eben auch beschäftigt.

Ein ganz wichtiger Punkt (und ja, da bin ich leider auch sehr inkonsequent) ist, nicht auf jeden bettelnden Blick des Pferdes am Zaun dann nochmal und nochmal und nochmal was zu machen, so lieb die Angebote auch sind. Dabei lernen die Pferde, dass sie es nur lange genug versuchen brauchen, und dann gibt es wieder Kekse. Am Ende hat man ein Pferd, dass vom Moment in dem man den Stall betritt bis zum wieder fahren am Zaun steht und sich stresst. Und ja, das weiß ich leider aus eigener leidvoller Erfahrung. Also das Endesignal heißt: Kekse sind alle. Definitiv. Aber du kannst dich gerne noch so lange kraulen lassen, bis es dir zu langweilig wird.

Also zusammengefasst: Keksrate zum Trainingsende langsam runterfahren (weniger, nicht mehr so lecker), andere, ruhige Sachen zusammen machen, Pferd nicht einfach auf dem Paddock abstellen, sondern kleine Abschlussrituale, dann auch konsequent sein und nicht noch xmal Kekse rausholen.
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Buschpony

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Re: Ende der Trainings-Session
« Antwort #16 am: 22. November 2016, 22:13:01 »

Die Aussage, daß Pausen für das Pferd gar nicht nötig seien, erstaunt mich aber sehr... Kann ich so nicht bestätigen.  ???

Beste Grüße,
Dörte.
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Muriel

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Re: Ende der Trainings-Session
« Antwort #17 am: 22. November 2016, 22:21:37 »

hm, ich hab auf Kursen die Erfahrung gemacht, dass ein erfahrener Clickerer ein Pferd auch durchaus eine halbe Stunde oder länger arbeiten kann, wo es mit einem Anfänger-Trainer schon nach 10 Minuten "fertig" ist. Es kommt schon drauf an wie das Training aufgebaut ist.

Trotzdem habe ich in der letzten Zeit erheblich mehr Pausen als früher ins Training eingearbeitet und mache damit auch sehr gute Erfahrung.
 :nick:
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noothe

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Re: Ende der Trainings-Session
« Antwort #18 am: 22. November 2016, 22:48:01 »

Die Erfahrung habe ich auch gemacht :nick:

Ich glaube auch nicht, dass Viviane damit abstreitet, dass Pausen wichtig sind um Gelerntes zu verarbeiten etc., aber dass man auch 1-2 Stunden arbeiten kann ohne Unterbrechungen dazwischen, das denke ich auch... Ist halt alles eine Frage der Übung und der Konzentrationsfähigkeit.
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LG Tine
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samoak

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Re: Ende der Trainings-Session
« Antwort #19 am: 22. November 2016, 23:39:38 »

Ein spannendes Thema, das sicher auch je nach Pferd unterschiedlich behandelt werden kann und muss und abhängig von den Vorerfahrungen des Pferdes ist. Wir halten unsere sechs Pferde am Haus und nutzen den Clicker vorrangig zum Training auf dem Aggy- und Reitplatz, teilweise beim Putzen und im Gelände. Auf dem Paddocktrail und auf der Weide clickern wir nur in Ausnahmefällen. Auf dem Aggyplatz wächst Gras, dadurch sind dort Pausen - in denen gefressen werden kann- meist Ok. Einfach nur stehen bleiben und evtl. am Strick oder Halfter gehalten zu werden ist für die älteren - herkömmlich ausgebildeten Pferde - kaum ein Problem, Abbe und Arik die beiden "Clickerponys" sehen dagegen kaum einen Sinn darin auf dem "Arbeitsplatz" nicht zu arbeiten und verlangen dann in der Pause schon wenigstens nach einer Krauleinheit oder wollen am Strick laufen. Wir arbeiten daher in den letzten Monaten häufig mit mehreren Ponys nacheinander und parken sie im Graspaddock zwischen den Plätzen oder lassen sie auch völlig ohne etwas mit ihnen zu machen auf den Aggyplatz um diese Verknüpfung "Arbeitsplatz+Mensch=Training" zu lockern. Beim täglichen Umgang putzen wir auch ohne clickern frei auf dem Paddock oder führen mal eine Runde am Strick auf dem Trail. So sind alle Pferde daran gewöhnt mit und ohne Belohnung grundlegende Dinge mit uns zu tun oder uns tun zu lassen. Durch die Haltung im Paddocktrail sind zudem die wichtigsten Bedürfnisse der Pferde abgedeckt und der Mensch als Sozial- und Trainingspartner nicht soooo wichtig.
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Viele Grüße
Dagmar

Aennekin

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Re: Ende der Trainings-Session
« Antwort #20 am: 23. November 2016, 10:48:43 »

Um noch mal auf das Thema "Ende der SessioN" zurückzukommen: sehr spannend!

