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Autor Thema: Seminar mit Dr. Vivian Gabor vom 09. – 11. März 2018 in Boostedt/ Schleswig-Hols  (Gelesen 216 mal)

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Shotlandpony

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Ist natürlich noch etwas hin, aber vielleicht findet das eine oder andere Holsteiner Mitglied die Sache ja interessant genug, um den Termin schon mal im Kalender für das nächste Jahr zu notieren… Ist natürlich kein „Clicker-Kurs“, aber es soll schon darum gehen, Umgang mit Pferden nicht so ideologisch, sondern in Anlehnung an wissenschaftliche Erkenntnisse zu gestalten – und positive Verstärkung wird hoffentlich auch eine große Rolle spielen.

Es wird, soweit ich weiß, der erste mit Frau Gabor in Schleswig-Holstein sein. Wir versuchen, die Kosten so moderat wie möglich zu halten, um bei möglichst vielen Pferdeleuten Interesse an den Themen „pferdische Intelligenz“ und „Pferdetraining auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse“ zu wecken.
Deshalb sind auch Rabatte für Jugendliche, günstige Teilnahme ohne Pferd und ein umfangreicher Theorieteil geplant (bei letztere Teilnehmerlimit großzügig, sprich Fassungsvermögen der „guten Stube“ des Reitvereins Boostedt).

Das Seminar ist geeignet für alle Trainingsmethoden und Reitweisen, weil es um grundsätzliche Wege der Verständigung zwischen Mensch und Pferd geht. Wissen, wie „Lernen“ funktioniert (oder auch nicht…) und zwar bei Pferden und Menschen, ist ja immer hilfreich, egal, ob man horsemanshipt, clickert, Dressur reitet oder einfach „nur“ gut mit seinem Roß klarkommen möchte.
Das Wochenende wird aus 2 Teilen bestehen. Die voraussichtlichen Kosten für Teilnehmer mit Pferd sind derzeit noch „ungefähr“ kalkuliert, da sie auch etwas von den Teilnehmerzahlen abhängen und die Unterbringung der Pferde noch geregelt werden muss.
Themen des praktischen Teils sind auch noch nicht ganz genau festgelegt, sondern können mit den Teilnehmern besprochen werden, wenn ein größerer Teil frühzeitig feststehen sollte.

Freitag Nachmittag/ Abend – ohne eigene Pferde (Teilnehmerzahl nur durch die zur Verfügung stehenden Sitzplätze beschränkt):
4 Stunden Theorie und Praxis-Vorführungen zu den Themen "Intelligenz der Pferde, Lernverhalten und Motivation im Alltag"

25,00 € für Erwachsene
15,00 € für Kinder/Jugendliche
Kostenlose Teilnahme für alle Teilnehmer „mit Pferd“ am Samstag und Sonntag!
 
Samstag/ Sonntag – mit Pferden (zu den Kurskosten kommen ggf. noch Kosten für die Pferdeunterbringung):
Umsetzung der Erkenntnisse von Freitag bei "Bodenarbeit und feine Kommunikation am Boden" mit etwas "Wünsch-dir-was" (Gelassenheit, Angstbewältigung, Seitengänge, Freiarbeit usw.)
180,00 € bei 10 Teilnehmern (für 2,5 Tage)
150,00 € bei 12 Teilnehmern (für 2,5 Tage)
  10,00 €/Tag für Zuschauer (Komplettpaket für 2,5 Tage: 35,00 €)
 
„Richtige Werbung“ beginnt erst im Herbst, wer aber grundsätzlich Interesse hat, kann sich gerne schon jetzt melden und wird dann als erstes gefragt, wenn verbindliche Anmeldungen gesammelt werden.
Themen des praktischen Teils können sich dann auch ggf. nach den Interessen Teilnehmer richten, falls rechtzeitig bekannt

Herzliche Grüße
Katja Tidow
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Muriel

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Sie arbeitet doch aber mit NH und negativer Verstärkung? :juck:

Zitat
und positive Verstärkung wird hoffentlich auch eine große Rolle spielen.
Hast du denn schon irgendwo eine Aussage von Ihr dazu gehört? Wissenschaft lässt sich ja immer so und so auslegen.
« Letzte Änderung: 17. Juli 2017, 07:56:10 von Muriel »
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Honey

