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Autor Thema: Seitengänge  (Gelesen 3183 mal)

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cinnamon

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Re: Seitengänge
« Antwort #30 am: 14. Oktober 2016, 20:45:12 »

ich versteh`s noch immer nicht und ich kenn auch niemanden, der einen relativ simplen sachverhalt derartig kompliziert erklärt ;-)
wenn ich ganze bahn gehe und dann die schultern wahlweise zum sw, sv oder sh verschiebe, ist das pferd immer entgegen der bewegungsrichtung gestellt (siehe zeichnung vom dr. ritter) und beim sv + sh auch gebogen.
gleiches gilt für verschiebungen am zirkel.
dass tragendes + schiebendes hb jeweils unterschiedlich sind, je nachdem ob man versale oder traversale verschiebungen reitet, ist wieder ein anderes thema, aber auch das ändert nix an obigem sachverhalt.
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A horse without spots is like the night without stars!

plüschtiger

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Re: Seitengänge
« Antwort #31 am: 14. Oktober 2016, 21:49:31 »

Bei den Dingen, die Muriel schreibt, geh ich auch voll mit.

Mein Knoten ist immer noch hier:

In kurz ist dabei für Travers die Kruppe nach innen verschoben, für Schulterherein sind es die Schultern und bei den Traversalen verschiebt man beides.

Meiner Meinung nach verschiebt man in der Traversale nicht 'beides', sondern reitet im Verhältnis zur Bahn eine andere Linie derart, dass der Betrachter sich vielleicht denken könnte, man verschöbe die Schulter, die Bewegungsrichtung bleibt aber immer noch die des Travers und damit nicht wie im SH:


Beim Sh tritt das innere Hinterbein Richtung Schwerpunkt, die Bewegung geht quasi über die äussere Schulter.
Bei der Traversale tritt das äußere Hinterbein Richtung Schulter, die bewegungsrichtung geht über die innere Schulter.

Aber ich habe jetzt verstanden, was du meinst, auch wenn ich es in dem Detail anders sehe.  :)
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Anne

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Re: Seitengänge
« Antwort #32 am: 14. Oktober 2016, 21:57:10 »

Ich habe Zweifel daran, dass es einem Seitengang-unerfahrenem Reiter weiter hilft zu wissen, dass sein Pferd sowohl im Schenkelweichen als auch in Schulterherein und Konterschulterherein gegen die Bewegungsrichtung gestellt ist. Davon weiß er immer noch nicht, ob und wie es gebogen sein soll, wo die Linien eigentlich langgehen und was er damit bezwecken will. Aber wenn es dich beruhigt, kann ich dir bestätigen, dass ich nach dem Bild vom Ritter vorhin einen Dreher zur Stellung in Bewegungsrichtung und Innen-/Außenstellung hatte, den ich zurück nehmen muss. Sorry. Kurz korrigiert: das Pferd ist für ein Schenkelweichen gegen die Bewegungsrichtung in Außenstellung gestellt und für's Schulterherein gegen die Bewegungsrichtung in Innenstellung mit Biegung. Travers und Traversale dagegen wieder mit Stellung in Bewegungsrichtung, Innenstellung und gebogen.
In meinen Augen ist das aber für die Biegung eher eine zu penible und im Zweifel verwirrende Erklärung und mir bleibt für die Gymnastik und für's Fühlen trotzdem wichtiger, welches Hinterbein ich anspreche und was das machen soll.  ;)
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LG, Anne

plüschtiger

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Re: Seitengänge
« Antwort #33 am: 14. Oktober 2016, 22:27:11 »

Es lernt ja jeder anders, daher ist es doch gut, wenn hier verschiedene Beschreibungen stehen.
Mir hilft das gedankliche Betrachten von oben gut, daher finde ich die verlinkten Bilder super.

Dass unsere Diskussion jetzt ein bisschen sehr über die ursprüngliche Fragestellung hinausgeht, liegt ja in erster Linie an mir.  ;) :shy:
Aber das hat sich ja jetzt auch geklärt. :)
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cinnamon

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Re: Seitengänge
« Antwort #34 am: 14. Oktober 2016, 22:29:12 »

na den rest zum erfühlen/lernen hab ich ja schon weiter vorne geschrieben  ;)
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Anne

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Re: Seitengänge
« Antwort #35 am: 15. Oktober 2016, 10:16:36 »


Meiner Meinung nach verschiebt man in der Traversale nicht 'beides', sondern reitet im Verhältnis zur Bahn eine andere Linie derart, dass der Betrachter sich vielleicht denken könnte, man verschöbe die Schulter, die Bewegungsrichtung bleibt aber immer noch die des Travers und damit nicht wie im SH:


Ich glaube, wir meinen dasselbe und haben verschiedene Bilder dazu im Kopf. Ich habe die Traversale so gelernt, dass die Schulter voraus gehen soll, sie aber natürlich die Bewegungsrichtung vom Travers hat. Das kann ich mir gut merken "mit Schulter geht vor (SH) und dann verschiebt sich bei gleicher Biegung die Bewegungsrichtung (Traversale)". Ich habe in vielen Kursen miterlebt, dass das Bild, zu sehr Travers reiten zu wollen, dafür sorgt, dass die Traversalen Kruppe voraus geritten werden, was dann korrigiert werden muss. Daher liegt mir das so nicht. Für den Wechsel bei den Zick-Zack-Traversalen finde ich es ebenfalls einfacher, im Kopf zu haben "gerade stellen, Schulter vor reiten (= richtige Biegung erzeugen), Bewegungsrichtung ändern" statt "gerade stellen, Popo anders rum rein drehen (= für richtige Biegung), weiter geht's".

