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Autor Thema: Impulsreiten  (Gelesen 2038 mal)

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ClickerHafi

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Impulsreiten
« am: 29. Oktober 2014, 17:01:50 »

Ich hab mal wieder eine kleine Frage :cheer:.
Ich war heute mit zwei netten Mädels ausreiten. Beide reiten ihre Pferde auf "Impulse" hin.
Ich habe mir das dann erklären lassen, weil es natürlich toll aussah, wenn das Pferd auf den leichtesten Druckimpuls reagierte.

Gemeint ist damit wohl, einen kleinen Impuls zu geben, z.B. hier einen kleinen Druck mit dem Hacken auszuüben (also kein reinhauen mit den Hacken, sondern wirklich nur eine Berührung), so dass das Pferd geht. Danach wird das Pferd mit den Beine in Ruhe gelassen und es muss quasi selber mitdenken, dass es jetzt wirklich weiterläuft, selbst wenn der Reiter nicht dauern treibt. Wird das Pferd langsamer, gibt es den Impuls wieder, nur kurz, wenn es schnell geht/ in die gewünschte Gangart geht, wird es gelobt.
Nun sagten sie mir aber auch, wenn sie zu Anfang auf diesen leichten Druckimpuls nicht reagieren, sollte man kurz die Gerte mit einem "ticks" zu Unterstützung einsetzen und danach natürlich auch loben.

Ich bin mir nun nicht sicher: ist das mit Clicker zu verbinden? Ist das überhaupt Pferdekonform, also diese Impulse zu geben, auch mit Unterstützung der Gerte? Denn eigentlich ist es doch ein steigender Druck, wenn man zusätzlich die Gerte nimmt?

Ich bin da etwas verunsichert und würde mich über eure Meinungen freuen.

LG
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puppi

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Re: Impulsreiten
« Antwort #1 am: 29. Oktober 2014, 17:18:01 »

Steigender Druck (erst Schenkel, dann Gerte) ist in meinen Augen nicht clickerkonform. Auf leichte Signal zu reagieren und dann konstant zu bleiben kann man aber auch mit dem Clicker erarbeiten ;)
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noothe

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Re: Impulsreiten
« Antwort #2 am: 29. Oktober 2014, 18:29:43 »

Also grundsätzlich möchte ich genau so reiten (dass das Pferd mitdenkt). Die Gerte als Vorwärtshilfe zu nutzen (wenn sie denn für das Pferd als Signal bekannt ist) finde ich nicht schlimm. Aber halt anders aufgebaut und trainiert.

Ich würd mal sagen, am Ende sollte es ähnlich aussehen, aber ich würde es halt nicht über negative Verstärkung mit "wenn nicht..., dann...". Ich hoffe man versteht was ich meine.
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Muriel

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Re: Impulsreiten
« Antwort #3 am: 29. Oktober 2014, 20:08:20 »

clickerkonform wäre, den Impuls zu geben und jede leiseste Reaktion zu bestärken. wenn nix passiert, etwas warten, noch mal Impuls geben. Wenn nix passiert, sich was anderes überlegen  :cheese:

So was lässt sich zb gut vom Boden aus erklären, indem man dort Signale erarbeitet zum Losgehen und dann von oben das Beinsignal wiederum hinzufügt, wenn das Stimmsignal funktioniert. Oder man erarbeitet vom Boden aus zb Berührung in der Gurtlage beim Losgehen und dann von oben aus nochmal

Zitat
Die Gerte als Vorwärtshilfe zu nutzen (wenn sie denn für das Pferd als Signal bekannt ist) finde ich nicht schlimm. Aber halt anders aufgebaut und trainiert.
:nick:
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noothe

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Re: Impulsreiten
« Antwort #4 am: 29. Oktober 2014, 20:22:35 »

So hab ich das mit Chance z.B. beim Anreiten gemacht. Als erstes hat sie am Boden gelernt zur Matte zu gehen. Dann hab ich mich draufgesetzt und wenn sie los gegangen ist die Beine leicht angelegt. Und dann die Beine angelegt wenn sie noch stand, und dann die erste Vorwärtsidee geclickt.
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ClickerHafi