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Re: Seminar mit Dr. Vivian Gabor vom 09. – 11. März 2018
« Antwort #2 am: 17. Juli 2017, 10:21:13 »

Sie arbeitet doch aber mit NH und negativer Verstärkung? :juck:

 :nick:

Ich habe sie bei der Cavallo Academy mit ihrem Pferd gesehen und ja, die Vorführung war astreine negative Verstärkung.
In einem Vortrag hat sie auch von positiver Verstärkung gesprochen und dabei gesagt, dass positive und negative Verstärkung ineinander übergehen würden und in der Pferdeausbildung beides notwendig wäre.  :nixweiss:
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Viele Grüße von Christina mit Honey

Shotlandpony

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Seminar mit Dr. Vivian Gabor vom 09. – 11. März 2018
« Antwort #3 am: 17. Juli 2017, 10:24:52 »

Hallo, ich habe auf der Messe „Nordpferd“ in Neumünster ihre beiden halbstündigen Vorträge gehört und mehrere Tagesvorführungen gesehen. Die haben mir gut gefallen, weil sie sich eben auf sachlicher Basis bewegten und Ziel eine möglichst feine Kommunikation mit dem Pferd ist. Da sich beim Gespräch herausgestellt hat, dass sich so ein Kurs im für möglichst viele Interessenten bezahlbaren Rahmen bewegen kann, konnte ich die aktiveren Vorstandsmitglieder unseres Reitvereins (in dem ich nicht Mitglied bin) dafür gewinnen, ihn in deren Anlage anzubieten, so dass wir ihn nun gemeinsam organisieren.
Und zumindest den deutschen Teil ihrer Dissertation „Untersuchungen zu höheren kognitiven Leistungen beim Pferd“ habe ich auch schon gelesen (durch den englischen kämpfe ich mich vielleicht dann im Winter…).
Frau Gabor hält Pferde für sehr intelligente Tiere (bzw. weiß aufgrund eigener Forschung, dass es so ist) - ehrlich gesagt hat das schon mal mein Herz gewonnen.
Ja, es sind auch NH-Elemente dabei, ebenso wie Futter-, Sprach - und Streichellob und die Vertreter der reinen „V+“-Lehre wird es ob der Vermischung vermutlich grausen.