Ich kann aber auch nur ganz dick unterschreiben, dass es gut ist, mal verschiedene Bilder und Beschreibungen abzugleichen und durchzugehen, weil am Ende doch jeder sein eigenes braucht, mit dem er für sein Verständnis gut arbeiten kann. Das ist eben nicht bei allen gleich - schon gar nicht in Bezug auf Seitengänge, auch wenn man dasselbe meint.  ;)
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LG, Anne

Coco

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Re: Seitengänge
« Antwort #36 am: 16. Oktober 2016, 17:13:21 »

Wow, so viele Infos hier! Echt toll. Die Bilder mit der Banane bzw dem abbiegen auf den Zirkel hat mir heute sehr geholfen. Am liebsten hätte ich euch alle neben mir sitzen wenn ich reite!!!  :keks:

Ein paar Fragen habe ich noch: In welche Richtung verlagert ihr euer Gewicht?
Meine Rl meinte, ich soll in der Mitte sitzen bleiben bzw eine ganz leichte Verlagerung nach außen machen. Flecki hat sich damit schwer getan, hat es aber sofort begriffen als ich das Gewicht mal mehr nach außen verschoben habe.
Eine Freundin meinte, das ist falsch, man sitzt eher innen.

In welche Richtung schaut ihr? Ist eure Blickrichtung über die Außenseite hinweg quasi in Bewegungsrichtung oder zwischen den Ohren des Pferdes durch?

Und zu guter Letzt: Könnt ihr tolle DVDs bzw. Bücher zu dem Thema empfehlen?
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Hab Spaß, Corina

AbbeyWood

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Re: Seitengänge
« Antwort #37 am: 16. Oktober 2016, 17:24:26 »

 ich hab es so gelernt, dass meine schultern normal zum widerrist /wirbelsäule stehen sollen...
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Liebe Grüße!
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Buschpony

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Re: Seitengänge
« Antwort #38 am: 16. Oktober 2016, 17:48:16 »

An der Gewichtsverlagerung scheiden sich die Geister. Du kannst den Gewicht grundsätzlich innen haben, also immer in der Biegung, oder immer außen (machen manche Western-Richtungen so), oder immer in Bewegungsrichtung, oder immer weg von der Bewegungsrichtung... Ich selber mag das "grundsätzlich innen" am liebsten, lasse aber das Pferd entscheiden, wo es mich hinsetzt. Je nach Körperbau, Ausbildungsstand, Schonhaltungen, Angewohnheiten usw kann das recht unterschiedlich sein.
Viel Spaß und Gutes Gelingen beim Probieren und Üben! :)

Beste Grüße,
Dörte.
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Lieber breit grinsen als schmal denken!  (B.Berckhan)

cinnamon

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Re: Seitengänge
« Antwort #39 am: 16. Oktober 2016, 17:59:08 »

tendenziell in bewegungsrichtung - wobei man`s meistens übertreibt, wenn man bewusst in bewegungsrichtung sitzt oder sich fest hält und steift macht, wenn man gezielt einen bügel vermehrt austritt. besser helfen oft innere bilder - zb. einen eingebauten kompass im becken, der wahlweise nach 10 oder zwei uhr zeigt. das ganze kann man zb. gut kombinieren mit einer im becken  rotierenden kugel, die wiederum von unterschiedlicher größe sein kann. statt der kugel kann man sich auch obst vorstellen - also eine weintraube, eine orange oder eine wassermelone. je nachdem wie man die beckenbewegung gestalten möchte und natürlich angepasst auf das pferd (manche muss man eher etwas "bremsen", andere dafür flotter kriegen in den seitengängen).
gerade bei seitwärtsverschiebungen auf gebogenen linien macht es sinn, dynamisch (!) in bewegungsrichtung zu sitzen.
ich schaue prinzipiell dort hin, wo ich hinreite  ;)
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cinnamon

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Re: Seitengänge
« Antwort #40 am: 16. Oktober 2016, 18:04:35 »

mir persönlich hat zb. auch geholfen, die sitzhilfen und beckenbewegungen am balimo oder sitzball durchzuführen.
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plüschtiger

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Re: Seitengänge
« Antwort #41 am: 16. Oktober 2016, 20:02:23 »

Am liebsten hätte ich euch alle neben mir sitzen wenn ich reite!!!  :keks:

Denkst du nicht, dass dich das eher verwirrt?  :cheese:

Zitat
Ein paar Fragen habe ich noch: In welche Richtung verlagert ihr euer Gewicht?
Meine Rl meinte, ich soll in der Mitte sitzen bleiben bzw eine ganz leichte Verlagerung nach außen machen. Flecki hat sich damit schwer getan, hat es aber sofort begriffen als ich das Gewicht mal mehr nach außen verschoben habe.
Eine Freundin meinte, das ist falsch, man sitzt eher innen.