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Re: Impulsreiten
« Antwort #5 am: 29. Oktober 2014, 23:12:48 »

Okay, danke für eure Antworten :nick:
Ich hatte auch nicht das Gefühl, das es Clickerkonform ist. Zumindest als sie das mit der Gerte sagte.
Aber das mit dem antreten am Boden probiere ich tatsächlich mal :nick:. Und dann nutze ich ein Stimmkommando zum antreten und wenn ich dann draufsitze, verwende ich das Stimmkommando zum losgehen und gebe gleichzeitig die Hilfe? Habe ich das richtig verstanden?
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Re: Impulsreiten
« Antwort #6 am: 29. Oktober 2014, 23:26:24 »

Genau. Oder du bereitest das taktile Signal an der Seite eben auch vom Boden aus vor, indem Du mit der Hand dort oder auch mit der Gerte das Signal gibst, wenn er antritt.
Da muss man schauen was für das pferd am besten funktioniert, manche nehmen ein Wort besser an als das taktile Signal. Oder alles zusammen, aber dann muss man aufpassen, dass evtl "alles zusammen" erst das Signal zum Losgehen wird ;)
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ClickerHafi

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Re: Impulsreiten
« Antwort #7 am: 30. Oktober 2014, 11:49:32 »

Hm, ich denke da werde ich mal schauen, was sie am besten versteht :nick:
Und wenn ich das taktile Signal zum losgehen (also Schritt) nutze, kann ich genau das gleiche Signal auch für Galopp und Trab verwenden? :juck:
Oder sollte ich da dann ein anderes Signal einbaue, bzw. ein neues Signal erclickern, um sie nicht zu verwirren?
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horse clickers

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Re: Impulsreiten
« Antwort #8 am: 08. Januar 2015, 06:53:16 »

Durchs westernreiten  ist mir die Art des reiten bekannt und eine sache gefällt mir daran nicht (wenn man es strikt macht)... das Pferd hängt meisten zwischen den Impulsen ziemlich in der luft. Das kann bei dem einen oder anderen pferd zum Problem werden... du gehst da fünf Minuten durch die Gegend ohne irgendwelche das und plötzlich kommt der Impuls und das Pferd soll am besten schon vorher reagieren. Weist du was ich meine?
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Sissi

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Re: Impulsreiten
« Antwort #9 am: 08. Januar 2015, 22:10:16 »

Mein erster Gedanke war jetzt auch das Westernreiten und da gibt es auch nur dieses eine Signal für die verschiedenen Gangarten: Beine ran.. Oder nicht?  :juck: Erarbeiten kann man das bestimmt clickerkonform.

Wenn ich mal ein Pferd in reitgröße habe ( :cheese: ), möchte ich auch, dass es so reagiert  :)
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Buschpony

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Re: Impulsreiten
« Antwort #10 am: 09. Januar 2015, 09:15:12 »

Naja, wenn man ausschließlich die Beine als Hilfe für Alles nehmen will, ist das schon schwierig bis unmöglich - für das Pferd zu verstehen, aber auch für den Reiter umzusetzen ;). Schließlich verändert sich ja die gesamte Körperhaltung, wenn man nur über die Aufgabenstellung nachdenkt. So kommen Körperdrehungen, Schwerpunktverlagerungen, Anspannungen mancher Muskeln ganz oft zur Schenkelhilfe dazu, ohne daß der Reiter selbst es merkt. Aber das Pferd, und das reagiert dann entsprechend.
Gutes Reiten zeichnet sich oft dadurch aus, daß dem Reiter diese kleinen Dinge bewußt werden und er sie damit steuern lernt - das macht dem Pferd das Verständnis und die Umsetzung leichter.