Allerdings – ich weiß ja nicht, was für ein pferdisches Umfeld die anderen Forumsmitglieder so haben…  deshalb eine kurze Schilderung, für welchen Personenkreis es hauptsächlich gedacht ist:
Hier ist es so: Boostedt ist ein Pferdedorf, auch in allen anderen Dörfern ringsherum stehen Rösser ohne Zahl. Entsprechend kenne ich sehr viele Leute mit Pferd, überwiegend nette Menschen, die ihre Pferde auch sehr gern haben. Ein großer Teil der Pferde sind „so-da-Pferde“, werden versorgt und betüdelt und das war`s. Von dem Teil der Leutchen, die aktiver sind, interessiert sich vermutlich nur ein einstelliger Prozentsatz (und das gefühlt auch eher im unteren Bereich) überhaupt dafür, mehr mit seinem Pferd anzufangen und sich und die Beziehung weiterzuentwickeln (nach welcher Methode auch immer) als nur irgendwie in der Bahn und/oder in der Gegend herumzureiten. Der eine oder die andere vielleicht aber auch nur (wie ich vor noch nicht allzu langer Zeit), weil ihm/ihr andere Möglichkeiten praktisch gar nicht so recht vorstellbar sind.
Clickern tut außer mir hier niemand weit und breit. Die meisten Leute haben allem Anschein nach noch weit weniger Ahnung von Lerngesetzen, Lernverhalten, Arten der Verstärkung,   pferdischer Intelligenz usw. als ich vor 3 Jahren (und das war schon nicht so dolle). Mir fällt es mittlerweile ziemlich oft auf (Mönsch, das ginge doch anders vermutlich viiiel besser, weil…), verkneife mir aber, wenn nicht ausdrücklich gefragt, eher, was zu sagen.
Clickerkurse werde ich hier in der Gegend nicht ansatzweise voll bekommen, zumal nicht in der Preisklasse, in der sie sich üblicherweise bewegen.
Immer voll und mit großer Begeisterung kommentiert sind aber die Kurse mit einer regionalen Trainerin, die bisher 2 x jährlich stattfanden. Angefangen als „Zirkuskurs“, aufgrund ihrer sehr vielseitigen Qualifikationen für die „Stammkunden“ weit darüber hinaus. Allerdings wundern wir uns auch da jedes Mal wieder, wie wenig andere Pferdeleute ringsrum das interessiert. Selbst vom Hof, auf dem sie stattfinden, schaut eigentlich niemand auch nur zu, die zahlenden Zuschauer kommen meist von ganz woanders.
Trotzdem habe ich immer noch das Bedürfnis, auch Anderen nahezubringen, was für tolle Dinge auch einem Freizeitpferdemenschen möglich sind und vor allem, dass man viel weiterkommt, wenn man nicht dem Pferd die Schuld gibt, sondern in der Lage ist, sachlich und mit dem entsprechenden Hintergrundwissen zu erkennen, warum da grade was nicht so funktioniert, wie man gerne hätte.
Dieses Seminar ist also eher ausgerichtet auf Leute, denen dieses Hintergrundwissen bislang fehlt, aber vielleicht dadurch motiviert werden, sich mehr damit zu beschäftigen.
Der Vortragsteil am Freitag sollte gerne auch etwas ausführlicher auf den „Intelligenzpart“ samt der Arbeit der Uni Göttingen eingehen.
Wie Frau Gabor das dann über 2,5 Tage macht, weiß ich natürlich aufgrund unserer kurzen Messebekanntschaft und diverser Beiträge in verschiedenen Pferdemagazinen auch nicht genau - und wie bei jedem Trainer werden auch hier hoffentlich viele begeistert sein, aber bestimmt auch welche sagen „geht ja gar nicht“.
Ich habe in den letzten 2 Jahren so einige Kurse bei verschiedenen Trainern und Trainerinnen besucht (keinen, bei denen es um Dominanz und Durchsetzen ging) und es war meist sehr ergiebig. Mitgenommen habe ich eigentlich immer etwas, auf jeden Fall die Erkenntnis, dass es verschiedene Arten, Weisen und Methoden gibt, zu einer guten Pferd-Mensch-Beziehung zu kommen. Was toll ist, denn Pferde und Menschen sind verschieden und die Rahmenbedingungen, in denen sie leben, ebenfalls.
Soll heißen, wer (wie ich) es allgemein spannend findet, welche Möglichkeiten es gibt und gerne zusieht, wie Pferde sich verhalten und reagieren, wird dieses Kurs als Zuschauer vermutlich zumindest interessant finden.
Wer sicher ist seinen ganz speziellen Weg bereits gefunden zu haben und auch nur diesem folgen zu wollen, bleibt wahrscheinlich besser unter Gleichgesinnten.

Gruß
Katja
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Honey

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Re: Seminar mit Dr. Vivian Gabor vom 09. – 11. März 2018
« Antwort #4 am: 17. Juli 2017, 11:39:38 »

Deine Beschreibung der Pferdeleute in der Umgebung passt eins zu eins zu den Leuten an meinem aktuellen Stall.
Da wäre die Erkenntnis, dass ein Pferd kein Möbelstück sondern ein intelligentes lernfähiges und sensibles Wesen in manchem Fall auch schon mal ein Fortschritt.  ;)

Ich habe nur Ausschnitte ihres Vortrags und die Vorführung gesehen und war davon - mit der Brille der positiven Verstärkung auf der Nase :herzbrille:  - nicht so angetan.
Das heißt ja aber nun nicht, dass nicht andere Pferdeleute daraus viel Positives ziehen können.