Ich sitze eher außen, wobei das nur ein ganz minimaler Unterschied im Muskeltonus der äußeren Körperhälfte ist.
Und je balancierter das Pferd den Seitengang gehen kann, desto mittiger setzt es einen auch wieder hin.


Zitat
In welche Richtung schaut ihr? Ist eure Blickrichtung über die Außenseite hinweg quasi in Bewegungsrichtung oder zwischen den Ohren des Pferdes durch?

Entscheidender finde ich die Ausrichtung der Sitzbeinhöcker und des Beckens, aber die Tendenz wäre auch eher mittig, also durch die Pferdeohren hindurch, anstatt sich womöglich noch in Bewegungsrichtung zu drehen.

Zitat
Und zu guter Letzt: Könnt ihr tolle DVDs bzw. Bücher zu dem Thema empfehlen?

Zum Reitersitz generell:
Mary Wanless / Ride With Your Mind
Allerdings sind Seitengänge - berechtigterweise - etwas, was dort dann erst sehr spät dazugenommen wird, weil die Anforderungen an den Sitz wieder ein ganzes Stück höher sind als in 'einfacher' Biegung.
So hilfreiche und wirkungsvolle Tipps wie bei ihr habe ich allerdings noch nie irgendwo anders gehört, gelesen, unterrichtet bekommen.
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hyxc

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Re: Seitengänge
« Antwort #42 am: 17. Oktober 2016, 07:59:51 »

Ich empfehle dir, auf www.töltknoten.de nach den Artikel. Von Silke Hembes zum Thema "Reiten erschreiten" zu suchen. Da wird erklärt, wie man selbst die Seitengänge mit seinem eigenen Körper ausprobieren und erspüren kann.

Der Sitz ist wie auch in der Biegung z. B. auf dem Zirkel oder eher noch Volte: Becken parallel zum Becken des Pferdes, Schultern parallel zu den Schultern des Pferdes.
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We are limited only by our imagination.
Ken Ramirez

www.hylling.de & www.youtube.com/user/hyxc

Anne

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Re: Seitengänge
« Antwort #43 am: 17. Oktober 2016, 08:19:47 »

An der Gewichtsverlagerung scheiden sich die Geister. Du kannst den Gewicht grundsätzlich innen haben, also immer in der Biegung, oder immer außen (machen manche Western-Richtungen so), oder immer in Bewegungsrichtung, oder immer weg von der Bewegungsrichtung...

 :uschreib:

Und ebenfalls  :uschreib:  bei cinnamon. Man sitzt ja nicht statisch, sondern bewegt sich. Ich finde es daher auch gut, eher auf das Mitschwingen des Beckens zu achten.


Zur Blickrichtung: Beim Lernen finde ich es oft sinnvoll, zwischen den Pferdeohren durchzuschauen, damit deine Schultern sich korrekt mitdrehen. Man dreht die Schultern schnell versehentlich wieder zurück, wenn man den Kopf in eine andere Richtung dreht. Mit etwas mehr Übung sollte der Kopf aber auf Dauer dahin schauen, wo du hinreiten willst.

Am liebsten hätte ich euch alle neben mir sitzen wenn ich reite!!!  :keks:

Denkst du nicht, dass dich das eher verwirrt?  :cheese

:kicher:

Seitengänge selber zu Fuß laufen hilft beim Lernen. Gerne auch zu zweit, so dass einer die Vorhand sein kann und einer die Hinterhand. Dabei kann man Vieles Fühlen lernen, was für's Verständnis hilft. Wenn man zu dritt läuft, kannst du sogar Mittelhand spielen und aus dieser Position mal ausprobieren, wie du die anderen beiden Körperteile durch deine Bewegungen zum SH koordinieren kannst, wenn sie zuhören und dir folgen.  ;)
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LG, Anne

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Re: Seitengänge
« Antwort #44 am: 17. Oktober 2016, 11:25:32 »

Es gibt auch ein Buch zum Thema, "Seitwärts unterwegs" von Johannes Beck-Broichsitter und auch eine DVD von pferdiaTV und Britta Schöffmann. In beidem wird - meine ich - auch auf das Thema Gewicht und Blickrichtung eingegangen. Das ist tatsächlich größtenteils Ansichtssache und es gibt m.E. gute Gründe für alle Varianten. Da muss man vllt selbst probieren, was einem selbst und dem Pferd liegt :) .
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LG, Inga

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