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Dörte.
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Sanhestar

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Re: Impulsreiten
« Antwort #11 am: 09. Januar 2015, 09:42:40 »

Mein erster Gedanke war jetzt auch das Westernreiten und da gibt es auch nur dieses eine Signal für die verschiedenen Gangarten: Beine ran.. Oder nicht?

nö, westernreiten setzt gezielte Gewichtshilfen ein, die genauso fein und differenziert sein können, wie beim englischen Dressurreiten, teilweise sogar noch feiner.
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Sabine
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Re: Impulsreiten
« Antwort #12 am: 09. Januar 2015, 11:33:50 »

Naja, wenn man ausschließlich die Beine als Hilfe für Alles nehmen will, ist das schon schwierig bis unmöglich - für das Pferd zu verstehen, aber auch für den Reiter umzusetzen ;). Schließlich verändert sich ja die gesamte Körperhaltung, wenn man nur über die Aufgabenstellung nachdenkt. So kommen Körperdrehungen, Schwerpunktverlagerungen, Anspannungen mancher Muskeln ganz oft zur Schenkelhilfe dazu, ohne daß der Reiter selbst es merkt. Aber das Pferd, und das reagiert dann entsprechend.
Gutes Reiten zeichnet sich oft dadurch aus, daß dem Reiter diese kleinen Dinge bewußt werden und er sie damit steuern lernt - das macht dem Pferd das Verständnis und die Umsetzung leichter.

 :thup:

ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass man nie nix tun kann - irgendein körpersignal gibt man immer, alleine dadurch, dass man den bewegungsablauf und die linienführung visualisiert und den eigenen kadaver darauf einstellt.
selbst leute, die der meinung sind, sie tun nix, geben einen haufen hilfen über das an- und abspannen einzelner muskelpartien, subtile körperdrehungen, blickrichtung, vermehrtes aufrichten des oberkörpers, verschieben des eigenen schwerpunktes, beeinflussung der beckenrotation, uswusf.
deshalb funktioniert auch das reiten mit inneren bildern so gut, weil man den körper, sofern man das passende bild gefunden hat, mehr oder weniger automatisch richtig in position und bewegung bringt und ein ausreichendes maß an hilfengebung einsetzt. wirkt man aktiv mit dem bein oder oder hand ein, ist das meist schon zu viel, man verspannt oder verdreht sich, klemmt, das pferd macht sich  fest, blockiert, man muss vermehrt einwirken, etc...
d.h. man ist mehr oder weniger immer "dran" mit den hilfen (ist man das nicht, stört man ohnehin den bewegungsablauf) - sobald ich aufhöre, mit meinem becken an trab zu denken und blockiere, stirbt das pferd zb. automatisch ab.
wieviel impuls man dabei tatsächlich einsetzt hängt vom pferdetyp, dem ausbildungsstand, dem ausbildungsziel, der eigenen körperwahrnehmung, den eingesetzten motivatoren, usw... ab.
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ClickerHafi

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Re: Impulsreiten
« Antwort #13 am: 09. Januar 2015, 17:08:20 »

danke ihr lieben, für eure Antworten :cheer:

Ich habe mich von dem Impulsreit-Gedanken auch schon verabschiedet.
Ich habe jetzt erst einmal angefangen, allgemein vom Boden aus an Signalen, wie z.B. Gerte auf Kruppenhöhe zum losgehen, zu erarbeiten, wo ich später ein Signalwort hinzufüge (eventuell). Beim reiten würde ich jede Reaktion auf eine Anfrage hin loben. Schenkelhilfe (die kennt sie ja nun so oder so schon)= kannst du losgehen. Loben, wenn sie es macht, das gleich beim Traben, wo ein Signalwort sicher noch besser helfen würde, das ich ja schon vom Boden arbeiten kann, etc.
Wir werden sehen, mit was wir am besten zurecht kommen :cheer:
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Re: Impulsreiten
« Antwort #14 am: 09. Januar 2015, 17:34:04 »

Mein erster Gedanke war jetzt auch das Westernreiten und da gibt es auch nur dieses eine Signal für die verschiedenen Gangarten: Beine ran.. Oder nicht?

nö, westernreiten setzt gezielte Gewichtshilfen ein, die genauso fein und differenziert sein können, wie beim englischen Dressurreiten, teilweise sogar noch feiner.

Oh okay, da hab ich wohl was falsches aufgeschnappt  :tuete:
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