Insofern kann ich deinen Ansatz durchaus verstehen und drücke die Daumen, dass es viele Teilnehmer für den Kurs geben wird.  :thup:

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Viele Grüße von Christina mit Honey

Shotlandpony

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Danke für die netten Worte 
Mir ist schon klar, dass in einem Spezialforum insbesondere die aktiven Mitglieder sehr dezidierte Vorstellungen davon haben, was „gut“ und was „böse“ ist und das wohl auch sehr gut praktisch umsetzen können. Die große Mehrheit hat dagegen meist noch nicht mal irgendwelche genaueren Vorstellungen…
Vom pragmatischen Ansatz her glaube ich, dass vielen Mensch-Pferd-Kombis schon sehr geholfen wäre, wenn der Zweibeiner zumindest V- mit Verstand, Gefühl und Timing anwenden könnte (und das ist wohl zumindest beim gutem Horsemanship der Fall) und dazu noch lerntheoretisches Hintergrundwissen hätte. Zu letzterem kann ich mich allerdings nicht erinnern, in Kursen dazu Nennenswertes gehört zu haben (wird in 2 Tagen wohl auch knapp) und auch die meisten Bücher zu welcher Methode auch immer schweigen sich darüber aus. Macht fast den Eindruck, als wüssten auch die meisten Trainer darüber nichts…. Zu diesem Wissen bin ich wirklich nur über`s Interesse am Clickern gekommen. Und bin ganz sicher, solches Wissen würde bei jeder Methode hilfreich sein – auf jeden Fall für die alle, die nicht schon quasi von Kindesbeinen an Pferdeprofis sind.
Als Steigerung könnte ich mir dann vorstellen, sozusagen „V- mit Keks“ zu praktizieren und dabei die Regeln des richtigen Umgangs mit Futterlob (Höflichkeitstraining, Konsequenz, am besten mit Markersignal usw.) anwenden zu können. Da kann ich mich dann schon mal aufregen, wenn ich dann Leute erklären höre, warum sie mit Futter ja nun gar nicht arbeiten wollen und bei ihrem Pferd ginge das auch gar nicht. Stimmt vermutlich sogar – ohne Einhaltung der Regeln geht`s bei vielen Pferden sicher wirklich nicht, weil das Pferd nicht klar weiß, woran es ist und wann der „Futterautomat“ was ausspuckt.
Und von denen, die gut und erfolgreich mit Futterlob arbeiten, kommt dann vielleicht die eine oder der andere irgendwann zum Clickern…?
Was haben denn andere so für Erfahrungen? Wäre aber wohl auch ein Extra-Thema… Sind in eurem weiteren Bekanntenkreis tatsächlich „normale“ Leutchen zum Clickern gekommen? Konntet ihr jemanden davon überzeugen und diejenige ist auch dabei geblieben?
Oder ist es einfach ein „intrinsisches“ Bedürfnis nach anderem Umgang mit Pferden, dass manche Leute einfach entwickeln und Einwirkung von außen spielt dabei eigentlich keine Rolle? Jeder begibt sich auf seine eigene Suche, sozusagen? Und findet dann die richtigen Lehrer, wenn der Schüler soweit ist oder wie war das…?
Ich selber bin über Zirkuslektionen mit Futterlob und als ausgesprochene Leseratte zum Clickern gekommen. Da hier allein auf weiter Flur und auch keine Trainer in wirklich praktikabler Nähe, werde ich zur „reinen Lehre“ allerdings wohl nie kommen, möchte mir aber auch sowieso nicht den Horizont so einschränken. Meine nie schlechte Beziehung zu meinen Rössern hat dadurch jedenfalls noch unglaublich an Qualität gewonnen.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf den Kurs. Mit Pony werde ich selber allerdings höchstens mitmachen, wenn nicht genug andere Teilnehmer mit Pferd mitmachen – meine Jungs sind ja mittlerweile schon recht speziell. Nach den Interessensbekundungen schon jetzt gehe ich allerdings davon aus, dass ich entspannt und interessiert zuschauen werde.
Frau Gabors Buch werde ich nächste Woche (soll jetzt wohl just erscheinen) ordern und darüber berichten. Ihre Doktorarbeit (den deutschen Teil, hüstel, zum englischen konnte ich mich noch nicht aufraffen) fand ich auf jeden Fall sehr interessant.

Gruß
Katja
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