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Autor Thema: Signalkontrolle üben  (Gelesen 1073 mal)

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Eile mit Weile

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Re: Signalkontrolle üben
« Antwort #15 am: 17. Oktober 2017, 12:25:01 »

Ich bin noch nicht so erfahren im clickern und mit Target aber ich dachte hier kann ich vielleicht was beitragen. Als Target habe ich einen Tennisball, das war praktisch weil er einem Apfel so ähnlich sieht dass er sofort das Interese von Weile hatte. Am Anfang war sie ganz gierig nach dem Ball und ich habe dann immer "komm" gesagt wenn ich wollte dass sie ihn berührt und dann wenn sie hin ist geclickt. Wenn ich es nicht wollte habe ich nichts gesagt und den Ball einfach hin gehalten und weggezogen wenn sie hin ist und hinter meinem Rücken versteckt. Wenn ich jetzt den Tennisball wo hin halte und sage komm, dann geht sie da hin und stupst ihn mit der Nase an und dann clicke ich. Wenn ich nichts sage macht sie auch nichts weil sie weiss dass ich ihn sonst wegziehe und sie kein click bekommt.
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AbbeyWood

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Re: Signalkontrolle üben
« Antwort #16 am: 17. Oktober 2017, 16:00:16 »

Ich versuch mal hier was zu fabrizieren, sofern mein Hirn
mitmacht.
Sehr oft ist ja das Signa fürl "berühre das Target" schon das bloße Erscheinen des Targets. Für die meisten Übungen ist das ja auch ausreichend und sinnvoll -> Target wird gezeigt- anstupsen- click bzw. target hinter dem rücken versteckt, wenn ich keine Berührung möchte.
Das Anstupsen unter Signalkontrolle zu bringen ist natürlich möglich, und ich habs auch mal begonnen, aber abgebrochen, weil es für mich für den Umgang mit dem Pferd entbehrlich ist - da nutzen ich lieber die vorteile das targets als extrem hochbestärktes verhalten..
Wenn ich sowas unter signalkontrolle  möchte würde ich aber niemals dem Pferd das Target wegziehen wenn es bereits dabei ist es zu berühren. bisher hat das pferd gelernt, sobald das target im sichtfeld ist bringt es kekse... und ganz plötzlich ist alles anders und das pferd wird massiv verunsichert oder frustriert (das ist wohl ganz unterschiedlich je nach pferdetyp).
ich würde das eher so angehen, dass ich ein signalwort gebe, wenn das pferd dabei ist hinzustupsen, das hat es ja bereits gelernt. wenn du kein anstupsen möchtest, würde ich das target kurz präsentieren, und BEVOR das Pferd die nase hinbewegt clicken und target verstecken.
so hat das pferd wesentlich mehr erfolgserlebnisse im training und das ist zumindest mir immer ein wichtiges ziel! auch wenn ich sehr oft kaum clicke, bei vielen dingen.
« Letzte Änderung: 17. Oktober 2017, 16:02:16 von AbbeyWood »
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Liebe Grüße!
Seelenpferde hat jemand einmal Pferde wie dich genannt- Pferde, die es nur einmal geben wird im Leben, die man begleiten darf und die einen auf andere Wege führen.

noothe

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Re: Signalkontrolle üben
« Antwort #17 am: 17. Oktober 2017, 22:25:00 »

Ja das mit dem Target anstupsen ist auch wirklich nicht die einfachste Übung zur Signalkontrolle.

Wenn man clickt sobald das Pferd das Target "richtig" nach dem Signal berührt und das Target wegzieht, falls das Pferd "fälschlicherweise" zum Target will, dann ist das genau genommen positive Verstärkung + negative Strafe. Das funktioniert sehr effektiv, habe ich auch bei den Hühnermodulen oft so gesehen und hat den kleinen Vorteil, dass das Pferd den "Fehler" nicht machen kann, das Target nochmal ohne Signal zu berühren. Allerdings hat man umgekehrt wieder das Problem - je nach Pferd - dass eventuell das neue präsentieren des Targets dann wieder das Anstupsen triggert (ohne Signal) und spätestens wenn das 2-3x am Stück passiert ist, ist es dann auch nicht mehr besonders klar fürs Pferd.

Andererseits entgeht dem Pferd so auch die Möglichkeit, eine übertragbare Idee von Signalkontrolle auf andere Verhalten zu bekommen. Denn wenn das Pferd wie ein Yoyo den Kopf senkt oder sowas, dann müsste man es darin schon sehr aktiv stoppen, was ja auch nicht der Zweck der Übung ist.

Etwas eleganter ist es also - wenn man denn mit dem Target anfängt - das Target ab dem Beginn der Signaleinführung dauerhaft präsent zu lassen und ggf. sogar aus der Hand zu legen, damit man es nicht unbewusst immer wieder bewegt. Ich glaub an anderer Stelle hier im Forum ist es auch noch ausführlicher beschrieben, wenn ein Tier ein Verhalten zuverlässig zeigt, dann geschieht das meist in einem relativ festen Rhytmus. Also z.B. 1-2-Stups-1-2-Stups-1-2-Stups... Wenn man angefangen hat, das Signal einzuführen und das Gefühl hat, dass das Tier eine grobe Idee hat, dann kann man das Signal mal weg lassen und abwarten. An einer Stelle wird das Pferd im Rhytmus aus dem Takt kommen und z.B. zögerlicher werden, also 1-2-Stups-1-2-Stups-1-2-3-.... und an dem Punkt hat man dann einen kurzen Moment Zeit, das Signal zu geben, da das Pferd den (oft unbewussten) Rhytmus unterbrochen hat und aktiv auf eine weitere Umgebungsinformation wartet. Je eindeutiger das Signal (Wortsignale sind extra schwierig), desto schneller geht es dann.

Auf dem Video hier von meiner Katze sieht man unseren allererste Einheit "Target auf Wortsignal", leider ist das Video asynchron weil es beim Speichern beschädigt wurde, aber man sieht die Idee ganz gut. Zu Beginn schnuppert sie das Target mehrfach an (dafür gab es vorher Clicks), als kein Click kommt, setzt sie sich und sieht mich an (Default-Verhalten). Dann sage ich laut und deutlich "Target" - ich habe darauf geachtet, dass es keine weiteren störenden Hintergrundgeräusche gibt. Sobald sie danach das Target berührt (was dauern kann, weil noch ist das Konzept neu), gibt es den Click - ganz wichtig ist, auch tatsächlich abzuwarten und nicht noch diverse verschiedene Bewegungen und Geräusche mit einzubringen. Was am wichtigsten zu sehen ist, dass sie zwischendurch schon mal zum Target geht, dann aber zögert (irgendwas hat gefehlt) und mich dann ganz bewusst ansieht:

https://youtu.be/E5p0ctsEXSw

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LG Tine
Krümeline, Winzi & Mucki

Ab und zu ist es gut, in unserem Streben nach Glück innezuhalten und einfach glücklich zu sein ~ Guillaume Apollinaire