Beim Seminar mit Nina bei Saphitfreundin vor ein paar Wochen war das auch Thema - Mimmilein und ich haben uns länger drüber unterhalten. Anscheinend gibt es ja wirklich ganz unterschiedliche Ansätze, wie man das Training beenden kann.

Ich habe bisher schon oft aufgehört, wenn Sandero etwas wirklich gut gemacht hat, und dann das Training ausklingen lassen. Am Ende einer Einheit räume ich den Platz auf/ äppel ab und er kann sich noch ein paar Clicks für "Steh/Bleib/Komm" verdienen. 

Für Nina dagegen ist das Beenden einer Einheit nach einer sehr gut ausgeführten Übung eher eine Strafe. Sie erzählte, dass ihre Pferde auch die Einheiten von sich aus nur ganz ungern beenden, weil es ihnen einfach so viel Spaß macht (und das obwohl ihre Pferde ganz sicher auch in ihrer Freizeit ihre Grundbedürfnisse absolut pferdegerecht erfüllen können).

Ich habe so wie Samoak den Eindruck, dass man es vom Pferdeindividuum abhängig machen muss. Ich habe nicht das Gefühl, dass für Sandero das Training über allem anderen steht. Training macht ihm auf jeden Fall Spaß, er lernt gerne. Aber er ist auch gerne bei seinen Kumpels, frisst gerne Heu/ weidet/ spielt etc (und das ist ja auch gut so). Deshalb glaube ich nicht, dass er das Ende des Trainings als Strafe empfindet. Ich habe zwar kein Start/ Endsignal, aber nach dem Training (egal ob es eine reine Clickereinheit ist oder was anderes) gibt es immer eine Schüssel Futter. Ich glaube das hilft - er weiß ja dass nach dem Training noch was gutes kommt...
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Viele Grüße von Anna und Sandero

noothe

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Re: Ende der Trainings-Session
« Antwort #21 am: 23. November 2016, 11:07:56 »

Ich denke auch, es kommt einfach drauf an wie gut man die Balance hinbekommt zwischen "Training ist toll" und "Paddock mit Kumpels ist toll". Wenn das Pferd das eine oder das andere sehr vorzieht, dann stimmt die Balance halt noch nicht und man kann gucken, ob man das eine etwas weniger hochwertig oder das andere etwas hochwertiger machen kann.

Bei etwas sehr aufputschendem wie Agility ist das sicher noch schwieriger wieder zur Ruhe zu kommen, als wenn man (wie wir gerade) zb am meditativen Hufegeben arbeitet.
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LG Tine
Krümeline, Winzi & Mucki

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Sanhestar

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Re: Ende der Trainings-Session
« Antwort #22 am: 21. November 2017, 14:02:49 »

wir hatten im alten Stall ein Ende-Ritual für jedes Pony. Und jedes Pony wollte eine individuelle Variation davon.

Im neuen Zuhause haben wir das noch nicht so ganz hingekriegt, weil die Räumlichkeiten anders sind.

Beim Intensivtraining letzte Woche haben wir am ersten Tag, wo auffrischen und neues Verhalten dran war, kurze Einzeiten gemacht - so 10-15 Minuten max. und davon mehr. Am ersten Tag war jedes Pony viermal dran, aber kürzer und man merkte, dass sie sich länger hätten nicht konzentrieren können.

Tag 2 waren die Einheiten dann länger und dafür nur 2 Runden pro Pony.

Tag 3 war dann haarig. Sie hatten den Ablauf "drauf", waren in Lernstimmung und wollten mehr machen und häufiger dran kommen, was dann leider in Trainingsbereich einreissen endete. Hier fühlten sich vor allem Finn und Teddy durch das Beenden des Trainings zurückgesetzt.

Das wissend, würde ich vermutlich wieder auf viele, kurze Einheiten wechseln, bevor sich der Frust zu sehr hochschaukelt.

Wir haben aber auch die Übungen abgewechselt: Stehen auf der Matte für ein paar Minuten, dann gehen durch den Trainingsbereich zur nächsten Matte.

Mary legt da sowieso ganz viel Wert drauf, dass die "statischen" Übungen = Stehen durch entsprechendes "Füße vertreten" = Denkpause ausgewogen werden. So kann man die Trainingszeiten verlängern, aber zwischendrin trotzdem kurze Pausen einschieben, die sich nicht nach Pause oder Ende anfühlen.

Und im Endeffekt ist auch jedes Aufhören, jedes "zurück auf die Wiese, in die Box, den Paddock" ja weiterhin Training. Sogar das Halfter abnehmen ist noch Training, das Zurückbleiben ist Training, das Runterfahren, wenn das Spielen zu Ende ist.
« Letzte Änderung: 21. November 2017, 14:07:34 von Sanhestar »
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Sabine
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4 Highlandponies, 5 Zughunde und 10 Packziegen auf Tour

„A horse can't do "nothing", so it makes sense to choose the "something" he's be doing when he's around me.“ (Alexandra Kurland)